„Apostelgeschichte 22 bis 28“, Neues Testament – Lehrerleitfaden für das Institut, 2025
Apostelgeschichte 22 bis 28
In Jerusalem wird Paulus zu Unrecht des Aufruhrs beschuldigt. Er muss eine Reihe von Gerichtsverhandlungen und Anhörungen in Jerusalem, Cäsarea und schließlich Rom über sich ergehen lassen. Paulus gibt auf seinen Reisen überall unerschrocken Zeugnis für seine Bekehrung zu Jesus Christus. Auf seiner Schiffsreise nach Rom rettet er mit seiner Gabe eines Sehers vielen das Leben. Die Macht des Zeugnisses des Paulus beeinflusst alle Menschen, die ihre Ohren öffnen, um zu hören.
Zusatzmaterial
Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament, „Apostelgeschichte 22 bis 28“
Hinweis: In der „Einführung in den Kurs“ erfahren Sie, wie Sie die vier folgenden wiederkehrenden Lektionselemente einsetzen können.
Das persönliche Studium fördern
Vor dem Unterricht könnten Sie den Schülern mindestens eine der folgenden oder auch eigene Anregungen schicken:
-
Wenn du in Apostelgeschichte 22 bis 26 liest, was Paulus erlebt hat, denke darüber nach, welchen Einfluss sein Zeugnis vom Erretter auf ihn selbst und auf andere hatte. Beim Nachdenken über dein eigenes Zeugnis könntest du dir das Video „Ein persönliches Zeugnis von Jesus Christus“ (1:27; in englischer Sprache) anschauen.
1:27 -
Wann hast du schon einmal erlebt, dass du oder andere nach der Befolgung eines Ratschlags der Propheten und Apostel gesegnet wurden? Achte beim Lesen von Apostelgeschichte 27 auf Beispiele, die veranschaulichen, wie wichtig es ist, den Dienern des Herrn zu folgen.
-
Achte beim Lesen von Apostelgeschichte 28:23,24 auf die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen, die Paulus zuhörten, als er über Jesus Christus sprach. Warum glauben manche Menschen schnell an das Evangelium Jesu Christi, während andere es nicht annehmen?
Fragen und Gedankenaustausch
Geben Sie den Schülern Zeit, Fragen zu stellen und sich über Erkenntnisse und Wahrheiten auszutauschen, die sie beim persönlichen Studium von Apostelgeschichte 22 bis 28 entdeckt haben.
Fertigkeiten üben
Bei Apostelgeschichte 22 bis 26 lässt sich die Kompetenz „Symbolik verstehen“ gut anwenden (siehe Kompetenzen für das Schriftstudium).
Aufgabenauswahl
Es stehen immer mehrere Aufgaben zur Auswahl. Entscheiden Sie gebeterfüllt, von welcher Aufgabe oder welchen Aufgaben Ihre Klasse am meisten profitiert.
Wie kann ich mehr Gelegenheiten nutzen, für Jesus Christus Zeugnis zu geben?
Sie könnten zunächst das folgenden Erlebnis von Bonnie H. Cordon, ehemals Präsidentin der Jungen Damen der Kirche, vorlesen:
Als mein Mann und ich 2011 Missionsführer im wunderschönen Curitiba in Brasilien waren, klingelte in einer Versammlung mein Telefon. Hektisch stellte ich es stumm und sah, dass mein Vater der Anrufer gewesen war. Schnell verließ ich die Versammlung, um ihn zurückzurufen. „Hallo, Papa!“, sagte ich.
Ganz unerwartet antwortete er mit belegter Stimme: „Hallo, Bonnie. Ich muss dir etwas sagen. Bei mir wurde ALS diagnostiziert.“
Mir drehte sich alles im Kopf. „Was ist los? Was ist ALS?“
Da erklärte mein Vater auch schon: „Ich bleibe bei klarem Verstand, aber mein Körper schaltet seine Funktionen nach und nach ab.“
Ich spürte, wie meine ganze Welt aus den Fugen geriet, und musste erst einmal verarbeiten, was diese schlimme Nachricht eigentlich bedeutete. Aber sein letzter Satz war es, der an jenem unvergesslichen Tag unauslöschlich in mein Herz drang. Eindringlich sagte mein guter Vater: „Bonnie, lass nie eine Gelegenheit aus, für Christus Zeugnis abzulegen.“ („Lassen Sie nie eine Gelegenheit aus, für Christus Zeugnis abzulegen“, Liahona, Mai 2023, Seite 10)
-
Hast du in letzter Zeit ein Zeugnis von Christus gehört oder gelesen? Falls ja, was für eine Wirkung hatte es auf dich?
