„Genesis 6 bis 11; Mose 8“, Hilfen für das Schriftstudium: Altes Testament, 2025
Hilfen für das Schriftstudium
Genesis 6 bis 11; Mose 8
Die Menschen in den Tagen Noachs waren gewalttätig und schlecht. 120 Jahre vor der Sintflut berief Gott Noach, Umkehr zu predigen. Er warnte das Volk, dass es vernichtet werden würde, wenn es nicht umkehrte. Die Menschen verwarfen diese Warnungen, und der Herr sandte die Sintflut. Noach befolgte das Gebot, eine Arche zu bauen, und Gott bewahrte Noach und seine Familie. Der Herr erneuerte durch Noach den Bund, den er mit Henoch geschlossen hatte. Die Menschen zu Babel bauten einen Turm. Der Herr verwirrte ihre Sprache und zerstreute sie über das ganze Land.
Material
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Hintergrund und Kontext
Was bedeutet die Verheißung der 120 Jahre?
Aus dem Buch Mose geht klar hervor, dass der Herr dem Noach den Zeitraum von 120 Jahren zuteilte, damit dieser Umkehr predigen konnte, bevor der Herr die Sintflut schickte. Petrus bezeichnete diese Zeit als die Zeit, in der „Gott … geduldig wartete“. In seiner Barmherzigkeit gab der Herr dem Volk über den Zeitraum vieler Jahre hinweg zahlreiche Gelegenheiten zur Umkehr.
Der Bau der Arche (Noachs Predigen wird verhöhnt), Darstellung von Harry Anderson
Was bedeutet es, dass es Riesen auf der Erde gab?
Siehe Mose 7:15. Was bedeutet es, dass es Riesen im Land gab?“
Was ist unter der Formulierung „da reute es den Herrn“ zu verstehen?
In der Bibel heißt es in Genesis 6:6: „Da reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben, und es tat seinem Herzen weh.“ In Mose 8:25 und in der Joseph-Smith-Übersetzung von Genesis 6:6 findet sich eine Überarbeitung dieses Verses. Dort heißt es: „Und es reute Noach, und das Herz tat ihm weh, dass der Herr den Menschen auf Erden gemacht hatte, und es schmerzte ihn im Herzen.“
Das hebräische Wort, das in Genesis 6:6 mit „reuen“ übersetzt ist, kann Bedauern, Trauer, Mitgefühl oder auch „eine Entscheidung, eine Verhaltensweise zu ändern“, bezeichnen. Ein anderes hebräisches Wort wird verwendet, wenn es um Reue über Sünde geht, und dieses Wort wird im Alten Testament häufiger mit „umkehren“ übersetzt.
War Noach vollkommen?
Im Hebräischen bedeutet das Wort, das mit „untadelig“ bzw. „vollkommen“ übersetzt wird, „vollständig, ganz und rechtschaffen“. Im Zusammenhang damit, dass Noach und andere als vollkommen bezeichnet werden, hat Präsident Russell M. Nelson gesagt:
„In der Schrift werden Noach, Set und Ijob als vollkommene Männer bezeichnet. …
Das bedeutet nicht, dass diese Menschen fehlerlos waren oder sich nicht verbessern brauchten. Der Prozess der Vervollkommnung schließt ein, dass Schwierigkeiten überwunden und Schritte der Umkehr gegangen werden müssen, die sehr wehtun können. …
Vollkommenheit im irdischen Leben kann erreicht werden, wenn wir versuchen, jede uns obliegende Pflicht zu erfüllen, jedes Gesetz zu halten und in unserem Bereich so vollkommen zu sein, wie es unser Vater im Himmel in seinem Bereich ist. Wenn wir unser Bestes geben, wird der Herr uns gemäß unseren Werken und gemäß den Wünschen unseres Herzens segnen.“
Der Prophet Joseph Smith hat erklärt, dass Noach auch als Gabriel bekannt ist, der „Adam in der Vollmacht des Priestertums am nächsten [steht]; er wurde von Gott zu [diesem] Amt berufen“. Als der Engel Gabriel erschien Noach Maria und sagte ihr, dass sie die Mutter des Gottessohnes sein würde. Der Herr hatte Gabriel zuvor gesandt, um Zacharias mitzuteilen, dass er und seine Frau Elisabet einen Sohn bekommen würden, Johannes den Täufer, der dem Erretter den Weg bereiten sollte.
Genesis 6:7-13,17; Mose 8:17,22-30
Aus welchen Gründen könnte Gott die Sintflut gesandt haben?
Weil die Welt beständig von Gewalt und Schlechtigkeit erfüllt war, konnte sie Gottes Absichten nicht mehr erfüllen. Präsident John Taylor hat erklärt: „Dadurch, dass Gott [den Schlechten] die irdische Existenz nahm, verhinderte er, dass sie ihre Sünden auf ihre Nachkommen übertrugen und sie verdarben.“ Elder Neal A. Maxwell hat zudem gesagt, dass „die Verderbtheit einen Grad erreicht hatte, der die Entscheidungsfreiheit derart zunichtemachte, dass es nicht gerecht gewesen wäre, weitere Geister zur Erde zu schicken“.
