Kurse zu den heiligen Schriften
1 und 2 Timotheus; Titus; Philemon


„1 und 2 Timotheus; Titus; Philemon“, Neues Testament – Lehrerleitfaden für das Institut, 2025

Junge Erwachsene unterhalten sich fröhlich

1 und 2 Timotheus; Titus; Philemon

Der Apostel Paulus überbringt in seinen Briefen an Timotheus, Titus und Philemon viele hoffnungsvolle Botschaften. Unter anderem fordert Paulus den Timotheus auf, den Gläubigen ein Vorbild zu sein und sich seines Zeugnisses für Jesus Christus nicht zu schämen. Paulus prophezeit schwere Zeiten in den Letzten Tagen und bezeugt, dass Gottes Wort die Macht hat, uns weise zu machen, damit wir errettet werden können. Der Apostel rät Philemon, Onesimus als Bruder im Evangelium anzunehmen.

Zusatzmaterial

Heilige Schriften: Neues Testament, „1 und 2 Timotheus; Titus; Philemon“

Hinweis: In der „Einführung in den Kurs“ erfahren Sie, wie Sie die vier folgenden wiederkehrenden Lektionselemente einsetzen können.

Icon „Studium“
Das persönliche Studium fördern

Vor dem Unterricht könnten Sie den Schülern mindestens eine der folgenden oder auch eigene Anregungen schicken:

  • Fällt es euch manchmal schwer, als Nachfolger Jesu Christi ein Vorbild zu sein? Achtet beim Studium von 1 Timotheus 4 und 2 Timotheus 1 auf Ratschläge von Paulus, die euch befähigen können, als Zeuge für Jesus Christus aufzutreten.

  • Geld ist ein fester Bestandteil unseres Alltags. Achtet beim Lesen von 1 Timotheus 6 darauf, wovor Paulus in Bezug auf Geld warnt und worauf wir uns konzentrieren können, um zum ewigen Leben zu gelangen.

  • Paulus prophezeit, dass in den Letzten Tagen „schwere Zeiten“ (2 Timotheus 3:1) kommen würden. Achte beim Studium von 2 Timotheus 3 auf Einstellungen und Verhaltensweisen, die Paulus prophezeit hat und die in unserer Zeit häufig vorkommen. Wie können euch die Lehren des Paulus in Vers 15 bis 17 helfen, den schweren Zeiten zu trotzen, in denen wir heute leben?

Icon „Besprechen“
Fragen und Gedankenaustausch

Geben Sie den Schülern Zeit, Fragen zu stellen und von Erkenntnissen und Wahrheiten zu berichten, die sie beim persönlichen Studium von 1 und 2 Timotheus, Titus und Philemon entdecken.

Icon „Fertigkeiten üben“
Fertigkeiten üben

Bei Philemon 1 lässt sich die Kompetenz „Die heiligen Schriften auf sich selbst anwenden“ gut üben (siehe Kompetenzen für das Schriftstudium).

Aufgabenauswahl

Es stehen immer mehrere Aufgaben zur Auswahl. Entscheiden Sie gebeterfüllt, von welcher Aufgabe oder welchen Aufgaben Ihre Klasse am meisten profitiert.

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1 Timotheus 4:12-16; 2 Timotheus 1:7-9

Wie kann ich den Gläubigen ein Vorbild sein?

Sie könnten die folgende Selbsteinschätzung zeigen. Geben Sie den Schülern Zeit, die Aussagen selbstständig zu bewerten.

Bewerte dich zu jeder der folgenden Aussagen auf einer Skala von 1 (trifft überhaupt nicht zu) bis 5 (trifft voll und ganz zu):

  1. Ich bemühe mich, als Nachfolger Jesu Christi ein Vorbild zu sein, sowohl in der Öffentlichkeit als auch privat.

  2. Die Menschen, mit denen ich zu tun habe, wissen, dass ich mich bemühe, Jesus Christus nachzufolgen.

  3. Es ist mir wichtig, anderen durch meine Worte und mein Beispiel zu helfen, dem Erretter näherzukommen.

Ermuntern Sie die Schüler, bei dieser Lernaufgabe auf Eingebungen des Heiligen Geistes zu achten, die ihnen helfen können, als Zeuge Jesu Christi aufzutreten.

