Hilfen für das Schriftstudium
1 und 2 Timotheus; Titus; Philemon


„1 und 2 Timotheus; Titus; Philemon“, Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament, 2024

Hilfen für das Schriftstudium

1 und 2 Timotheus; Titus; Philemon

In den Briefen, die wir als 1 Timotheus, 2 Timotheus und Titus kennen, finden sich Anweisungen des Paulus an die Führer der Kirche. Er legt dar, welche Voraussetzungen Bischöfe und Diakone erfüllen müssen. Er weist die Führer der Kirche warnend darauf hin, dass schwierigen Zeiten bevorstünden, und gibt Rat, wie die Heiligen zu schützen seien. Paulus erklärt Timotheus, dass die heiligen Schriften die Quelle der wahren Lehre und Unterweisung sind. Paulus hat das Gefühl, dass sein Leben zu Ende geht, und beschreibt seine Bemühungen, treu bis ans Ende auszuharren. Er ist sich sicher, dass er ewiges Leben erlangen wird. Paulus schreibt auch an Philemon und fordert ihn auf, seinen Sklaven Onesimus als Bruder im Evangelium anzunehmen.

Material

Hinweis: Wird eine Quelle zitiert, die nicht von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage herausgegeben wurde, bedeutet dies nicht, dass diese Quelle oder ihr Verfasser von der Kirche unterstützt wird oder den offiziellen Standpunkt der Kirche vertritt.

Hintergrund und Kontext

Wer war Timotheus?

Timotheus war einer der engsten Freunde des Paulus. Er war der Sohn eines griechischen Vaters und einer jüdischen Mutter. Aus den heiligen Schriften geht hervor, dass seine Mutter Eunike dem Zeugnis des Paulus für Jesus Christus Glauben schenkte. Timotheus‘ Mutter und seine Großmutter Loïs halfen ihm, seinen Glauben und seine Liebe zu den heiligen Schriften zu vertiefen. Timotheus war Paulus während dessen zweiten Mission ein Missionsgefährte. Auch danach war Timotheus ein treuer Missionar und Führer der Kirche.

Die Briefe des Paulus an Timotheus und Titus werden oft als Pastoralbriefe bezeichnet, weil sie Ratschläge des Paulus an Hirten oder Führer der Kirche enthalten. Pastor kommt von dem lateinischen Wort für Hirte.

Für wen wurde der erste Brief an Timotheus geschrieben und zu welchem Zweck?

Paulus schrieb diesen Brief, als Timotheus ein Führer der Kirche in Ephesus war. Einige Mitglieder scheinen Timotheus’ Fähigkeiten angezweifelt zu haben, weil er noch sehr jung war. Paulus schrieb, um ihm seine Pflichten zu erklären und um ihm Mut zu machen. Dieser Brief wurde wahrscheinlich zwischen 62 und 66 n. Chr. geschrieben, als Paulus in Mazedonien war.

Paulus nannte Timotheus einige Richtlinien, anhand derer dieser dann würdige Bischofs- und Diakonsanwärter auswählen könne. Diesen Richtlinien ist zu entnehmen, dass die Führer der Kirche die Aufgabe haben, sich um die zeitlichen und geistigen Bedürfnisse der Mitglieder zu kümmern. Paulus sprach auch die Askese an – die verbreitete Irrlehre, man könne dank strenger Enthaltsamkeit größere Geistigkeit erlangen. Um diesem und anderen irrgläubigen Einflüssen entgegenzuwirken, riet Paulus Timotheus, gesunde Lehre zu verkünden.

1 Timotheus 1:4-6

Was hatte Paulus über falsche Lehrer zu sagen?

Hier und in seinem Brief an Titus warnte Paulus vor falschen Lehrern, die Mythen („Fabeleien“) und endlose Genealogien („Geschlechterreihen“) verbreiten wollten. Ein Bibelwissenschaftler hat geschrieben: „Wenn Heilige der Letzten Tage das Wort Genealogie hören, denken sie an Familienforschung, aber das meinte Paulus nicht damit. Gegen Ende dieses Briefes wies Paulus Timotheus an, ‚[sich von] Widersprüchen der fälschlich sogenannten Erkenntnis [fernzuhalten]‘ (1 Timotheus 6:20). Daher war Paulus besorgt darüber, dass einige Christen spezielle Erkenntnis für sich beanspruchten und lehrten, was zu ‚Widersprüchen‘ oder, anders ausgedrückt, zu Auseinandersetzungen führte. Die Warnung vor Mythen und Genealogien mag ein Verweis auf spekulative Erzählungen und Genealogien in der jüdischen apokryphen Literatur sein (siehe Titus 1:14; 3:9).“

1 Timotheus 2:11-14

Was bedeutet das, was Paulus über Frauen und Eva sagt?

