„Offenbarung 15 bis 22“, Neues Testament – Lehrerleitfaden für das Institut, 2025
Das Jüngste Gericht, Darstellung von John Scott
Offenbarung 15 bis 22
In seiner Vision sieht Johannes den Fall des geistigen Babylon. Er sieht die Herrlichkeit des Zweiten Kommens Jesu Christi. Außerdem wird Johannes Zeuge der Segnungen der Erhöhung für diejenigen, die Gottes Gebote halten. Johannes sieht auch, dass die rechtschaffenen Menschen auf der Erde und diejenigen von der ersten Auferstehung im Millennium tausend Jahre lang Frieden haben werden. Die Erde erlangt ihre celestiale Herrlichkeit und wird für alle rechtschaffenen Heiligen zum ewigen Zuhause.
Zusatzmaterial
Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament, „Offenbarung 15 bis 22“
Hinweis: In der „Einführung in den Kurs“ erfahren Sie, wie Sie die vier folgenden wiederkehrenden Lektionselemente einsetzen können.
Das persönliche Studium fördern
Vor dem Unterricht könnten Sie den Schülern mindestens eine der folgenden oder auch eigene Anregungen schicken:
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Hast du dich jemals gefragt, warum uns geboten wird, Babylon zu verlassen, eine alte Stadt, die es nicht mehr gibt? Lies Offenbarung 17:1-7,12-14 und 18:1-4, um mehr über Babylon zu erfahren.
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Wie stellst du dir das Jüngste Gericht vor? Lies Offenbarung 20:11-15 und achte darauf, wie uns der Erretter richten wird.
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Machst du dir manchmal Sorgen um die Zukunft? Lies Offenbarung 21 und 22 und achte darauf, was du über die Zukunft mit Sicherheit wissen kannst.
Fragen und Gedankenaustausch
Geben Sie den Schülern Zeit, Fragen zu stellen und sich über Erkenntnisse und Wahrheiten auszutauschen, die sie beim persönlichen Studium von Offenbarung 15 bis 22 entdeckt haben.
Fertigkeiten üben
Bei Offenbarung 17:1-7 lässt sich die Kompetenz „Die heiligen Schriften im Kontext verstehen“ gut anwenden (siehe Kompetenzen für das Schriftstudium). Es bietet sich auch an, beim Studium von Offenbarung 20:11-15 die Kompetenz „Ausgewogenheit der Lehre“ aus den Kompetenzen für das Schriftstudium zu üben.
Aufgabenauswahl
Es stehen immer mehrere Aufgaben zur Auswahl. Entscheiden Sie gebeterfüllt, von welcher Aufgabe oder welchen Aufgaben Ihre Klasse am meisten profitiert.
Offenbarung 17:1-7,12-14; 18:1-4
Wie kann ich den Einfluss Babylons in meinem Leben überwinden?
Sie könnten die erste Strophe des Liedes „Israel, der Herr ruft alle“ (Gesangbuch, Nr. 6) und die erste Strophe des Liedes „Ihr Ältesten Israels“ (Gesangbuch, Nr. 209) singen, anhören oder lesen. Bitten Sie die Schüler dann, Offenbarung 18:1-4 und Lehre und Bündnisse 133:5 zu lesen.
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Warum geht es in diesen Versen darum, dass die Menschen in unserer Zeit Babylon verlassen sollen, wo doch die Stadt Babylon bereits vor tausenden von Jahren zerstört wurde?
Erklären Sie: Um die Symbolik für Babylon in der Offenbarung des Johannes und in anderen heiligen Schriften zu verstehen, ist es hilfreich, wenn man den geschichtlichen Hintergrund Babylons in der alten Welt kennt (siehe die Kompetenz „Die heiligen Schriften im Kontext verstehen“ in den Kompetenzen für das Schriftstudium). Die Schüler könnten „Offenbarung 17 und 18. Warum ist Babylon ein Symbol der Schlechtigkeit?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament lesen, um den geschichtlichen Hintergrund Babylons besser zu verstehen.
Bitten Sie die Schüler, vor diesem Hintergrund nun Offenbarung 17:1-7,12-14 zu lesen und nach Symbolen zu suchen, die auf die Schlechtigkeit Babylons hinweisen.
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Was erfahrt ihr aus diesen Symbolen über Babylon? (Wenn die Schüler Hilfe dabei brauchen, sich Babylon als Dirne bildlich vorzustellen, könnten sie „Offenbarung 17:4,5. Warum bezeichnete Johannes Babylon als ‚Mutter der Huren?‘“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament lesen.)
Fordern Sie die Schüler auf, an Beispiele für Babylon zu denken, die in unserer Zeit weit verbreitet sind oder die sie regelmäßig miterleben.
