„1 bis 3 Johannes; Judas“, Neues Testament – Lehrerleitfaden für das Institut, 2025
1 bis 3 Johannes; Judas
Als Augenzeugen des auferstandenen Erretters erteilen Johannes und Judas den Getreuen Ratschläge dazu, wie sie Irrlehren zurückweisen können. Johannes stellt in seiner Botschaft das Licht und die Liebe Gottes in den Mittelpunkt, wie sie sich durch die errettende Mission Jesu Christi kundtun. Johannes erklärt außerdem, dass Gottes Liebe uns nicht nur dazu bewegt, ihn und andere zu lieben, sondern uns auch dazu veranlasst, gehorsam zu sein, wenn wir uns bemühen, in der Wahrheit zu wandeln. Judas fordert alle auf, auf Jesus Christus zu blicken, und gibt Zeugnis für ihn, „der die Macht hat, euch vor jedem Fehltritt zu bewahren“ (Judas 1:24).
Zusatzmaterial
Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament, „1 bis 3 Johannes; Judas“
Hinweis: In der „Einführung in den Kurs“ erfahren Sie, wie Sie die vier folgenden wiederkehrenden Lektionselemente einsetzen können.
Das persönliche Studium fördern
Vor dem Unterricht könnten Sie den Schülern mindestens eine der folgenden oder auch eigene Anregungen schicken:
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Wir alle sündigen in unserem Leben. Lies 1 Johannes 1:5-10 und 2:1-6 um zu erfahren, wie Jesus Christus dir helfen kann.
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Was bedeutet „Gott ist Liebe“ deiner Meinung nach? (1 Johannes 4:8.) Wie sollte Gottes Liebe zu uns – und unsere Liebe zu ihm – beeinflussen, wie wir andere behandeln? Denk über diese Fragen nach, während du 1 Johannes 2:7-11, 3:11-23 und 4:7-21 liest.
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Wie können wir verhindern, dass wir uns von falschen Lehren täuschen lassen, die unseren Glauben schwächen? Lies 1 Johannes 1:1-3, 2:18-28, 4:1-6 und 2 Johannes 1:7-11, um zu erfahren, wie Johannes vor Irrlehren und Täuschung warnt.
Fragen und Gedankenaustausch
Geben Sie den Schülern Zeit, Fragen zu stellen und sich über Erkenntnisse und Wahrheiten auszutauschen, die sie beim persönlichen Studium von 1 bis 3 Johannes und Judas entdeckt haben.
Fertigkeiten üben
Bei 1 Johannes 2:7-11, 3:11-23 und 4:7-21 lässt sich die Kompetenz „Evangeliumswahrheiten entdecken“ gut anwenden (siehe Kompetenzen für das Schriftstudium).
Aufgabenauswahl
Es stehen immer mehrere Aufgaben zur Auswahl. Entscheiden Sie gebeterfüllt, von welcher Aufgabe oder welchen Aufgaben Ihre Klasse am meisten profitiert.
Das Lehren und Lernen verbessern
Vermittelte Kompetenzen für das Schriftstudium verfolgen. Die Schüler wenden die Kompetenzen für das Schriftstudium eher dann langfristig an, wenn Sie sie regelmäßig üben und immer wieder darauf zu sprechen kommen. Wenn Sie die Schüler aufgefordert haben, eine Fertigkeit auch außerhalb des Unterrichts anzuwenden, fragen Sie sie in der nächsten Unterrichtsstunde nach ihren Erfahrungen. Nutzen Sie in späteren Lektionen die Gelegenheit, eine bereits eingeführte Kompetenz zu wiederholen und zu üben. Sinnvolle Wiederholungen helfen Ihren Schülern dabei, dass solche Fertigkeiten ihnen in Fleisch und Blut übergehen.
Warum brauche ich Jesus Christus als meinen Fürsprecher?
Zeigen Sie die folgende Selbsteinschätzung und bitten Sie die Schüler, sie für sich allein durchzuführen:
1 = stimme voll und ganz zu; 2 = stimme zu; 3 = Neutral; 4 = stimme nicht zu; 5 = stimme überhaupt nicht zu
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Manchmal spiele ich meine Sünden herunter oder ignoriere sie.
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Ich neige dazu, meine Sünden zu verschleiern oder vor anderen zu verbergen.
