Generalkonferenz
Propheten Gottes
Herbst-Generalkonferenz 2025


11:8

Propheten Gottes

Auf die Stimme des Propheten zu hören und ihr zu folgen, ist entscheidend dafür, dass wir bis zum Zweiten Kommen an allem Guten festhalten

Liebe Jugendliche! Ist das nicht eine wundervolle Konferenzversammlung? Wir haben schon drei lebende Apostel Jesu Christi hören dürfen. Was für ein herrlicher Segen! Und wir werden einen weiteren hören: Elder Henry B. Eyring. Unser geistiges Festmahl geht also weiter!

Bei meiner Ansprache im letzten Jahr haben wir uns anhand von Davids Kampf gegen Goliat vor Augen geführt, wie wir dieser Welt begegnen können. Erinnert ihr euch noch an die fünf Steine? Heute gehe ich auf eine Geschichte aus dem Alten Testament ein, die ich las, als ich in eurem Alter war, und die in mir den Wunsch weckte, wie die Protagonistin zu sein. Aus der Bibel erfahren wir nicht ihren Namen, daher nennen wir sie die Frau aus Schunem, denn so hieß ihr Wohnort.

Die Frau backt Brot für den Propheten

Eines Tages kam der Prophet Elischa durch Schunem. In der Bibel heißt es: „Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam.“ Ich kann mir vorstellen, dass sich der Prophet Elischa sehr über die Einladung, bei ihr zu essen, freute. Er war schon ein paar Mal dagewesen, als die Frau eines Tages zu ihrem Mann sagte: „[Jetzt weiß ich,] dass dieser Mann … ein heiliger Gottesmann ist.“

Die Frau sagte: „Jetzt weiß ich.“ Sie lud Elischa also offenbar zuerst zu sich ein, ohne zu wissen, dass er der Prophet war. Sie empfing ein Zeugnis durch den Heiligen Geist und indem sie genau zuhörte, was Elischa sagte und lehrte. (Ihr wisst ja, damals gab es noch keine Fotos! Es war also kaum möglich, den Propheten nur am Gesicht zu erkennen.)

Die Frau richtet für den Propheten ein Zimmer her

Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Eines Tages sagte die Frau zu ihrem Mann: „Wir wollen ein kleines … Obergemach herrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen.“

Diese gläubige Frau richtete in ihrem Haus bereitwillig ein Zimmer her, damit der Prophet eine Bleibe hatte, wenn er sich in der Stadt aufhielt.

Aus dieser Begebenheit können wir heute etwas Eindringliches lernen.

Der Herr bezeugte der Frau aus Schunem, dass Elischa ein Prophet Gottes war – woraufhin sie ihm ihr Haus öffnete und ihn empfing.

Auch wir können von den heutigen Propheten Gottes ein persönliches Zeugnis erlangen und Herz und Sinn – unser Haus sozusagen – für die Botschaft öffnen, die unser Vater im Himmel in diesen Letzten Tagen für uns hat.

Liebe Jugendliche, bitte stellt euch diese Frage: Habe ich ein persönliches Zeugnis von Gottes lebenden Propheten?

Fangen wir da einmal von vorne an.

Was ist ein Prophet? Ein Prophet ist ein Mann, den Gott als seinen Sprecher berufen hat. Genau wie in alter Zeit gibt es auch heutzutage Propheten auf der Erde.

Propheten sind Seher und Offenbarer. Das heißt, sie können sehen, was andere nicht sehen können, und sie können von künftigen Ereignissen prophezeien. Zudem können sie uns auf Unheil vorbereiten. Die Propheten empfangen Gebote und Offenbarungen vom Herrn. Im 9. Glaubensartikel geht es um fortdauernde Offenbarung in diesen Letzten Tagen. Er lautet: „Wir glauben alles, was Gott offenbart hat, und alles, was er jetzt offenbart; und wir glauben, dass er noch viel Großes und Wichtiges offenbaren wird, was das Reich Gottes betrifft.“

Elder Gary E. Stevenson hat erklärt: „Der Herr offenbart seinen Propheten auch heute noch seine Gebote und seinen Willen, weil er uns in diesem Leben Glücklichsein und im nächsten Leben celestiale Herrlichkeit ermöglichen möchte.“

Außerdem verkünden die Propheten das Evangelium und sind inspirierte Lehrer und Boten Gottes für alle Menschen auf Erden.

