„Matthäus 18; Lukas 10“, Neues Testament – Lehrerleitfaden für das Institut, 2025
Der barmherzige Samariter, Darstellung von Annie Henrie Nader
Matthäus 18; Lukas 10
Jesus Christus lehrt, wie man ins Himmelreich kommt. Er erklärt, wie wir reagieren sollen, wenn uns jemand kränkt, und veranschaulicht anhand des Gleichnisses vom unbarmherzigen Gläubiger, wie wichtig Vergebung ist. Als Antwort auf die Frage, wer unser Nächster sei, erzählt Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Er erklärt Marta, wie wichtig es ist, dem, was von Gott ist, Priorität einzuräumen.
Zusatzmaterial
Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament, „Matthäus 18; Lukas 10“
In der „Einführung in den Kurs“ erfahren Sie, wie Sie die vier folgenden wiederkehrenden Lektionselemente einsetzen können.
Das Lehren und Lernen verbessern
Ermuntern Sie die Schüler, beim persönlichen Schriftstudium von den Kompetenzen für das Schriftstudium Gebrauch zu machen. Sie können die Schüler auffordern, eine bestimmte Kompetenz aus den Kompetenzen für das Schriftstudium anzuwenden und so ihr persönliches Studium zu bereichern. Sprechen Sie im Unterricht immer wieder mit ihnen über ihre Erfahrungen.
Das persönliche Studium fördern
Vor dem Unterricht könnten Sie den Schülern mindestens eine der folgenden oder auch eigene Anregungen schicken:
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Lies Matthäus 18:1-5 und denke darüber nach, was Jesus uns lehrt, als er uns auffordert, wie kleine Kinder zu werden.
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Denk an jemanden, dem du vergeben solltest. Lies Matthäus 18:23-35 und wende die Kompetenz „Die heiligen Schriften auf sich selbst anwenden“ an (siehe Kompetenzen für das Schriftstudium).
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Nutze beim Lesen von Lukas 10:25-37 die Kompetenz „Sich etwas bildlich vorstellen“ (siehe Kompetenzen für das Schriftstudium). Um dir den Bericht aus den heiligen Schriften besser bildlich vorstellen zu können, kannst du dir das Video „A Good Samaritan“ (5:44; in englischer Sprache) anschauen.
5:44
Fragen und Gedankenaustausch
Geben Sie den Schülern Zeit, Fragen zu stellen und von Erkenntnissen und Wahrheiten zu berichten, die sie beim persönlichen Studium von Matthäus 18 und Lukas 10 entdeckt haben.
Fertigkeiten üben
Bei Matthäus 18:21-35 und Lukas 10:30-37 lässt sich die Kompetenz „Die heiligen Schriften im Kontext verstehen“ gut anwenden (siehe Kompetenzen für das Schriftstudium).
Aufgabenauswahl
Es stehen immer mehrere Aufgaben zur Auswahl. Entscheiden Sie gebeterfüllt, von welcher Aufgabe oder welchen Aufgaben Ihre Klasse am meisten profitiert.
Warum ist es wichtig, wie ein kleines Kind zu werden?
Sie könnten den Schülern zunächst erklären, dass die Apostel in diesem Bericht miteinander darüber streiten, wer von ihnen der Größte sein wird (siehe Markus 9:33,34; Matthäus 18:1).
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Was ist deiner Meinung nach das Hauptproblem bei diesem Gespräch?
Bitten Sie die Schüler, Matthäus 18:1-5 zu lesen, oder zeigen Sie das Video „Jesus erklärt, dass wir wie ein kleines Kind werden müssen“ (von Minute 0:00 bis 1:00). Bitten Sie die Schüler dann, darüber zu sprechen, was der Erretter seine Jünger gelehrt hat. (Helfen Sie den Schülern, eine Wahrheit wie diese herauszuarbeiten: Der Erretter möchte, dass seine Jünger sich bekehren und wie kleine Kinder werden.)
Sie könnten einige der folgenden Bilder von Jesus mit Kindern zeigen oder das Video „Little Children“ (1:04; in englischer Sprache) ansehen. Besprechen Sie, welche Eigenschaften wir haben müssen, damit wir wie kleine Kinder werden können.
