2025
Empfangen Sie Gottes Gabe!
Mai 2025


14:5

Empfangen Sie Gottes Gabe!

Sie sind eine geliebte Tochter Gottes, Sie sind ein kostbarer Sohn Gottes, und er hat Ihnen seinen vollkommenen, heiligen Sohn geschenkt

Geschenke machen

Geschenke zu machen ist ein gesellschaftlicher Brauch, der sich durch alle Kulturen, Zivilisationen und Jahrtausende zieht. Seit jeher machen sich die Menschen gegenseitig Geschenke, um Beziehungen zu stärken, um Liebe und Dankbarkeit auszudrücken und um wichtige Ereignisse wie Hochzeiten, Geburtstage und Feiertage zu begehen. Und in Gottes Schöpfung sind die Menschen nicht die Einzigen, die sich gegenseitig Geschenke machen! Als einige wenige von vielen bekannten Beispielen seien da der Pinguin genannt, welcher der Partnerin seiner Wahl glänzende Steinchen schenkt, und der Bonobo oder Zwergschimpanse, der Früchte verschenkt, um seinen Freundeskreis zu erweitern.

Ein Pinguin schenkt Steinchen
Ein Bonobo verschenkt eine Frucht

Was für Geschenke haben Sie schon gemacht? Vielleicht wissen Sie noch, wie Sie einmal für einen lieben Menschen das perfekte Geschenk gefunden oder selbst angefertigt haben. Sie wussten einfach: Genau dieses Geschenk wünscht sich der Betreffende und wird es zu schätzen wissen. Was für ein Geschenk war es? War es für Ihre Mutter? Einen Freund? Ihr Kind? Eine Lehrerin? Ihren Großvater? Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie das Geschenk entdeckten? Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie sich vorstellten, wie der Beschenkte das Geschenk öffnen würde? Wann hat jemand denn Ihnen schon mal das perfekte Geschenk gemacht und wie war es, dieses zu bekommen?

Das Geschenk meines Vaters

Als ich etwa sieben Jahre alt war und mit meinen Eltern in Saudi-Arabien lebte, kam ein Kinderfilm mit dem Titel Tschitti Tschitti Bäng Bäng heraus. Der Film handelt von einem Wunderauto, das selbst fahren, auf dem Wasser schwimmen und sogar fliegen kann! Ich wusste, dass in England ein kleines Spielzeugauto hergestellt wurde, das genauso aussah wie Tschitti-Tschitti-Bäng-Bäng. Wie sehr ich mir so eines doch wünschte! Man konnte an einem Hebel ziehen, und schon klappte das Spielzeugauto Flügel aus. Als mein Vater geschäftlich in England zu tun hatte, fragte er mich, ob er mir etwas mitbringen solle. Ich sagte ihm, wie gerne ich so ein Tschitti-Tschitti-Bäng-Bäng-Auto hätte.

Doch als er von seiner Reise zurückkam, gab es kein Auto. Ich war sehr traurig und dachte, er hätte es wohl vergessen. Etwa zehn Tage später hatte ich allerdings Geburtstag – und ein kleines Päckchen, hübsch verpackt, wartete auf mich. Überaus erwartungsvoll, aber sicherheitshalber ohne allzu große Hoffnungen öffnete ich das Geschenk: Da war das Auto! Ich musste vor lauter Glück weinen. Ich zog am Hebel und die Flügel klappten aus, genau wie bei dem Auto im Film. Euphorisch bedankte ich mich bei meinem Vater für dieses kostbare Geschenk. Jahrelang spielte ich mit diesem Auto und hielt es viele weitere Jahre gut verwahrt. Ich glaube, mein Vater fand es mindestens genauso schön, mir das Auto zu schenken, wie ich, es zu bekommen.

Geben, annehmen und öffnen – und empfangen

Beim Geschenkemachen gibt es drei Bestandteile, die wir betrachten können:

  1. Das Geben des Geschenks: Der Geber wählt das Geschenk aus, fertigt es an oder bereitet es vor und überreicht es demjenigen, der ihm am Herzen liegt. Dazu gehört, dass sich der Geber eine damit verknüpfte Absicht überlegt, denn das Geschenk soll ja etwas von Bedeutung sein.

  2. Das Annehmen und Öffnen des Geschenks: Der Empfänger nimmt das Geschenk vom Geber entgegen. Oft bringt er Überraschung, Dankbarkeit und Aufregung zum Ausdruck, bevor er es öffnet, manchmal auch eine Schleife aufzieht oder das Päckchen auspackt, um herauszufinden, was er denn nun geschenkt bekommen hat.

  3. Und dann ist da noch der vielleicht wichtigste Teil, nämlich das Empfangen des Geschenks. Ein aufrichtig gemachtes Geschenk zu empfangen ist weitaus mehr, als es nur entgegenzunehmen und auszupacken. Es ist auch weitaus mehr, als den Wert des Geschenks anzuerkennen und dem Geber gegenüber Dankbarkeit auszudrücken. Um ein Geschenk wahrhaftig zu empfangen, lernen wir mit der Zeit selbst, es wertzuschätzen; wir schöpfen es voll und ganz aus und denken dankbar an den Geber.