Jedes Mitglied der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf Apostel ist ein Prophet, Seher und Offenbarer. Angeleitet vom Herrn sind diese Brüder als Ratsgremium tätig und haben als solches die Vollmacht, die Lehre zu verkünden und auszulegen und Richtlinien für die Kirche Christi festzulegen. Sie beten mit Bedacht und beratschlagen miteinander, denn die Entscheidungen dieser Kollegien müssen einstimmig erfolgen. Auf diese Weise sichert uns der Herr zu, dass sein Wille geschieht.

Propheten geben Zeugnis für Christus – für sein Wirken und dafür, dass er lebt und ein Gott ist.

Lesen wir doch einige Zeugnisse von Propheten aus dem Buch Mormon.

Abinadi verkündete:

„Gott selbst [wird] unter die Menschenkinder herabkommen … und sein Volk erlösen …

Und weil er im Fleische wohnt, wird er der Sohn Gottes genannt werden.“

Samuel der Lamanit bezeugte ebenfalls, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der Vater des Himmels und der Erde, der Schöpfer aller Dinge von Anfang an.

Und der Prophet Moroni bekräftigte: „Ich [habe] Jesus gesehen [und er hat] von Angesicht zu Angesicht mit mir geredet.“

Mit das Erste, was Christus machte, als er den Nephiten erschien, war die Berufung der Zwölf Apostel. Den Menschen sagte er: „Gesegnet seid ihr, wenn ihr die Worte dieser Zwölf beachtet, die ich … erwählt habe.“

Nun einige Worte an die Eltern oder andere Familienmitglieder, die Kinder großziehen: Der Herr selbst lehrte Adam und Eva sämtliche Wahrheiten, die mit dem Erlösungsplan zusammenhängen. Dann sagte er zu ihnen: „[Ich gebe] dir das Gebot, dies alles deine Kinder frei und offen zu lehren.“

Was bedeutet „frei und offen lehren“? Es bedeutet, sich mit den Evangeliumswahrheiten zu befassen, ein persönliches Zeugnis davon zu haben und dieses Wissen an unsere Kinder weiterzugeben. Es bedeutet, Gelegenheiten zur Unterweisung stets zu ergreifen, seien es formelle oder informelle Anlässe. Es bedeutet, gemäß unserem Wissen und Zeugnis zu leben.

Im Buch Mormon werden die 2060 jungen Krieger als „Männer der Wahrheit und Ernsthaftigkeit“ bezeichnet, „denn man hatte sie gelehrt, die Gebote Gottes zu halten und untadelig vor ihm zu wandeln“. Glaubensvoll gehorchten diese jungen Männer Helaman, der damals sowohl ihr Heerführer als auch ihr Prophet war, und ihnen war bewusst, dass ihre Mütter ihnen Wahrheit und Glauben ins Herz gepflanzt hatten.

Liebe Eltern, in dieser Welt, wo so viele Stimmen tönen und zuweilen große Finsternis herrscht, hat Gott selbst uns geboten, unsere Kinder in Licht und Wahrheit aufzuziehen. Er hat uns die Aufgabe anvertraut, dass wir unseren Kindern die errettenden Wahrheiten des Evangeliums vermitteln sollen. Wenn wir das nicht tun, übernimmt das gewiss nicht die Welt.

Meine lieben jungen Freunde, ich habe eine Bitte an euch: Kniet euch in den kommenden Tagen hin, öffnet euer Herz und betet glaubensvoll zum Vater im Himmel. Bittet ihn, er möge euch bestätigen, dass sein erwählter Prophet und seine Apostel in dieser Zeit seine Stimme auf Erden sind.

Von der Frau aus Schunem lernen wir, dass wir durch den Heiligen Geist ein Zeugnis erlangen können. Ich verheiße euch: Sobald wir wissen, dass sie die Gesalbten Gottes sind, wird unser Leben leichter, auch wenn Schwierigkeiten andauern, da wir ihrer Stimme dann nämlich voller Vertrauen, Glauben und Hoffnung folgen. Auf die Stimme des Propheten zu hören und ihr zu folgen, ist entscheidend dafür, dass wir bis zum Zweiten Kommen unseres Erretters an allem Guten festhalten.