Christus segnet die nephitischen Kinder, Darstellung von Ted Henninger
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Was ist der Unterschied zwischen „kindisch“ und „wie ein Kind“? (Sie könnten kindisch und wie ein Kind an die Tafel schreiben und dann die Antworten der Schüler unter die jeweilige Überschrift schreiben.)
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Warum müssen wir wohl wie kleine Kinder werden, um in das Reich Gottes einzutreten?
Sie könnten die Schüler bitten, Mosia 3:19 zu lesen und zu besprechen, was König Benjamin darüber sagt, was es bedeutet, „wie ein Kind“ zu werden. Lesen Sie im Rahmen des Unterrichtsgesprächs gegebenenfalls diese Aussage von Präsident Henry B. Eyring vor:
König Benjamin beschreibt [die] Wesenswandlung [durch das Sühnopfer Christi] mit einer wunderschönen Metapher, die mir immer sehr nahegeht. Sie wird seit tausenden Jahren von Propheten und auch vom Herrn selbst verwendet. Sie lautet: Wir müssen wie ein Kind werden – ein kleines Kind.
Einige werden dies nicht so leicht annehmen können. Die meisten von uns wollen stark sein. Wie ein Kind zu sein, bedeutet für uns vielleicht, schwach zu sein. Die meisten Eltern warten auf den Tag, an dem sich ihre Kinder weniger kindisch verhalten. Aber König Benjamin, der so gut wie jeder andere wusste, was es bedeutet, stark und mutig zu sein, machte deutlich: Wie ein Kind zu sein bedeutet nicht, kindisch zu sein. Es bedeutet, wie der Erretter zu sein, der seinen Vater um die Kraft gebeten hat, dessen Willen zu tun und für die Sünden aller Kinder seines Vaters zu sühnen, und dies dann auch getan hat. Unser Wesen muss sich wandeln, um wie das eines Kindes zu werden; nur so erlangen wir die nötige Kraft, um in schweren Zeiten standhaft auszuharren und Frieden zu verspüren. („In Stürmen standhaft“, Liahona, Mai 2022, Seite 28f.)
Ermuntern Sie die Schüler, aufzuschreiben, wie sie mehr wie kleine Kinder werden können, und darüber nachzudenken, wie der Erretter ihnen helfen kann, diese Eigenschaft zu erlangen.
Was sollte ich tun, wenn es mir schwerfällt, jemandem zu vergeben?
Sie könnten damit beginnen, diese unvollständige Aussage an die Tafel zu schreiben: Vergebung kann schwierig sein, wenn … Bitten Sie die Schüler, an die Tafel zu kommen und verschiedene Möglichkeiten aufzuschreiben, wie sie diese Aussage vervollständigen könnten.
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Warum ist es wichtig, dass wir weder über uns selbst noch über andere hart urteilen, wenn es uns schwerfällt, anderen zu vergeben?
Bitten Sie die Schüler, Matthäus 18:21,22 zu lesen und darauf zu achten, was Jesus Christus zu Petrus über Vergebung sagt.
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Was meint der Erretter wohl, als er zu Petrus sagt, er solle „bis zu siebzigmal siebenmal“ vergeben? (Siehe „Matthäus 18:21,22. Was bedeutet es, anderen ‚bis zu siebzigmal siebenmal zu vergeben‘?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament.)
Bitten Sie die Schüler, Matthäus 18:23-35 zu lesen oder sich das Video „Siebenundsiebzigmal vergeben“ (3:28) anzusehen und die Botschaft des Gleichnisses zu besprechen. (Um mehr über den Kontext des Gleichnisses zu erfahren, könnten die Schüler „Matthäus 18:23-35. Was ist der Unterschied zwischen 10.000 Talenten und 100 Denaren?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament lesen.)
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Welche Wahrheiten können wir diesem Gleichnis entnehmen? (Die Schüler nennen vielleicht Grundsätze wie diese: Wir folgen dem Beispiel des Erretters, wenn wir anderen so vergeben, wie er uns vergibt. Wir müssen anderen vergeben, um die Vergebung des Herrn zu erlangen.)
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Inwiefern war es gerecht, wie der Herr den unbarmherzigen Knecht behandelte?
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Warum müssen wir anderen in unserem Herzen vergeben? (Vielleicht möchten Sie Lehre und Bündnisse 64:8,9 lesen.)
