2025
Glaube – ein Band des Vertrauens und der Treue
Mai 2025


11:17

Glaube – ein Band des Vertrauens und der Treue

Unser Glaube wächst, wenn wir auf Jesus Christus vertrauen, und erblüht, wenn wir ihm treu sind

Als ich 17 war, versprach ich meinem Freund José Luis, ihm das Schwimmen beizubringen. So nahmen wir uns denn eines Morgens Zeit, um zu üben. Als unser Unterricht vorüber war und ich das Schwimmbecken verließ, hörte ich meinen Freund um Hilfe rufen. Er war kurz davor, im tiefen Bereich des Beckens zu ertrinken.

Ich stürzte mich ins Wasser und schwamm zu ihm, wobei ich um Hilfe betete. Als ich seine Hand ergriff, um ihn an die Oberfläche zu ziehen, kletterte mein Freund in seiner Verzweiflung auf meinen Rücken und umklammerte mich mit einem Würgegriff. Nun waren wir beide am Ertrinken. Ich bemühte mich so gut ich konnte, an die Oberfläche zu gelangen, und betete mit aller Kraft um ein Wunder von Gott. Daraufhin offenbarte sich langsam, doch stetig die Macht Gottes, denn ich spürte, wie eine Hand mich ans seichte Ende des Beckens schob und uns in Sicherheit brachte.

Dieses Erlebnis bestätigte eine tiefgründige Erkenntnis, die Präsident Nelson einmal ausgesprochen hat: „Wenn Sie zur Macht des Herrn in Ihrem Leben genauso intensiv emporstreben wie ein Ertrinkender, der die Hand ausstreckt und nach Luft schnappt, dann ist Ihnen die Macht Jesu Christi sicher.“

Liebe Kinder und junge Leute, heute möchte ich zu euch über den wichtigen Grundsatz des Glaubens an Jesus Christus sprechen.

Glaube an Christus bedeutet, ihm zu vertrauen

Was bedeutet es, Glauben an Christus zu haben? Bedeutet es, dass wir an ihn glauben oder ein Zeugnis haben, dass es ihn wirklich gibt? Diese Frage mag für den Anfang genügen, aber es steckt noch mehr dahinter. Ist euch schon einmal der Gedanke gekommen, dass Glaube auch Vertrauen bedeutet? Denkt an den Menschen, dem ihr am meisten vertraut – vielleicht jemand aus eurer Familie oder ein Freund. Wieso vertraut ihr diesem Menschen? Wahrscheinlich, weil ihr die Erfahrung gemacht habt, dass er euch beständig liebt und hilft.

Wenn wir Glauben an Christus haben, erkennen wir seine Segnungen und bauen ein Vertrauensverhältnis zu ihm auf.

Wie könnt ihr euer Vertrauen in Christus stärken?

Vor kurzem wurdet ihr in einer Andacht für Jugendliche gebeten, darüber nachzudenken, wann ihr schon einmal einen himmlischen Lichtstrahl erhalten habt. Probiert das einmal aus!

Denkt zuerst über Christus nach und über die Freude, die sein Sühnopfer und sein Evangelium euch schenken. Schreibt auch eure „geistig prägenden Erinnerungen“ an Erlebnisse auf, bei denen Gott für euch, für eure Lieben oder für Menschen in den heiligen Schriften da war. Diese Zeugnisse werden euch jedoch erst dann Kraft schenken, wenn der Geist sie „wie auf Tafeln“ in eure „Herzen von Fleisch“ meißelt. Denkt also darüber nach, was Gott alles in Gang gesetzt hat, damit diese Wunder genau zum richtigen Zeitpunkt geschehen konnten, und schreibt es auf.

Nutzt dann die folgende Übung als eine Gelegenheit, Gott näherzukommen: Betet zu eurem Vater im Himmel, als wäre es das erste Mal. Bringt eure Liebe und eure Dankbarkeit für seine Segnungen zum Ausdruck. Fragt ihn auch, wie er euch einschätzt und was er davon hält, in welche Richtung sich euer Leben entwickelt.

Wenn ihr aufrichtig und demütig seid, werdet ihr seine Antwort hören, und dies wird der Beginn einer persönlichen und dauerhaften Beziehung zum Vater im Himmel und zu Jesus Christus sein. Darüber hinaus werden dann auch eure religiösen Gewohnheiten an Bedeutung gewinnen! Zum Beispiel werdet ihr euch auf eure Gebete, euer Schriftstudium und eure Gottesverehrung im Tempel freuen, weil sie euch Gelegenheiten bieten, den Vater im Himmel und Jesus Christus besser kennenzulernen und ihnen nahe zu sein.

Glaube gedeiht durch Treue

Denkt daran, dass unser Glaube wächst, wenn wir auf Jesus Christus vertrauen, und erblüht, wenn wir ihm treu sind. Wenn ihr euch eine echte Beziehung zu Christus wünscht, zeigt es ihm, indem ihr Bündnisse schließt und sie treu und redlich einhaltet. Bündnisse mit Jesus Christus zu schließen festigt die Hoffnung. Sie einzuhalten festigt den Glauben.

Ich möchte dies an einem persönlichen Beispiel veranschaulichen: In meiner Kindheit sah ich eines Tages, wie meine Mutter weinte, als sie allein war. Als ich sie nach dem Grund fragte, sagte sie sanft: „Ich möchte, dass du ein guter Junge bist.“ Ich wusste zwar, dass ich nicht die Ursache für ihren Kummer war, doch liebte ich meine Mutter über alles und vertraute ihr wie niemandem sonst, und so wollte ich ihr das Leben weniger schwer machen. Also versprach ich ihr an diesem Tag mit Tränen in den Augen und in aller Ernsthaftigkeit, die ein Neunjähriger aufzubringen vermag, dass ich mich immer bemühen würde, der allerbeste Sohn für sie zu sein und sie stolz zu machen.