Wir wissen nicht, was Paulus dazu bewogen hat, die Frauen anzuweisen, „sich still belehren [zu lassen]“ und „nicht … über ihren Mann [zu herrschen]“. Möglicherweise sollte damit ein bestimmtes Problem oder ein Streit in Ephesus, wo Timotheus lebte, bereinigt werden. Daher wäre es unklug, diese spezielle Anweisung allgemein anzuwenden.

Um seine Anweisung bezüglich der Frauen zu untermauern, wies Paulus darauf hin, dass Eva im Garten eine Übertretung begangen hatte, als sie von der verbotenen Frucht aß. Das griechische Wort in Vers 14, das mit „übertreten“ (parabasis) übersetzt wird, ist auf verschiedene Weise interpretiert worden, unter anderem als „überschreiten“. Möglicherweise wollte Paulus sagen, dass einige Frauen in Ephesus ihre Grenzen überschritten haben, ebenso wie Eva ihre Grenzen „überschritten“ hatte, als sie von der Frucht aß.

Ungeachtet der Absicht des Paulus haben seine Worte zu einer negativen Sicht der Rolle Evas beim Fall beigetragen. Diese Sichtweise wird durch die heiligen Schriften der Wiederherstellung nicht gerechtfertigt. Lehi hat beispielsweise erklärt, dass der Fall Adams und Evas vermehrte Entscheidungsfreiheit, Familien und die Aussicht auf ewige Freude mit sich gebracht hat. Im Buch Mose geben Adam und Eva Zeugnis für die Bedeutung des Falls im Erlösungsplan. Und in seiner Vision von der Geisterwelt sah Präsident Joseph F. Smith unter den Rechtschaffenen in der Geisterwelt „unsere herrliche Mutter Eva“.

Die Bedeutung von Evas Rolle beim Fall wird auch von neuzeitlichen Propheten und Aposteln bestätigt. Präsident Dallin H. Oaks hat erklärt: „Eva war es, die als erste die Grenzen von Eden überschritt, um den Zustand der Sterblichkeit einzuleiten. Ihre Tat, wie immer sie beschaffen war, war formell eine Übertretung, aber in ewiger Hinsicht eine herrliche Notwendigkeit, die das Tor zum ewigen Leben auftat.“ Wie Präsident Russell M. Nelson dargelegt hat, „war es unsere herrliche Mutter Eva, die eine sehr weitsichtige Vorstellung vom Plan unseres himmlischen Vaters hatte und daraufhin den sogenannten ‚Fall‘ einleitete. Ihre weise und mutige Entscheidung, die von Adam unterstützt wurde, brachte den göttlichen Plan des Glücklichseins voran.“

Angesichts der heiligen Schriften der Wiederherstellung und der Worte neuzeitlicher Propheten und Apostel haben wir allen Grund, uns darüber zu freuen, welche Rolle Eva dabei gespielt hat, den Erlösungsplan des himmlischen Vaters voranzubringen.

Neuzeitliche Propheten haben erklärt, dass die Stimme und die Führungsstärke von Frauen im Erlösungswerk des Herrn unverzichtbar sind. Präsident Russell M. Nelson hat zu den Frauen der Kirche gesagt: „Wir … brauchen Ihre Kraft, Ihre Bekehrung, Ihre Überzeugung, Ihre Fähigkeit zu führen, Ihre Weisheit und Ihre Stimme. Das Reich Gottes ist ohne Frauen, die heilige Bündnisse eingehen und diese dann halten, Frauen, die mit der Macht und Vollmacht Gottes sprechen, nicht vollständig und kann es auch gar nicht sein!“

1 Timotheus 3:1-7

Welche Rolle spielten Bischöfe in der Urkirche?

In 1 Timotheus 3:1 spricht Paulus über das Amt oder die Stellung eines Bischofs. In dieser Schriftstelle bezieht sich „Bischof“ auf jemanden, der einer Gemeinde vorsteht. Paulus nennt denen, die als Bischof tätig sind, Anforderungen an ihr Amt und gibt ihnen Rat. Aus den heiligen Schriften der Wiederherstellung erfahren wir, dass Bischof ein mit einer Ordinierung verbundenes Amt im Aaronischen Priestertum ist.

