Hilfen für das Schriftstudium
Exodus 1 bis 6
Die Kinder Israel wurden in Ägypten immer zahlreicher, und ein neuer Pharao machte sie zu Sklaven. Der Pharao befahl, dass alle hebräischen neugeborenen Jungen getötet werden sollten. Mose wurde von seiner Mutter gerettet und von der Tochter des Pharao aufgezogen. Der Herr hörte das Schreien der Israeliten und berief Mose, sie aus der Knechtschaft zu befreien. Nachdem Mose seine Besorgnis über seine Fähigkeiten zum Ausdruck gebracht hatte, verhieß der Herr, mit ihm zu sein und ihm die Macht zu geben, Israel zu befreien. Außerdem stellte der Herr dem Mose Aaron als Sprecher zur Seite. Mose und Aaron baten den Pharao, die Israeliten freizulassen, doch der Pharao weigerte sich und vergrößerte ihre Lasten. Als Mose um Hilfe betete, versicherte ihm der Herr, dass er seine Bündnisse erfüllen und die Israeliten befreien würde.
Material
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Hintergrund und Kontext
Was ist das Buch Exodus?
Das Buch Exodus ist der Bericht über den Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft und über ihre Vorbereitungen auf die Übernahme des verheißenen Landes als Bundesvolk des Herrn. Das Wort Exodus bedeutet „Auszug“. In diesem Buch eröffnet sich uns Jehovas große Macht und seine mit einem Bund einhergehende Liebe. Das Buch Exodus enthält auch Einzelheiten über die Kindheit des Mose und den Beginn seines Wirkens als großer Prophet des Herrn.
Die Ereignisse, von denen in Exodus berichtet wird – der Herr teilt das Rote Meer, sorgt für Manna in der Wüste, gibt die Zehn Gebote usw. – wurden zur Grundlage für Israels Identität als Volk. Jesus Christus und seine Propheten haben sich beim Vermitteln einer Vielzahl von Evangeliumsgrundsätzen auf diese Wunder bezogen. Israels Flucht aus der Sklaverei und seine Durchquerung der Wüste können als Sinnbild für unseren Weg durch eine gefallene Welt zurück in die Gegenwart Gottes verstanden werden.
Das Buch Exodus ist in zwei Hauptabschnitte unterteilt. In den Kapiteln 1 bis 18 wird von der Berufung des Mose und der Befreiung Israels aus der Knechtschaft berichtet. In den Kapiteln 19 bis 40 wird der Bund des Herrn mit Israel beschrieben, wie er auf dem Berg Sinai sein Gesetz gibt sowie der Bau des Offenbarungszeltes.
Was könnte es bedeuten, dass der neue König von Ägypten „Josef nicht gekannt hatte“?
Viele Wissenschaftler glauben, dass Nordägypten zur Zeit Josefs von den nichtägyptischen Hyksos regiert wurde. Letztlich wurden diese fremden Herrscher von einer neuen Dynastie gestürzt, was die Aussage erklären könnte, dass „ein neuer König an die Macht“ kam. Der neue Pharao wurde aus einer Vielzahl von Gründen misstrauisch gegenüber den Israeliten, unter anderem wegen ihrer wachsenden Bevölkerung, der Möglichkeit, dass sie sich mit den Feinden Ägyptens verbünden könnten, und möglicherweise aufgrund ihrer Verbindung zu den ehemaligen Hyksos-Herrschern..
Was ist damit gemeint, dass die Hebammen Gott fürchteten?
Die hebräischen Hebammen Pua und Schifra widersetzten sich dem Befehl des Pharao, die hebräischen Söhne zu töten, weil sie „[Gott] fürchteten“. Gott zu fürchten bedeutet, Ehrfurcht und tiefe Achtung vor ihm zu haben.
Elder David A. Bednar hat erklärt: „Im Gegensatz zu weltlicher Furcht, die Unruhe und Besorgnis auslöst, ist die Gottesfurcht eine Quelle des Friedens, der Zuversicht und des Vertrauens.“ Er hat außerdem gesagt, dass Gottesfurcht „tiefe Ehrfurcht und Achtung vor dem Herrn Jesus Christus …, Gehorsam gegenüber seinen Geboten … und die Erwartung des Jüngsten Gerichts und der Gerechtigkeit Gottes“ umfasst.
Pua und Schifra bieten dem Pharao die Stirn, Darstellung von Sallie Clinton Poet
Was war bedeutend am Leben und Wirken des Mose?
Mose war einer der größten Propheten, die die Welt je gekannt hat. Sein Leben und seine Mission waren Jahrhunderte vor seiner Geburt Gegenstand der Prophezeiungen Josefs aus Ägypten. Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen dem Leben des Mose und dem Leben und der Mission Jesu Christi, der als „ein … Prophet … wie [Mose]“ bezeichnet wurde. Als der Herr Mose als Propheten berief, sagte er zu ihm: „Du bist im Ebenbild meines Einziggezeugten.“
In der folgenden Tabelle sind einige der Ähnlichkeiten zwischen Mose und Jesus Christus aufgeführt.