Um den Schülern den Kontext einiger Lehren des Paulus an Timotheus zu verdeutlichen, könnten Sie erklären, dass Timotheus ein enger und getreuer Weggefährte des Paulus war (siehe 1 Korinther 4:17). Timotheus war ein Führer der Kirche in Ephesus (siehe 1 Timotheus 1:3), einer großen Stadt, in der Götzendienst und Unsittlichkeit weit verbreitet waren (siehe Apostelgeschichte 19:35). Paulus merkte an, dass einige Mitglieder die Führungskompetenzen des Timotheus anzweifelten, weil dieser noch jung war (siehe 1 Timotheus 4:12). Näheres zu Timotheus finden Sie unter „An wen wurde 1 Timotheus geschrieben und warum?“ und „An wen wurde 2 Timotheus geschrieben und warum“? in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament.

Bitten Sie die Schüler, 1 Timotheus 4:12-16 und 2 Timotheus 1:7-9 zu lesen und darauf zu achten, welchen Rat Paulus dem Timotheus gibt. Um den Schülern zu erleichtern, darüber zu sprechen, was sie herausgefunden haben, könnten Sie die folgenden Fragen stellen:

  • Was aus diesen Versen ist für euch von besonderer Bedeutung? Warum? (Während die Schüler ihre Antworten auf diese Fragen besprechen, können Sie ihnen helfen, Wahrheiten wie diese herauszuarbeiten: Wenn wir denjenigen, die an Jesus Christus glauben, ein Vorbild sind, können wir dazu beitragen, uns selbst und anderen die Errettung zu bringen [siehe 1 Timotheus 4:12,16]. Wenn wir aufrichtig bestrebt sind, den Geist bei uns zu haben, können wir unsere Ängste überwinden und schämen uns unseres Zeugnisses für Jesus Christus nicht [siehe 2 Timotheus 1:7-9].)

Erinnern Sie die Schüler daran, dass Paulus in 1 Timotheus 4:12 zahlreiche Möglichkeiten aufzählt, wie wir den Gläubigen ein Vorbild sein können. Weisen Sie darauf hin, dass mit dem Begriff „Lebenswandel“ gemeint ist, wie jemand sich verhält. Sie könnten die folgenden Wörter aus Vers 12 als Überschriften an die Tafel schreiben: Wort, Lebenswandel, Nächstenliebe, Geist, Glaube und Reinheit. Teilen Sie die Klasse in kleine Gruppen auf und weisen Sie jeder Gruppe eines der Wörter an der Tafel zu. Die Schüler sollen sich über diese Fragen austauschen:

  • Inwiefern war Jesus Christus in dieser Hinsicht das vollkommene Beispiel?

  • Wie könnt ihr in dieser Hinsicht konkret ein vorbildlicher Gläubiger sein?

Bitten Sie Schüler aus jeder Gruppe, ihre Antworten auf die besprochenen Fragen vorzutragen. Sie oder ein Schüler aus jeder Gruppe können die Antworten unter die jeweilige Überschrift an die Tafel schreiben.

Sie könnten dazu auch Fragen wie diese besprechen:

  • Warum kann es uns schwerfallen, „den Gläubigen ein Vorbild“ zu sein? Was kann uns helfen, solche Herausforderungen zu bewältigen?

  • Wie seid ihr Jesus Christus nähergekommen, weil andere sich bemüht haben, den Gläubigen ein Vorbild zu sein?

Fordern Sie die Schüler auf, sich zu überlegen, wie sie den Rat des Paulus, den Gläubigen ein Vorbild zu sein, noch besser umsetzen können. Fordern Sie sie auf, die Eingebungen, die sie vom Heiligen Geist empfangen, aufzuschreiben und zu befolgen.

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1 Timotheus 6

Ist es schlecht, Geld zu haben?

Zeigen Sie der Klasse eine Münze oder einen Geldschein. Bitten Sie die Schüler dann, die folgenden Fragen mit ihrem Sitznachbarn zu besprechen:

  • Inwiefern kann es von Vorteil sein, Geld zu haben?

  • Welche geistigen Gefahren können mit Geld verbunden sein?

Erklären Sie, dass Paulus einen Irrtum einiger Mitglieder der Kirche benannt hat, nämlich, dass „Frömmigkeit … ein Mittel [sei], um irdischen Gewinn zu erzielen“ (1 Timotheus 6:5). Ermuntern Sie die Schüler, bei der Auseinandersetzung mit den Worten des Paulus darauf zu achten, wie der Heilige Geist ihnen bei ihren persönlichen Herausforderungen helfen möchte.

Lesen Sie gemeinsam 1 Timotheus 6:6-10. Bitten Sie die Schüler, auf die Warnungen des Paulus zum Thema Reichtum zu achten.