Der Prophet Nephi hat gesagt: Gott „tut nichts, was nicht der Welt zum Nutzen ist; denn er liebt die Welt“. Wenn wir die Sintflut aus einem ewigen Blickwinkel betrachten, können wir besser erkennen, wie der Herr vorgeht, um seine Absichten zu verwirklichen.
In seiner Vision in Mose 7 sah Henoch, wie der Herr wegen seiner Kinder weinte, die sich weigerten, ihm zu folgen. Der Herr erklärte dann, dass diejenigen, die in der Sintflut umkämen, in die Geisterwelt gelangen würden. Dort sollten sie die Gelegenheit haben, im Evangelium Jesu Christi unterwiesen zu werden und von ihren Sünden umzukehren. Henoch sah dann, dass Jesus Christus auf die Erde kommen und das Sühnopfer vollbringen würde, und Henoch freute sich über den Erlösungsplan des Herrn für alle seine Kinder.
Was ist bedeutsam an der Pechschicht der Arche?
Gott sagte Noach, er solle die Arche „abdichten“, das heißt, sie mit Pech bedecken, einer teerähnlichen Substanz, um sie zu versiegeln und wasserdicht zu machen. Das hebräische Wort, das mit „Pech“ übersetzt ist, ist auch das Stammwort für „sühnen“. Es heißt, dass „das Sühnopfer Jesu Christi uns eine schützenden Hülle bietet; es schirmt uns vor der Macht des Widersachers ab, so wie das Pech die Arche vor den lebensbedrohlichen Wassern schützte“.
Wie groß war die Arche?
In den heiligen Schriften wird die Arche in Ellen gemessen. Eine Elle basierte auf dem Abstand zwischen dem Ellbogen und der Spitze des Mittelfingers. Sie wird in der Regel auf 46 bis 56 Zentimeter geschätzt. Bei einer Elle von 46 Zentimetern war die Arche etwa 138 Meter lang, 23 Meter breit und 14 Meter hoch.
Durch einen Bund bewahrt, Darstellung von Eva Koleva Timothy
Wofür ist die Sintflut ein Symbol?
Der Apostel Petrus stellte einen symbolischen Zusammenhang zwischen der Sintflut und der Taufe her. So wie die Rettung von Noachs Familie vor der Sintflut für einen Neuanfang für die Erde steht, so steht die Taufe im Wasser dafür, von neuem geboren zu werden und neues Leben in Christus zu erhalten.
Was lehrte der Herr über das Blutvergießen?
Die inspirierte Übersetzung des Propheten Joseph Smith verdeutlicht diese Verse und betont, dass Gott Noach und seine Nachkommen dafür zur Rechenschaft zu ziehen gedachte, wie sie mit dem Leben der Tiere umgingen. Er befahl, Tiere nur zu schlachten, um menschliches Leben zu erhalten: „Und gewisslich soll Blut nicht vergossen werden, außer zur Nahrung, um euer Leben zu retten; und das Blut eines jeden Tieres werde ich von euren Händen fordern.“ Der Herr gebot Noachs Familie auch, das Leben anderer Menschen zu bewahren: „Denn der Mensch soll nicht das Blut eines Menschen vergießen.“
Im Buch Lehre und Bündnisse bekräftigt der Herr, dass er die Tiere der Erde „dem Menschen zum Gebrauch verordnet [hat], zur Nahrung und zur Kleidung“. Er erklärt auch, dass es ihm nicht gefällt, wenn wir Tiere unnötig töten: „Weh sei dem Menschen, der Blut vergießt oder der Fleisch verschwendet und es nicht nötig hat.“
Was können wir aus dem Zeichen des Regenbogens lernen?
Warum verfluchte Noach Kanaan?
Aus den heiligen Schriften geht nicht klar hervor, warum Hams Sohn Kanaan wegen des Vergehens seines Vater gegen Noach verflucht wurde. Es ist auch nicht klar ersichtlich, was Hams Vergehen war, aber es scheint, dass er seinen Vater entehrt oder vielleicht etwas Heiliges nicht respektiert hat. Da wir nicht alle relevanten Einzelheiten der Geschichte kennen, wissen wir nicht genau, was geschehen ist und was es bedeutet.
Noach verfluchte Kanaan und verkündete, Kanaan werde ein Diener Sems und Jafets sein. In Joseph Smiths inspirierter Übersetzung der Bibel heißt es weiter, Kanaan werde „ein Schleier der Finsternis [umhüllen], sodass er unter allen Menschen erkannt werde“. Was dieser „Schleier der Finsternis“ bedeutet, ist unklar.
Einige haben fälschlicherweise den Fluch Kanaans als Rechtfertigung für Sklaverei und Diskriminierung herangezogen – besonders gegenüber Menschen schwarzafrikanischer Abstammung. Der Herr hat verkündet, dass „es nicht recht [ist], dass irgendjemand in der Knechtschaft eines anderen sei“. Außerdem heißt es im Buch Mormon, dass der Herr alle einlädt, zu ihm zu kommen und „an seiner Güte teilzuhaben“, denn „alle sind vor Gott gleich“.