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Schriftstellen über Mose |
Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus |
Schriftstellen über Jesus Christus |
|---|---|---|
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide entkamen als Kleinkinder einem Todesurteil. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide wurden berufen, Israel zu befreien. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide wurden vom Geist auf einen hohen Berg geführt, wo ihnen die Reiche der Welt gezeigt wurden. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide gingen siegreich aus dem Kampf mit dem Satan hervor. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide blieben im Exil, bis der jeweilige Herrscher, der ihnen nach dem Leben getrachtet hatte, gestorben war. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide hatten Macht über die Winde und das Meer. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide versorgten ihre Anhänger auf wundersame Weise mit Brot. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide sorgten für lebensrettendes Wasser. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide waren große Gesetzgeber. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Schriftstellen über Mose | Gemeinsamkeiten zwischen Mose und Jesus Christus Beide waren Mittler zwischen Gott und ihrem Volk. | Schriftstellen über Jesus Christus |
Was wissen wir über die Kindheit des Mose in Ägypten?
Bas Buch Exodus bietet nur begrenzte Informationen über Moses Leben in Ägypten, nachdem er von der Tochter des Pharao adoptiert worden war. Die Apostelgeschichte bietet jedoch zusätzliche Einblicke in die frühen Lebensjahre des Mose. Stephanus hat erklärt: „Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter ausgebildet und er war mächtig in Wort und Tat.“ Und der jüdische Geschichtsschreiber Josephus ging davon aus, dass Mose ein gut ausgebildeter Fürst und Feldherr im Dienste Ägyptens gewesen war.
Die Worte des Stephanus deuten darauf hin, dass Mose wusste, dass er derjenige sein würde, der die Hebräer aus Ägypten befreit. Er hat erklärt: „Als [Mose] vierzig Jahre alt war, reifte in ihm der Gedanke, nach seinen Brüdern, den Söhnen Israels, zu sehen. … Er dachte, seine Brüder würden begreifen, dass Gott ihnen durch seine Hand Rettung bringen wolle; doch sie begriffen es nicht.“
Warum erschlug Mose einen Ägypter?
Der Bericht darüber, wie Mose einen ägyptischen Aufseher erschlagen hat, ist kurz und es fehlen viele Einzelheiten. Das hebräische Wort, das in Vers 11 mit „schlug“ übersetzt wird, wird in Vers 12 mit „erschlug“ übersetzt und beschreibt die Gewalttätigkeit von Soldaten. Dies deutet darauf hin, dass das Leben des hebräischen Sklaven wirklich in Gefahr war. Mit anderen Worten tötete Mose den Ägypter, um das Leben des Hebräers zu retten. Moses Handlungen vor und nach dem Vorfall deuten darauf hin, dass er wusste, dass die Ägypter das, was er tat, nicht gutheißen würden. Da er jedoch zur Verteidigung handelte, war Mose nicht des Mordes schuldig.
Wer war Jitro?
Jitro (auch bekannt als Reguël) war der Hohepriester von Midian, einer Region östlich von Ägypten. Als Midianit war Jitro ein Nachkomme von Abraham und Ketura durch ihren Sohn Midian. Mose heiratete Zippora, eine der Töchter Jitros. In neuzeitlichen heiligen Schriften erfahren wir, dass Jitro das Priestertum durch die Abstammung Abrahams empfangen hatte und dass er das Priestertum an Mose übertragen hat.
In welcher Beziehung stand Gottes Bund mit Abraham, Isaak und Jakob zu den Israeliten in Ägypten?
Der Herr hat durch seine Bündnisse mit Abraham, Isaak und Jakob bemerkenswerte Verheißungen gemacht. Zu diesen Verheißungen gehörte, dass Könige und Völker von Abraham abstammen würden, dass alle Völker der Erde durch seine Nachkommen gesegnet werden würden und dass Abraham und seine Nachkommen das Land Kanaan „zum ewigen Besitz“ erhalten würden. Der Herr verhieß Abraham auch, dass seine Nachkommen zwar eines Tages „in einem Land …, das ihnen nicht gehört“, versklavt werden würden, dass sie aber letztlich „mit reicher Habe ausziehen“ würden.
Nach Jahrhunderten der Versklavung in Ägypten hatten die Israeliten vielleicht das Gefühl, dass Gott sie vergessen hatte. Aber Exodus 2:24 erinnert uns daran, dass „Gott … seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob“ gedachte. Der Herr wird seine Bündnisse mit seinem Volk immer einhalten. Präsident Russell M. Nelson hat erklärt: „Sobald wir einen Bund mit Gott geschlossen haben, wird unsere Beziehung zu ihm sehr viel enger als zuvor. Jetzt sind wir aneinander gebunden. Aufgrund unseres Bundes mit ihm wird Gott nie müde, uns zu helfen, und seine barmherzige Geduld mit uns erschöpft sich niemals. Im Herzen Gottes hat jeder von uns einen ganz besonderen Platz.“
Was ist so bedeutsam an dem Ort, an dem Mose den Herrn sah?
