Kurse zu den heiligen Schriften
Apostelgeschichte 10 bis 15


„Apostelgeschichte 10 bis 15“, Neues Testament – Lehrerleitfaden für das Institut, 2025

Petrus spricht mit dem Hauptmann Kornelius

Apostelgeschichte 10 bis 15

Aufgrund seines Erlebnisses mit einem Nichtjuden namens Kornelius empfängt Petrus eine Offenbarung, in der er angewiesen wird, Nichtjuden in die Kirche aufzunehmen. Dieser Vision ging die erste Missionsreise des Paulus voraus, die „den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte“ (Apostelgeschichte 14:27). Die zunehmende Anzahl nichtjüdischer Bekehrter löst unter den Heiligen einen Meinungsstreit aus. Einige jüdische Christen beharren darauf, dass nichtjüdische Bekehrte beschnitten werden müssen, um errettet werden zu können. Andere verkünden, dass die Errettung durch Jesus Christus zustande kommt und nicht durch Beschneidung oder das Befolgen des Gesetzes des Mose. Dieser Meinungsstreit steht im Mittelpunkt einer Konferenz von Führern der Kirche in Jerusalem.

Zusatzmaterial

Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament, „Apostelgeschichte 10 bis 15“

In der „Einführung in den Kurs“ erfahren Sie, wie Sie die vier folgenden wiederkehrenden Lektionselemente einsetzen können.

Icon „Studium“
Das persönliche Studium fördern

Vor dem Unterricht könnten Sie den Schülern mindestens eine der folgenden oder auch eigene Anregungen schicken:

  • Hast du dich schon einmal gefragt, warum sich Richtlinien der Kirche ändern? Was erfährst du aus Apostelgeschichte 10 und 15 darüber, wie der Herr seine Kirche führt?

  • Einige Mitglieder der Kirche haben das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören. Hast du dich schon einmal so gefühlt oder kennst du jemanden, dem es so ergangen ist? Denk darüber nach, was du aus Apostelgeschichte 10 darüber lernst, wie man alle Menschen annehmen kann.

  • Bist du bei deinen Bemühungen, das Evangelium zu leben und zu verbreiten, schon einmal auf Widerstand gestoßen? Was lernen wir aus Apostelgeschichte 12 bis 14 darüber, wie man Widrigkeiten voller Glauben an Jesus Christus begegnet?

Icon „Besprechen“
Fragen und Gedankenaustausch

Geben Sie den Schülern Zeit, Fragen zu stellen und sich über Erkenntnisse und Wahrheiten auszutauschen, die sie beim persönlichen Studium von Apostelgeschichte 10 bis 15 entdeckt haben.

Icon „Schulung“
Fertigkeiten üben

Bei Apostelgeschichte 10 und 15 lässt sich die Kompetenz „Die heiligen Schriften im Kontext verstehen“ gut anwenden (siehe Kompetenzen für das Schriftstudium).

Icon „Aufgabenauswahl“
Aufgabenauswahl

Das Lehren und Lernen verbessern

Beim Üben der Kompetenzen für das Schriftstudium flexibel sein. Die Lernaufgaben jeder Lektion enthalten Vorschläge, wie die Schüler bestimmte Kompetenzen für das Schriftstudium erlernen, wiederholen oder üben können. Je nachdem, was Ihre Schüler brauchen, können Sie diese Vorschläge nutzen oder andere Fertigkeiten üben. Denken Sie daran: Eines der Hauptziele dieses Kurses besteht darin, dass die Schüler ihre Fähigkeit verbessern, die heiligen Schriften zu verstehen.

Apostelgeschichte 10 und 11

Wie kann ich dazu beitragen, dass Menschen aus anderen Kulturen und von unterschiedlicher Herkunft sich in der Kirche des Herrn freundlicher aufgenommen fühlen?

Zeigen Sie die folgende Aussage: „Ich passe nicht zu euch anderen in der Kirche.“

  • Warum könnte jemand sich so fühlen?

Erklären Sie, dass die Schüler bei dieser Aufgabe aus den Erfahrungen von Kornelius und Petrus lernen werden, wie wichtig es ist, Menschen aus anderen Kulturen und mit anderem Hintergrund anzunehmen und zu unterstützen.

Schreiben Sie den Namen Kornelius an die Tafel. Bitten Sie die Schüler, so viel wie möglich über Kornelius in Erfahrung zu bringen, indem sie Apostelgeschichte 10:1-8 und „Apostelgeschichte 10:1-8. Was war bedeutsam an der Bekehrung des Kornelius zum Christentum?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament lesen.

  • Mit welchen kulturellen Hindernissen könnte Kornelius konfrontiert gewesen sein, als er sich zum Christentum bekehren wollte?