Die Schlechtigkeit der Welt nimmt zu, aber die Kirche Jesu Christi und sein Reich sind stärker als je zuvor. Zion legt seine Prunkgewänder an, und der Thron Christi wird nicht umstürzen. Der Herr erwartet von uns, dass wir in unserem Zeugnis stark sind, glaubensvoll sind und täglich umkehren. Unser Heiland Jesus Christus zählt darauf, dass ein jeder von uns sein Werk weiter voranbringt.

Der Prophet Joseph Smith hat einmal gefragt: „Brüder, sollen wir in einer so großen Sache nicht vorwärtsgehen?“ Doch da meine Botschaft hauptsächlich euch Jugendlichen gilt, möchte ich statt Brüder hier Ihr Jugendlichen einsetzen. Bereit?

„[Ihr Jugendlichen], sollen wir in einer so großen Sache nicht vorwärtsgehen? Geht vorwärts und nicht rückwärts! Mut, [ihr Jugendlichen], und auf, auf zum Sieg! Lasst euer Herz sich freuen und überaus froh sein.“

Ich bin für die Führung der lebenden Propheten und ihre dem Herrn geweihten Anstrengungen dankbar. Ich bezeuge feierlich, dass sie von Gott dazu berufen worden sind, sein Reich heute auf Erden hervorzubringen, aufzurichten und zu leiten. Und so wird es auch immer sein! Es wird immer der Herr sein, der sich seine Diener erwählt. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Anmerkungen

  1. Auch in der spanischen Bibelübersetzung kommt zum Ausdruck, dass es sich um eine dringende Bitte handelte.

  2. 2 Könige 4:8

  3. 2 Könige 4:9; Hervorhebung hinzugefügt, das Wort „now“ („jetzt“) steht in der King-James-Bibel

  4. 2 Könige 4:10

  5. Siehe Amos 3:7

  6. „Angeleitet vom Herrn präsidiert [der Präsident der Kirche] über die Kirche und ist der einzige Mensch auf der Erde, der bevollmächtigt ist, alle Priestertumsschlüssel anzuwenden … Er hat die Vollmacht, Offenbarung zu empfangen und den Willen Gottes für die gesamte Kirche zu verkünden.“ (Allgemeines Handbuch: Wie man in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage dient, 5.1.1.1, Archiv Kirchenliteratur.)

  7. Siehe Lehre und Bündnisse 1:38

  8. Gary E. Stevenson, „Der jubelnde Klang des Evangeliums Jesu Christi“, Für eine starke Jugend, Juli 2025, S. 4

  9. Siehe Matthäus 28:19,20; Lehre und Bündnisse 21:1,4,5; 107:35

  10. „Jeder Apostel hat alle Schlüssel des Reiches inne und wendet diese auf Weisung des Präsidenten der Kirche an.“ (Allgemeines Handbuch, 5.1.1.1.)

  11. Siehe Allgemeines Handbuch, 5.1.1.1

  12. Siehe Lehre und Bündnisse 107:27-31

  13. „Die Zwölf Apostel sind ‚besondere Zeugen‘ des Namens Jesu Christi … Sie bezeugen der ganzen Welt, dass er ein Gott ist und dass er tatsächlich auferstanden ist.“ (Allgemeines Handbuch, 5.1.1.1.)

  14. Mosia 15:1,2

  15. Siehe Helaman 14:12

  16. Ether 12:39

  17. In Bezug auf das Buch Mormon hat der Prophet Joseph Smith erklärt: „In dem Buch wird weiter berichtet, dass der Erretter nach seiner Auferstehung auf diesem Kontinent erschienen ist. Hier hat er das Evangelium in all seiner Fülle, seinem Reichtum, seiner Macht und seinen Segnungen aufgepflanzt. Es gab Apostel, Propheten, Hirten, Lehrer und Evangelisten. Es gab dieselbe Ordnung, dasselbe Priestertum, dieselben heiligen Handlungen, Gaben, Mächte und Segnungen wie auf dem östlichen Kontinent.“ (In: History, 1838–1856, Vol. C-1 [2 November 1838–31 July 1842], S. 1282, josephsmithpapers.org.)

