„Genesis 1 und 2; Mose 2 und 3; Abraham 4 und 5“, Hilfen für das Schriftstudium: Altes Testament, 2025
Hilfen für das Schriftstudium
Genesis 1 und 2; Mose 2 und 3; Abraham 4 und 5
Der Vater im Himmel leitete die Erschaffung der Erde durch Jesus Christus. Gott erschuf Mann und Frau als sein Abbild. Gott brachte Adam und Eva in den Garten von Eden. Er gab ihnen die Herrschaft über die Tiere, die erschaffen worden waren. Gott ruhte am siebten Tag der Schöpfung. Gott gebot Adam und Eva, Kinder zu bekommen und als Ehemann und Ehefrau gleichwertige Partner zu sein.
Material
Hinweis: Wird eine Quelle zitiert, die nicht von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage herausgegeben wurde, bedeutet dies nicht, dass diese Quelle oder ihr Verfasser von der Kirche unterstützt wird oder den offiziellen Standpunkt der Kirche vertritt.
Hintergrund und Kontext
Was ist das Buch Genesis?
Das Buch Genesis ist das erste der fünf Bücher Mose im Alten Testament. Das Wort Genesis bedeutet „Ursprung“ oder „Geburt“. Genesis ist ein Buch der Anfänge. Dieses Buch beschreibt die Erschaffung der Erde und allen Lebens darauf, den Fall Adams und Evas und wie Sünde in die Welt kam. Auch der Ursprung des Hauses Israel und die Errichtung der Bündnisse Gottes mit seinen Kindern werden darin beschrieben.
Im Großteil des Buches Genesis geht es um das Leben Abrahams, Isaaks, Jakobs und der zwölf Söhne Jakobs. Durch diesen Schwerpunkt sollen die Kinder Israel über die Bündnisse unterwiesen werden, die der Herr mit ihren Vorvätern geschlossen hat. Israel sollte sich ihm durch diesen Bund bei dem Werk anschließen, alle Völker und Familien der Erde zu segnen.
Genesis 1 und 2; Mose 2 und 3; Abraham 4 und 5
Wie kann ich bei der Beschäftigung mit dem Thema Schöpfung vorgehen?
Wenn man sich mit der Schöpfung befasst, darf man nicht vergessen, dass die heiligen Schriften nichts Genaues darüber aussagen, wie oder wann die Erde erschaffen wurde. Aber sie bezeugen, warum die Erde erschaffen wurde und wer der Schöpfer war. Die Schöpfung ist ein wichtiger Bestandteil des Erlösungsplans des himmlischen Vaters. Dank der Schöpfung können wir auf die Erde kommen, einen physischen Körper erhalten, unsere Entscheidungsfreiheit ausüben und beim Schaffen ewiger Beziehungen Freude erfahren.
Die Schöpfung, Darstellung von Annie Henrie Nader
Präsident Russell M. Nelson hat erklärt: „Ich bezeuge, dass die Erde und alles Leben darauf göttlichen Ursprungs ist. Die Schöpfung erfolgte nicht durch Zufall. … Gott hat uns erschaffen, und nicht wir uns selbst! Wir sind sein Volk! Die Schöpfung selbst legt Zeugnis von einem Schöpfer ab. Wir können das Göttliche in der Schöpfung nicht ignorieren. Wenn wir nicht dankbar die Hand Gottes erkennen, sind wir wie ein Goldfisch in einem Glas, der seinem Fürsorger keinerlei Beachtung schenkt.“
Der Herr hat verheißen, dass der Tag kommen wird, an dem die konkreten Einzelheiten zur Erschaffung dieser Erde offenbart werden.
Genesis 1 und 2; Mose 2 und 3; Abraham 4 und 5
Wie lange dauerte die Erschaffung der Erde?
Wir wissen nicht, wie lange Gott nach unserem Zeitmaß gebraucht hat, um die Erde zu erschaffen. Präsident Russell M. Nelson hat erklärt: „Die physische Erschaffung der Erde wurde in Zeitabschnitten durchgeführt. In Genesis und im Buch Mose werden diese Abschnitte Tage genannt. Doch im Buch Abraham werden sie als Zeit bezeichnet. Ob sie nun Tage, Zeiten oder Zeitalter genannt wurde, jede Phase war ein Zeitabschnitt zwischen zwei bestimmten Ereignissen – eine Einteilung der Ewigkeit.“
Genesis 1:1,2; Mose 2:1,2; Abraham 4:1,2
Hat Gott die Erde aus dem Nichts erschaffen?