Sie könnten die folgenden Aussagen von Präsident Jeffrey R. Holland und Elder Neil L. Andersen vorlesen und besprechen:
Für diejenigen von Ihnen, die gerade große Qualen erleiden, ist es wichtig zu beachten, was [der Erretter] nicht gesagt hat. Er hat nicht gesagt: „Du darfst keinen echten Schmerz oder echten Kummer empfinden, wenn dir jemand etwas Schreckliches angetan hat.“ Er hat auch nicht gesagt: „Damit du vollständig vergeben kannst, musst du eine destruktive Beziehung wieder aufnehmen oder dich wieder in eine Situation begeben, in der du misshandelt oder zerstört wirst.“ Doch auch nach den schrecklichsten Verletzungen können wir uns über den Schmerz erheben, aber nur, wenn wir uns auf den Pfad wahrer Heilung begeben. Dieser Pfad ist der Pfad der Vergebung, den Jesus von Nazaret beschritten hat, und Jesus ruft uns allen zu: „Komm und folge mir nach!“ [Lukas 18:22.] („Der Dienst der Versöhnung“, Liahona, November 2018, Seite 79)
Wir verstehen die Macht des Sühnopfers Jesu Christi besser, wenn wir jemandem vergeben, der es unserer Meinung nach nicht verdient, dass ihm vergeben wird. (The Divine Gift of Forgiveness, 2019, Seite 234)
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Wie können diese Aussagen jemandem helfen, dem es schwerfällt, zu vergeben?
Sie könnten die Schüler erzählen lassen, wie der Erretter ihnen geholfen hat, sich selbst oder anderen zu vergeben. Die Schüler könnten auch davon berichten, wie Vergebung ihnen Frieden geschenkt hat, oder Sie könnten das Video „Principles of Peace: Forgiveness“ (1:49; in englischer Sprache) anschauen.
Lassen Sie die Schüler überlegen, ob es jemanden gibt, dem sie vergeben müssen. Ermuntern Sie sie, alles aufzuschreiben, was der Herr sie wissen lassen möchte oder was sie nach seinem Willen tun sollen.
Was wünscht sich der Erretter, wen ich lieben und wem ich dienen soll?
Lesen Sie folgende Aussage des Propheten Joseph Smith vor:
Ich habe einen Schlüssel, mit dem ich die heiligen Schriften verstehen kann. Ich frage immer: Welche Frage hat diese Antwort ausgelöst oder Jesus veranlasst, das Gleichnis zu erzählen? (In: „History, 1838–1856, [Manuscript History of the Church]“, Band D-1, Seite 1459, josephsmithpapers.org)
Lesen Sie gemeinsam Lukas 10:25-29. Schreiben Sie dann die beiden Fragen an die Tafel, die den Erretter dazu bewogen haben, das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zu erzählen.
Die Schüler können zu zweit oder in kleinen Gruppen Lukas 10:30-37 lesen und herausfinden, inwiefern das Gleichnis eine Antwort auf die Fragen an der Tafel liefert. Ermuntern Sie die Schüler, den Kontext des Gleichnisses in Erfahrung zu bringen, indem sie „Lukas 10:31-36. Welche Bedeutung haben der Priester, der Levit und der Samariter im Gleichnis vom barmherzigen Samariter?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament lesen.
Geben Sie den Schülern genügend Zeit zum Lesen und fragen Sie sie dann, wie sie die Fragen an der Tafel beantworten würden. (Die Schüler könnten Wahrheiten wie diese nennen: Um ewiges Leben zu ererben, müssen wir Gott und unseren Nächsten lieben. Um wie der Erretter zu sein, müssen wir unseren Nächsten lieben und ihm dienen.) Nachdem die Schüler von ihren Erkenntnissen berichtet haben, können Sie einige der folgenden Fragen stellen, um noch eingehender über das Thema zu sprechen:
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Inwiefern bereiten wir uns auf das ewige Leben vor, wenn wir Gott und unseren Nächsten lieben?
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Inwiefern bist du Gott durch Nächstenliebe und den Dienst am Nächsten nähergekommen?
Sie könnten an dieser Stelle noch einmal das Bild des barmherzigen Samariters vom Beginn der Lektion zeigen. Fragen Sie die Schüler, welche Gedanken und Gefühle sie beim Betrachten des Bildes haben.
