Nur online: Ein Apostel antwortet
Wie kann ich aus der Liebe des Erretters Kraft schöpfen?
Dank des Sühnopfers Jesu Christi könnt ihr Hilfe erhalten, Hoffnung und Zuversicht verspüren und eine Herzenswandlung erleben, wenn ihr zu ihm kommt
Nach einer Ansprache, die am 27. April 2025 bei einer Andacht an der BYU Idaho gehalten wurde
Am Ostersonntag feiern wir den größten Ausdruck von Liebe, den die Welt je erlebt hat: die Auferstehung Jesu Christi. Da sich dieser Ausdruck der Liebe nicht nur auf einen einzigen Tag beschränken, sondern die ganze Osterzeit prägen soll, möchte ich aufzeigen, wie reich wir gesegnet werden können, wenn wir die Liebe erfahren, die uns der Erretter durch sein unbegrenztes und erhabenes Sühnopfer erwiesen hat.
Das Sühnopfer Jesu Christi war der höchste und herrlichste Ausdruck seiner Liebe zu allen Kindern Gottes. Er litt für uns alle und wurde dadurch zu unserem vollkommenen geistigen Beistand.
Hilfe in unseren Schwächen
Außer dem unvergleichlichen Geschenk der Errettung gewährt uns der Erretter in Zeiten des Kummers, der Prüfungen und der Schwäche seine heilende Gnade. Christus weiß stets um die widrigen Umstände unseres Erdenlebens. Er kann sich in all die Bitternis, die Qualen und den körperlichen Schmerz sowie die seelischen und geistigen Herausforderungen einfühlen, denen wir gegenüberstehen. Der Erretter ist immer bereit, uns in den stillen Kämpfen des Lebens beizustehen.
Er schenkt dem müden Herzen Ruhe, der von Versuchung geplagten Seele Kraft und dem zerknirschten Geist Trost. Das ist möglich, weil er selbst den Schmerz unserer Schwächen und Gebrechen im Fleisch durchlebt und auf sich genommen hat (siehe Alma 7:11,12).
Aus all diesen Gründen kann uns der Erretter von unseren schweren Lasten Ruhe verschaffen, unsere Wunden heilen, unsere Sorgen lindern und uns Errettung und Erhöhung im Reich des Herrn anbieten.
Hoffnung
Eine weitere besondere Segnung, die daraus erwächst, dass wir die Liebe des Erretters in unserem Leben erfahren, besteht darin, dass unsere Hoffnung in Christus und in den Erlösungsplan, den er uns durch sein herrliches Sühnopfer anbietet, weiter gestärkt wird. Die Hoffnung, die uns der Erretter schenken will, ist das Licht, das uns durch die Finsternis führt. Sie ist die Gewissheit, dass Frieden, Heilung und Genesung möglich sind, ganz gleich, wie erdrückend oder schwierig unser Weg auch sein mag.
Zuversicht und der Sinn und Zweck des Lebens
Durch die Erfahrungen im Erdenleben formt uns Gott zu dem Menschen, der wir – wie er ja weiß – werden können. Prüfungen können uns demütig stimmen, uns zum geistigen Wachstum verhelfen und uns daran erinnern, dass wir auf die Hilfe des Herrn angewiesen sind. Prüfungen können uns auch lehren, Zeiten des Friedens zu schätzen zu wissen. Vor allem aber haben wir dadurch die Gelegenheit, dem Herrn und uns selbst zu zeigen, dass wir ihm treu sind.
Natürlich wäre das Leben ohne Prüfungen leichter. Aber wir würden nicht viel dazulernen oder Fortschritt machen. Wenn wir uns diese göttliche Sichtweise bewusstmachen, können wir aus der Liebe des Erretters Trost, neue Zuversicht und Kraft schöpfen, um uns den Herausforderungen des Lebens zu stellen.
Vertrauen wir also darauf, dass der Erretter uns hilft, auf unserem Lebensweg zu wachsen und Frieden zu finden. In diesem Sinne wollen wir auch darauf vertrauen, dass der Erretter uns liebevoll umfangen kann, und zugleich die Wachstumschancen annehmen, die uns unsere irdische Reise bietet.
Eine Herzenswandlung
Ich glaube, dass eine der tiefgreifendsten Möglichkeiten, inmitten der Komplexität unserer modernen Welt Kraft aus der Liebe des Erretters zu schöpfen, darin besteht, seine Aufforderung anzunehmen, zu ihm zu kommen (siehe Matthäus 11:28,29).
Meine lieben Freunde, um wirklich zu Jesus zu kommen und in jedem Gedanken auf ihn zu blicken (siehe Lehre und Bündnisse 6:36), müssen wir zunächst mehr über sein Leben und die heilende Macht lernen, die er uns schenken will.
Das führt dazu, dass wir ihn zum Mittelpunkt unseres Lebens machen. Wenn Jesus Christus der Mittelpunkt unseres Lebens wird, verändert sich das, was wir uns wünschen und wie wir es uns wünschen, für immer. Dies bewirkt eine echte geistige Wandlung in unserem Herzen und verändert uns so, dass wir keine Neigung mehr haben, Böses zu tun, sondern bestrebt sind, beständig Gutes zu tun (siehe Mosia 5:2).
Christus verändert, wie wir unsere Zeit und unsere Mittel einsetzen – was wir lesen, anschauen, anhören und weitergeben. Er verändert sogar, wie wir miteinander umgehen und wie wir auf Ungerechtigkeit reagieren.
Kommt zu Christus
Der Weg dahin, den Erretter und seine Liebe zu erfassen, ist ein ganz persönlicher Weg mit Höhen und Tiefen. Doch die Reise auf diesem Weg führt uns letztlich zu Reinheit, Frieden, Zuversicht und einem Sinn im Leben.
Christus nimmt euch so an, wie ihr seid, und wenn ihr zu ihm kommt und von ihm lernt, könnt und werdet ihr immer mehr wie er werden. Vergesst niemals, dass wir alle mit einem göttlichen Samen in unserem Geist auf die Welt gekommen sind. Da wir Geistkinder Gottes sind, verbindet uns dieses Samenkorn geistig mit der Gottheit. Durch diese Verbindung können wir die Liebe verspüren, die von Gott durch seinen Sohn Jesus Christus und sein barmherziges Sühnopfer ausgeht.
Ich bezeuge, dass Jesus der Messias ist, der Erretter der Welt, der große Heiler unserer Seele. Ich weiß, dass er lebt, dass er uns wirklich liebt und dass diese Liebe ewig ist. Mit stets ausgestreckten Armen ruft er jedem von uns zu: „Kommt mit demütigem Herzen zu mir.“
Als jemand, der als Apostel Jesu Christi auf der Erde berufen wurde, bete ich darum, dass ihr alles ablegt, was euch daran hindert, die Liebe des himmlischen Vaters und seines geliebten Sohnes zu verspüren. Mögt ihr durch die heilende Macht des Erretters ganz und gar heil gemacht werden. Ich bete darum, dass euer Glaube an ihn wächst und dass seine göttliche Macht in eurem Leben immer deutlicher sichtbar wird – in eurer Familie wie auch in eurem Herzen. Vergesst niemals, dass der Erretter euch beim Anbruch eines jeden neuen Tages liebevoll die Arme entgegenstreckt, denn seine Einladung lautet immer wieder gleich: „Kommt zu mir!“