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Was erfahrt ihr aus den Titeln, die Johannes in Vers 14 verwendet, über den Erretter? (Die Schüler könnten diesem Vers eine Wahrheit wie diese entnehmen: Jesus Christus – das Lamm Gottes, der Herr der Herren, der König der Könige – überwindet alle Schlechtigkeit, für die Babylon steht.)
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Wie kann euch diese Wahrheit dabei helfen, die Schlechtigkeit zu überwinden, der ihr begegnet?
Erinnern Sie die Schüler an die Lieder und Verse, die Sie zu Beginn des Unterrichts darüber gelesen haben, wie man Babylon verlässt und nach Zion kommt. (Erklären Sie gegebenenfalls, dass Zion in den heiligen Schriften das Gegenteil von Babylon darstellt. Mit Zion sind „die im Herzen Reinen“ gemeint [Lehre und Bündnisse 97:21], aber auch ein geografischer Ort.
Um den Schülern zu helfen, sich mit der Anweisung des Erretters, Babylon zu verlassen, zu befassen und sie besser zu verstehen (siehe Offenbarung 18:4; Lehre und Bündnisse 133:5), könnten Sie die folgende Aussage von Elder D. Todd Christofferson vorlesen. Sie könnten die Schüler in Kleingruppen aufteilen, um die Aussage zu lesen und die anschließende Frage zu besprechen.
Um nach Zion zu kommen, genügt es nicht, dass Sie und ich nicht ganz so schlecht sind wie andere. Wir müssen nicht nur gute, sondern heilige Männer und Frauen werden. Richten wir, wie Elder Neal A. Maxwell es einmal ausgedrückt hat, unseren festen Wohnsitz ein für alle Mal in Zion ein und verzichten wir auf unser Ferienhäuschen in Babylon. („Kommt nach Zion!“, Liahona, November 2008, S. 39)
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Was meinte Elder Maxwell wohl, als er davon sprach, dass wir unseren festen Wohnsitz in Zion einrichten und „unser Ferienhäuschen in Babylon“ aufgeben sollten?
Nachdem sich die Schüler ausgetauscht haben, können Sie ihnen Zeit geben, darüber nachzudenken, inwiefern sie vielleicht ein Ferienhäuschen in Babylon haben – mit anderen Worten, inwiefern sie sich zu sehr auf weltliche Belange konzentrieren.
Nachdem Sie den Schülern Zeit zum Nachdenken gegeben haben, können Sie sie bitten, andächtig darüber nachzudenken, wie sie noch vollständiger ihren Wohnsitz in Zion einrichten können.
Wie wird Gott mich richten?
Sie könnten mit diesem Fallbeispiel beginnen:
Stellt euch vor, ihr habt einen Freund namens Jonas, der sich viele Gedanken über das Leben nach dem Tod macht, seit ein Angehöriger bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Er sucht Trost in der Bibel und liest Offenbarung 20:11-15. Diese Schriftstelle über das Jüngste Gericht macht ihn wütend. Als ihr fragt, warum er verärgert ist, sagt er: „Ich stecke so richtig in der Klemme! Wenn Gott mich heute nach meinen Werken richten würde, käme ich in die Hölle. Ich habe ein paar wirklich schlimme Sachen gemacht. Ich glaube nicht, dass ich jemals genug Gutes tun kann, um in den Himmel zu kommen.“
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Welche falschen Vorstellungen könnte Jonas in Bezug auf das Jüngste Gericht haben?
Bitten Sie die Schüler, das Arbeitsblatt „Das Jüngste Gericht verstehen“ auszufüllen, um ihr Verständnis vom Jüngsten Gericht zu vertiefen. Diese Aufgabe hilft den Schülern, die Kompetenz „Ausgewogenheit der Lehre“ in den Kompetenzen für das Schriftstudium zu üben.
Nachdem Sie den Schülern Zeit gegeben haben, sich damit zu befassen, bitten Sie sie, eine kurze Botschaft vorzubereiten, die Jonas ein umfassenderes, ausgewogeneres und hoffnungsvolleres Verständnis vom Jüngsten Gericht vermitteln könnte. Anschließend sollen sie reihum die Botschaft vortragen, die sie für Jonas vorbereitet haben. Das können sie entweder in kleinen Gruppen oder gemeinsam als Klasse machen.
Nachdem die Schüler ihre Botschaften vorgelesen haben, könnten Sie diese Fragen mit der Klasse besprechen:
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Welche Evangeliumswahrheiten haben euch geholfen, das Jüngste Gericht besser zu verstehen? (Die Schüler nennen vielleicht Wahrheiten wie diese: Jeder von uns wird von Jesus Christus gerichtet. Wir werden gemäß unseren Werken und Herzenswünschen gerichtet. Beim Jüngsten Gericht offenbart sich das Resultat unserer Taten und Gedanken – was wir geworden sind. Jesus Christus ist ein rechtschaffener Richter.)