Manche christliche Kirchen vertreten die Ansicht, Gott habe alles ex nihilo, also „aus dem Nichts“, erschaffen. In Bezug auf die Erschaffung der Erde hat der Prophet Joseph Smith erklärt: „Erschaffen … bedeutet nicht, etwas aus dem Nichts zu erschaffen; es bedeutet, zusammenzufügen und zu gestalten – so wie ein Mensch zum Bau eines Schiffes Baumaterial zusammenstellt.“
Aus dem Schöpfungsbericht Abrahams erfahren wir, dass Jesus Christus die Erde aus bereits vorhandenen „Stoffen“ geformt hat. In Abrahams Bericht wird auch die Formulierung „leer und öde“ verwendet, um die Erde in ihren frühesten Stadien zu beschreiben, und nicht „ohne Gestalt und wüst“.
Genesis 1:26; Mose 2:26; Abraham 4:1-31
Wer war an der Schöpfung beteiligt?
Die Formulierung „Lasst uns Menschen machen als unser Bild“ deutet darauf hin, dass Gott bei der Erschaffung der Welt nicht allein gearbeitet hat. Aus dem Buch Mose geht hervor, dass der Vater im Himmel in diesem Vers zu Jesus Christus spricht. Aus Abrahams Bericht und weiteren prophetischen Quellen geht hervor, dass auch andere Jesus Christus bei der Schöpfung zur Seite gestanden haben könnten.
Genesis 1:26,27; Mose 2:26,27; Abraham 4:26,27
Was bedeutet es, als Abbild Gottes erschaffen worden zu sein?
Präsident Thomas S. Monson hat gesagt: „Gott, unser Vater, hat Ohren, mit denen er unsere Gebete hört. Er hat Augen, mit denen er sieht, was wir tun. Er hat einen Mund, mit dem er zu uns spricht. Er hat ein Herz, mit dem er Mitgefühl und Liebe verspürt. Es gibt ihn wirklich, und er lebt. Wir sind seine Kinder, als sein Abbild geschaffen. Wir sehen ihm ähnlich, und er sieht uns ähnlich.“
In uns Kindern Gottes steckt das Potenzial, einmal so zu werden wie er. In „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“ heißt es: „Alle Menschen – Mann und Frau – sind als Abbild Gottes erschaffen. Jeder Mensch ist ein geliebter Geistsohn oder eine geliebte Geisttochter himmlischer Eltern und hat dadurch ein göttliches Wesen und eine göttliche Bestimmung.“
Präsident Lorenzo Snow hat gesagt: „Wir wurden im Abbild Gottes, unseres Vaters, geboren. Er hat uns so gezeugt, wie er selbst ist. Was das Wesen unseres Geistes betrifft, haben wir göttliche Eigenschaften. Bei unserer geistigen Geburt übertrug unser Vater uns die Fähigkeiten, Kräfte und Anlagen, die er selbst besitzt, so wie das Kind im Schoß der Mutter die Fähigkeiten, Kräfte und Empfindungen seiner Eltern besitzt, wenn auch in unentwickeltem Zustand.“
Genesis 1:28; Mose 2:28; Abraham 4:28
Inwiefern gilt das Gebot des Herrn, sich zu mehren und die Erde zu füllen, auch heute?
In „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“ erklären die Erste Präsidentschaft und die Zwölf Apostel: „Das erste Gebot, das Gott Adam und Eva gab, bezog sich darauf, dass sie als Ehemann und Ehefrau Eltern werden konnten. Wir verkünden, dass Gottes Gebot für seine Kinder, sich zu vermehren und die Erde zu bevölkern, noch immer in Kraft ist. Weiterhin verkünden wir, dass Gott geboten hat, dass die heilige Fortpflanzungskraft nur zwischen einem Mann und einer Frau angewandt werden darf, die rechtmäßig miteinander verheiratet sind.“
Genesis 1:28-30; Mose 2:28-30; Abraham 4:28-30
Was bedeutet es, über die Dinge der Erde zu „walten“?
