Jesus Christus und Ihr Neuanfang
Für uns alle kann es durch Jesus Christus und dank ihm einen Neuanfang geben. Auch für Sie!
Eine Untertreibung in den heiligen Schriften: Jesus zog umher und tat Gutes
Jesus zog umher und tat Gutes. Diese schlichten Worte lesen wir in der Apostelgeschichte. Das ist eine gehörige Untertreibung! Es besteht kein Zweifel daran, dass Jesus viel Gutes tat! Er ist der Inbegriff – und die Quelle – alles Guten! Er widmete sein ganzes irdisches Leben dem Ziel, Gutes zu tun. Er ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an unendlicher Güte und immerwährender Barmherzigkeit.
Jeder Versuch, seine Güte und Barmherzigkeit zu beschreiben oder zusammenzufassen, wäre eine Untertreibung! Es ist so, wie der Apostel Johannes es auszudrücken versuchte: Wenn wir jede Kundgebung der Güte des Erretters aufzeichnen wollten, könnte die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die geschrieben werden müssten.
Jesus Christus bietet uns allen einen Neuanfang an
Die in den heiligen Schriften verewigten konkreten Beispiele, wie Jesus umherzog und Gutes tat, wecken tiefe Ehrfurcht und Staunen, vor allem, wenn wir uns lebhaft vorstellen, wie es wohl gewesen wäre, seine Wunder mit eigenen Augen zu sehen, seine Lehren zu empfangen und seine Heilung zu erfahren. Er unterhielt sich mit denen am Rande der Gesellschaft, er berührte die Kranken und Unreinen, er stand den Ermatteten bei, er verkündete befreiende Wahrheit und er rief die Sünder zur Umkehr. Jedem Aussätzigen, jedem Blinden und jeder Ehebrecherin; den Lahmen, den Tauben und den Stummen; jeder kummergeplagten Mutter, jedem verzweifelten Vater und jeder trauernden Witwe; den Verurteilten, den Beschämten und den Leidenden; den körperlich und den geistig Toten – allen bot er einen Neuanfang an. Ja, auch das ist wieder eine unglaubliche Untertreibung!
Alles, was er sagte und tat, ermöglichte allen, die er heilte, segnete, unterwies und von Sünde befreite, einen Neuanfang. Er zog sich nicht von ihnen zurück, und er wird sich gewiss auch nicht von uns zurückziehen. Stellen wir uns doch nur einmal vor, wir würden gerade jetzt diese lebensspendenden Worte von ihm hören:
„Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“
„Mädchen, ich sage dir, steh auf!“
„Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“
„Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!“
Der Erretter richtete nur wenige Worte an diese Menschen, aber mit ihnen zeichnete er unermessliche neue Horizonte: Vergebung, Heilung, Erneuerung, Frieden und ewiges Leben. Und die herrliche Nachricht lautet: Uns allen bietet er den gleichen Neuanfang an. Für uns alle kann es durch Jesus Christus und dank ihm einen Neuanfang geben. Auch für Sie! Neuanfänge stehen im Mittelpunkt des Plans, den der Vater für seine Kinder aufgestellt hat. Dies ist die Kirche der Neuanfänge! Dies ist die Kirche des Neubeginns!
Dies ist die Kirche der Neuanfänge
Durch die Taufe durch Wasser und den Geist werden wir „von neuem geboren“ und können „in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln“. Wie viel Hoffnung schenkt dieser Neuanfang jemandem, der sich von Sünde niedergedrückt dahinschleppt oder unter den Folgen eines Lebens voller Probleme und dysfunktionaler Beziehungen leidet? Jesus brauchte weder Sündenvergebung noch einen Neubeginn, und doch ließ er sich taufen und führte uns so deutlich sichtbar den Weg zu dem Neuanfang vor Augen, den er für jeden von uns bereitet hat.
Unser Neuanfang ist kein einmaliges Ereignis. Manchmal meinen wir, die Taufe sei unsere einzige Chance auf einen Neuanfang. Doch das stimmt nicht! Wir haben nicht nur eine Chance. Es kann jeden Tag einen Neuanfang geben! Und ganz bestimmt jede Woche, wenn wir zum Gedenken an das Geschenk unseres vollkommenen Erretters ein kleines Stück Brot essen und einen kleinen Becher Wasser trinken. Er starb ja genau dafür, uns so viele Neuanfänge zu ermöglichen, wie wir brauchen. Jesus schenkt uns so viele Neuanfänge, wie wir brauchen.