Könnt ihr euch vorstellen, was für einen Einfluss dieses Versprechen auf mich hatte und bis heute hat?

Dieses Versprechen hat mir stets den Weg gewiesen. Bevor ich eine Entscheidung traf, überlegte ich jedes Mal, ob sie ihr gefallen würde. Für mich waren die Verpflichtung aus diesem Versprechen und die Beziehung zu meiner Mutter mein Leben lang die Verankerungen, die mein Verhalten bestimmten.

Jahre später, als ich Jesus Christus besser kennenlernte, wusste ich bereits, wie ich meinen Glauben auf ihn gründen konnte. Ich ging Bündnisse mit dem Herrn ein, und weil ich mich bemüht habe, sie auch einzuhalten, hat er mir meine Sünden vergeben, mir stets den Weg gewiesen und mich bis ins Innerste „mit seiner Liebe erfüllt“. Christus hat mir eine tiefe Liebe, Achtung und Treue ihm gegenüber eingeflößt.

Versteht ihr, warum Glaube ein Grundsatz ist, der Handeln erfordert, und dass es ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen?

Wenn ihr euch bemüht, das zu tun, was ihm gefällt, werdet ihr wie Josef in Ägypten sein, der, als er von Potifars Frau versucht wurde, sagte: „Wie könnte ich … ein so großes Unrecht begehen und gegen Gott sündigen?“ Und wenn ihr euch Widerständen ausgesetzt seht, werdet ihr wie der junge Prophet Joseph sagen: „[Ich] wusste [es]; und ich wusste, dass Gott es wusste; und ich konnte es nicht leugnen. [Ich] wusste, dass ich damit Gott beleidigen … würde.“

Glaube an Jesus Christus ist also ein Band des Vertrauens, das aus Treue und Liebe geschmiedet wird. Mit anderen Worten: Aus Dankbarkeit für seine barmherzige Liebe (hesed) zeigen wir Gott unsere treue Liebe (emunah), indem wir seine Gebote halten.

Christus verheißt: „Wer meine Gebote hat und sie hält, … wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ Wenn ihr euch entschließt, ihm treu zu sein, wird er euch seine Liebe kundtun.

Glaube angesichts von Widrigkeiten

Wie solltet ihr nun aber auf schwierige Situationen reagieren, die seine Wunder erfordern? Auch wenn Herausforderungen unvermeidlich und manchmal beängstigend sind, könnt ihr unerschrocken auf Christus zugehen, so wie es euch im Leitgedanken für die FSY-Tagung 2025 empfohlen wird: „Blickt in jedem Gedanken auf mich; zweifelt nicht, fürchtet euch nicht.“

Wie könnt ihr unerschrocken auf ihn zugehen?

Stellt euch vor, ihr seid ein Entdecker in einem noch unerforschten Gebiet. Um die vor euch liegenden Hindernisse zu überwinden, braucht ihr eine Lichtquelle. Eure Treue zu Gott und euer ständiger Austausch mit ihm sind das Öl für eure Lampe. Wenn ihr euch also in dunklen oder gefährlichen Situationen befindet, könnt ihr, anstatt blind hineinzulaufen, eure Lampe anzünden, die mit dem Öl des Glaubens an Christus gefüllt ist, damit ein Hoffnungsschimmer den ungewissen Weg vor euch erhellt. Eure vergangenen Erfahrungen werden eure Hoffnung festigen, dass der Herr euch auf eurem Weg unterstützen wird.

Ein Wanderer mit einer Lampe

Wie weit könnt ihr mit eurer Hoffnung und eurem Glauben an Christus kommen?

Erinnert ihr euch noch an meine Geschichte vom Schwimmbecken? Im Augenblick der Verzweiflung geschah das Wunder so, wie ich es erwartet hatte – aber Gott sichert uns nicht zu, dass immer alles nach unserem Willen geschieht. Unser Glaube muss auf Jesus Christus ausgerichtet sein und unsere Hoffnung darauf, dass er uns gemäß seinem Willen segnen wird. Erwartet Wunder, aber lasst Gott in eurem Leben siegen.

Gottes Verheißungen an sein treues Volk

Meine jungen Freunde, wir haben euch sehr lieb und vertrauen euch! Ihr gehört zur Familie Gottes und seid Kinder des Bundes. Glaubt an Jesus Christus und vertraut auf ihn. Er wird euch helfen, wahrhaftig seine Jünger zu werden.

Ich fordere euch auf, heute damit zu beginnen, eure Beziehung zu Jesus Christus zu nähren. Fasst den Entschluss, ihn niemals zu verlassen.

Eure Treue, eure Liebe und euer Vertrauen in Christus werden euren Charakter und eure Identität nach seinem Vorbild formen. Ihr werdet an Selbstvertrauen und Kraft zunehmen, um die Angriffe des Satans zu überstehen. Und wenn ihr Fehler macht, werdet ihr euch nach der Vergebung Christi sehnen. Abschließend sage ich euch: Ihr werdet der Zukunft hoffnungsfroh entgegensehen. Christus wird euch voll Vertrauen mit der Macht ausstatten, alles vollbringen zu können, was er von euch erwartet – ja sogar mit der Macht, in seine Gegenwart zurückzukehren.

Ich gebe euch Zeugnis, dass man Freude verspürt, wenn man den „Gesang der erlösenden Liebe“ singt und „auf ewig ringsum umschlossen“ ist „von den Armen seiner Liebe“. Im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.