1 Timotheus 3:8-13

Welche Rolle spielten Diakone in der Urkirche?

Das Wort Diakon ist von einem griechischen Wort abgeleitet, das „geistlicher Diener“ bedeutet. Das Amt des Diakons scheint ein vorbereitendes Amt gewesen zu sein, da Paulus Neubekehrten erlaubt hat, als Diakon, nicht aber als Bischof berufen zu werden. Weitere Voraussetzungen für Diakone ähneln denen für Bischöfe, zum Beispiel dürfen auch Diakone nur „Männer einer einzigen Frau“ sein. Aus den heiligen Schriften der Wiederherstellung erfahren wir, dass Diakon ein mit einer Ordinierung verbundenes Amt im Aaronischen Priestertum ist.

1 Timotheus 4:8-16

Was hat Paulus über körperliche Betätigung gelehrt?

Paulus erklärte, dass körperliche Betätigung und Training im Vergleich zur Entwicklung göttlicher Eigenschaften nur von begrenztem Wert sind. Mit anderen Worten: Körperliches Training ist zwar von einigem Wert, aber geistiges Training ist uns jetzt und in der Ewigkeit ein Segen.

Dieser Gegensatz muss für die Mitglieder der Kirche in Ephesus besonders von Belang gewesen sein. Leichtathletik und Sport hatten in der römischen Kultur einen hohen Stellenwert. Ähnlich wie heute könnte die körperliche Fitness überbewertet und bis zum Extrem getrieben worden sein. Paulus verkündete, dass das Studium des Evangeliums, das Nachdenken und die Entwicklung geistiger Gaben einen höheren Stellenwert haben sollten.

Für wen wurde der zweite Brief an Timotheus geschrieben und zu welchem Zweck?

Paulus schrieb diesen Brief während seiner zweiten Gefangenschaft in Rom. Er wollte Timotheus damit stärken und Mut machen. Paulus glaubte, dass er nicht mehr viel Zeit hatte, und er wollte Timotheus, den er „seinen geliebten Sohn“ nannte, gern wiedersehen. Zum Schluss des Briefes bat Paulus darum, dass Timotheus und Markus ihn aufsuchen und ihm ein paar Gegenstände mitbringen, die er in Troas zurückgelassen hatte. Chronologisch gesehen ist 2 Timotheus offenbar der letzte Brief des Paulus im Neuen Testament.

2 Timotheus 2:3-6; 4:6-8

Was vermittelte Paulus mit den Metaphern vom Soldaten, dem Athleten und dem Bauern?

Paulus bediente sich der Metapher eines treuen Soldaten, eines siegreichen Athleten und eines tüchtigen Bauern, um zu veranschaulichen, dass man ausharren muss, damit man ewige Herrlichkeit erlangen kann. Er schloss seinen Brief, indem er sich mit einem siegreichen Athleten und Soldaten verglich. Er habe „den guten Kampf gekämpft“. Der mit „kämpfen“ übersetzte griechische Begriff bedeutet „sich anstrengen“. Das Wort kann sich auf die Teilnahme an einem Sportwettkampf oder auch an einem militärischen Konflikt beziehen. Weil Paulus bis ans Ende treu gewesen war, erwartete er einen „Kranz der Gerechtigkeit“. Der Kranz könnte sich auf einen Siegerkranz beziehen, der den Siegern bei antiken griechischen Sportwettkämpfen überreicht wurde.

2 Timotheus 3:1-7

Was verkündete Paulus über die Gefahren in den Letzten Tagen?

In diesen Versen prophezeite Paulus von der Schlechtigkeit in den Letzten Tagen. Er beschrieb die Bedingungen als „schwer“. Die folgende Übersicht bietet Hilfestellung bei Wörtern oder Formulierungen, die von heutigen Lesern vielleicht weniger verstanden werden:

Schwieriges Wort oder Formulierung

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

Schwieriges Wort oder Formulierung

selbstsüchtig

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

egoistisch

Schwieriges Wort oder Formulierung

Lästerer

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

verleumderische Sprache, üble Nachrede verwendend

Schwieriges Wort oder Formulierung

lieblos

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

herzlos, ohne Zuneigung

Schwieriges Wort oder Formulierung

unversöhnlich

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

nicht bereit, ein Bündnis einzugehen

Schwieriges Wort oder Formulierung

unbeherrscht

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

antriebslos, ohne Selbstbeherrschung

Schwieriges Wort oder Formulierung

rücksichtslos

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

brutal

Schwieriges Wort oder Formulierung

dem Guten abgeneigt

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

gegen das Gute, ohne Liebe zum Guten

Schwieriges Wort oder Formulierung

verwegen

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

unüberlegt, rücksichtslos, gedankenlos

Schwieriges Wort oder Formulierung

hochmütig

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

eingebildet, aufgeblasen

Schwieriges Wort oder Formulierung

gewisse Frauen

Bedeutung des/der griechischen Begriffe(e)

Nichtigkeiten zugewandt, schwach

2 Timotheus 3:6

Was meinte Paulus mit „gewisse Frauen“?

In seiner Warnung vor den Letzten Tagen hob Paulus auch eine Gruppe hervor, die er als „von Sünden beherrscht[e] und von Begierden aller Art umgetrieben[e]“ Frauen bezeichnete. Der griechische Begriff bedeutet „schwach oder auch Nichtigkeiten zugewandt“. Offenbar wurden diese Frauen in Ephesus von falschen Lehrern beeinflusst. Dies könnte ein sozialer Bezug aus der Zeit des Paulus sein, der in unserer Zeit seinen kulturellen Kontext verloren hat und daher schwer zu verstehen ist.

Für wen wurde der Brief an Titus geschrieben und zu welchem Zweck?

Titus hatte griechische Eltern und war durch Paulus zum Evangelium bekehrt worden. Nach seiner Bekehrung begleitete Titus Paulus auf dessen dritter Missionsreise. Er half mit, Spenden für die Armen in Jerusalem zu sammeln, und wurde persönlich damit betraut, mehr Einigkeit in die Zweige in Korinth zu bringen. Paulus schrieb an Titus, um ihn in seinem Auftrag zu bestärken, die Kirche auf der griechischen Insel Kreta zu führen. Titus stieß auf Widerstand von Abtrünnigen und falschen Lehrern. Paulus schrieb den Brief an Titus wahrscheinlich zwischen 63 und 65 n. Chr., nachdem er 1 Timotheus geschrieben hatte.

Titus 1:12

Was war damit gemeint, jemanden einen Kreter zu nennen?

Paulus wies darauf hin, dass das Volk der Insel Kreta einen schlechten Ruf hatte. Es war dafür bekannt, sich auf unehrliche Weise Geld zu beschaffen. Auch antike Schriftsteller berichteten, dass die Menschen auf Kreta habgierig waren. Das Wort Kreter bezeichnete fortan einen unehrlichen Menschen.

Titus 3:5

Wie werden wir durch den Heiligen Geist erneuert?

Paulus verwendet das griechische Wort für „Neugeburt“ oder „Erneuerung“, wenn er über die Gabe des Heiligen Geistes spricht. Bei der Taufe geht man eine Bündnisbeziehung zu Christus ein und wird ein neues Wesen. Wie ein Neugeborenes einen Namen erhält, nehmen auch diejenigen, die sich taufen lassen, einen neuen Namen auf sich – den Namen Jesu Christi – und werden durch den Geist erneuert, wenn sie sich bemühen, so zu leben wie er.

Für wen wurde der Brief an Philemon geschrieben und zu welchem Zweck?

Philemon war ein griechischer Bekehrter, der möglicherweise in Kolossä lebte. Er gestattete es den Mitgliedern, sich bei sich zu Hause zu versammeln, er war also möglicherweise einer der Führer im Zweig der Kolosser. Philemon besaß einen Sklaven namens Onesimus, der – möglicherweise als Geflohener – zu Paulus gereist war und von Paulus zu Jesus Christus bekehrt worden war. Paulus schickte Onesimus zu Philemon zurück und bat ihn, Onesimus nicht zu bestrafen, sondern ihn „nicht mehr als Sklaven, sondern … als geliebten Bruder“ zurückzunehmen. Paulus schrieb im Gefängnis an Philemon, gab aber nicht an, wo sich dieses befand. Er könnte den Brief zwischen 55 und 59 n. Chr. geschrieben haben.

Mosaik mit römischen Sklaven

Mosaik mit römischen Sklaven

Philemon 1:10-17

Was wissen wir über die Sklaverei zur Zeit des Neuen Testaments?