  18. 3 Nephi 12:1; Hervorhebung hinzugefügt

  19. Mose 6:58; Hervorhebung hinzugefügt

  20. Siehe Lehre und Bündnisse 68:25-28

  21. „Wir sollten jede Gelegenheit beim Schopf ergreifen, mit Kindern über die Lehren Jesu Christi zu sprechen. Solche Lehrmomente sind kostbar und weitaus seltener im Vergleich zu dem unaufhörlichen Bemühen entgegengesetzter Kräfte. Für jede Stunde, in der man einem Kind die Lehre nahebringt, gibt es auf der Gegenseite zahllose Stunden mit Botschaften oder Bildern, die die errettenden Wahrheiten in Frage stellen oder einfach ausblenden.

    So manche unter Ihnen fragen sich vielleicht, ob es nicht besser sei, mit dem Kind dadurch eine enge Beziehung aufzubauen, dass man etwas Nettes unternimmt, oder Sie fragen sich, ob sich das Kind von Ihrer Unterweisung im Evangelium vielleicht erdrückt fühlt. Stattdessen sollten Sie Folgendes überlegen: ‚Angesichts von so wenig Zeit und so wenigen Gelegenheiten – welche Worte der Lehre kann ich weitergeben, um das Kind gegen die unvermeidlichen Angriffe auf seinen Glauben zu wappnen?‘ Die Worte, die Sie heute sprechen, sind vielleicht gerade die, an die es sich später erinnert, und der heutige Tag verfliegt ja so rasch.“ (Henry B. Eyring, „Einfach ist die Lehre Jesu Christi“, Liahona, November 2024, S.97.)

  22. Jeder Jugendliche ist wichtig (siehe Alma 57:6,20)!

  23. Alma 53:21; Hervorhebung hinzugefügt

  24. Siehe Alma 56:44-48; 57:21

  25. Siehe Lehre und Bündnisse 93:40

  26. Wir können beispielsweise auch von Enosʼ Eltern lesen, die ihn „in der Zucht und Ermahnung des Herrn“ (Enos 1:1) aufgezogen und ihn „in Bezug auf das ewige Leben und die Freude der Heiligen“ (Enos 1:3) unterwiesen hatten. Enos wusste daher um das Wesen Gottes (siehe Enos 1:6,15,17).

  27. Siehe Lehre und Bündnisse 21:1,2,4-6. „Die Welt behauptet zwar, dass Macht, Besitz, Popularität und Vergnügungen des Fleisches glücklich machen, aber das tun sie nicht! Sie können es gar nicht! Sie erzeugen nichts weiter als einen leeren Ersatz für den ,gesegneten und glücklichen Zustand‘ derjenigen, die die ,Gebote Gottes halten‘ [Mosia 2:41].

    In Wahrheit ist es sehr viel kräftezehrender, Glück dort zu suchen, wo man es niemals finden kann! Wenn Sie sich jedoch unter das Joch Jesu Christi begeben und die geistige Arbeit leisten, die erforderlich ist, um die Welt zu überwinden, hat er – und nur er allein – die Macht, Sie über den Sog dieser Welt emporzuheben.

    Inwiefern werden wir nun gesegnet, wenn wir die Welt überwinden? Die Antwort darauf ist klar: Wenn wir mit Gott eine Bündnisbeziehung eingehen, bindet uns das auf eine Weise an ihn, dass alles, was das Leben anbelangt, leichter wird. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nicht gesagt, Bündnisse zu schließen mache das Leben leicht. Erwarten müssen Sie tatsächlich das Gegenteil, denn der Widersacher will ja nicht, dass Sie die Macht Jesu Christi entdecken. Sich unter das Joch des Erretters zu begeben bedeutet aber, dass Sie Zugang zu seiner Stärke und erlösenden Macht erhalten.“ (Russell M. Nelson, „Die Welt überwinden und Ruhe finden“, Liahona, November 2022, S. 97.)

  28. Siehe Ether 8:26; Moroni 7:19-25

  29. Siehe Jesaja 52:1

  30. Siehe Psalm 125:1; Jesaja 28:16

  31. Lehre und Bündnisse 128:22; Hervorhebung hinzugefügt

  32. Siehe Lehre und Bündnisse 1:30

  33. Siehe 5. Glaubensartikel