  • Was bedeutet es wohl, dass „die Wurzel aller Übel … die Habsucht“ ist (1 Timotheus 6:10)?

Wenn Sie möchten, können Sie während des Unterrichtsgesprächs das folgende Zitat von Präsident Dallin H. Oaks vorlesen.

Präsident Dallin H. Oaks

Dem Geld haftet nichts an, was von Natur aus böse ist. Der barmherzige Samariter benutzte die gleichen Münzen, um seinem Nächsten zu dienen, wie Judas, der den Herrn damit verriet. Es ist die Habsucht, die die Wurzel aller Übel ist (siehe 1 Timotheus 6:10; Hervorhebung hinzugefügt). Was den wesentlichen Ausschlag gibt, ist der Grad an Geistigkeit, mit dem wir die Dinge dieser Welt betrachten, sie bewerten und mit ihnen umgehen. („Spirituality“, Ensign, November 1985, Seite 63)

  • Wie kann es sich auf unsere Beziehung zum Vater im Himmel und zu Jesus Christus auswirken, wenn wir Geld oder Besitztümern einen zu hohen Stellenwert beimessen?

Bitten Sie die Schüler, 1 Timotheus 6:11,12,17-19 zu lesen und darauf zu achten, was Paulus hier Timotheus und den Menschen, die reich sind, ans Herz legt. Um die Schüler zu ermuntern, davon zu erzählen, was sie aus diesen Versen gelernt haben, können Sie Fragen wie die folgenden stellen:

  • Welchen Rat findet ihr besonders hilfreich? Warum?

  • An welchen Wahrheiten in den Worten des Paulus kann man sich eurer Meinung nach orientieren, wenn man Prioritäten setzt? (Die Schüler könnten in diesen Versen mehrere Wahrheiten erkennen, darunter auch diese: Wenn wir auf den lebendigen Gott vertrauen und nicht auf unsicheren Reichtum, bereitet uns das auf das ewige Leben vor.)

Damit die Schüler die Bedeutung dieser Wahrheit besser verstehen und spüren können, bitten Sie sie, im Schriftenführer (Archiv Kirchenliteratur) den Eintrag unter dem Stichwort „Reichtümer“ nachzuschlagen und sich mit einigen der verwandten Schriftstellen zu befassen. Fragen Sie die Schüler, was sie beim Lesen herausgefunden haben. Sie könnten dazu auch eine Frage wie diese stellen:

  • Was wisst ihr über den Vater im Himmel und Jesus Christus, was euch helfen kann, eurer Beziehung zu ihnen Vorrang vor Geld oder materiellem Besitz einzuräumen? (Im Rahmen dieses Gesprächs kann auch das Video „We Can Find Happiness“ [6:18; in englischer Sprache] angesehen werden.)

    6:23

Fordern Sie die Schüler auf, darüber nachzudenken, wie sie die heute besprochenen Wahrheiten auf ihr Leben beziehen können. Bitten Sie sie, aufzuschreiben, was sie tun wollen, und welche anderen Eindrücke sie vom Heiligen Geist erhalten haben.

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2 Timotheus 3

Wie kann das Wort Gottes mir helfen, in den schweren Zeiten dieser Letzten Tage zu bestehen?

Sie könnten diese Lernaufgabe mit einem Gespräch über die folgende Aussage von Präsident Russell M. Nelson beginnen:

Präsident Russell M. Nelson

Meine lieben Brüder und Schwestern: Viel Wunderbares liegt noch vor uns. Die Tage werden kommen, da sich die Macht des Erretters in einer Großartigkeit kundtun wird, wie es die Welt noch nie gesehen hat. Zwischen dem heutigen Tag und der Zeit, da er „mit Macht und großer Herrlichkeit“ [Joseph Smith – Matthäus 1:36] zurückkehren wird, wird der Erretter den Glaubenstreuen unzählige Vorzüge, Segnungen und Wunder erweisen.

Dennoch leben wir jetzt in einer sicherlich äußerst schwierigen Zeit der Weltgeschichte. Angesichts der vielschichtigen Probleme und Schwierigkeiten sind viele Menschen überfordert und erschöpft. („Die Welt überwinden und Ruhe finden“, Liahona, November 2022, Seite 95)

  • Welche Gedanken weckt diese Aussage in euch?

  • Welche komplexen Probleme und Herausforderungen unserer Zeit können dazu führen, dass sich Menschen überfordert und erschöpft fühlen?

