2025
Die Liebe zum Erretter ist mein „Warum“
Mai 2025


10:30

Die Liebe zum Erretter ist mein „Warum“

Ich liebe unseren Erretter. Das ist der wahre und entscheidende Grund, warum ich tue, was ich tue.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass unser verehrter Prophet, Präsident Russell M. Nelson, ständig Aufforderungen an uns richtet? Es überrascht nicht, dass er uns aufgefordert hat, uns mit den Botschaften der letzten beiden Generalkonferenzen zu befassen und darüber nachzusinnen. Im April 2024 sagte er: „Ich hoffe, dass Sie sich in den kommenden Monaten wiederholt mit den Botschaften dieser Konferenz befassen werden.“ Im Oktober 2024 forderte er uns auf: „Ich bitte Sie eindringlich, sich ausgiebig mit [diesen] Botschaften zu befassen. Verwenden Sie diese während der kommenden sechs Monate als Prüfstein dafür, was wahr ist und was nicht.“

Diese Aufforderungen kann man den prophetischen Aufrufen, die wir im Laufe unseres Lebens erhalten haben, hinzufügen – auch und gerade denen, die wir in den letzten Jahren erhalten haben. Wir sind vielleicht der Meinung, dass diese Aufforderungen ein weiterer Punkt auf unserer Aufgabenliste sind, den es zu erledigen gilt, einfach weil wir dazu aufgerufen oder darum gebeten wurden. Aber könnte noch mehr dahinterstecken?

Als ich darüber und über all die an uns ergangenen Aufforderungen nachdachte, fiel mir etwas wieder ein, was ich vor langer Zeit gelernt und beschlossen hatte: Ich versuche, diesen für mich wichtigen Aufforderungen nachzukommen, weil ich den Herrn liebe; ich liebe unseren Erretter. Das ist der wahre und entscheidende Grund, warum ich tue, was ich tue, und damit verbunden ist meine Liebe zu Ihnen, meinen Brüdern und Schwestern.

Als Ihr Bruder hoffe ich, dass Sie meine Worte als aufrichtige Einladung verstehen, die Gelegenheit zu nutzen, alles, was wir tun, mit unserer Liebe zum Erretter zu verknüpfen.

Dies wird uns helfen, das wahre „Warum“ hinter allem zu verstehen, was wir als Jünger des Erretters tun. Dadurch können wir unsere Bündnisbeziehung zu Gott stärken und seine göttlichen und ewigen Wahrheiten verstehen – seine ewigen und absoluten Wahrheiten, die sich niemals ändern werden. Ewige Wahrheiten wie: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“

Interessanterweise haben wir manchmal etwas so lange immer wieder gemacht, dass es zu einer Tradition geworden ist, und wir lassen dann zu, dass diese Tradition oder Verhaltensweise über unsere Bemühungen bestimmt, Glauben an Jesus Christus aufzubauen. Anscheinend tun wir all dies, weil wir es schon viele Jahre getan haben, und denken nicht daran, wie es sich auf unsere Bündnisbeziehung mit dem Erretter auswirkt.

In unserer Welt richten wir unser Augenmerk gewöhnlich auf das, was wir tun, und haben ständig Aufgaben und Ziele zu erfüllen. Im geistigen Bereich haben wir die Möglichkeit, über das bloße Erledigen von Aufgaben oder das Erreichen von Zielen hinauszugehen, indem wir verstehen, warum wir etwas tun. Wenn wir diese Möglichkeit nutzen und dann verstehen oder die Verbindung herstellen können, dass der Grund für unser Handeln mit unserer Liebe zum Erretter und zu unserem himmlischen Vater zusammenhängt, dann erkennen wir: Auch bei den rechtschaffenen Sachen wie den Aktivitäten und Traditionen in der Kirche – und es ist freilich gut, wenn man ihnen angemessen nachgeht – verstehen wir den Grund erst, wenn wir sie mit dem „Warum“ verbinden. Es geht nicht bloß darum, dass man Gutes tut oder etwas richtig macht – man versteht es dann auch richtig.

