Propheten Gottes
Auf die Stimme des Propheten zu hören und ihr zu folgen, ist entscheidend dafür, dass wir bis zum Zweiten Kommen an allem Guten festhalten
Liebe Jugendliche! Ist das nicht eine wundervolle Konferenzversammlung? Wir haben schon drei lebende Apostel Jesu Christi hören dürfen. Was für ein herrlicher Segen! Und wir werden einen weiteren hören: Elder Henry B. Eyring. Unser geistiges Festmahl geht also weiter!
Bei meiner Ansprache im letzten Jahr haben wir uns anhand von Davids Kampf gegen Goliat vor Augen geführt, wie wir dieser Welt begegnen können. Erinnert ihr euch noch an die fünf Steine? Heute gehe ich auf eine Geschichte aus dem Alten Testament ein, die ich las, als ich in eurem Alter war, und die in mir den Wunsch weckte, wie die Protagonistin zu sein. Aus der Bibel erfahren wir nicht ihren Namen, daher nennen wir sie die Frau aus Schunem, denn so hieß ihr Wohnort.
Eines Tages kam der Prophet Elischa durch Schunem. In der Bibel heißt es: „Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam.“ Ich kann mir vorstellen, dass sich der Prophet Elischa sehr über die Einladung, bei ihr zu essen, freute. Er war schon ein paar Mal dagewesen, als die Frau eines Tages zu ihrem Mann sagte: „[Jetzt weiß ich,] dass dieser Mann … ein heiliger Gottesmann ist.“
Die Frau sagte: „Jetzt weiß ich.“ Sie lud Elischa also offenbar zuerst zu sich ein, ohne zu wissen, dass er der Prophet war. Sie empfing ein Zeugnis durch den Heiligen Geist und indem sie genau zuhörte, was Elischa sagte und lehrte. (Ihr wisst ja, damals gab es noch keine Fotos! Es war also kaum möglich, den Propheten nur am Gesicht zu erkennen.)
Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Eines Tages sagte die Frau zu ihrem Mann: „Wir wollen ein kleines … Obergemach herrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen.“
Diese gläubige Frau richtete in ihrem Haus bereitwillig ein Zimmer her, damit der Prophet eine Bleibe hatte, wenn er sich in der Stadt aufhielt.
Aus dieser Begebenheit können wir heute etwas Eindringliches lernen.
Der Herr bezeugte der Frau aus Schunem, dass Elischa ein Prophet Gottes war – woraufhin sie ihm ihr Haus öffnete und ihn empfing.
Auch wir können von den heutigen Propheten Gottes ein persönliches Zeugnis erlangen und Herz und Sinn – unser Haus sozusagen – für die Botschaft öffnen, die unser Vater im Himmel in diesen Letzten Tagen für uns hat.
Liebe Jugendliche, bitte stellt euch diese Frage: Habe ich ein persönliches Zeugnis von Gottes lebenden Propheten?
Fangen wir da einmal von vorne an.
Was ist ein Prophet? Ein Prophet ist ein Mann, den Gott als seinen Sprecher berufen hat. Genau wie in alter Zeit gibt es auch heutzutage Propheten auf der Erde.
Propheten sind Seher und Offenbarer. Das heißt, sie können sehen, was andere nicht sehen können, und sie können von künftigen Ereignissen prophezeien. Zudem können sie uns auf Unheil vorbereiten. Die Propheten empfangen Gebote und Offenbarungen vom Herrn. Im 9. Glaubensartikel geht es um fortdauernde Offenbarung in diesen Letzten Tagen. Er lautet: „Wir glauben alles, was Gott offenbart hat, und alles, was er jetzt offenbart; und wir glauben, dass er noch viel Großes und Wichtiges offenbaren wird, was das Reich Gottes betrifft.“
Elder Gary E. Stevenson hat erklärt: „Der Herr offenbart seinen Propheten auch heute noch seine Gebote und seinen Willen, weil er uns in diesem Leben Glücklichsein und im nächsten Leben celestiale Herrlichkeit ermöglichen möchte.“
Außerdem verkünden die Propheten das Evangelium und sind inspirierte Lehrer und Boten Gottes für alle Menschen auf Erden.
Jedes Mitglied der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf Apostel ist ein Prophet, Seher und Offenbarer. Angeleitet vom Herrn sind diese Brüder als Ratsgremium tätig und haben als solches die Vollmacht, die Lehre zu verkünden und auszulegen und Richtlinien für die Kirche Christi festzulegen. Sie beten mit Bedacht und beratschlagen miteinander, denn die Entscheidungen dieser Kollegien müssen einstimmig erfolgen. Auf diese Weise sichert uns der Herr zu, dass sein Wille geschieht.
Propheten geben Zeugnis für Christus – für sein Wirken und dafür, dass er lebt und ein Gott ist.
Lesen wir doch einige Zeugnisse von Propheten aus dem Buch Mormon.