Erklären Sie, dass sowohl die Propheten in alter Zeit als auch die neuzeitlichen Propheten Warnungen in Bezug auf die komplexen Probleme und die Herausforderungen in den Letzten Tagen ausgesprochen haben. Paulus erwähnt einige dieser Warnungen in seinem zweiten Brief an Timotheus. Ermuntern Sie die Schüler, beim Lesen darüber nachzudenken, wie ihnen der Rat des Paulus dabei helfen kann, ihre Herausforderungen zu meistern.

Lest 2 Timotheus 3:1-7,12,13 und 4:3,4 und achtet darauf, wie Paulus die Gefahren in den Letzten Tagen beschreibt. Wenn die Schüler Hilfe dabei brauchen, schwierige Wörter oder Formulierungen in diesen Versen zu verstehen, können Sie sie auf den Abschnitt „2 Timotheus 3:1-7. Was verkündet Paulus über die Gefahren in den Letzten Tagen?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament hinweisen.

  • Welche Zustände, die Paulus beschreibt, habt ihr in der heutigen Welt schon erlebt?

Es kann hilfreich sein, von dem folgenden Erlebnis zu erzählen, das Präsident Boyd K. Packer hatte, als er die Prophezeiung des Paulus in 2 Timotheus 3 las. Präsident Packer hat von folgender Begebenheit erzählt:

Präsident Boyd K. Packer

Als ich eines Tages studierte, las ich bis dahin und dachte gerade über all das nach, was heute diese Prophezeiung in allen Einzelheiten bestätigt. Da überkam mich ein Gefühl tiefster Schwermut und düsterer Vorahnung, auf sehr bedrohliche Weise schien alles vergeblich, beinahe sinnlos zu sein. Ich ließ meinen Blick über die Seite schweifen, und mein Blick fiel auf einen Begriff − nicht zufällig, wie ich meine. Ich las es gespannt und stellte fest, dass der Apostel, der all die Schwierigkeiten prophezeit hatte, in seiner Predigt auch das Gegenmittel dagegen nannte. („Teach the Scriptures“, Ansprache vor Lehrern des Bildungswesens der Kirche, 14. Oktober 1977, Seite 5)

Erklären Sie, dass Präsident Packer ganz besonders der Begriff die heiligen Schriften ins Auge stach (siehe 2 Timotheus 3:15). Bitten Sie die Schüler, 2 Timotheus 3:14-17 zu lesen und darauf zu achten, was Paulus in Bezug auf die Frage sagt, was uns die heiligen Schriften inmitten der Gefahren unserer Zeit bieten können.

  • Wie tragen Gottes Worte in den heiligen Schriften wohl dazu bei, dass wir gegen die Gefahren der Letzten Tage gewappnet sind?

  • Wie würdet ihr zusammenfassen, was Paulus über die heiligen Schriften sagt? (Vielleicht nennen die Schüler mit eigenen Worten eine Wahrheit wie diese: Wenn wir uns mit dem Wort Gottes befassen, können wir Weisheit erlangen, die uns durch Glauben an Jesus Christus zur Errettung führt.)

  • Welche Worte Gottes in den heiligen Schriften helfen euch, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern? (Bitten Sie einige Schüler, diese Frage zu beantworten. Sie könnten die von ihnen ausgewählte Schriftstelle der Klasse vorlesen und dann erklären, wie sie durch die darin enthaltenen Lehren des Herrn gesegnet worden sind.)

Ermuntern Sie die Schüler, darüber nachzudenken, wie sie ihr Schriftstudium verbessern können, damit sie mehr Führung vom Herrn erhalten. Fordern Sie sie auf, jede Eingebung, die sie vom Heiligen Geist erhalten haben, zu befolgen.

Das Lehren und Lernen verbessern

Den Lernenden helfen, in der Lehre Jesu Christi einen persönlichen Bezug zu finden. Wenn Sie mit Ihren Schülern die heiligen Schriften studieren, bringen Sie ihnen bitte bei, auf Einzelheiten zu achten und Vergleiche zwischen dem jeweiligen Bericht und ihrem eigenen Leben zu ziehen und auf Zusammenhänge zu achten. Der Heilige Geist kann die Schüler zeigen, wie die Wahrheiten, mit denen sie sich befassen, sich auf ihre eigenen Bedürfnisse und Lebensumstände beziehen lassen. Achten Sie im Unterricht auf Möglichkeiten, den Schülern Zeit dafür zu geben, Erfahrungen damit zu machen.

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