Kurse zu den heiligen Schriften
Anregungen für den ersten Unterrichtstag


„Anregungen für den ersten Unterrichtstag“, Altes Testament – Lehrerleitfaden für das Institut, 2026

Eine Collage aus Szenen im Alten Testament

Anregungen für den ersten Unterrichtstag

Im Alten Testament wird über Gottes frühesten Umgang mit seinen Kindern auf der Erde berichtet. In dieser heiligen Schrift erfahren wir mehr über Jesus Christus, und zwar durch seine Lehren und Handlungen als vorirdischer Jehova. Wir lernen auch Prophezeiungen und Symbole kennen, die für ihn Zeugnis ablegen. Im Alten Testament werden Bündnisse beschrieben, die Gott mit seinen Kindern geschlossen hat. Der Herr hat verheißen, die Bündnisse zu halten, die er in alter Zeit und in den Letzten Tagen mit dem Haus Israel geschlossen hat.

Zusatzmaterial

Hilfen für das Schriftstudium: Altes Testament, „Einführung in das Alte Testament“

Sie können die Lernaufgaben in dieser Lektion für den Anfang Ihres Kurses zum Alten Testament verwenden, der am Lehrplan Komm und folge mir nach! ausgerichtet ist – unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt der Unterricht beginnt. Auch für die Kurse Altes Testament 301 oder 302 kann diese Aufgabenauswahl verwendet werden.

Icon „Aufgabenauswahl“
Aufgabenauswahl

Zur Einführung der Schüler in diesen Kurs können Sie für den ersten Unterrichtstag eine oder mehrere der folgenden Aufgaben auswählen. Da es hier mehr Material gibt, als wahrscheinlich in einer Unterrichtsstunde besprochen werden kann, überlegen Sie gebeterfüllt, welche Optionen für Ihre Klasse am sinnvollsten sind. Wenn Sie möchten, können Sie diese Aufgaben auch im weiteren Unterricht verwenden.

Das Lehren und Lernen verbessern

Ein Gefühl der Zugehörigkeit schaffen. Überlegen Sie im Verlauf dieses Kurses, was Sie tun können, um eine Atmosphäre der Liebe und des Vertrauens zu schaffen, damit sich die Schüler zugehörig fühlen. Wenn die Schüler das Gefühl haben, dazuzugehören, fällt es ihnen leichter, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, von ihren Erfahrungen zu erzählen und Fragen zu stellen. Eine Möglichkeit, ein Zugehörigkeitsgefühl zu schaffen, besteht darin, den Schülern zu helfen, ihre Verbindung zum Vater im Himmel und zu Jesus Christus zu stärken. Elder D. Todd Christofferson hat gesagt: „Mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist eins zu sein, ist zweifellos die höchste Form der Zugehörigkeit.“ („Die Lehre von der Zugehörigkeit“, Liahona, November 2022, S. 56.)

Welche Rolle spiele ich dabei, eine christliche Lernatmosphäre zu schaffen?

Bitten Sie die Schüler, an eine Situation zu denken, als ihnen jemand christliche Liebe erwiesen hat oder sie jemand anderem christliche Liebe erwiesen haben. Sie könnten auch ein Bild auf ihrem Smartphone oder einem anderen Gerät zeigen, das deutlich macht, wie man christliche Liebe zeigt.

Lesen Sie gemeinsam Levitikus 19:18 und Deuteronomium 10:19. Bitten Sie die Schüler, über Grundsätze der Liebe zu sprechen, die der Herr im Alten Testament dargelegt hat. (Die Schüler könnten Wahrheiten wie diese herausarbeiten: Der Herr gebietet uns, andere so zu lieben wie uns selbst. Der Herr fordert uns auf, denen, die wir nicht kennen, Liebe zu erweisen.)

  • Wie lassen sich diese Wahrheiten eurer Ansicht nach auf eure Erfahrungen in diesem Kurs beziehen? (Im Rahmen des Unterrichtsgesprächs können Sie die Schüler fragen, welchen Herausforderungen jemand begegnen kann, wenn er zum ersten Mal an einem Institutskurs teilnimmt.)

  • Was könnt ihr konkret tun, um unsere Klasse zu einem Lernumfeld zu machen, das von Respekt, Zugehörigkeit und christlicher Liebe geprägt ist?