Ein Geschenk empfangen ist kein passiver, sondern ein bewusster, zielgerichteter Vorgang, der weit darüber hinausgeht, ein Päckchen bloß auszupacken. Empfangen heißt, Geschenk und Herzensabsicht des Gebers zu schätzen und die darin liegende Verbindung zu sich selbst zu erkennen, sodass das Band zwischen Geber und Empfänger gefestigt wird. Wenn ich an das Spielzeugauto denke, werden viele schöne Erinnerungen wach, und ich spüre erneut die tiefe Liebe und die Fürsorge meines Vaters, für die dieses Geschenk und unzählige weitere großherzige Taten stehen.

Die Gaben unseres himmlischen Vaters

Unser himmlischer Vater hält unzählige Geschenke – Gaben des Lichts und der Wahrheit – bereit, die er auf jeden von uns, seine kostbaren Kinder, herabschütten möchte. Sie fließen von unserem großzügigen Geber aus wie eine Quelle in der Wüste, aus seinem wohlwollenden Herzen. „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der [Lichter.]“ In unserer Bündnisbeziehung zum Vater ist er immerdar der Geber und wir sind die demütigen Empfänger.

Die größte aller Gaben des Vaters, durch die uns alle anderen zufließen

Wir könnten jedoch nichts empfangen ohne die größte aller Gaben des Vaters – sein geliebtes Lamm, seinen Sohn Jesus Christus. Alle Gaben unseres Vaters entspringen dem bereitwilligen Opfer des Erretters in Getsemani und am Kreuz und seiner triumphalen Auferstehung und werden dadurch wirksam. Jesus Christus, unser barmherziger Erlöser, ist die höchste Gabe unseres Vaters der Lichter. „Indem Gott seinen Sohn gab, hat er [uns] einen noch vortrefflicheren Weg bereitet.“

Eine allumfassende Gabe ewiger Wahrheit

Ich möchte über eine allumfassende Gabe ewiger Wahrheit sprechen, die uns in die Lage versetzt, alles andere zu empfangen, womit unser Vater uns ausrüsten möchte – eine unverzichtbare Gabe des Wissens, die, wenn sie vollständig angenommen und tief in der Seele empfangen wird, die Freuden und Nöte des Lebens sowie unsere unbeantworteten Fragen in den richtigen Kontext stellt, nämlich: Wir sind wirklich Gottes Kinder. Diese Wahrheit ist atemberaubend! Überwältigend! Und sie ist nicht im übertragenen Sinne zu verstehen.

Stellen Sie sich vor, Sie hören dies jetzt zum ersten Mal! Sie sind wirklich seine kostbare Tochter. Sie sind wirklich sein wertvoller Sohn. Und der Weg, auf dem Sie sich befinden, ist sein Plan des Glücklichseins. In seiner Allwissenheit und Liebe weiß er genau, wer Sie waren, ehe Sie auf die Erde gesandt wurden, und was Sie bislang auf der Erde durchlebt haben, und er hat für Sie bereits einen barmherzigen Plan für einen jeden neuen Tag. Und wie sehr sehnt er sich danach, dass Sie eines Tages zu ihm zurückkehren, um das höchste Vorhaben hinter all seinen wunderbaren Gaben zu empfangen – das ewige Leben mit ihm!

Die Frage ist nicht, ob diese Gabe der Wahrheit real ist, sondern ob wir sie entdecken und empfangen. Mit dieser Gabe hat uns der Vater ja bereits ausgestattet. Der Preis für den ultimativen Zweck dieser Gabe ist bereits vom Erretter gezahlt worden. Aber wenn Sie schon seit vielen Jahren diese Wahrheit gelehrt bekommen, sie selbst ausgesprochen und davon gesungen haben, ist das wundersame Staunen darüber vielleicht längst verblasst und Sie spüren die Kraft und den Frieden, die daraus erwachsen, nicht mehr.

Wenn die unbezahlbare Gabe dieser Erkenntnis – und all die Güte, der Frieden und die Hoffnung, die uns dadurch zufließen – nicht angenommen, nicht ausgepackt und nicht empfangen wird: Was wäre das für ein schrecklicher Verlust für uns! Wie traurig für den Geber! „Denn was nützt es dem Menschen, wenn ihm eine Gabe gewährt wird, und er empfängt die Gabe nicht? Siehe, er freut sich nicht über das, was ihm gegeben wird, noch freut er sich über den, der die Gabe gibt.“

Ich fordere Sie auf, entweder zum ersten Mal oder in einem größeren Ausmaß als je zuvor die herrliche Einsicht zu empfangen, dass Sie wahrlich Gottes geliebtes Kind sind. Sie müssen die Schleife aufziehen, das Geschenkpapier abreißen, die Schachtel aufmachen und mit Dankbarkeit und Demut ein wahres, reines Verständnis dieser grundlegenden Wahrheit aktiv empfangen. Der Heilige Geist kann Ihrem Herzen bezeugen, dass Sie wirklich ein Kind des Höchsten sind.