Abinadi verkündete:
„Gott selbst [wird] unter die Menschenkinder herabkommen … und sein Volk erlösen …
Und weil er im Fleische wohnt, wird er der Sohn Gottes genannt werden.“
Samuel der Lamanit bezeugte ebenfalls, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der Vater des Himmels und der Erde, der Schöpfer aller Dinge von Anfang an.
Und der Prophet Moroni bekräftigte: „Ich [habe] Jesus gesehen [und er hat] von Angesicht zu Angesicht mit mir geredet.“
Mit das Erste, was Christus machte, als er den Nephiten erschien, war die Berufung der Zwölf Apostel. Den Menschen sagte er: „Gesegnet seid ihr, wenn ihr die Worte dieser Zwölf beachtet, die ich … erwählt habe.“
Nun einige Worte an die Eltern oder andere Familienmitglieder, die Kinder großziehen: Der Herr selbst lehrte Adam und Eva sämtliche Wahrheiten, die mit dem Erlösungsplan zusammenhängen. Dann sagte er zu ihnen: „[Ich gebe] dir das Gebot, dies alles deine Kinder frei und offen zu lehren.“
Was bedeutet „frei und offen lehren“? Es bedeutet, sich mit den Evangeliumswahrheiten zu befassen, ein persönliches Zeugnis davon zu haben und dieses Wissen an unsere Kinder weiterzugeben. Es bedeutet, Gelegenheiten zur Unterweisung stets zu ergreifen, seien es formelle oder informelle Anlässe. Es bedeutet, gemäß unserem Wissen und Zeugnis zu leben.
Im Buch Mormon werden die 2060 jungen Krieger als „Männer der Wahrheit und Ernsthaftigkeit“ bezeichnet, „denn man hatte sie gelehrt, die Gebote Gottes zu halten und untadelig vor ihm zu wandeln“. Glaubensvoll gehorchten diese jungen Männer Helaman, der damals sowohl ihr Heerführer als auch ihr Prophet war, und ihnen war bewusst, dass ihre Mütter ihnen Wahrheit und Glauben ins Herz gepflanzt hatten.
Liebe Eltern, in dieser Welt, wo so viele Stimmen tönen und zuweilen große Finsternis herrscht, hat Gott selbst uns geboten, unsere Kinder in Licht und Wahrheit aufzuziehen. Er hat uns die Aufgabe anvertraut, dass wir unseren Kindern die errettenden Wahrheiten des Evangeliums vermitteln sollen. Wenn wir das nicht tun, übernimmt das gewiss nicht die Welt.
Meine lieben jungen Freunde, ich habe eine Bitte an euch: Kniet euch in den kommenden Tagen hin, öffnet euer Herz und betet glaubensvoll zum Vater im Himmel. Bittet ihn, er möge euch bestätigen, dass sein erwählter Prophet und seine Apostel in dieser Zeit seine Stimme auf Erden sind.
Von der Frau aus Schunem lernen wir, dass wir durch den Heiligen Geist ein Zeugnis erlangen können. Ich verheiße euch: Sobald wir wissen, dass sie die Gesalbten Gottes sind, wird unser Leben leichter, auch wenn Schwierigkeiten andauern, da wir ihrer Stimme dann nämlich voller Vertrauen, Glauben und Hoffnung folgen. Auf die Stimme des Propheten zu hören und ihr zu folgen, ist entscheidend dafür, dass wir bis zum Zweiten Kommen unseres Erretters an allem Guten festhalten.
Die Schlechtigkeit der Welt nimmt zu, aber die Kirche Jesu Christi und sein Reich sind stärker als je zuvor. Zion legt seine Prunkgewänder an, und der Thron Christi wird nicht umstürzen. Der Herr erwartet von uns, dass wir in unserem Zeugnis stark sind, glaubensvoll sind und täglich umkehren. Unser Heiland Jesus Christus zählt darauf, dass ein jeder von uns sein Werk weiter voranbringt.
Der Prophet Joseph Smith hat einmal gefragt: „Brüder, sollen wir in einer so großen Sache nicht vorwärtsgehen?“ Doch da meine Botschaft hauptsächlich euch Jugendlichen gilt, möchte ich statt Brüder hier Ihr Jugendlichen einsetzen. Bereit?
„[Ihr Jugendlichen], sollen wir in einer so großen Sache nicht vorwärtsgehen? Geht vorwärts und nicht rückwärts! Mut, [ihr Jugendlichen], und auf, auf zum Sieg! Lasst euer Herz sich freuen und überaus froh sein.“
Ich bin für die Führung der lebenden Propheten und ihre dem Herrn geweihten Anstrengungen dankbar. Ich bezeuge feierlich, dass sie von Gott dazu berufen worden sind, sein Reich heute auf Erden hervorzubringen, aufzurichten und zu leiten. Und so wird es auch immer sein! Es wird immer der Herr sein, der sich seine Diener erwählt. Im Namen Jesu Christi. Amen.