Die Gemeinden, in denen Paulus lehrte und an die er schrieb, setzten sich oft aus sowohl Herren als auch Sklaven zusammen. Die Sklaverei war ein akzeptierter Teil der Gesellschaft, in der Juden und Christen in alter Zeit lebten. Einige Sklaven wurden von ihren Herren freigelassen oder konnten genug Vermögen anhäufen, um ihre eigene Freiheit zu erkaufen. Einige Sklaven kamen in den Genuss von Bildungsmöglichkeiten und wurden zu vertrauenswürdigen Beratern und Geschäftspartnern ihrer Herren. Für die meisten war die Sklaverei jedoch erniedrigend und ausbeuterisch. Einige von Paulus’ Mitarbeitern waren Sklaven gewesen.

Paulus sprach sich in seinen Briefen weder für noch gegen die Institution der Sklaverei aus. Er forderte die christlichen Sklaven auf, ihren Herren zu gehorchen, und ermahnte die christlichen Herren, ihre Sklaven freundlich zu behandeln. Paulus glaubte, dass in Jesus Christus alle vereint werden können, denn bei ihm gebe es „nicht Sklaven und Freie“.

In neuzeitlicher Offenbarung hat der Herr verkündet, dass „es nicht recht [ist], dass irgendjemand in der Knechtschaft eines anderen sei“.

Philemon 1:15-18

Inwiefern war die Bitte des Paulus an Philemon ein Verstoß gegen die römischen Gepflogenheiten?

Onesimus war möglicherweise ein entlaufener Sklave. Nach römischem Recht waren entlaufene Sklaven der Gnade ihrer Besitzer ausgeliefert. Gefangene Sklaven konnten mit einem Brandzeichen auf der Stirn versehen, geschlagen, zu schwerer Arbeit geschickt und gezwungen werden, eiserne Halsbänder zu tragen.

Sollte Onesimus also ein entlaufener Sklave gewesen sein, dann bestand die Bitte des Paulus an Philemon darin, Onesimus nicht die übliche Strafe für einen entlaufenen Sklaven aufzuerlegen. Stattdessen forderte Paulus Philemon auf, ihn als geliebten Bruder und gemeinsamen Diener Jesu Christi anzunehmen. Onesimus’ Name bedeutet „nützlich“ oder „gewinnbringend“. Paulus erklärte Philemon, dass Onesimus einst nutzlos gewesen sei. Jetzt aber, als Jünger Christi, konnte Onesimus sowohl Philemon als auch Paulus beim Erlösungswerk von Nutzen sein.

Mehr dazu

Die Rolle der Frauen in der Kirche

Der Bischof

Medien

Videos

„I Have Kept the Faith“ (1:53; in englischer Sprache)

1:48

„The Last Days“ (2:21; in englischer Sprache)

2:15

„The Office of Bishop“ (1:20; in englischer Sprache)

1:20

Bilder

Paulus diktiert im Gefängnis einen Brief
Paulus verfasst einen Brief aus dem Gefängnis

Paulus schreibt im Gefängnis einen Brief, Darstellung von Paul Mann

Anmerkungen

  1. Siehe 1 Korinther 4:17

  2. Siehe Apostelgeschichte 16:1

  3. Siehe 2 Timotheus 1:5; 3:14,15

  4. Siehe Apostelgeschichte 16:3

  5. Siehe Apostelgeschichte 19:22; Philipper 2:19

  6. Siehe Bible Dictionary, Stichwort „Pauline Epistles“ Siehe auch D. Kelly Ogden und Andrew C. Skinner, Verse by Verse: Acts through Revelation, 1998, Seite 212

  7. Siehe 1 Timotheus 1:3

  8. Siehe 1 Timotheus 4:12

  9. Siehe 1 Timotheus 1:3; Ogden und Skinner, Verse by Verse, Seite 212f.; Earl D. Radmacher et al., Hg., NKJV Study Bible, 3. Auflage, 2018, Seite 1821. Um etwa 62 oder 63 n. Chr. wurde Paulus aus seiner zweijährigen Gefangenschaft (Hausarrest) in Rom entlassen (siehe Apostelgeschichte 28:16-31).

  10. Siehe 1 Timotheus 3

  11. Siehe 1 Timotheus 5

  12. Siehe 1 Timotheus 4:1-3

  13. Siehe 1 Timotheus 1:3,4,9,10; 4:1-6,13,16

  14. Siehe Titus 1:14; 3:9

  15. Das griechische Wort, das hier verwendet wird, ist mythos und bedeutet „Mythos, Geschichte, Märchen; Fabel, Erfindung.“ (Tremper Longman III. und Mark L. Strauss, Hg., The Baker Expository Dictionary of Biblical Words, 2023, Seite 1110.)