Wenn Sie diese majestätische Tatsache tief im Innersten annehmen und spüren, wie viel Trost und Begeisterung sie Ihnen schenkt, erleben Sie einen wahren Paradigmenwechsel! Dann spüren Sie die Liebe Gottes, Sie hören seine Stimme und erkennen seine Hand, ganz gleich, was in Ihrem Leben geschieht oder auch nicht geschieht. Sie können neu definieren, wie Sie sich selbst und andere sehen. Ihre Bündnisbeziehung zu Ihrem Erretter wird noch stärker, und betrachtet durch diese wundervolle Gabe wird Ihr Leben strahlender, schöner und hoffnungsvoller.

Beten Sie bitte, dass Sie erkennen, ob Sie dieses lebensverändernde Wissen wirklich tief in Ihrer Seele empfangen? Nehmen Sie diese Gabe bitte an? Werden Sie dies überzeugter, freimütiger und umfassender tun als je zuvor – und dabei mit all den anderen Gaben überhäuft werden, die damit einhergehen?

Diese Gabe ewiger Wahrheit empfangen

Vielleicht fragen Sie sich: „Was muss ich denn tun, um diese Gabe von Gott zu empfangen?“ Eigentlich nichts! Sie ist ein Geschenk des Gebers. Sie ist schlicht eine Tatsache. Nehmen Sie sie nur in sich auf. Sie sind sein Kind. Sie werden von ihm geliebt. Verkomplizieren Sie es nicht. Blockieren Sie den Empfang dieser Gabe nicht mit dem Gedanken, dass Sie sie irgendwie nicht verdient hätten. Fakt ist: Keiner von uns hat es „verdient“ – alle Gaben des Vaters erhalten wir nur durch die Verdienste, die Barmherzigkeit und die Gnade des heiligen Messias. Aber wie sehr sehnt sich sein großzügiges Herz doch danach, dass jedes seiner Kinder sie empfängt! Wenn dann das neu erlangte oder erneuerte Verständnis Ihr Innerstes erhellt, danken Sie voller Freude dem Geber dieser Gabe.

Seit ich mit Mitte zwanzig zum Glauben gefunden habe, ist mir nach und nach aufgegangen, dass ich wahrhaft ein Sohn Gottes bin. Je umfassender ich diese Gabe verinnerliche, desto sicherer weiß ich, wer ich bin und dass ich vollkommen geliebt werde. Was mir unter anderem geholfen hat, ein größeres Verständnis zu erlangen, sind die Worte in den heiligen Schriften, mein Patriarchalischer Segen, die Gottesverehrung im Tempel, der Dienst am Nächsten, Dankbarkeit auszudrücken sowie das heilige Gebet zu meinem Vater. Ich frage mich, inwiefern erlebter Kummer, Schmerz und Trauer in einem anderen Licht hätten erscheinen, hätten gelindert und zum Großteil überwunden werden können, hätte ich diese wundervolle Wahrheit schon gekannt.

Zu Christus kommen und empfangen

Moroni ermahnt uns, „die Gaben Gottes nicht zu leugnen“, sondern „zu Christus zu kommen und jede gute Gabe zu ergreifen“. Sie können im Vertrauen auf seine Güte zu Christus kommen und alle seine Gaben der Freude, des Friedens, der Hoffnung, des Lichts, der Wahrheit, der Offenbarung, des Wissens und der Weisheit empfangen – erhobenen Hauptes, mit ausgestreckten Armen und offenen Händen, bereit, sie zu empfangen. Und Sie können diese Gaben empfangen, weil Sie sicher in dem Wissen verankert sind, dass Sie eine geliebte Tochter Gottes, ein kostbarer Sohn Gottes sind und dass er Ihnen seinen vollkommenen, heiligen Sohn geschenkt hat, Sie zu erlösen, zu rechtfertigen und zu heiligen.

Sie sind ein Kind Gottes. Dies ist nicht nur ein schönes Lied, das wir singen. Würden Sie bitte diese Gabe des Wissens und Verstehens von ihm annehmen, öffnen und empfangen? Werden Sie sie als kostbaren Schatz, der sie ist, stets im Herzen tragen? Empfangen Sie diese Gabe erneut oder empfangen Sie sie vielleicht voll und ganz zum ersten Mal, und lassen Sie sie einen jeden Aspekt Ihres Lebens verändern! Dies ist der vortrefflichere Weg, den Gott durch die Gabe seines Sohnes für Sie bereitet hat. Sie sind, damit Sie Freude haben können! Im Namen Jesu Christi. Amen.