Weisen Sie darauf hin, dass Paulus in Apostelgeschichte 22 bis 26 mehrere Reden hält, in denen er sich vor religiösen und zivilen Führern verteidigt. Dabei nutzt er jedes Mal auch die Gelegenheit, für den Erretter Zeugnis zu geben.
Zeigen Sie die nachstehenden Schriftstellen. Die Schüler könnten kleine Gruppen bilden. Jede Gruppe erhält eine der Schriftstellen. Die Schüler sollen darauf achten, was sie aus dem jeweiligen Erlebnis des Paulus über das Zeugnisgeben lernen können.
Nachdem die Gruppen genügend Zeit hatten, sich mit dem Thema zu befassen und sich darüber auszutauschen, fragen Sie die Schüler, was sie von Paulus über das Zeugnisgeben gelernt haben. Helfen Sie den Schülern, eine Wahrheit wie diese herauszuarbeiten: Ein Jünger Jesu Christi ist bereit, allzeit und überall als Zeuge für ihn aufzutreten. (Sie könnten gemeinsam Mosia 18:9 lesen.)
-
Unter welchen Umständen oder in welchen Situationen kann es schwierig sein, ein Zeuge für den Erretter zu sein?
-
Was hat dir geholfen, vermehrt bereit zu sein, Zeugnis für den Erretter zu geben?
-
Wie hat es deinen Glauben beeinflusst, als du gehört hast, wie andere Zeugnis für Jesus Christus gegeben haben?
Zum Abschluss könnten Sie diese Aufforderung von Bonnie H. Cordon vorlesen:
Der Tod meines Vaters ist nun schon über elf Jahre her, aber seine Worte klingen lebendig in mir. „Bonnie, lass nie eine Gelegenheit aus, für Christus Zeugnis abzulegen.“ Ich ermuntere Sie, dieser Aufforderung mit mir nachzukommen. Halten Sie überall nach Christus Ausschau! Ich verheiße, er ist da. Auf unserer Bereitschaft, Christus näherzukommen und selbst ein Zeugnis zu erlangen, gründet sich wahre Freude. („Lassen Sie nie eine Gelegenheit aus, für Christus Zeugnis abzulegen“, Liahona, Mai 2023, Seite 12)
Fordern Sie die Schüler auf, Bonnie H. Cordons Aufforderung nachzukommen und um eine Gelegenheit zu beten, noch vor der nächsten Unterrichtsstunde Zeugnis für Christus zu geben. Weisen Sie sie darauf hin, dass ein Zeugnis für den Erretter weder großer Worte noch einer bestimmten Form bedarf. Meistens gibt man auf unspektakuläre und ganz einfache Weise Zeugnis. Die Schüler können in Zweiergruppen vereinbaren, sich unter der Woche daran zu erinnern, Schwester Cordons Aufforderung nachzukommen.
Das Lehren und Lernen verbessern
Die Schüler ermuntern, einander zu helfen, ihre Zusagen einzuhalten. Schüler halten ihre Zusagen eher ein, wenn sie von anderen unterstützt werden. Die Schüler können Zweiergruppen bilden und sich im Laufe der Woche gegenseitig daran erinnern und einander ermuntern, ihre Zusage einzuhalten.
Wie können mir die Propheten und Apostel des Herrn Sicherheit und Schutz geben?
Sie könnten diese Aussage von Sheri L. Dew, ehemals Zweite Ratgeberin in der Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung der Kirche, an die Tafel schreiben: „Propheten helfen uns, um die Ecke zu sehen.“ („Prophets Can See around Corners“, Andacht an der Brigham-Young-Universität Hawaii, 2. November 2022, speeches.byuh.edu.)