Ihr könntet euch auch das Video „Persönliche Einladung zum Institut“ (2:45) anschauen. Die Schüler sollen sich währenddessen überlegen, wen sie zu diesem Kurs einladen könnten. (Die Schüler könnten, jetzt gleich im Unterricht, jemanden per Nachricht einladen oder sich überlegen, wie sie diejenigen, die ihnen in den Sinn kommen, vor dem nächsten Unterricht kontaktieren wollen.)

2:49

Bitten Sie jeden einzelnen Schüler, darüber nachzudenken und aufzuschreiben, was er konkret tun möchte, um eine Lernatmosphäre in der Klasse zu schaffen, die von Achtung, Zugehörigkeit und christlicher Liebe geprägt ist.

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Wie kann ich die Verantwortung für mein Zeugnis übernehmen?

Sie könnten gemeinsam die folgende Aussage von Präsident Russell M. Nelson lesen. Bitten Sie die Schüler dann, jeweils zu zweit die nachfolgenden Fragen zu besprechen:

Präsident Russell M. Nelson

Ich bitte euch daher inständig: Übernehmt die Verantwortung für euer Zeugnis! Arbeitet daran. Fühlt euch dafür zuständig. Kümmert euch darum. Nährt es, sodass es wächst. Füttert es mit Wahrheit. Verschmutzt es nicht mit falschen Philosophien ungläubiger Männer und Frauen, andernfalls braucht ihr euch nicht zu wundern, weshalb euer Zeugnis schwächer wird. („Entscheidungen für die Ewigkeit“, Andacht für junge Erwachsene in aller Welt, 15. Mai 2022, Archiv Kirchenliteratur)

  • Was bedeutet es eurer Meinung nach, „die Verantwortung für euer Zeugnis“ zu übernehmen? Warum ist das wohl wichtig?

Sie könnten die Schüler bitten, darüber nachzudenken, wie sie die Verantwortung für ihr Zeugnis übernehmen wollen. Bitten Sie sie, beim Lesen auf Wahrheiten zu achten, die sie erkennen lassen, wie sie sich verbessern können.

Sie könnten die folgende Überschrift an die Tafel schreiben: Wie kann ich die Verantwortung für mein Zeugnis übernehmen? Bitten Sie die Schüler, in den heiligen Schriften oder Aussagen von Führern der Kirche nach Wahrheiten zu suchen, die bei der Beantwortung dieser Frage helfen. Sie könnten das Archiv Kirchenliteratur nutzen, um selbst nach Material zu suchen, oder sie könnten sich mit einigen der folgenden Schriftstellen befassen:

Bitten Sie die Schüler, sich zu zweit oder in kleinen Gruppen über ihre Antworten auf die Frage an der Tafel auszutauschen. Sie könnten die Schüler auch bitten, einige der Antworten, die sie gefunden haben, an die Tafel zu schreiben. Lesen Sie bei Bedarf auch die folgende Aussage von Präsident Nelson vor, damit die Schüler weitere Möglichkeiten erkennen, wie sie für ihr Zeugnis die Verantwortung übernehmen können:

Präsident Russell M. Nelson

Betet täglich, ernsthaft und demütig. Labt euch an den Worten der Propheten von einst und von heute. Bittet den Herrn, euch zu zeigen, wie ihr ihn besser hören könnt. Verbringt mehr Zeit im Tempel und mit der familiengeschichtlichen Forschung.

Wenn ihr euer Zeugnis ganz in den Vordergrund rückt, könnt ihr Wunder erwarten. („Entscheidungen für die Ewigkeit“)

Sie können Fragen wie die folgenden stellen, um den Schülern zu helfen, die Wahrheiten, mit denen sie sich befasst haben, auf sich selbst zu beziehen:

  • Wie kann es sich wohl auf folgende Punkte auswirken, wenn ihr mehr Verantwortung für euer Zeugnis übernehmt?

    • eure Herangehensweise an diesen Kurs

    • das Ziel für euer Schriftstudium

    • eure Gebete

  • Was habt ihr schon unternommen, um die Verantwortung für euer Zeugnis zu übernehmen? Womit hat der Herr euch gesegnet?

