„Genesis 37 bis 41“, Hilfen für das Schriftstudium: Altes Testament, 2025
Hilfen für das Schriftstudium
Genesis 37 bis 41
Josef wurde vom Herrn und von seinem Vater Jakob begünstigt, von seinen Brüdern hingegen gehasst und beneidet. Josefs Brüder verkauften ihn an Potifar in Ägypten. Der Herr stand Josef in dessen Bedrängnissen bei. In Potifars Haus hatte er Erfolg, bis man ihn zu Unrecht beschuldigte und ins Gefängnis warf. Im Gefängnis hatte Josef Erfolg und er deutete die Träume des Obermundschenks und des Oberbäckers des Pharaos. Josef deutete dann die Träume des Pharao, in denen vor einer bevorstehenden Hungersnot gewarnt wurde. Der Pharao machte Josef zu einem Herrscher in Ägypten, und Josef setzte einen Plan um, Lebensmittel für die Hungersnot zu lagern.
Material
Hinweis: Wird eine Quelle zitiert, die nicht von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage herausgegeben wurde, bedeutet dies nicht, dass diese Quelle oder ihr Verfasser von der Kirche unterstützt wird oder den offiziellen Standpunkt der Kirche vertritt.
Hintergrund und Kontext
Inwiefern war Josef Jesus Christus ähnlich?
Viele Aspekte von Josefs Leben erinnern uns an Jesus Christus. Zum Beispiel:
Was für einen Rock hat Josef bekommen?
Das hebräische Wort, das in der Bibel mit „Rock“ übersetzt wird, kann sich auch auf ein „Gewand“, eine „Robe“ oder eine „Tunika“ beziehen. Wissenschaftler vermuten, dass der Ausdruck „bunter Rock“ ein reich besticktes Kleidungsstück beschreiben könnte, das bis zu den Handflächen und Füßen reichte. Es ist möglich, dass Josef diesen Rock erhielt, um seine Rolle als Jakobs Sohn, dem das Erstgeburtsrecht zustand, zu symbolisieren. Josefs Gewand, seine Träume und die Gunst seines Vaters trugen dazu bei, dass seine Brüder eifersüchtig auf ihn waren.
Was erfahren wir im Buch Mormon über Josefs Rock?
Im Buch Mormon lieferte Hauptmann Moroni zusätzliche Informationen über Josefs Rock, die in der Bibel nicht aufgezeichnet sind. Er erklärte, Josefs Brüder hätten seinen Rock in Stücke zerrissen und eines der Stücke sei erhalten geblieben. Jakob, Josefs Vater, prophezeite später, dass das übriggebliebene Stück von Josefs Rock einen Überrest von Josephs Nachkommen symbolisierte, der von Gott bewahrt werden würde. Die Nephiten und Lamaniten im Buch Mormon waren ein „Überrest der Nachkommen Josefs“. Der Herr verhieß, dass Josefs Nachkommen „niemals zugrunde gehen würden, solange die Erde besteht“.
Josefs Brüder nehmen ihm seinen Rock weg, Illustration von Sam Lawlor
Warum zerriss Jakob seinen Rock und legte ein Trauergewand an?
Die Menschen im Alten Testament vollzogen oft traditionelle Handlungen oder Zeichen, um ihre Trauer auszudrücken. Jakob zerriss seinen Rock und zog ein Trauergewand aus Sackleinen an, als er glaubte, Josef sei tot. Sackleinen war ein grober Stoff aus Ziegen- oder Kamelhaar, der in Zeiten der Trauer oder der Umkehr getragen wurde. Das Tragen von Sackleinen war oft mit dem Zerreißen der Kleidung verbunden.
Was wissen wir darüber, was sich zwischen Juda und Tamar zugetragen hat?
Die Israeliten in alter Zeit folgten einem Heiratsbrauch, der als „Schwagerehe“ oder „Leviratsehe“ bekannt wurde. Levir ist das lateinische Wort für „Bruder des Ehemanns“. Nach diesem Gewohnheitsrecht hatte eine kinderlose Witwe das Recht, den nächstältesten Bruder ihres Mannes oder den nächsten lebenden männlichen Verwandten zu heiraten. Kinder, die aus diesen Schwagerehen hervorgingen, wurden im Namen des verstorbenen Ehemannes der Frau aufgezogen und galten als seine Kinder, nicht als die seines lebenden Bruders. Schwagerehen sicherten auch die nötige Unterstützung für die Witwe und ein Erbteil innerhalb der Familie.