-
Was könnte das bedeuten? (Sie könnten Mosia 8:16-18 lesen, um eine der Aussage von Sheri L. Dews zugrundeliegende Lehre aufzuzeigen. Dann können Sie die Aussage an der Tafel wie folgt abändern: Als Seher können uns die Propheten und Apostel des Herrn helfen, uns auf künftige Ereignisse vorzubereiten, sodass wir mehr Sicherheit und Schutz genießen.)
Erklären Sie, dass Paulus ein Gefangener war, als er in den Wintermonaten auf dem Seeweg nach Rom reiste. Lassen Sie die Schüler beim Lesen von Apostelgeschichte 27:7-44 darauf achten, inwiefern der Apostel Paulus auf seiner Reise durch seine Gabe eines Sehers „um die Ecken sehen“ konnte. (Hinweis: Um ihnen zusätzlichen Kontext zu geben, könnten Sie die Schüler auf „Apostelgeschichte 27:9. Von welchem ‚Fasten‘ ist hier die Rede?“ und „Apostelgeschichte 27:14. Was ist ein ‚Eurakylon‘?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament hinweisen.
Nachdem die Schüler Zeit hatten, die Schriftstelle zu lesen, fragen Sie sie, was sie über Paulus’ Gabe eines Sehers gelernt haben. Sie könnten gegebenenfalls Fragen wie diese stellen:
-
Welche Folgen hatte es, den Rat des Paulus zu missachten? (Siehe Vers 10-20.)
-
Welche Wirkung hatten die Worte des Paulus auf die Passagiere des Schiffes? (Siehe Vers 21-36.)
-
Was erfährst du aus diesen Versen über die Gabe eines Sehers?
Sie könnten Bilder von der Ersten Präsidentschaft und dem Kollegium der Zwölf Apostel zeigen und bezeugen, dass sie von Jesus Christus berufen wurden, seine Kirche als Propheten, Seher und Offenbarer zu führen.
-
Warum ist es so wichtig, dass wir in unserer Zeit Seher haben?
-
Wie werden wir durch lebende Propheten, Seher und Offenbarer gesegnet? (Die Schüler könnten beispielsweise in aktuellen Generalkonferenzansprachen oder Botschaften an die jungen Erwachsenen nachsehen.)
-
Inwiefern kannst du Jesus Christus näherkommen, wenn du den Propheten, Sehern und Offenbarern folgst? Inwiefern zeigt es dein Vertrauen in den Erretter, wenn du ihren Worten Beachtung schenkst?
Vielleicht möchten Sie diese Aussage von Schwester Dew vorlesen:
Propheten sehen etwas, was wir nicht sehen können, weil der Herr „nichts tut …, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat“ [Amos 3:7].
Aus diesem Grund machen Propheten uns klüger als alle anderen Führer oder Influencer auf Erden. Propheten helfen uns, Gefahren zu erkennen, die wir noch nicht sehen können, und Chancen, die wir uns gar nicht vorstellen können. …
Meine lieben Freunde, auf wen hört ihr? An welcher Position steht der lebende Prophet in der Liste derer, die ihr um Rat fragt? Wie vielen blinden Führern, deren kurzsichtige Perspektive auf das Leben nicht besser ist als eure, folgt ihr in Podcasts und auf TikTok? Lasst nicht zu, dass blinde Führer euch den Blick auf die Seher trüben, die um die Ecke sehen. …
Die größte geistige Sicherheit erlangt ihr, wenn ihr dem Propheten folgt. („Prophets Can See around corners“, Andacht an der Brigham-Young-Universität Hawaii, 2. November 2022, speeches.byuh.edu)
Geben Sie den Schülern Zeit, über die Aussage von Sheri L. Dew nachzudenken. Ermuntern Sie sie, aufzuschreiben, wie sie sicherstellen können, dass sie den Rat der lebenden Propheten, Seher und Offenbarer des Herrn befolgen. Die Schüler könnten auch davon erzählen, inwiefern sie schon mehr Sicherheit und Schutz erfahren haben, weil sie den lebenden Sehern des Herrn gefolgt sind.