Fordern Sie die Schüler auf, sich zu überlegen, was sie tun wollen, um mehr Verantwortung für ihr Zeugnis zu übernehmen. Ermuntern Sie sie, konkrete Punkte dazu aufzuschreiben, wie sie ihre Ziele erreichen wollen. Sie können im Laufe des Semesters regelmäßig nachfassen und die Schüler bitten, von ihrem Fortschritt zu berichten.

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Wie kann mein Studium des Alten Testaments meinen Glauben an den Erretter stärken?

Zeigen Sie die folgenden Fragen und lassen Sie die Schüler diese zu zweit besprechen:

  • Welche Geschichte oder Person kommt euch in den Sinn, wenn ihr an das Alte Testament denkt? Warum?

  • Was ist eurer Meinung nach der Zweck des Alten Testaments?

Bitten Sie einige Schüler, der Klasse ihre Antworten auf diese Fragen vorzutragen. Dann könnten Sie die folgende Aussage von Präsident M. Russell Ballard vorlesen:

Präsident M. Russell Ballard

Das erste Zeugnis für Christus ist das Alte Testament in der Bibel, in dem das Kommen des Erretters, sein großartiges Leben und sein befreiendes Sühnopfer vorhergesagt und prophezeit wird. („Das Wunder der Bibel“, Liahona, Mai 2007, S. 82)

  • Was erfahren wir durch diese Aussage über einen der Zwecke des Alten Testaments? (Die Schüler könnten eine Wahrheit wie diese herausarbeiten: Das Alte Testament gibt Zeugnis für Jesus Christus. Sie könnten den Schülern auch helfen, in den folgenden Schriftstellen Belege für diese Wahrheit zu finden: Johannes 5:39; 1 Nephi 19:23; und 2 Nephi 11:4.)

Erklären Sie, dass die Verfasser des Alten Testaments unterschiedliche Methoden anwandten, um den Menschen zu helfen, mehr über Jesus Christus zu erfahren. Dazu gehörten Gegenstände und Symbole, prophetische Lehren und sogar die Erfahrungen einzelner Menschen.

Bitten Sie die Schüler, zur Übung im Alten Testament nach Jesus Christus zu suchen, indem sie mindestens eine der Aufgaben auf dem Arbeitsblatt „Jesus Christus im Alten Testament ausfindig machen“ bearbeiten. Die Schüler können das Arbeitsblatt zu zweit oder in kleinen Gruppen ausfüllen. (Weitere Informationen und Übungen finden Sie unter „Jesus Christus in den Mittelpunkt stellen“ in den Kompetenzen für das Schriftstudium.)

Arbeitsblatt: „Jesus Christus im Alten Testament ausfindig machen“

Geben Sie den Schülern Zeit, als Klasse zu besprechen, was sie bei ihrem Studium gelernt haben. Außerdem könnten Sie dazu auch eine Frage wie diese stellen:

  • Inwiefern könnt ihr Jesus Christus näherkommen, wenn ihr im Alten Testament nach ihm sucht?

Fordern Sie die Schüler auf, beim Studium des Alten Testaments eifrig nach dem Erretter Ausschau zu halten.

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Was lehrt mich das Alte Testament über meine Bündnisbeziehung zu Gott?

Lesen Sie die folgende Aussage von Emily Belle Freeman vor und bitten Sie die Schüler, die nachfolgenden Fragen zu zweit zu besprechen.

Emily Belle Freeman

Bei einem Bündnis geht es nicht bloß um einen Vertrag, auch wenn das wichtig ist. Es geht um eine Beziehung. („Unser Weg in einer Bündnisbeziehung zu Christus“, Liahona, November 2023, S. 78)

  • Inwiefern ist ein Bund mit Gott wie eine Beziehung?

  • Was macht eine gute Beziehung aus?

Erklären Sie, dass Gott sich im Alten Testament immer wieder liebevoll bemüht hat, die Beziehung zu seinen Kindern zu vertiefen, indem er Bündnisse mit ihnen schloss. Wir bezeichnen den Bund, den Gott mit Abraham und seinen Nachkommen geschlossen hat, oft als den Bund mit Abraham. Die Israeliten zur Zeit des Alten Testaments sahen sich als das Bundesvolk des Herrn.