Wenn Sie sich zum Beispiel das Ziel setzen, in den heiligen Schriften zu lesen, aufrichtige Gebete zu sprechen oder eine Aktivität für Ihre Familie oder Gemeinde vorzubereiten, besteht das wahre Ziel dann lediglich darin, diese Aufgaben zu erfüllen? Oder sind diese Tätigkeiten die Mittel und Werkzeuge, die Ihnen zur Verfügung stehen, um das wahre Ziel zu erreichen? Geht es nur darum, eine Aktivität abzuhalten, weil wir sie seit vielen Jahren durchführen, und sie dann als erledigt abzuhaken? Oder sind dies wiederum die Mittel, die wir nutzen, um zu lernen, zu fühlen und eine Verbindung zum Erretter herzustellen?

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: An Aktivitäten und Traditionen oder daran, sich Ziele zu setzen und hart zu arbeiten, um sie zu erreichen, ist nichts auszusetzen. Ich möchte Sie jedoch aufrufen, Ihr Herz und Ihren Verstand zu öffnen und zu verstehen, warum wir all dies tun und wie wir unsere Religion ausüben.

Ein hervorragendes Beispiel für auf Christus ausgerichtete Traditionen ist die Aufforderung, die Präsident Dallin H. Oaks im Namen der Ersten Präsidentschaft an uns alle gerichtet hat. Präsident Oaks hat erklärt: „In diesem Frühjahr bereiten wir uns darauf vor, zu Ostern das Sühnopfer Jesu Christi zu feiern. Ganz unabhängig davon, was andere glauben oder tun, sollten wir die Auferstehung unseres lebenden Erretters feiern, indem wir uns mit seiner Lehre befassen und der Gesellschaft als Ganzes dabei helfen, Ostertraditionen zu begründen – vor allem in unseren Familien.“ Es handelt sich also nicht nur um eine Einladung, Traditionen zu pflegen. Vielmehr nutzen wir diese Traditionen als Mittel, um mehr über den Erretter zu erfahren und seiner Auferstehung zu gedenken.

Je mehr wir den Grund mit unserer Liebe zum Erretter verknüpfen können, desto eher werden wir in der Lage sein, das zu erhalten, was wir brauchen oder suchen. Präsident Nelson hat gesagt: „Welche Fragen oder Probleme Sie auch haben mögen: Die Antwort ist immer im Leben und in den Lehren Jesu Christi zu finden!“ Und dann hat er diese Aufforderung ausgesprochen: „Lernen Sie mehr über sein Sühnopfer, seine Liebe, seine Barmherzigkeit, seine Lehre und sein wiederhergestelltes Evangelium der Heilung und des Fortschritts. Wenden Sie sich ihm zu! Folgen Sie ihm nach!“

Denken Sie in Ihrem Herzen und Verstand über diese Frage nach: Glauben Sie, dass Präsident Nelsons Aufforderung zum Ziel hatte, uns bei der Erstellung einer Aufgabenliste zu helfen, damit wir mehr Wissen anhäufen und Aufträge erledigen und dann seine Aufforderung auf unserer Liste abhaken können? Oder lädt er uns ein, die verschiedenen Aspekte dieser ewigen Wahrheiten und Grundsätze als eine Gelegenheit zu betrachten, das „Warum“ zu verstehen und die in einem Bund verankerte Liebe des Erretters zu uns mit unserem lebenslangen Weg als Jünger in Verbindung zu bringen?

Lassen Sie mich den Grundsatz, den ich deutlich machen möchte, veranschaulichen. Eine vermutlich sehr extreme Möglichkeit wäre es, alle Botschaften der Generalkonferenz auf einmal zu lesen und dann, wenn ich fertig bin, diese Aufforderung von meiner Aufgabenliste streiche, ohne mit dem, was ich gelesen habe, etwas anzufangen. Mir ist klar, dass dies ein Extremfall ist, aber er ist nicht abwegig. Wahrscheinlich befinden sich viele von uns irgendwo zwischen diesem Extrem und dem Ideal.