Erklären Sie: Petrus hatte eine Vision, die den Weg dafür bereitete, dass nichtjüdische Bekehrte wie Kornelius uneingeschränkt in die Kirche des Erretters aufgenommen werden konnten. Um den Schülern zu helfen, die Vision des Petrus zu verstehen, geben Sie ihnen das Arbeitsblatt „Die Vision des Petrus verstehen“. Die Schüler können zu zweit oder in kleinen Gruppen arbeiten.

Arbeitsblatt: „Die Vision des Petrus verstehen“

Geben Sie den Schülern genügend Zeit zum Lesen und Besprechen und lassen Sie sie dann berichten, wie sie die Fragen auf dem Arbeitsblatt beantwortet haben. Achten Sie darauf, dass sie Apostelgeschichte 10:34,35 eine Wahrheit wie diese entnehmen: Da Gott nicht auf die Person sieht, bietet er allen seinen Kindern Errettung an. Verdeutlichen Sie diese Wahrheit gegebenenfalls mithilfe dieser Fragen:

  • Was bedeutet es wohl, dass Gott nicht auf die Person sieht? (Du könntest 2 Nephi 26:33 lesen.)

  • Welche Eigenschaften des himmlischen Vaters und Jesu Christi verdeutlicht diese Wahrheit? Wie wirken sich diese Eigenschaften auf deine Gefühle für sie aus?

  • Wie kann sich das Wissen um diese Wahrheit darauf auswirken, wie du Menschen behandelst, die aus einem anderen Kulturkreis stammen oder einen anderen Hintergrund haben?

Zum Abschluss können Sie die folgende Aussage von Präsident Dieter F. Uchtdorf, damals Mitglied der Ersten Präsidentschaft, lesen und besprechen.

Präsident Dieter F. Uchtdorf

„Der eine oder andere mag zu bedenken geben, er passe nicht zu den anderen in der Kirche. …

Ihre Herkunft oder Erziehung mögen sich von dem unterscheiden, was Sie bei vielen Heiligen der Letzten Tage wahrnehmen, aber das kann ein Segen sein. Brüder und Schwestern, liebe Freunde, wir brauchen Ihre einzigartigen Talente und Einsichten! Die Vielfalt all der Menschen und Völker auf der Welt ist eine der Stärken dieser Kirche. („Kommen Sie zu uns!“, Liahona, November 2013, Seite 23)

Sie könnten die Schüler erzählen lassen, wie sie oder jemand anders, der aus einer anderen Kultur stammt oder einen anderen Hintergrund hat, schon einmal freundlich in der Kirche des Herrn aufgenommen wurde.

Zeigen Sie die folgende Frage. Die Schüler sollen darüber nachdenken und ihre Gedanken und Gefühle dazu aufschreiben:

  • Was kann ich tun, um Menschen aus anderen Kulturen und mit anderem Hintergrund mehr Akzeptanz und Unterstützung entgegenzubringen?

Wenn Sie es für hilfreich halten, könnten Sie mit der Klasse das Video „Is There a Place for Me?“ (3:59; in englischer Sprache) ansehen.

4:0

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Apostelgeschichte 10 und 15

Wie kann ich mein Vertrauen darauf stärken, dass der Herr seine Kirche führt?

Sie können zu Beginn die folgende Aussage von Präsident Russell M. Nelson vorlesen:

Präsident Russell M. Nelson

„Da sich die Wiederherstellung immer weiter fortsetzt, wird es gewiss weitere Änderungen an Richtlinien geben.“ („The Love and Laws of God“, Andacht an der Brigham-Young-Universität, 17. September 2019, Seite 4, speeches.byu.edu)

Im Zuge der fortdauernden Wiederherstellung geben die Führer der Kirche des Herrn gelegentlich Änderungen in der Kirche bekannt. Überlegen Sie sich gemeinsam aktuelle Beispiele für solche Änderungen, etwa Anpassungen an den Gepflogenheiten oder Richtlinien in der Kirche.

  • Warum fällt es manchen Mitgliedern schwer, mit Veränderungen in der Kirche umzugehen?

Erklären Sie, dass Petrus in Apostelgeschichte 10 eine Vision vom Herrn hatte, die den Weg für eine bedeutende Veränderung in der Kirche in Bezug auf die Nichtjuden bereitete. Um den Schülern zu verdeutlichen, wie es zu dieser Änderung kam, geben Sie ihnen das Arbeitsblatt „Können Nichtjuden der Kirche des Erretters angehören?“ Bevor die Schüler mit dem Arbeitsblatt beginnen, könnten Sie noch einmal kurz die Fertigkeit „Die heiligen Schriften im Kontext verstehen“ in den Kompetenzen für das Schriftstudium durchgehen.