Nachdem Tamars ersten beiden Ehemänner – Judas ältere Söhne – gestorben waren, versprach Juda ihr, dass sein dritter Sohn, Schela, ihr Mann sein würde, wenn er erwachsen wäre. Als Juda dieses Versprechen nicht hielt, täuschte Tamar ihn, um mit Juda ein Kind zu zeugen. Die Bräuche im Zusammenhang mit der Schwagerehe hätten es Juda erlaubt, Tamar selbst zu heiraten, wenn sie keinen seiner Söhne hätte heiraten können.
Tamar wusste wahrscheinlich, dass ihr Verhalten schwerwiegende Folgen haben konnte. Als Juda anordnete, Tamar zu verbrennen, nachdem er erfahren hatte, dass sie schwanger war, benutzte Tamar den Siegelring, die Schnüre und den Stab, die Juda ihr gegeben hatte, als Beweis dafür, dass er der Vater war. Juda gestand seine Sünde und erklärte: „Sie ist mir gegenüber im Recht.“ Tamars Leben wurde verschont und sie bekam Zwillingssöhne. Durch ihren Sohn Perez wurde Tamar eine Vorfahrin Jesu Christi.
Wie lange war Josef im Gefängnis?
Josef war zwei Jahre lang im Gefängnis, nachdem er die Träume des Obermundschenks und des Oberbäckers gedeutet hatte. Mit etwa 17 Jahren wurde er in die Sklaverei verkauft, und er war 30 Jahre alt, als der Pharao ihn zu seinem Stellvertreter über Ägypten ernannte. Insgesamt verbrachte er etwa 13 Jahre in Potifars Haus und im Gefängnis. Aus dem Bericht geht nicht hervor, wie lange Josef Potifar vor seiner Gefangenschaft gedient hat, aber die Tatsache, dass er sich zum Aufseher des Gefängnisses hochgearbeitet hat, deutet darauf hin, dass es einige Zeit dauerte, bevor der Mundschenk und der Bäcker zu ihm stießen. Es ist möglich, dass Josef drei Jahre oder sogar länger im Gefängnis war.
Josef aus Ägypten im Gefängnis, Darstellung von Jeff Ward
Was bedeuten die Kühe und die Ähren?
Mit dem Wort Kühe ist „Vieh“ gemeint, und der Ausdruck „Ähren“ wird verwendet, um verschiedene Getreidesorten wie Weizen und Gerste zu bezeichnen.
Was bedeutete Josefs ägyptischer Name?
Die ägyptische Bedeutung des Namens Zafenath-Paneach ist unklar. Mögliche Bedeutungen sind „der, der das Verborgene enthüllt“ und „der Gott spricht und lebt“.
Mehr dazu
Josef als Sinnbild für Christus
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„Gemeinsamkeiten zwischen Josef aus Ägypten und Jesus Christus“, Liahona, März 2022, S. 48
Josefs Treue inmitten von Prüfungen
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Kelly R. Johnson, „Der Herr war mit Josef“, Liahona, März 2022, S. 44–47
Das Gesetz der Keuschheit
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Themen und Fragen, „Keuschheit“, Archiv Kirchenliteratur
Josefs Prophezeiung von Hungersnot und Überfluss
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W. Christopher Waddell, „Es gab Brot“, Liahona, November 2020, S. 42–45
Medien
Bilder
Bild von Josef, der nach Ägypten verkauft wird, Darstellung von William Brassey Hole (1846–1917) William Brassey Hole / Privatsammlung / © Look and Learn / Bridgeman Images
Josef wird von seinen Brüdern verkauft, Darstellung von Ted Henninger
Frauen in der Linie Christi, Darstellung von Sallie Clinton Poet
Josef, der Mundschenk und der Bäcker (Josef deutet die Träume der Diener des Pharaos), Darstellung von Del Parson
Josef deutet die Träume des Mundschenks und des Hofbäckers, Darstellung von François Gérard
Josef, der Traumdeuter, Darstellung von Kristi Kirisberg Harmon