Die Aufforderung lautet, sich mit den Botschaften der Generalkonferenz zu befassen und darüber nachzudenken und sie zu nutzen, um festzustellen und zu verstehen, was jeder von uns tun kann, um besser zu werden.

Wenn wir die Aufforderung annehmen und das „Warum“ dahinter verstehen, dann eröffnen sich uns mehr Möglichkeiten, dem Erretter näherzukommen. Wir beginnen dann zu verstehen: Weil ich den Erretter liebe, möchte ich mehr über ihn erfahren, und dazu befasse ich mich mit den Worten der lebenden Propheten. Und weil ich meine Mitmenschen liebe, werde ich mit anderen über die Lehren der Propheten, Seher und Offenbarer sprechen – angefangen bei meinen Lieben.

In beiden Fällen handelt man rechtschaffen. Im ersten besteht das Ziel darin, die Mittel zu nutzen, die uns der himmlische Vater und der Erretter an die Hand gegeben haben, nämlich die Botschaften, die auf der Generalkonferenz verkündet werden. Im zweiten Fall geht es um den tiefen Segen, der sich aus der Einsicht in die zugrunde liegenden Beweggründe ergibt. Dadurch wird ein Weg zum Verständnis der ewigen Wahrheit und der Segnungen eröffnet, die allen verheißen sind, die die Lehren und das Leben unseres Erretters Jesus Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen.

Liebe Brüder und Schwestern, ich hoffe, Sie spüren und sehen, wie wichtig es ist, unser Handeln mit unserer Liebe zum Erretter zu verknüpfen. In einer globalisierten Welt werden viele Stimmen versuchen, Sie zu beeinflussen und Sie, wenn möglich, zu der Überzeugung zu bringen, dass einige grundlegende Wahrheiten des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi unnötig seien. Dies fängt an bei der fundamentalen Wahrheit der Notwendigkeit einer Wiederherstellung in diesen Letzten Tagen und darin inbegriffen der Notwendigkeit, Gottes Reich auf Erden zu haben, vertreten durch die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Vielleicht hören Sie Stimmen, die behaupten, dass lediglich eine persönliche Beziehung zum Erretter oder ein Verständnis für ihn ausreichten und dass Religion oder die wiederhergestellte Kirche unnötig oder unwichtig seien. Ich fordere Sie auf, sich nicht so schnell von diesen irreführenden Vorstellungen beeinflussen zu lassen, ja, sogar dagegen immun zu sein. Erinnern Sie sich vielmehr an das, was uns der Erretter seit jeher gesagt und aufgetragen hat – angefangen bei der Liebe des himmlischen Vaters und Jesu Christi zu uns und der Verbindung unserer Liebe zu ihnen als dem Grund, ihnen nachzufolgen.

Gottvater und sein Sohn erschienen und sprachen mit Joseph Smith, um die Kirche Jesu Christi wiederherzustellen und die Fülle der Zeiten einzuleiten, sein Reich auf Erden. Daher ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage das vom Vater im Himmel eingerichtete Mittel, um Zugang zu den Bündnissen zu erhalten, die es uns ermöglichen, nach Hause zurückzukehren. Wir brauchen also mehr als nur eine persönliche Beziehung zum Vater im Himmel und zu seinem Sohn; wir brauchen unerlässliche heilige Handlungen des Priestertums, durch die wir Bündnisse mit ihnen schließen. Dies ermöglicht eine Bündnisbeziehung mit ihnen und gewährt uns Zugang zu ihrer im Bund verankerten Liebe, die es uns ermöglicht, das höchste Reich der Herrlichkeit zu erlangen, das für alle bereitet ist, die ihren Bündnissen treu sind.

Mit der ganzen Kraft meiner Seele bezeuge ich die Wirklichkeit und Göttlichkeit unseres Erretters Jesus Christus. Er liebt Sie. Er weiß, was sich in Ihrem Leben abspielt. Mit ausgebreiteten Armen lädt er uns ein: „Kommt alle zu mir …! Ich will euch erquicken.“

Ich liebe den Erretter, und meine Liebe zu ihm ist mein „Warum“. Im Namen Jesu Christi. Amen.