Wenn wir uns mit Hingabe und Freude einem neuen Leben in Christus verschreiben, können wir „eine neue Schöpfung“ werden, in der Altes vergeht und alles neu wird. Ist solch ein neuer Tagesanbruch nicht eine willkommene Atempause für jemanden, der sich trotz der niederschmetternden Rückschläge des Lebens in einer gefallenen Welt immer weiter bemüht und beständig Glauben an die Macht unseres Erlösers ausübt, zu heilen und zu erneuern? Der Erretter hat niemals in seinem Vorsatz nachgelassen, den Willen des Vaters zu erfüllen und seinen göttlichen Sühneauftrag zu erfüllen, auch nicht unter Schmerzen, die ihn zittern, aus jeder Pore bluten, an Leib und Geist leiden und dafür beten ließen, dass der bittere Kelch ihm erspart bleiben möge. Auch damit zeigte er uns, wie man treu an Gottes Seite ausharrt.
Mit jedem Bündnis, das wir schließen, und jeder Anstrengung, die wir unternehmen, um es zu halten, können wir ein neues Herz und ein noch größeres Maß eines neuen Geistes empfangen. Je mehr wir seine Güte in unser Herz lassen und die selbstzerstörerischen Stimmen in unserem Kopf vertreiben, desto mehr werden wir allmählich zu seinem Volk, weil wir ihn wahrhaftig zu unserem Gott machen. Jesus wünscht sich sehnlichst, unser König, Hirte und Friedefürst zu sein, und wir können uns dafür entscheiden, dass er genau das auch für uns persönlich wird.
Ein Neuanfang in unserer Einstellung zur Umkehr
Was uns die Tür zu einem Neuanfang oder Neubeginn und zweiten Chancen öffnet, ist die Umkehr. Die Worte unseres geschätzten Präsidenten Nelson haben mit falschen Vorstellungen von der göttlichen Gabe der Umkehr aufgeräumt, und ich glaube, dass wir diese Gabe endlich allmählich begreifen.
Ich freue mich, wenn ich höre, wie unsere Jugendlichen beschreiben, was Umkehr für sie bedeutet. Vor kurzem hörte ich eine Junge Dame mit einem Lächeln im Gesicht sagen: „Wenn ich an Umkehr denke, tägliche Umkehr, empfinde ich unglaubliche Freude und Hoffnung. Ich verspüre die Liebe und Freude meines himmlischen Vaters und meines Erretters. Ich habe keine Angst, mich im Gebet an den Vater im Himmel zu wenden und ihn um Hilfe bei allem zu bitten, womit ich ringe. Ich weiß, dass sie nicht darauf aus sind, mich dabei zu erwischen, wie ich etwas falsch mache. Sie empfangen mich immer mit offenen Armen. Das verstehe ich unter Umkehr“, erklärte sie. Diese Junge Dame versteht, dass sie dank Jesus Christus Neuanfänge erleben kann.
Ein Neuanfang für alle und jederzeit
Brauchen Sie einen Neuanfang? Kann es einen Neubeginn geben – sogar für Sie? Denken Sie an die Menschen, denen der Erretter diente – die Menschen, die er unterwies, heilte, auferweckte, denen er vergab und die er erneuerte. Wählte er sie aus einer bestimmten Einkommensschicht oder gesellschaftlichen Gruppe aus? Machte er einen Unterschied zwischen den Rechtschaffenen und den Sündern? Bevorzugte er Menschen, weil sie es mehr verdienten oder mehr geliebt wurden? Nein.
Einige kamen mit großem Glauben zu ihm, sie vertrauten auf seine Macht, zu heilen – etwa die Frau mit dem Blutfluss, der römische Hauptmann, dessen Diener im Sterben lag, der Aussätzige, Jairus, oder der blinde Bartimäus. Sie alle brachten den Mut auf, zu glauben und zu hoffen, dass die Güte und Macht des Rabbis aus Nazaret ihr Leben und ihre Aussichten verändern würde. Und genau das tat er. Er spendete seine Heilung bereitwillig.
Aber Jesus segnete auch jene, deren Glauben wankte, wie der Vater des kranken Kindes, der, vielleicht wie auch Sie schon einmal, ausrief: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Selbst denen, die ihn überhaupt nicht gesucht hatten, erwies er Mitgefühl, wie etwa der Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, der Witwe von Nain, dem Kranken am Teich von Betesda und dem Mann, der von Geburt an blind war. Haben Sie schon einmal gespürt, wie er in Ihrem Leben Gutes bewirkt hat, auch wenn Sie ihn nicht gesucht haben oder ihm nicht nachgefolgt sind?