Wer war Nimrod?
Aus der Joseph Smith Translation von Genesis 10:9 geht hervor, dass Nimrod ein mächtiger Jäger „im Land“ und nicht „vor dem Herrn“ war. Er war der Gründer eines großen Reiches, zu dem auch Babel gehörte (später Babylon genannt). Nimrod wird auch im Buch Mormon erwähnt.
Was war falsch daran, den Turm zu Babel zu bauen?
Aus frühen jüdischen und christlichen Überlieferungen geht hervor, dass der Turm zu Babel ein falscher Tempel war. Wahre Tempel werden gebaut, um Menschen durch Bündnisse zu sammeln, damit sie in Gottes Gegenwart gelangen. Im Gegensatz dazu bauten die Menschen zu Babel zwar einen Turm, um in Gottes Gegenwart zu gelangen, aber ihr Handeln war nicht im Einklang mit seinem Willen. Das Ergebnis war, dass der Herr ihre Sprache verwirrte und sie zerstreute.
Im Buch Genesis steht, dass der Turm aus Ziegeln gebaut wurde, die mit Feuer gebrannt worden waren. Solche Ziegel waren viel stabiler als sonnengetrocknete Ziegel, die in früheren Generationen verwendet worden waren, sodass der Turm höher gebaut werden konnte. Das „Erdpech“, also der Bitumen, war eine Substanz wie Asphalt oder Teer, die als Mörtel für die Ziegel verwendet wurde. Einige vermuten, dass das Erdpech auch dazu gedacht war, den Turm wasserdicht zu machen, falls Gott sich entschließen sollte, die Erde erneut zu überfluten.
Der Turmbau zu Babel, Darstellung von David Green
Wie schnell verwirrte der Herr die Sprache der Menschen zu Babel?
In dem Bericht über den Turmbau zu Babel, den wir im Buch Mormon finden, bittet Jared seinen Bruder, den Herrn anzurufen und dafür zu beten, ihre Sprache möge nicht verwirrt werden. Der Herr entspricht dieser Bitte. Dann bittet Jared seinen Bruder, er möge darum beten, dass auch die Sprache ihrer Freunde so bleibe wie die ihre. Dieser Bitte wird ebenfalls entsprochen. Diese Ereignisse deuten darauf hin, dass die Verwirrung der Sprache möglicherweise im Laufe der Zeit erfolgt ist und nicht in einem Augenblick.
Was ist bedeutsam an der Abstammungslinie Sems?
In Genesis 11 ist nach der Schilderung der Zerstreuung der Menschen zu Babel durch den Herrn die Abstammungslinie Sems aufgeführt. Es kann aufschlussreich sein, die Menschen zu Babel mit Sem und einigen seiner Nachkommen zu vergleichen.
Die Menschen zu Babel wollten sich einen Namen machen, indem sie eine Stadt und einen Turm „mit einer Spitze bis zum Himmel“ bauten. Shem bedeutet „Name“ oder „Ansehen“. Ein bedeutender Nachkomme, der in Sems Stammbaum aufgeführt wird, war Abraham. Im Gegensatz zu den Menschen zu Babel, die sich einen Namen machen wollten, verhieß Gott, dass er Abrahams Namen groß machen würde. Gott verhieß Abraham auch, dass Jesus Christus aus seine Abstammungslinie hervorgehen werde. Nur durch den Namen Jesu Christi können wir errettet werden und in Gottes Gegenwart gelangen. Wir nehmen seinen Namen durch die heiligen Handlungen seines Evangeliums auf uns.
Ein weiterer Grund, warum die Menschen zu Babel eine Stadt und einen Turm bauten, war, dass sie sich vor der Zerstreuung schützen wollten. Trotz ihrer Absichten zerstreute der Herr sie über die ganze Erde. Im Gegensatz dazu gehört zum Bund mit Abraham die Segnung, dass Familien gesammelt und für die Ewigkeit gesiegelt werden. Abraham wurde verheißen, dass durch ihn und seine Nachkommen alle Familien der Erde gesegnet sein sollten.
Mehr dazu
Noach
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„Noachs Arche“, Liahona, Februar 2022, S. 46
Der Turmbau zu Babel
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„The Tower of Babel“, Ensign, Februar 2018, S. 66f.
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„I Have a Question“, Ensign, Februar 1994, S. 60f.
Medien
Musik
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„Jesus Is the Way“, Hymns – For Home and Church
Bilder
Der Herr erfüllt alle seine Worte, Darstellung von Clark Kelley Price
Jehova hält ein Versprechen, Darstellung von Sam Lawlor
Familiengebet, Darstellung von Kendal Ray Johnson
Die Verwirrung der Sprachen, Darstellung von Gustave Doré
Die Jarediten verlassen Babel, Darstellung von Albin Veselka