  16. Frank F. Judd Jr., „The Epistles of the Apostle Paul: An Overview“, in: New Testament History, Culture, and Society: A Background to the Texts of the New Testament, Hg. Lincoln H. Blumell, 2019, Seite 439f.

  17. 1 Timotheus 2:11,12. Das griechische Wort, das mit „still“ übersetzt wird, kann „Ruhe ohne Störung“ bedeuten (siehe Frederick William Danker, Hg., A Greek-English Lexicon of the New Testament and Other Early Christian Literature, 3. Auflage, 2000, Seite 440). Dies könnte auf eine andächtige Art oder Haltung hindeuten, die nicht stört. Möglicherweise wollte Paulus die Frauen ermuntern, ihre Führer zu unterstützen und nicht zu versuchen, die von Gott Berufenen zu dominieren oder zu versuchen, die Autorität über sie an sich zu reißen (siehe Ogden und Skinner, Verse by Verse, Seite 215). „Wenn Paulus die Rollen [von Männern und Frauen] erklärt, ist er manchmal von kulturellen Traditionen und Vorurteilen beeinflusst, die wir nicht nachvollziehen können. … Die Zuhörer des Paulus verstanden seine Worte aus dem kulturellen Kontext heraus, und Paulus geht davon aus, dass sie die Lehren des Alten Testaments kennen, die den Begriffen zugrunde liegen. Die Übersetzer waren nicht immer mit dem kulturellen oder dem evangeliumsbezogenen Kontext vertraut, und so wurden falsche Auslegungen und von Menschen festgelegte Regeln in die Botschaft eingefügt.“ (Sherrie Mills Johnson, „Paul’s Teachings in 1 Corinthians on Women“, in: Shedding Light on the New Testament: Acts–Revelation, Hg. Ray L. Huntington, Frank F. Judd Jr. und David M. Whitchurch, 2009, Seite 149.)

  18. Es ist vielleicht wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die Kirche zur Zeit des Paulus von Uneinigkeit und Streit geplagt war. Dazu gehörten „Verwirrung und Wettbewerb über die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten, die Männern und Frauen von Gott gegeben sind“. Er rief zur Einigkeit auf, indem er „die Notwendigkeit der Unterordnung in jeder Beziehung betonte: ‚Christus [ist] das Haupt eines jeden Mannes …, der Mann aber das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi‘.“ (1 Korinther 11:3)“. (Camille Fronk Olson, „Submit Yourselves … as unto the Lord“, in: Go Ye into All the World: Messages of the New Testament Apostles, 2002, Seite 112.) Siehe auch Kenneth L. Barker et al., Hg., NIV Study Bible: Fully Revised Edition, 2020, Seite 2090, Anmerkung zu 1 Timotheus 2:9-15.

  19. So sprach Paulus beispielsweise zu den Heiligen in Korinth von Frauen, die beteten und prophezeiten (siehe 1 Korinther 11:1-5).

  20. Um zu verstehen, welche Rolle die Frau heutzutage in der Kirche spielt, sollten wir uns den neuzeitlichen Aposteln und Propheten zuwenden (siehe Themen und Fragen, „Frauen in der Kirche“, Archiv Kirchenliteratur). Wenn Heilige der Letzten Tage auf Lehren zum Thema Geschlecht stoßen, die nicht mit den heute in der Kirche verkündeten Lehren übereinstimmen, können sie denjenigen, die in einer anderen Zeit und in einem anderen Kulturkreis gelebt haben, Nächstenliebe erweisen. Wir dürfen nicht vergessen, dass manche „Aussagen im Neuen Testament über Familie und Ehe vielleicht einfach nur Ansichten aus alter Zeit wiedergeben und nicht unbedingt Lehren darstellen, die für das Evangelium wesentlich sind“ (Mark D. Ellison, „Family, Marriage, and Celibacy in the New Testament“, in: Blumell, New Testament History, Culture, and Society, Seite 534).