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Scham hält mich davon ab, meine Sünden zu bekennen.
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Manchmal finde ich Ausreden für die Sünden, die ich begehe.
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Ich versuche, meine Sünden ohne die Hilfe des Erretters zu überwinden.
Nachdem die Schüler die Selbsteinschätzung abgeschlossen haben, bitten Sie sie, über diese Frage nachzudenken:
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Was sagt diese Selbsteinschätzung über euren Umgang mit Sünde aus?
Weisen Sie darauf hin, dass uns Johannes eine wichtige Botschaft über Sünde vermittelt und darüber, wie man sie überwinden kann. Bitten Sie die Schüler, sich mit 1 Johannes 1:5-10 und 2:1-6 zu befassen und auf Wahrheiten darüber zu achten, wie man auf die Weise des Herrn Sünde überwinden kann. Sie können die Schüler auch bitten, über die zusätzlichen Erkenntnisse in der Joseph-Smith-Übersetzung von 1 Johannes 2:1 nachzudenken. Im Anschluss könnten Sie dazu auch Fragen wie diese stellen:
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Wie können wir Sünde überwinden, indem wir im Licht des Evangeliums des Erretters wandeln?
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Warum ist das Bekennen ein wichtiger Schritt, um Sünde zu überwinden?
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Was erfahren wir über die Rolle des Erretters bei der Vergebung unserer Sünden? (Helfen Sie den Schülern, Grundsätze wie diese herauszuarbeiten: Weil Jesus Christus für unsere Sünden gesühnt hat, kann uns vergeben werden, wenn wir umkehren. Jesus Christus ist unser Fürsprecher beim Vater.)
Es kann hier wichtig sein, den Schülern Zeit zu geben, ihr Verständnis von der Rolle des Erretters als unser Fürsprecher beim Vater im Himmel zu vertiefen. Sie könnten sich mit den folgenden Quellen befassen. Lassen Sie sie beim Lesen eine kurze Botschaft darüber vorbereiten, wie Jesus Christus als unser Fürsprecher jemandem helfen kann, der wegen seiner Sünden entmutigt ist.
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Lest einige der Schriftstellen, die unter dem Stichwort „Fürsprecher“ im Schriftenführer (Archiv Kirchenliteratur) aufgeführt sind.
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Lest „1 Johannes 2:1,2; 4:10. Was ist darunter zu verstehen, dass Jesus unser Fürsprecher ist?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament.
Nachdem die Schüler ausreichend Zeit hatten, teilen Sie sie in Zweiergruppen ein. Sie sollen einander ihre Botschaft darüber vortragen, wie uns Jesus Christus als unser Fürsprecher helfen kann, Sünde zu überwinden.
Damit die Schüler spüren, wie wichtig es ist, dass Jesus Christus unser Fürsprecher ist, könnten Sie fragen:
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Welche Gedanken und Gefühle habt ihr in Bezug auf Jesus Christus, weil ihr den Preis kennt, den er gezahlt hat, damit er euer Fürsprecher sein kann?
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Inwiefern kann sich eure Einstellung zur Umkehr ändern, wenn ihr Jesus Christus als euren Fürsprecher betrachtet? (Die Schüler könnten ihre Gedanken und Eindrücke dazu aufschreiben.)
Zum Abschluss könnten Sie die Schüler bitten, die Selbsteinschätzung, die sie zu Beginn des Unterrichts durchgeführt haben, noch einmal durchzugehen. Lassen Sie sie ihre Antworten anhand dessen, was sie heute gelernt oder empfunden haben, neu bewerten.
1 Johannes 2:7-11; 3:11-23; 4:7-21; 5:1-5
Wie kann Liebe mein Leben verändern?
Sie könnten die folgenden Bilder vom Erretter zeigen. Fragen Sie die Schüler, welche Gedanken und Gefühle sie beim Betrachten dieser Bilder haben.
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Was können wir von Jesus Christus über Liebe lernen? (Lesen Sie gegebenenfalls Johannes 13:34,35.)
Erklären Sie, dass eine der Kernbotschaften in 1 Johannes die Liebe ist. Johannes benutzte das Wort Liebe über 30 Mal. Sie könnten die folgenden Überschriften an die Tafel schreiben. Die Schüler können sie sich auch auf einen Zettel oder einem digitalen Gerät notieren.
