Verborgene Schätze
Was können wir von den Israeliten lernen?
Was sich zugetragen hat, als sie Ägypten verließen …
Warum das Paschamahl hastig gegessen wurde – und wofür die Eile steht
Für ihr Paschamahl gab der Herr den Israeliten ungewöhnliche Anweisungen: „So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an euren Füßen und euren Stab in eurer Hand. Esst es hastig!“ (Exodus 12:11.)
Warum wurde ihnen gesagt, sie sollten es hastig essen? Würden sie Ägypten bald verlassen? Gab es nicht genug Zeit zum Essen?
Wahrscheinlich lassen sich symbolische Gründe dafür finden. Der bildhafte Vergleich, sich die Hüften (oder Lenden) zu gürten, kommt dir vielleicht von anderen Stellen aus den heiligen Schriften bekannt vor (siehe zum Beispiel Lehre und Bündnisse 27:15-18). Die Leute zogen ihr Gewand hoch und banden es sich um die Hüfte, um rennen zu können. Damit könnte zum Beispiel gemeint sein, dass du nie weißt, wann der Herr dich braucht. Deshalb solltest du jederzeit bereit sein.
Vielleicht wollte der Herr, dass die Israeliten das Paschamahl in Eile zu sich nehmen, um ihnen in Erinnerung zu rufen, sich für seine Befreiung bereitzuhalten. Denk daran, was er später über sein Zweites Kommen gesagt hat: „Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.“ (Matthäus 24:42.) Wir sollen also bereit sein! Um Führung zu erhalten, können auch wir – wie die Israeliten damals – auf unseren lebenden Propheten blicken.
Wunder sind ein Grund zum Feiern
Die Israeliten waren frei! Der Herr hatte sie vor den Ägyptern gerettet, indem er das Rote Meer geteilt hatte, was ja unverkennbar ein Wunder war.
Daraufhin feierten die Israeliten. Sie sangen ein Lied, in dem sie den Herrn priesen und ihm dankten (siehe Exodus 15:1-19). Mirjam und weitere Frauen tanzten und spielten auf der Pauke (siehe Exodus 15:20,21).
Bei einigen Dingen erwartet der Herr von uns, dass wir sie mit Ehrfurcht und Ernsthaftigkeit behandeln. Es gibt Situationen, in denen Lachen und Feiern unangebracht sind. Das heißt aber nicht, dass ein Jünger Jesu immerzu ernsthaft sein muss! Das Evangelium ist ja „eine Stimme der Freude“ (Lehre und Bündnisse 128:19). Die heiligen Schriften sind voll von der Weisung, dass wir uns freuen sollen:
„Wenn du fröhlich bist, so preise den Herrn mit Gesang, mit Musik, mit Tanz und mit einem Gebet des Lobes und der Danksagung.“ (Lehre und Bündnisse 136:28.)
„Jubelt im Herrn, ihr Gerechten, den Redlichen ziemt der Lobgesang [d.h. ihnen steht der Lobgesang zu].“ (Psalm 33:1.)
„Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!“ (Psalm 32:11.)
Die Wunder, die Gott in deinem Leben wirkt, darfst du also richtig feiern!
Belastende Unklarheiten? Das goldene Kalb ist nicht die Lösung!
Als Mose auf den Berg ging, um mit dem Herrn zu sprechen, blieb er 40 Tage lang weg (siehe Exodus 24:18). Die Israeliten, die große Wunder miterlebt hatten, im Glauben aber noch wachsen mussten, befürchteten, Mose werde niemals wiederkommen. Sie lehnten sich also gegen Gott auf und verlangten von Aaron, er solle ihnen ein goldenes Kalb anfertigen, damit sie dieses anstelle des Herrn anbeten könnten (siehe Exodus 32).
Mit anderen Worten: Als es schwierig wurde, gerieten sie in Panik, wandten sich von Gott ab und verfielen wieder in ihre früheren sündhaften Verhaltensweisen.
Wir alle stehen mitunter vor Unklarheiten. Manchmal ist vielleicht nicht klar, was der Herr von uns erwartet. Manchmal beten wir um Antworten und werden ungeduldig, weil wir sie nicht sofort erhalten.
Was machen wir dann? Wir halten an unserem Glauben fest. Wir klammern uns an das, was wir schon wissen, während wir darauf warten, mehr zu erfahren.
Vielleicht gerätst du nicht in Versuchung, in mutlosen Momenten gleich einen Götzen zu bauen, den du dann verehren kannst. Aber was ist mit der Versuchung, etwas zu tun, was unmittelbare Befriedigung bringt statt dauerhafter Freude?
Tappe bitte nicht in diese Falle! Harre auf den Herrn – ganz gleich, wie lange es dauert. Entscheide dich dafür, ihm zu vertrauen. Er erfüllt seine Verheißungen immer.