Als Kinder Gottes, die als sein Abbild erschaffen sind, nehmen Männer und Frauen eine einzigartige Stellung in Gottes Schöpfung ein. Über etwas zu walten bedeutet, über etwas zu „herrschen“. Zu unserer Herrschaft über Gottes Schöpfung gehört auch, dass wir als gute Treuhänder für sie verantwortlich sind. Elder Marcus B. Nash hat gesagt: „Das Erdenleben bedeutet Segen und Verantwortung zugleich. Der Herr verkündet: ‚Siehe, die Tiere des Feldes und die Vögel der Luft und das, was von der Erde kommt, ist dem Menschen zum Gebrauch verordnet, zur Nahrung und zur Kleidung und dass er reichlich habe.‘ (Lehre und Bündnisse 49:19.) Doch die Erde und alles auf ihr ‚ist das Werk [seiner] Hand‘ (Lehre und Bündnisse 29:25). Daher gehört alles Gott. Wir bewohnen die Erde nur vorübergehend und sind somit Treuhänder – keine Eigentümer. Als solche müssen wir vor Gott – dem Eigentümer – Rechenschaft dafür ablegen, wie wir mit seiner Schöpfung umgehen.“
Genesis 2:1-3; Mose 3:1-3; Abraham 5:1-3
Was ist so bedeutsam daran, dass Gott am siebten Tag der Schöpfung ruhte?
Indem der Herr am siebten Tag ruhte, hat er uns ein Muster vorgegeben, dem wir folgen können. Mose gebot er: „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun … Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und ihn geheiligt.“
Am Sabbat zu ruhen, bedeutet nicht, nichts zu tun. Im Schöpfungsbericht sagt der Herr, dass er den siebten Tag „geheiligt“ hat. Das hebräische Wort, das mit „geheiligt“ übersetzt wurde, bedeutet „geheiligt“, „geweiht“ oder „zu Gott gehörend“. Elder David A. Bednar hat gesagt: „Der Sabbat [ist] der Tag Gottes, eine heilige Zeit, die dafür vorgesehen ist, an den Vater zu denken und ihn im Namen seines Sohnes anzubeten, an heiligen Handlungen des Priestertums teilzunehmen und heilige Bündnisse zu empfangen und zu erneuern. … An seinem heiligen Tag sind unsere Gedanken, unsere Taten und unser Auftreten Zeichen, die wir Gott geben, und ein Gradmesser für unsere Liebe zu ihm.“
Was ist der Standpunkt der Kirche zum Thema Evolution?
Aus den heiligen Schriften erfahren wir, dass Adam der erste Mensch war. Manch einer hat sich gefragt, wie diese Wahrheit mit der Theorie der organischen Evolution in Einklang gebracht werden kann. Die Kirche hat keinen offiziellen Standpunkt zur organischen Evolution.
„Wenngleich die Einzelheiten zu dem, was vor Adam und Eva auf der Erde geschah, einschließlich der Erschaffung ihres Körpers, nicht offenbart wurden, sind unsere Lehren über den Ursprung des Menschen klar und stammen aus Offenbarung.
Bevor wir zur Welt kamen, waren wir Geistkinder himmlischer Eltern und hatten einen Körper in ihrem Abbild. Gott leitete die Erschaffung Adams und Evas und setzte ihren Geist in ihren Körper. Wir alle sind Nachkommen Adams und Evas, unserer ersten Eltern, die als Abbild Gottes erschaffen wurden. Es gab keine Geistkinder des himmlischen Vaters auf der Erde, bevor Adam und Eva erschaffen wurden.“
Präsident Jeffrey R. Holland hat erklärt: „Ich weiß nicht im Einzelnen, was sich [vor dem Fall Adams und Evas] alles auf diesem Planeten zugetragen hat, aber ich weiß, dass diese beiden unter Gottes Hand erschaffen wurden, dass sie eine Zeit lang in einem paradiesischen Zustand lebten, wo es weder Tod noch Nachkommenschaft gab, und dass sie durch eine Reihe von Entscheidungen ein Gebot Gottes übertraten und daher den Garten verlassen mussten, wodurch sie aber auch Kinder bekommen konnten und letzten Endes dem physischen Tod unterworfen waren.“
Genesis 2:16,17; Mose 3:16,17; Abraham 5:12,13
Warum erhielten Adam und Eva das Gebot, nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen?
Genesis 2:18; Mose 3:18; Abraham 5:14
Was ist in diesem Fall eine „Hilfe“?