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Inwiefern steht der barmherzige Samariter für den Erretter und das, was er für uns tut?
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Wann war der Erretter für dich schon einmal wie der barmherzige Samariter?
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Warum ist es wichtig, dem Beispiel des barmherzigen Samariters nachzueifern und zu „geh[en] und genauso [zu handeln]“? (Lukas 10:37.)
Fragen Sie die Schüler, welche Beispiele für einen barmherzigen Samariter in unserer Zeit sie kennen. Sie könnten auch das Video „A Good Samaritan“ (5:44; in englischer Sprache) anschauen.
Ermuntern Sie die Schüler, den Vater im Himmel um Hilfe zu bitten, um besser zu erkennen, wem sie dienen können. Ermuntern Sie sie, nach Gelegenheiten Ausschau zu halten, wie der barmherzige Samariter zu sein.
Was verdient meine größte Aufmerksamkeit?
Sie könnten die Schüler bitten, eine Liste mit Aufgaben und Aktivitäten zu erstellen, die bei ihnen in einer typischen Woche anstehen.
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Du hast nur begrenzt Zeit und Energie. Wie entscheidest du Tag für Tag, worauf du dich konzentrieren möchtest?
Sie könnten ein Bild von Maria und Marta mit dem Erretter zeigen.
Maria hörte seinen Worten zu, Darstellung von Walter Rane
Erinnern Sie die Schüler daran, dass Jesus in einem Dorf Halt machte und Marta besuchte. Bitten Sie die Schüler, Lukas 10:38-42 zu lesen und darauf zu achten, was Maria bei seinem Besuch am wichtigsten war und was Marta am wichtigsten war.
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Inwiefern könnte ihr jeweiliges Verhalten ihre Liebe zu Jesus Christus und ihre Hingabe an ihm widerspiegeln? (Hier könnte es hilfreich sein, „Lukas 10:38-42. Was wurde zur Zeit des Neuen Testaments von einer Gastgeberin erwartet?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament zu lesen.)
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Welche Wahrheiten können wir der Antwort des Erretters an Marta in Vers 41 und 42 entnehmen? (Die Schüler nennen vielleicht eine Wahrheit wie diese: Wir sollten Entscheidungen, die uns Jesus Christus näherbringen, Vorrang einräumen.)
Um die Schüler zum Nachdenken darüber anzuregen, wie sie dem Herrn Vorrang vor allem anderen Guten einräumen können, können Sie diese Aussage von Präsident Dallin H. Oaks vorlesen:
Allein die Tatsache, dass etwas gut ist, [ist] noch kein triftiger Grund …, es auch zu tun. Die Menge des Guten, was wir tun könnten, beansprucht weit mehr Zeit, als uns dafür zur Verfügung steht. Einiges ist besser als gut, und dem sollten wir in unserem Leben vorrangig Aufmerksamkeit widmen. …
Es war lobenswert, dass Marta sich „viele Sorgen und Mühen“ machte (Vers 41), aber das Evangelium vom größten aller Lehrer zu lernen, war „notwendiger“.
Wir müssen einiges, was gut ist, aufgeben, um etwas anderes zu wählen, was besser oder am besten ist, weil wir dadurch Glauben an den Herrn Jesus Christus entwickeln und unsere Familie stärken. („Gut, besser, am besten“, Liahona, November 2007, Seite 104, 107)
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Welche Beispiele gibt es für etwas Gutes, das uns vom Besseren und Besten abhalten kann?
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Was hilft dir, dich auf das Bessere und Beste zu konzentrieren, wenn es doch so viel Gutes zur Auswahl gibt?
Bitten Sie die Schüler, an eine Situation zu denken, in der sie den Erretter und sein Evangelium über anderes Gutes gestellt haben. Sie können von ihren Erfahrungen und davon erzählen, was sie daraus gelernt haben. Geben Sie den Schülern Zeit, die Liste, die sie zu Beginn dieser Lernaktivität erstellt haben, noch einmal durchzugehen. Bitten Sie sie, einen Plan aufzustellen, wie sie dem Erretter und seinem Evangelium in der kommenden Woche einen höheren Stellenwert einräumen wollen.