Arbeitsblatt: „Können Nichtjuden der Kirche des Erretters angehören?“

Nachdem die Gruppen Zeit hatten, darüber zu sprechen, wie es zu dieser Änderung kam, können Sie folgende Fragen stellen:

  • Welche Wahrheit offenbarte der Herr Petrus, die den Weg für eine Änderung in Bezug auf die Nichtjuden bereitete? (Vielleicht möchten Sie hier Apostelgeschichte 10:34,35 hervorheben.)

  • Was können wir aus diesem Bericht darüber lernen, wie der Herr seine Kirche führt? (Die Schüler nennen vielleicht eine Wahrheit wie diese: Jesus Christus führt seine Kirche durch Offenbarung an lebende Propheten.)

  • Warum ist es wichtig, dass jeder von uns selbst ein Zeugnis davon erlangt, dass die Kirche des Erretters durch fortdauernde Offenbarung geführt wird? (Sie können die Schüler bitten, von persönlichen Erfahrungen zu berichten, wie sie zu der Überzeugung gelangt sind, dass die Kirche Jesu Christi durch Offenbarung geführt wird.)

Weisen Sie auf Folgendes hin: Selbst nachdem Petrus die Offenbarung empfangen hatte, in der er angewiesen wurde, Heiden (also Nichtjuden) in die Kirche aufzunehmen, einige Mitglieder Schwierigkeiten hatten, diese Änderung anzunehmen (siehe Apostelgeschichte 15:1-5). Eine Ratsversammlung der Kirche wurde einberufen, in der man sich mit diesen Anliegen befasste (siehe Apostelgeschichte 15:6-31). Selbst nach weiteren Erläuterungen sträubten sich einige Mitglieder immer noch gegen diese Änderung (siehe Galater 5:2-10; 6:13).

Bitten Sie die Schüler, eine Lehre, Gepflogenheit oder Richtlinie der Kirche auszuwählen, mit der sie oder jemand, den sie kennen, Schwierigkeiten hat. Geben Sie den Schülern dann das Arbeitsblatt und lassen Sie sie darüber nachdenken, wie sich die darauf beschriebenen Schritte auf diese Situation anwenden lassen.

Arbeitsblatt: „Wenn du mit einer Änderung in der Kirche nicht einverstanden bist, probiere doch einmal Folgendes aus“

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Apostelgeschichte 12 bis 14

Wie kann ich das Werk des Erretters vollbringen, wenn ich auf Widerstand stoße?

Fragen Sie die Schüler, wie sie oder jemand, den sie kennen, Widerstand erlebt hat, als er sich bemühte, das Evangelium zu verbreiten. Sie könnten dann diese Wahrheit an die Tafel schreiben: Wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben, empfangen wir Kraft, sein Werk zu verrichten.

Schreiben Sie die folgenden Schriftstellen an die Tafel. Bitten Sie die Schüler, eine Schriftstelle auszuwählen, sie zu lesen und dabei auf Folgendes in Bezug auf die Menschen in dem Bericht zu achten: 1.) was für Widerstand sie erleben, 2.) wie sie Glauben an Jesus Christus ausüben und 3.) wie sie vom Erretter gestärkt werden.

Nachdem die Schüler ausreichend Zeit hatten, sich mit der von ihnen ausgewählten Schriftstelle zu befassen, bitten Sie sie, mit den Schülern, die sich mit einer anderen Schriftstelle befasst haben, kleine Gruppen zu bilden und sich darüber auszutauschen, was sie herausgefunden haben.

Sie können gemeinsam die folgende Aussage von Präsident Jeffrey R. Holland lesen oder das Video „Verteidigen Sie Ihre Überzeugungen“ (0:57; in englischer Sprache) anschauen:

0:57
Präsident Jeffrey R. Holland

Seid stark. Lebt treu nach dem Evangelium, auch wenn andere um euch herum es überhaupt nicht tun. Verteidigt eure Überzeugung höflich und einfühlsam, aber verteidigt sie. … Wer diesen Weg mutig beschreitet, schmiedet unerschütterlichen Glauben, findet Schutz vor tückischen Winden, die toben, ja, vor den Pfeilen im Wirbelsturm, und spürt die Kraft des Erlösers, die einem Fels gleicht. Wer darauf sein Leben als eifriger Jünger baut, kann nicht fallen. („Der Preis – und die Segnungen – der Nachfolge Jesu“, Liahona, Mai 2014, Seite 9)

Die Schüler könnten Beispiele dafür nennen, wie der Erretter ihnen oder jemandem, den sie kennen, geholfen hat, mutig und einfühlsam seine Überzeugung zu verteidigen. Dabei kann es sich um Erfahrungen handeln, die sie in den sozialen Medien, als Missionar oder im persönlichen Kontakt mit Kollegen, Freunden oder Angehörigen gemacht haben.

Bitten Sie die Schüler, darüber nachzudenken und aufzuschreiben, wie sie größeren Glauben an den Erretter ausüben können, wenn sie auf Widerstand stoßen.

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