Für eine starke Jugend
Erst fiel ich auf, dann gehörte ich dazu
Für eine starke Jugend, April 2026


Erst fiel ich auf, dann gehörte ich dazu

Tyler hat gelernt, dass wir selbst angesichts von Widrigkeiten und Verurteilung unser Licht leuchten lassen und anderen christliche Liebe erweisen können

Jugendliche

Fotos von Leslie Nilsson

Tyler und ihre Freunde aus anderen Glaubensrichtungen finden Gemeinsamkeiten, indem sie einander helfen, Jesus Christus nachzufolgen

Wie gehst du auf Fremde zu, die sich schon eine Meinung über dich und deinen Glauben gebildet haben? Insbesondere, wenn diese Ansichten nicht so nett oder sogar unwahr sind? Die 16-jährige Tyler hat sich diese Frage gestellt.

Nachdem sie von Utah, wo es sehr viele Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Letzten Tage gibt, nach Oklahoma gezogen war, wurde ihr klar, dass es Zeit und Anstrengung erfordern würde, Freunde zu finden, denn dort war sie ja anders als alle anderen.

Mädchen probieren Hüte an

Freundlich sein

„Am Anfang waren die Leute nicht so nett“, erzählt Tyler. „Wenn sie mir ins Gesicht schauten, waren sie zwar freundlich, aber sobald sie sich umdrehten, redeten sie über mich. ‚Die Neue ist Mormonin, und sie trinkt keinen Kaffee‘, oder: ,Sie ist viel zu nett, das kann doch nur vorgetäuscht sein.‘“

Am Anfang wusste Tyler nur, dass sie freundlich bleiben und weiterhin nach ihrem Glauben leben musste. Und je besser andere sie kennenlernten, desto besser wurde es mit der Zeit.

Eine Jugendliche

„Ich habe im Volleyballteam gute Freundinnen gefunden, was mir geholfen hat, meinen Freundeskreis den ganzen Sommer über zu vergrößern. Je mehr Freunde ich kennenlernte, denen ich zeigen konnte, wer ich bin, desto mehr standen die Leute allmählich zu mir. Die Leute fingen an, mich kennenzulernen und zu merken, dass ich eigentlich ganz nett bin.“

Gemeinsamkeiten erkennen

Als die Leute sie ein wenig besser kennenlernten, begannen sie, aufrichtige Fragen zu Tylers Glauben zu stellen.

„In der Schule hatten wir mal eine Stunde, in der alle mir Fragen zu meinem Glauben stellen konnten“, erzählt Tyler. „Meine Mitschüler waren einfach neugierig, denn sie finden, dass unsere Glaubensansichten völlig anders sind.“

Als Tyler so im Mittelpunkt stand, ließ sie sich aber nicht aus der Ruhe bringen. „Ich habe einfach ganz ehrlich Antwort gegeben. Alles, was ich machen konnte, war, nach bestem Wissen und Gewissen zu antworten.“

Einige Gespräche sahen in etwa so aus:

„Du bist ja gar keine Christin, oder?“

„Doch, ich bin Christin. Ich glaube an Jesus Christus.“

„Aber ihr habt doch so ein Buch. Was ist das eigentlich? Und worum geht es darin?“

„Es ist ein weiterer Zeuge für Jesus Christus und handelt davon, dass er auf dem amerikanischen Kontinent war.“

„Was? Christus war auf dem amerikanischen Kontinent?“

„Genau!“

„Liest du denn auch in der Bibel? Du liest doch garantiert nicht die Bibel.“

„Doch, das tue ich! Ich habe die Bibel auch gelesen.“

„Ach echt? Ich auch!“

Da die meisten ihrer neuen Freunde und Klassenkameraden ebenfalls Christen sind, fand Tyler heraus, was sie gemeinsam hatten, und baute darauf auf. „Die wichtigste Gemeinsamkeit ist, dass wir alle an Jesus Christus glauben. Wir alle bemühen uns, wie Christus zu sein und seine Jünger zu sein“, erklärt sie.

Tyler und ihre Freunde verbindet nicht nur ihr Glaube an den Erretter, sie helfen einander auch, ihr Bestes zu geben. „Wir alle versuchen, bessere Menschen zu sein, und das bedeutet, wie Christus zu sein. Wir unterstützen einander darin.“ Ihre neuen Freunde verteidigen Tyler jetzt sogar und finden die religiösen Unterschiede gut! Und Tyler macht genau dasselbe für ihre Freunde.

Jugendliche

Tyler (Mitte) hat gelernt, dass ihre Freunde, die nicht der Kirche angehören, ebenfalls das Licht Christi weitergeben wollen

Einander beim Fortschritt helfen

Wie helfen Tyler und ihre Freunde einander in ihren unterschiedlichen Glaubensansichten? Indem sie „umherziehen“ und Gutes tun, so wie der Erretter es getan hat (siehe Apostelgeschichte 10:38).

„Einmal schrieben wir einen Haufen Zettel mit Schriftstellen aus der Bibel darauf und klemmten sie bei irgendwelchen Autos unter den Scheibenwischer. Darauf schrieben wir Sätze wie: ,Jesus liebt dich!‘ Wir waren zu allen freundlich und halfen Menschen, die Probleme hatten.

Jugendliche

Ich versuche, gut zu sein, denn Christus ist ja auch gut. Meine Freunde bemühen sich auch, bessere Menschen zu sein.“

Tyler weiß, dass sie als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auffällt, weil sie anders ist. Sie weiß auch, wie es ist, sich einsam und ausgeschlossen zu fühlen.

„Ich versuche, einfach ich selbst zu sein. Ich lächle jeden an und behandle jeden freundlich. Ich bin auch mit Leuten aus der Schule befreundet, die ganz anders sind als ich. Wenn wir uns in der Schule begegnen, grüße ich sie und frage, wie ihr Tag läuft. Einfach freundlich miteinander sein und dem Nächsten dienen – das ist meine Art, mit gutem Beispiel voranzugehen“, berichtet sie.

Jugendliche mit einer Frau im Rollstuhl

„Wir alle versuchen, bessere Menschen zu sein, und das bedeutet, wie Christus zu sein“, erklärt Tyler.

Ein Licht für andere

Tyler lebt ihr Zeugnis bei ihren täglichen Unternehmungen und in ihrem Umgang mit anderen Menschen. „Ich weiß, dass Christus mich persönlich liebt. Ich erkenne seine Hand in meinem täglichen Leben. Wenn mir jemand Komplimente macht oder etwas Nettes sagt, weiß ich, dass Christus mir dadurch etwas sagt, was ich für diesen Tag brauche.

Eine Jugendliche begrüßt Leute in der Kirche

Ich weiß, dass der Vater im Himmel alle meine Gebete hört und dass er meine Gedanken und Absichten kennt. Wenn ich mich bemühe, wie er zu sein, werde ich ein besserer Mensch.

Und warum sollte ich nicht ein besserer Mensch sein?“