Bitten Sie die Schüler, Genesis 12:1-3; 17:4-8 und Exodus 19:5,6 zu lesen und auf die Segnungen zu achten, die Gott Abraham und seinen Nachkommen als Teil seines Bundes mit ihnen verheißen hat. Fragen Sie nach, was die Schüler herausgefunden haben. Sie könnten dazu auch eine Frage wie diese stellen:

  • Was lernt ihr aus diesen Versen über Gott? (Die Schüler könnten Wahrheiten wie diese herausarbeiten: Gott möchte mit seinen Kindern Bündnisse schließen. Wenn wir Bündnisse mit Gott schließen, verheißt er uns große Segnungen, die uns näher zu ihm führen werden.)

Sie könnten miteinander über die folgende Aussage von Präsident Russell M. Nelson sprechen:

Präsident Russell M. Nelson

Sobald wir mit Gott einen Bund schließen, lassen wir den neutralen Boden für immer hinter uns. Gott gibt die Beziehung zu denen, die eine solche Bindung zu ihm aufgebaut haben, nicht auf. Genau genommen haben alle, die einen Bund mit Gott eingehen, Zugang zu einer ganz besonderen Art der Liebe und Barmherzigkeit. Im Hebräischen wird diese mit dem Bund einhergehende Liebe als hesed (חֶסֶד) bezeichnet. …

Hesed Hesed ist eine ganz besondere Liebe und Barmherzigkeit, die Gott für diejenigen empfindet und sie ihnen anbietet, die mit ihm einen Bund geschlossen haben. Und wir zeigen uns erkenntlich, indem wir ihm ebenso hesed entgegenbringen.

Weil Gott denjenigen, die mit ihm einen Bund geschlossen haben, hesed entgegenbringt, liebt er sie. Er nimmt sich ihrer weiterhin an und bietet ihnen Gelegenheiten, sich zu ändern. Er vergibt ihnen, wenn sie umkehren. Sollten sie vom Weg abirren, hilft er ihnen, den Weg zu ihm zurück zu finden.

Sobald wir einen Bund mit Gott geschlossen haben, wird unsere Beziehung zu ihm sehr viel enger als zuvor. Jetzt sind wir aneinander gebunden. Aufgrund unseres Bundes mit ihm wird Gott nie müde, uns zu helfen, und seine barmherzige Geduld mit uns erschöpft sich niemals. Im Herzen Gottes hat jeder von uns einen ganz besonderen Platz. Er hat große Erwartungen, was uns betrifft. („Der immerwährende Bund“, Liahona, Oktober 2022, S. 5f.)

  • Was ist für euch besonders bedeutsam an dieser Aussage?

  • Was bedeutet es wohl, Gott „ebenso hesed entgegen[zu]bringen“?

Erläutern Sie den Schülern, dass das Alte Testament voller Beispiele dafür ist, wie Gott seinem Volk die mit dem Bund einhergehende Liebe (hesed) zeigt. Bitten Sie die Schüler, einige der folgenden Schriftstellen auszuwählen (oder andere, die sie selbst gefunden haben) und nach Beweisen für Gottes mit einem Bund einhergehende Liebe zu suchen.

Geben Sie den Schülern ausreichend Zeit und lassen Sie sie dann einem Mitschüler oder einer kleinen Gruppe erzählen, was sie bei ihrem Studium über Gott gelernt oder für ihn empfunden haben. Sie könnten auch Fragen wie die folgenden gemeinsam besprechen:

  • Was habt ihr über das Schließen und Halten von Bündnissen gelernt, woran ihr euch erinnern können möchtet?

  • Welche Erlebnisse haben euch geholfen, die besondere Liebe und Barmherzigkeit, die Gott euch entgegenbringt, zu erkennen?

Fordern Sie die Schüler auf, beim Studium des Alten Testaments auf Bündnisbeziehungen zu achten. Die Schüler könnten auch Eindrücke zu ihrer Bündnisbeziehung zum Vater im Himmel aufschreiben, die sie vom Heiligen Geist erhalten haben, und erläutern, wie sie ihre Beziehung zu ihm vertiefen und bedeutungsvoller gestalten können.

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