  21. Ogden und Skinner, Verse by Verse, Seite 215

  22. Siehe 2 Nephi 2:17-25

  23. Siehe Mose 5:10,11

  24. Lehre und Bündnisse 138:38,39

  25. Dallin H. Oaks, „Der große Plan des Glücklichseins“, Liahona, Januar 1994, Seite 68

  26. Russell M. Nelson, „Der Beitrag der Schwestern zur Sammlung Israels“, Liahona, November 2018, Seite 68

  27. Themen und Fragen, „Fall Adams und Evas“, Archiv Kirchenliteratur

  28. Russell M. Nelson, „Eine Bitte an meine Schwestern“, Liahona, November 2015, Seite 96

  29. Das griechische Wort episkopos kann mit „Aufseher, Bischof, Führer der Kirche“ übersetzt werden (Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1080, Eintrag 1985).

  30. Barker et al., NKJV Study Bible, Seite 1842, Anmerkung zu 1 Timotheus 3:1

  31. „In der King-James-Bibel findet sich die Formulierung ‚the office of a bishop‘ [in der Einheitsübersetzung: ‚das Amt eines Bischofs‘] als Übersetzung für das griechische Wort episcope. Das gleiche Wort wird in der King-James-Bibel in Apostelgeschichte 1:20 mit ‚bishoprick‘, also ‚Bischofschaft‘, [und in der Einheitsübersetzung mit ‚sein Amt‘] wiedergegeben. Das ist deshalb von Bedeutung, weil in Apostelgeschichte 1 nicht von einer dreiköpfigen Bischofschaft oder gar vom Amt eines Bischofs die Rede ist. Die fragliche Schriftstelle – ‚sein Amt soll ein anderer erhalten‘ – ist eine Wiedergabe einer Zeile in Psalm 69, die Petrus verwendet, um darauf hinzuweisen, dass ein anderer unter als einer der Zwölf Apostel berufen werden muss, um Judas’ Platz einzunehmen. Wenn das zugrundeliegende Wort episcope richtig in seinem griechischen Sinn verstanden wird, zeigt sich hierin eine völlig treffende Beschreibung der Aufsicht und Fürsorge der Zwölf Apostel über die ganze Kirche.“ (Grant Underwood, „The ‚Same‘ Organization That Existed in the Primitive Church“, in: Go Ye into All the World, Seite 177.)

  32. Schriftenführer, Stichwort „Bischof“, Archiv Kirchenliteratur

  33. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1062, Eintrag 1249

  34. Siehe 1 Timotheus 3:6

  35. 1 Timotheus 3:12; vergleiche Vers 2

  36. Siehe Schriftenführer, Stichwort „Diakon“, Archiv Kirchenliteratur

  37. Das griechische Wort gymnasia in 1 Timotheus 4:8 bezieht sich auf körperliche Betätigung und Training (siehe Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1061).

  38. Siehe Richard N. Holzapfel et al., Jesus Christ and the World of the New Testament, 2006, Seite 193

  39. Siehe 1 Timotheus 4:13-15

  40. Siehe 2 Timotheus 1:16,17; siehe auch Schriftenführer, Stichwort „Timotheus, Briefe an“, Archiv Kirchenliteratur

  41. Siehe 2 Timotheus 4:6

  42. 2 Timotheus 1:2; siehe auch 1 Timotheus 1:2

  43. Siehe 2 Timotheus 4:9-13

  44. „Es wird zwar im Neuen Testament nicht erwähnt, doch heißt es in frühchristlicher Überlieferung, dass Paulus bei seiner ersten Gerichtsverhandlung freigesprochen wurde, dann nach Spanien reiste und schließlich wieder in Rom inhaftiert und ein zweites Mal vor Gericht gestellt wurde. Der Schauplatz von 2 Timotheus scheint die zweite Gefangenschaft des Paulus in Rom zu sein, wo er auf seine Gerichtsverhandlung wartet. Daher ist der zweite Brief des Paulus an Timotheus wahrscheinlich der letzte Brief, den wir von diesem Apostel haben.“ (Frank F. Judd Jr., „The Epistles of the Apostle Paul“, Seite 441.)

  45. Siehe 2 Timotheus 2:3-6

  46. 2 Timotheus 4:7

  47. Das Wort bedeutet „um einen Preis ringen; kämpfen; sich eifrig bemühen; gegen Gegner, Schwierigkeiten, Gefahren ankämpfen. Dieses Verb beschreibt das Bemühen, sich durchzusetzen oder zu siegen. Daher kann es im Zusammenhang mit geistigen Kämpfen [oder] sportlichen Wettkämpfen verwendet werden.“ (Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 305.)