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Quelle der Liebe |
Frucht der Liebe |
Wen man lieben soll |
Je nach Klassengröße können die Schüler allein, zu zweit oder in Kleingruppen arbeiten. Weisen Sie den einzelnen Schülern, Zweiergruppen oder Kleingruppen eine der folgenden Schriftstellen zu. Lassen Sie sie nach Wörtern, Formulierungen oder Gedanken suchen, die unter die einzelnen Überschriften geschrieben werden könnten. Sie sollen ihre Erkenntnisse unter der entsprechenden Überschrift erst auf ihr Blatt Papier und dann an die Tafel schreiben.
Nachdem die Schüler ihre Erkenntnisse an die Tafel geschrieben haben, bitten Sie sie, die in diesen Versen genannten, angedeuteten oder veranschaulichten Wahrheiten herauszuarbeiten (siehe „Evangeliumswahrheiten entdecken“ in den Kompetenzen für das Schriftstudium). Sie könnten ihre Wahrheiten an die Tafel schreiben, zum Beispiel: Wir bringen unsere Liebe zu Gott dadurch zum Ausdruck, dass wir einander lieben und einander dienen. Gott ist Liebe. Gott hat seine Liebe zu uns dadurch gezeigt, dass er seinen Sohn in die Welt sandte. Die Liebe Gottes vertreibt die Furcht. Wir können Gott unsere Liebe zeigen, indem wir seine Gebote halten.
Während die Schüler Wahrheiten herausarbeiten, geben Sie ihnen Zeit, darüber nachzudenken, wie wichtig diese Wahrheiten in Bezug auf die Liebe sind. Sie könnten Fragen wie diese stellen:
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Habt ihr diese Wahrheit über die Liebe schon einmal in Aktion erlebt?
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Inwiefern hat euch schon einmal jemand beeinflusst, der nach dieser Wahrheit lebt?
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Inwiefern wäre euer Leben anders, wenn ihr diese Aussage beherzigen würdet?
Lesen Sie zum Schluss folgende Aussage von Präsident Thomas S. Monson vor:
Tatsächlich bildet die Liebe den Wesenskern des Evangeliums und Jesus Christus ist darin unser großes Vorbild. Sein Leben war ein Vermächtnis an Liebe. …
Es gibt viele Eigenschaften, die ein Ausdruck von Liebe sind – etwa Güte, Geduld, Selbstlosigkeit, Verständnis und Vergebungsbereitschaft. Bei all unseren Beziehungen tun diese und ähnliche Eigenschaften die Liebe kund, die wir im Herzen tragen.
Gewöhnlich zeigt sich unsere Liebe in unserem alltäglichen Umgang miteinander. Dabei ist unsere Fähigkeit, die Not eines anderen zu erkennen und ihm zu helfen, am wichtigsten. („Liebe – der Wesenskern des Evangeliums“, Liahona, Mai 2014, S. 91)
Zeigen Sie die folgenden Fragen und lassen Sie die Schüler im Stillen darüber nachdenken und ihre Gedanken und Eindrücke dazu aufschreiben:
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Wer könnte es heute benötigen, durch mich die Liebe des Erretters zu spüren?
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Was kann ich sagen oder tun, dass andere spüren, wie sehr der Erretter sie liebt?
Legen Sie den Schülern ans Herz, den Eingebungen zu folgen, die sie empfangen. Erinnern Sie sie daran, dass wir unsere Liebe meistens in den kleinen, alltäglichen Interaktionen zum Ausdruck bringen. Im Laufe der Woche könnten Sie ihnen das Zitat von Präsident Monson schicken und sie daran erinnern, liebevoll zu handeln.
1 Johannes 1:1-3; 2:18-28; 4:1-6; 2 Johannes 1:7-11
Was kann ich tun, um mich vor Irrlehren und Täuschung zu schützen?