Jedem dieser Menschen aus den heiligen Schriften und allen, die ihm zuhörten und sich öffneten, schenkte er einen Neuanfang, ein neues Leben – befreit von Sünde, geheilt von Krankheit oder erweckt vom Tod.
Was bedeutet das nun für uns? Seine Güte, seine Barmherzigkeit und sein liebevolles Wohlwollen kennen keine Grenzen. Neuanfänge stehen im Mittelpunkt des Plans des Vaters! Es ist die Mission des Sohnes, immer wieder einen Neubeginn zu ermöglichen. Neue Tagesanbrüche, neue Kapitel und neue Chancen sind der schlichte Kern der frohen Botschaft des Evangeliums.
Waren Sie vielleicht zu lange von Ihren Bündnissen entfernt, um einen Neuanfang empfangen zu können? Nein. Haben Sie dieses oder jenes schon zu oft gemacht, um noch einmal eine Chance zu bekommen? Nein. Haben Sie sich zu weit von Christus entfernt, als dass er Ihnen helfen könnte, von jetzt an eine neue Geschichte zu schreiben? Nein. Der Widersacher ist der Einzige, der von dem Gedanken profitiert, dass Sie verloren sind. Das sind Sie nicht!
Neuanfänge sind nicht nur für unsere Sünden und Fehler da. Dank der Güte und Gnade des Erretters können wir immer wieder einen Neubeginn erleben, der im Hinblick auf alte Denkweisen, schlechte Angewohnheiten, Griesgrämigkeit, eine negative Einstellung, Ohnmachtsgefühle und die Neigung, anderen die Schuld zu geben und Eigenverantwortung zu scheuen, einen Wandel vorantreibt. Man kann tatsächlich etwas an sich ändern, was einen schon seit Jahren zermürbt. Durch die Macht des Meisters der Neuanfänge können Sie von neuem beginnen. Er wird nicht müde, uns Neuanfänge zu schenken.
Wenn Sie immer wieder mit der gleichen Sünde oder dem gleichen Rückschlag ringen, versuchen Sie es weiter! Er legt Ihnen kein Hindernis in den Weg. Er beschränkt nicht die Zahl Ihrer zweiten Chancen. Streben Sie weiter vorwärts! Strengen Sie sich weiter an! Lassen Sie sich von anderen helfen! Und vertrauen Sie auf den Neuanfang! Dieser ist immer dann möglich, wenn Sie sich mit aufrichtigem Herzen dem Vater wieder zuwenden. Lassen Sie vorsätzliche Sünde, das gleichgültige Wiederholen der immer gleichen Fehler und stolze Auflehnung dort, wo sie hingehören – nämlich hinter sich. Man muss nicht so bleiben, wie man war. Nutzen Sie Ihren Neubeginn, Ihre zweite, dritte oder vierte – oder hundertste – Chance, die Ihnen durch das sühnende Blut Jesu Christi angeboten wird.
Ich bin unbeschreiblich dankbar für die neuen Anfänge, die mir gegeben wurden, und für diejenigen, die mir noch angeboten werden.
Zum Abschluss
Unser Erretter äußerte zuletzt noch eine Untertreibung, ohne die es heute keinen Grund zur Hoffnung oder zur Freude gäbe. Nach den Qualen in Getsemani und am Ende der Tortur am Kreuz sagte er schlicht: „Es ist vollbracht.“ Messianische Prophezeiungen hatten sich erfüllt, und die Schuld für die Sünden und das Leid aller Menschen war vollständig beglichen worden. Er erklärte sein unbegrenztes und ewiges Opfer für vollbracht. Und doch war sein Sühnopfer erst dann vollendet, als er selbst am dritten Tag neues Leben erfuhr – der Neuanfang als verherrlichtes, auferstandenes Wesen durch die Macht des Vaters.
Weil er immer das getan hat, was seinem Vater gefiel, und weil er „den Willen des Vaters in allem … gelitten hat“, kann es für uns alle Neuanfänge geben. Empfangen Sie bitte Ihren Neuanfang – gleich heute, jetzt sofort! Jesus Christus ist der Urheber und Vollender unseres Glaubens und schreibt gemeinsam mit uns unzählige neue Kapitel. Er ist der Anfang und das Ende – das Ende unserer Scham und unseres Leids und der Beginn eines neuen Lebens in ihm. So oft, wie wir es brauchen, lässt er uns die Vergangenheit hinter uns lassen und mit einem neuen Tagesanbruch von vorn beginnen. Seine Güte und Huld werden uns wahrhaftig unser Leben lang folgen. Im Namen Jesu Christi. Amen.