  48. 2 Timotheus 4:8

  49. Siehe Radmacher et al., NKJV Study Bible, Seite 1836, Anmerkung zu 2 Timotheus 2:3-6

  50. 2 Timotheus 3:1

  51. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1153, Eintrag 5367

  52. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1057

  53. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1053

  54. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1053

  55. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1040, Eintrag 193

  56. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1045, Eintrag 434

  57. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1055

  58. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1129

  59. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1150

  60. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1060, Eintrag 1133

  61. 2 Timotheus 3:6, New King James Version und New International Version

  62. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1060, Eintrag 1133

  63. Siehe 1 Timotheus 5:13-15; Barker et al., NIV Study Bible, Seite 2136, Anmerkung zu 2 Timotheus 3:6

  64. Siehe Richard N. Holzapfel und Thomas A. Wayment, Making Sense of the New Testament, 2010, Seite 438; siehe auch Catherine Gines Taylor, „Women and the World of the New Testament“, in: New Testament History, Culture, and Society, Seite 528

  65. Siehe Galater 2:3

  66. Siehe 2 Korinther 2:12,13; 7:5-7,13-15; 8:6,16-24

  67. Siehe 2 Korinther 8:6,16-23

  68. Siehe 2 Korinther 7:5-15

  69. Siehe Titus 1:10,11; 2:15; 3:10

  70. Siehe Radmacher et al., NKJV Study Bible, Seite 1842f.; Barker et al., NIV Study Bible, Seite 2140

  71. Siehe Titus 1:12. „Paulus zitiert den kretischen Dichter Epimenides, der diese Worte um 600 v. Chr. schrieb. Die Kreter galten in der mediterranen Welt so sehr als Lügner, dass der Ausdruck ‚kreterisieren‘ lügen bedeutete. Paulus stellte damit den Ruf der Kreter dem Ruf Gottes gegenüber. Der Herr konnte nicht lügen (siehe Vers 2).“ (Radmacher, NKJV Study Bible, Seite 1847, Anmerkung zu Titus 1:12.)

  72. In der King-James-Bibel wird die Formulierung „filthy lucre“ (1 Timotheus 3:8) verwendet, eine Übersetzungen der griechischen Formulierung für „unlauterer Gewinn“. Siehe Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 1040, Eintrag 1098

  73. Siehe Ogden und Skinner, Verse by Verse, Seite 220

  74. Siehe Radmacher et al., NKJV Study Bible, Seite 1847, Anmerkung zu Titus 1:12

  75. Longman und Strauss, The Baker Expository Dictionary, Seite 659

  76. Siehe 2 Korinther 5:17; Galater 6:15

  77. Siehe Mosia 5:7

  78. Onesimus, der Sklave des Philemon, wird in Kolosser 4:9 erwähnt.

  79. Siehe Philemon 1:2,5

  80. Siehe Philemon 1:15,18; siehe auch Radmacher et al., NKJV Study Bible, Seite 2122

  81. Philemon 1:16,17

  82. Siehe Philemon 1:1,9; siehe auch Apostelgeschichte 28:14-31; Harold W. Attridge et al., Hg., The HarperCollins Study Bible: New Revised Standard Version, Including the Apocryphal/Deuterocanonical Books, 2006, Seite 2032

  83. „Die Sklaverei war im Römischen Reich legal, aber sie basierte nicht auf ethnischer Zugehörigkeit. Menschen konnten zu Sklaven werden, wenn sie Kriegsgefangene waren oder als Strafe für ein Verbrechen. Außerdem konnte man sich in die Sklaverei verkaufen, wenn man keinen besseren Beruf fand, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.“ (Frank F. Judd Jr., „The Epistles of the Apostle Paul“, Seite 438.)

  84. Siehe Holzapfel, Jesus Christ and the World of the New Testament, Seite 248

  85. Wie zum Beispiel Aquila und Prisca; siehe Holzapfel, Jesus Christ and the World of the New Testament, Seite 248

  86. Siehe Epheser 6:5-9; Kolosser 3:22; 4:1; Philemon 1:10-17

  87. Galater 3:28

  88. Lehre und Bündnisse 101:79

  89. Siehe Philemon 1:15,18. In dem Brief selbst wird jedoch nicht näher auf die Umstände der Abreise des Onesimus eingegangen.

  90. Siehe Keith R. Bradley, „Roman Slavery and Roman Law“, Historical Reflections, 15. Jahrgang, Nr. 3, Herbst 1988, Seite 480

  91. Siehe Philemon 1:10,16

  92. Frank F. Judd Jr., „The Epistles of the Apostle Paul“, Seite 438