Moses Begegnung mit dem Herrn am brennenden Dornbusch fand am „Gottesberg Horeb“ statt. Der Horeb wird auch Berg Sinai genannt. Hier erhielt Mose vom Herrn später das Gesetz und die Zehn Gebote.
Was lernen wir anhand des brennenden Dornbuschs über die Herrlichkeit Gottes?
Gott sprach zu Mose zunächst aus einem Dornbusch auf dem Berg Sinai, der „im Feuer [brannte], aber … nicht verzehrt“ wurde. Dies ist die erste aufgezeichnete Begebenheit, bei der der Herr dem Mose erschienen ist. Später, bevor er die Kinder Israel aus Ägypten führte, sprach Mose noch einmal mit dem Herrn – diesmal „von Angesicht zu Angesicht“. Bei diesem Gespräch war „die Herrlichkeit Gottes auf Mose …; darum konnte Mose seine Gegenwart ertragen“.
In den heiligen Schriften werden in Beschreibungen von Gottes Gegenwart oft Begriffe wie Helligkeit, Herrlichkeit oder Feuer verwendet. Als der Herr dem Mose bei einer anderen Gelegenheit auf dem Sinai erschien, war seine Erscheinung „wie verzehrendes Feuer“. Die Kinder Israel wurden auf ihrem Weg durch die Wüste von der Gegenwart des Herrn in einer „Feuersäule“ geleitet. In einem Bericht über die erste Vision beschrieb der Prophet Joseph Smith eine Feuersäule, die die umliegenden Bäume nicht verzehrte. Lehi beschrieb eine Feuersäule auf einem Felsen. Andere Propheten haben ähnliche Begriffe verwendet, um die Herrlichkeit Gottes zu beschreiben.
Mose und der brennende Dornbusch, Darstellung von Jerry Thompson
Welche Bedeutung hat der Name „Ich bin“?
Der hebräische Name für den Gott Israels ist JHWH, ein Wort, das im Deutschen üblicherweise als Jehova übersetzt wird. Dieser Name basiert auf dem Verb „sein“ und kann „Er ist“ oder in der ersten Person „Ich bin“ bedeuten. In diesem Namen spiegelt sich die ewige Natur Jesu Christi wider. Elder D. Todd Christofferson hat erklärt: „Er ist sowohl als Jehova als auch als der Messias der große Ich-bin, der Gott, der aus eigenem Willen und eigener Macht existiert. Er existiert ganz einfach und wird ewig existieren.“
Hat Gott das Herz des Pharao verhärtet?
Die Verhärtung des Herzens des Pharao ist ein wiederkehrendes Thema in den ersten Kapiteln von Exodus. In vielen dieser Schriftstellen heißt es, dass der Herr das Herz des Pharao verhärtet hat. In der Joseph-Smith-Übersetzung ist jedoch jede dieser Schriftstellen dahingehend überarbeitet, dass der Pharao sein Herz selbst verhärtet hat. Diese Überarbeitungen betonen die Entscheidungsfreiheit des Pharao, kraft der er sich Gottes Willen widersetzte.
Warum war der Herr zornig auf Mose?
Der Bericht darüber, dass Gott den Mose töten wollte, ist schwer zu verstehen, da es dem Text an vielen wichtige Einzelheiten mangelt. In der Joseph-Smith-Übersetzung wird darauf hingedeutet, dass der Herr zornig auf Mose war, weil dieser es versäumt hatte, seinen Sohn zu beschneiden, und dass Zippora dem Mose das Leben rettete, indem sie die Beschneidung selbst durchführte.
Kannten die alten Patriarchen Jehovas Namen?
Was in Exodus 6:3 steht, deutet darauf hin, dass Abraham, Isaak und Jakob der Name Jehova nicht bekannt war. Diese Vermutung steht jedoch im Widerspruch zu früheren Berichten aus dem Alten Testament, die besagen, dass der Name des Herrn früheren Menschen bekannt war. In der Joseph-Smith-Übersetzung ist die Reihenfolge der Worte in diesem Vers dergestalt, dass eine rhetorische Frage mit einer impliziten positiven Antwort gestellt wird, und nicht etwa etwas erklärt wird: „War ihnen mein Name denn nicht bekannt?“
Mehr dazu
Rechtschaffene Frauen
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Heather B. Moore, „The Women in Moses’s Life“, Online-Artikel, Liahona, März 2022, Archiv Kirchenliteratur
Moses Berufung als Prophet
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Neil L. Andersen, „Der Prophet Gottes“, Liahona, Mai 2018, S. 24–27
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Willard Elieson und Michael Magleby, „Was wir von Mose zum Thema Menschenführung lernen“, Online-Artikel, Liahona, April 2022, Archiv Kirchenliteratur
Medien
Bilder
Die Beschützerin (Schifra), Darstellung von Elspeth Young
Die Mutter des Mose, Darstellung von Simeon Solomon/Bridgeman Images
Glaube am Flussufer, Darstellung von Anne Marie Oborn
Mose wird von der Tochter des Pharao im Schilf gefunden, Darstellung von George Soper
Denn sie hatte Mitleid mit ihm, Darstellung von Eva Timothy
Ein überlieferter Standort des Berges Sinai in Ägypten