Auch nach schlimmen Fehlern – was du tun kannst
Von Petrus können wir viel über den Erretter und sein Sühnopfer lernen – und darüber, wie man etwas erneut versucht
Petrus verleugnet den Herrn, Darstellung von Carl Bloch
Die meisten von uns haben mindestens eine Erinnerung, die wir am liebsten einfach vergessen würden. Ganz gleich, ob es sich um einen richtig peinlichen Moment handelt, um einen schmerzhaften Unfall oder um einen Streit, bei dem du etwas gesagt hast, was du am liebsten zurücknehmen würdest: Es gibt viele Situationen im Leben, in denen die Funktion „Neuer Versuch“ oder sogar eine „Löschtaste“ äußerst praktisch wären.
Eine bittere Prophezeiung erfüllt sich
Der Apostel Petrus im Neuen Testament war ein faszinierender Mensch. Er hatte den Glauben und den Mut, auf dem Wasser auf Jesus zuzugehen, doch einige Augenblicke später ließ er sich von seinen Ängsten übermannen, begann unterzugehen und rief den Herrn um Hilfe an (siehe Matthäus 14:28-31). Wir wissen zwar nicht alles über das Leben von Petrus, aber wir wissen von einer Begebenheit, als er bitterlich weinte.
Nur wenige Stunden vor seiner Verhaftung prophezeite Jesus Christus, dass Petrus ihn dreimal verleugnen werde, ehe der Hahn zweimal kräht. An eine solche Prophezeiung wollte Petrus einfach nicht glauben und „beteuerte: Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich nie verleugnen“ (Markus 14:31).
Natürlich bewahrheitete sich die Prophezeiung des Erretters. Angesichts des Schreckens und der Angst rund um die Verhaftung des Erretters verließ Petrus jene Tapferkeit. Nachdem Petrus bereits zweimal geleugnet hatte, den Erretter zu kennen, und ein drittes Mal damit konfrontiert wurde, „fing er an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet“ (Markus 14:71).
Als der Hahn zweimal krähte und Petrus daher die Prophezeiung des Erretters einfiel, weinte er bitterlich (siehe Matthäus 26:75).
Damit ist die Geschichte jedoch nicht zu Ende!
Wendepunkt für die Ewigkeit
Nach allem, was wir aus den heiligen Schriften erfahren, ließ Petrus nie wieder zu, dass sein Zeugnis von Jesus Christus seinen Ängsten wich. Er gab bei jeder Gelegenheit unerschrocken Zeugnis für den Erretter – ganz gleich, was er damit riskierte. Denk daran: Petrus predigte den Menschen, die gerade eben Jesus Christus gekreuzigt hatten! Das war eine echte Gefahr.
Als Petrus einen Mann heilte, der von Geburt an gelähmt war, und ihm gebot: „Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, steh auf und geh umher!“ (Apostelgeschichte 3:6), wurde er zusammen mit Johannes verhaftet und gefragt, wie er denn dieses Wunder vollbracht habe.
Petrus antwortete unerschrocken: „So sollt ihr alle und das ganze Volk wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch.
Dieser Jesus ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.“ (Apostelgeschichte 4:10-12.)
Was für eine mutige Antwort! Und ein klarer Beweis für seine Überzeugung.
Unvollkommene Diener, vollkommen imstande zu dienen
Jeder von uns sündigt. Trotz aller Bemühungen bleiben wir von Zeit zu Zeit hinter unseren Hoffnungen und Absichten zurück. Präsident Jeffrey R. Holland, Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, hat einmal gesagt: „Abgesehen von seinem vollkommenen, einziggezeugten Sohn hat Gott seit Anbeginn der Zeit immer mit unvollkommenen Menschen arbeiten müssen.“
Dein geistiger Wert wird nicht durch deine Fehler bestimmt oder eingeschränkt – auch nicht durch schwerwiegende Fehler! Da Petrus umgekehrt war und Christus ihm vergeben hatte, hielt ihn seine damalige Verleugnung Christi nicht davon ab, später mit großer Macht Zeugnis zu geben, zu predigen und Menschen zu bekehren. Die heiligen Schriften sind voll von Beispielen anderer Jünger, die gesündigt haben, umgekehrt sind und im Glauben an Christus weitergemacht haben.
Der Satan versucht immer, dir einzureden, dass sich deine Fehler anhäufen und du sie niemals überwinden kannst. Ignoriere seine Lügen!
Tamara W. Runia, Erste Ratgeberin in der Präsidentschaft der Jungen Damen der Kirche, hat gesagt: „Da du dies hören musst, sage ich laut und deutlich: Du bist nicht die Stimme in deinem Kopf, auch nicht die Fehler, die du gemacht hast. Vielleicht musst auch du dir das laut und deutlich sagen. Sag dem Satan: ,Heute nicht!‘ Lass ihn hinter dir.
Spüre diesen Sog, die gottgewollte Traurigkeit, die dich zum Erretter hinführt, und beobachte, wie seine Gnade in dein Leben und das Leben derer tritt, die du liebst. Ich verspreche dir, dass er in dem Moment, da wir ihm mutig ein reuiges Herz darbringen, sofort da ist.“
Christus der Tröster, Darstellung von Carl Bloch
Strahlende Tage liegen vor dir
Wenn du dich in dieser Osterzeit noch eingehender mit dem Sühnopfer des Erretters befasst, denk daran, dass die Fähigkeit, umzukehren und es noch einmal zu versuchen, eine der größten Gaben ist, die du jemals erhalten kannst. Dank Jesus Christus können dir deine schlimmsten Fehler vergeben werden und dann wie schwere Ketten abgeschüttelt werden.
„Der Erretter ist immer heller als die Finsternis unseres Schamgefühls“, erklärt Schwester Runia.
Dank Jesus Christus kann die Hoffnung immer hell leuchten, wenn du dich auf ihn konzentrierst.