Die Wörter, die in der Einheitsübersetzung mit „Hilfe“ übersetzt sind, stammen von zwei hebräischen Wörtern, die Helfer, Verbündete oder Retter in einer gleichwertigen Beziehung oder Rolle bedeuten. Der Begriff bedeutet nicht, dass der Helfer minderwertig war, sondern vielmehr, dass Adam und Eva einander über ihre individuellen Fähigkeiten hinaus helfen konnten. Elder Ulisses Soares hat erklärt: „Der Plan des Herrn sah eine ebenbürtige Hilfe vor, eine Gefährtin, die als gleichwertige Partnerin Seite an Seite mit Adam durchs Leben geht.“
Als Ehepartner hatten Adam und Eva die Gelegenheit, die größte Erfüllung und Freude zu erfahren, die das Erdenleben zu bieten hat. Elder David A. Bednar hat beschrieben, wie die Eigenschaften von Mann und Frau es ihnen ermöglichen, einander zu helfen: „Das einzigartige Zusammenspiel von geistigen, physischen, mentalen und emotionalen Eigenschaften von beiden, Mann und Frau, war notwendig, um den Plan des Glücklichseins umzusetzen. Allein können weder der Mann noch die Frau den Zweck ihrer Erschaffung erfüllen.“
Genesis 2:21,22; Mose 3:21,22; Abraham 5:15,16
Wurde Eva wirklich aus Adams Rippe erschaffen?
Präsident Spencer W. Kimball zufolge ist Eva nicht buchstäblich aus Adams Rippe erschaffen worden. Er hat gesagt: „Die Geschichte mit der Rippe ist natürlich symbolisch zu verstehen.“
Elder Russell M. Nelson hat beschrieben, was wir aus dieser Symbolik lernen können: „Die Rippe, die von Seite zu Seite geht, ist wohl ein Symbol für Partnerschaft. Die Rippe bedeutet weder Herrschaft noch Unterlegenheit, sondern eine partnerschaftliche Beziehung, in der die beiden Seite an Seite leben und arbeiten.“
Genesis 2:23,24; Mose 3:23,24; Abraham 5:17,18
Wie wurden Adam und Eva ein Ehepaar?
Nachdem Eva erschaffen worden war, vereinte Gott Adam und Eva durch die Ehe. Präsident Spencer W. Kimball hat gesagt: „Der Herr [hat] Adam und Eva, den ersten Mann und die erste Frau auf Erden, zusammengeführt und sie mittels einer heiligen Zeremonie zu Ehemann und Ehefrau gemacht.“
Genesis 2:24; Mose 3:24; Abraham 5:18
Was bedeutet es für Mann und Frau, „ein Fleisch“ zu werden?
Präsident Jeffrey R. Holland hat erklärt: „Seit dem Garten von Eden ist die Ehe dazu bestimmt, dass Mann und Frau völlig miteinander eins werden –in Herz, Hoffnungen, Leben, Liebe, Familie, Zukunft, allem. Adam sagte von Eva, sie sei Bein von seinem Bein und Fleisch von seinem Fleisch und sie sollten in ihrem gemeinsamen Leben ‚ein Fleisch‘ sein. Dies ist eine so völlige Einheit, dass wir das Wort siegeln benutzen, um die damit verbundene Verheißung für die Ewigkeit zu verdeutlichen. Der Prophet Joseph Smith hat einmal gesagt, wir könnten diese heilige Verbindung auch als ‚Vereinigung‘ bezeichnen [siehe Lehre und Bündnisse 128:18].“
Mehr dazu
Die Schöpfung
-
Russell M. Nelson, „Die Schöpfung“, Liahona, Juli 2000, S. 104
-
„A Harmony of the Creation Accounts“ in: The Pearl of Great Price Student Manual, 2017, S. 82–92
Für die Erde sorgen
-
Gérald Caussé, „Unsere irdische Treuhandschaft“, Liahona, November 2022, S. 57ff.
Ehe und Familie
-
D. Todd Christofferson, „Warum heiraten? Warum eine Familie gründen?“, Liahona, Mai 2015, S. 50–53
-
Ulisses Soares, „In Partnerschaft mit dem Herrn“, Liahona, November 2022, S. 42–45
Medien
Videos
„God’s Greatest Creation“ (2:51; in englischer Sprache)
„Our Home“ (1:34; in englischer Sprache)
„We Lived with God“ (4:00; in englischer Sprache)
Bilder
Christus und die Schöpfung, Darstellung von Robert T. Barrett