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Warum könnt ihr darauf vertrauen, dass Jesus Christus euer Richter sein wird?
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Inwiefern kann ein umfassenderes und ausgewogeneres Verständnis vom Jüngsten Gericht euch dazu bewegen, umzukehren und besser zu handeln?
Geben Sie den Schülern Zeit, darüber nachzudenken, was für ein Mensch sie werden wollen. Die Schüler könnten überlegen, womit sie anfangen oder aufhören könnten, um so zu werden, wie der Herr sie haben möchte.
Das Lehren und Lernen verbessern
Gelegenheiten für die Schüler schaffen, Offenbarung zu empfangen. Um geistig zu überleben, brauchen diejenigen, die Sie unterweisen, persönliche Offenbarung durch den Heiligen Geist. Helfen Sie den Schülern, herauszufinden, wie der Geist zu ihnen spricht. Geben Sie ihnen genügend Zeit, darüber nachzudenken und aufzuschreiben, was der Heilige Geist sie lehrt.
Wie kann ich der Zukunft mit Glauben begegnen?
Sie könnten das folgende Bild zeigen:
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Inwiefern könnte dieses Bild eine Metapher für euer Leben sein?
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Was ist über eure Zukunft nicht bekannt?
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Wie kann sich die Sorge um die Zukunft auf euer tägliches Leben auswirken?
Erklären Sie, dass Johannes in einer Vision die triumphale Bestimmung des Reiches Gottes gesehen hat. Sie könnten die folgende Zusammenfassung zeigen und einen kurzen Überblick über diese Ereignisse geben.
Bitten Sie die Schüler, Offenbarung 21 und 22:1-5 allein oder zu zweit zu lesen. Dabei sollen sie innehalten und Verse besprechen, die sie interessieren. Lassen Sie die Schüler Formulierungen, Ereignisse oder Wahrheiten markieren, aus denen hervorgeht, was wir mit Gewissheit über die Zukunft wissen können.
Geben Sie ihnen ausreichend Zeit zum Suchen und lassen Sie sie anschließend berichten, was sie herausgefunden haben. Nachdem die Schüler von ihren Erkenntnissen berichtet haben, könnten Sie fragen:
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Was möchte der Herr euch der Vision des Johannes zufolge über eure Zukunft wissen lassen? (Die Schüler nennen vielleicht eine Wahrheit wie diese: Wenn ich Jesus Christus gehorsam und treu bin, werde ich mit celestialer Herrlichkeit gesegnet.)
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Wie wirkt sich das Wissen um diese Wahrheit auf eure Gefühle in Bezug auf die Zukunft aus?
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Wie kann euch Jesus Christus helfen, der Zukunft glaubenstreu entgegenzugehen?
Vielleicht möchten Sie dazu auch die folgende Aussage von Präsident Jeffrey R. Holland vorlesen:
Wie die Zukunft dieser Welt aussieht, ist längst verkündet worden; wie es zwischen Gut und Böse am Ende ausgeht, ist bereits bekannt. Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, wer gewinnt, denn der Sieg ist bereits auf der Anzeigetafel eingetragen. Das einzig wirklich Seltsame an all dem ist, dass wir immer noch hier unten auf dem Spielfeld stehen und versuchen zu entscheiden, welches Trikot wir tragen wollen! (In: John Bytheway, When Times Are Tough: 5 Scriptures That Will Help You Get Through Almost Anything, 2004, S. 30f., zitiert in: Amy Carlin, „Put On the Jersey“, The Daily, Podcast, 13. August 2024, ChurchofJesusChrist.org)
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Was meint Präsident Holland wohl mit den Mannschaftstrikots? (Erklären Sie den Schülern, dass das Trikot, das wir tragen, unsere Verpflichtungen und Prioritäten zum Ausdruck bringen kann.)
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Welche Trikots könnten junge Erwachsene beispielsweise tragen?
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Woran könnt ihr erkennen, ob es für euch höchste Priorität hat, zur Mannschaft des Herrn zu gehören?
Bitten Sie die Schüler, darüber nachzudenken, wie sie dem Erretter höchste Priorität einräumen können. Die Schüler könnten auch von Segnungen und Herausforderungen erzählen, die mit der Entscheidung, ein Jünger Jesu Christi zu sein, einhergegangen sind. Sie selbst könnten Zeugnis dafür geben, dass wir celestiale Herrlichkeit erlangen können, wenn wir uns bemühen, Jesus Christus treu zu sein.