Sie können zunächst diese Aussage von Elder Gary E. Stevenson vorlesen:
Der Satan, der Vater aller Lügen und der Meistertäuscher, will uns dazu bringen, das, was wahrhaftig so ist, anzuzweifeln und ewige Wahrheiten entweder auszuklammern oder sie durch etwas zu ersetzen, was uns eher zusagt. „Darum führt er Krieg mit den Heiligen Gottes“ [Lehre und Bündnisse 76:29] und schmiedet schon seit Jahrtausenden Pläne und übt sich darin, Gottes Kinder dazu zu bringen, dass sie Gutes für böse und Böses für gut halten. („Täusche mich nicht!“, Liahona, November 2019, S. 94)
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Kennt ihr Beispiele für falsche Lehren und Täuschungen in unserer Zeit?
Weisen Sie darauf hin, dass Johannes, einer der Apostel des Herrn, Briefe schrieb, in denen er auf falsche Lehren und Täuschungen unter den Heiligen einging. Sein Beispiel zeigt: Die Apostel und Propheten des Herrn bieten Schutz vor falschen Lehren und Täuschungen. Eine falsche Lehre, die er ansprach, war der Doketismus. Um besser zu verstehen, warum Johannes dies ein so großes Anliegen war, bitten Sie die Schüler, „1 Johannes 4:1-3; 2 Johannes 1:7. Warum bekannten einige nicht, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen war?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament zu lesen.
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Wie könnte diese falsche Lehre den Glauben an Jesus Christus schwächen?
Bitten Sie die Schüler, zu zweit oder in kleinen Gruppen 1 Johannes 1:1-3, 2:18-28, 4:1-6 und 2 Johannes 1:7-11 zu lesen und auf Folgendes zu achten: 1. Warnungen vor falschen Lehren und 2. Möglichkeiten, wie man sich davor schützen kann. Nachdem die Schüler sich damit befasst haben, könnten Sie fragen:
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Welche Warnungen hat Johannes ausgesprochen?
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Was meint ihr, was es bedeutet, ein Antichrist zu sein?
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Wie könnte man die Geister zu prüfen? (Vielleicht möchten Sie gemeinsam „1 Johannes 4:1-3. Was bedeutet es, die Geister zu prüfen und warum ist das wichtig?“ in den Hilfen für das Schriftstudium: Neues Testament lesen.)
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Wie mögen diese Worte des Johannes den Heiligen in alter Zeit geholfen haben?
Lesen Sie die folgende Aussage von Präsident Russell M. Nelson vor:
Mitunter werden wir als Führer der Kirche dafür kritisiert, dass wir an den Gesetzen Gottes festhalten, für die Lehre des Erretters eintreten und dem gesellschaftlichen Druck unserer Zeit standhalten. Unser Auftrag als ordinierte Apostel ist es jedoch, „in alle Welt hinzugehen und [sein] Evangelium jedem Geschöpf zu predigen“. Das bedeutet: Uns ist geboten, Wahrheit zu verkündigen. …
Gerade weil [den Apostel und Propheten] alle Kinder Gottes sehr am Herzen liegen, verkünden wir seine Wahrheit. Wir werden den Menschen nicht immer das sagen, was sie hören wollen. Ein Prophet ist selten beliebt. Doch wir verkünden immer die Wahrheit! („The Love and Laws of God“, Andacht an der Brigham-Young-Universität, 17. September 2019, S. 3, speeches.byu.edu)
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Warum kann es manchmal schwierig sein, die Worte der Propheten und Apostel des Herrn anzunehmen?
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Wie habt ihr durch ihre Worte schon einmal Schutz erfahren?
Bitten Sie die Schüler, die Sammlung „Generalkonferenz“ im Archiv Kirchenliteratur zu öffnen. Dort können sie über die Suchfunktion im Abschnitt „Sprecher“ den Namen des derzeitigen Propheten des Herrn eingeben. Bitten Sie sie, die Titel seiner Ansprachen nach Botschaften zu durchsuchen, die als Warnung vor falschen Lehren und Täuschung dienen könnten. Lassen Sie sie eine Ansprache auswählen und nach Ratschlägen suchen, die ihnen zum Schutz dienen könnten.
Nachdem die Schüler Zeit zum Suchen hatten, ermuntern Sie sie, einem Mitschüler oder der ganzen Klasse zu erzählen, was sie herausgefunden haben. Fordern Sie sie auf, den Rat, den sie gefunden haben, zu beherzigen und weiterhin nach Botschaften des lebenden Propheten des Herrn Ausschau zu halten, die sie vor falschen Lehren und Täuschung schützen.