Seminar
Gesunde Denkmuster entwickeln: Mit festem Blick auf den Herrn


„Gesunde Denkmuster entwickeln: Mit festem Blick auf den Herrn“, Altes Testament – Lehrerleitfaden für das Seminar, 2026

„Gesunde Denkmuster entwickeln: Mit festem Blick auf den Herrn“, Altes Testament – Lehrerleitfaden für das Seminar

Körperliche und seelische Gesundheit: Lektion 183

Gesunde Denkmuster entwickeln

Mit festem Blick auf den Herrn

Young woman sitting looking off into the distance

Unsere Gedanken können sich darauf auswirken, wie wir uns fühlen und welche Entscheidungen wir tagtäglich treffen. Manche Gedanken helfen uns, gute Entscheidungen zu treffen, während andere unsere Gefühle und unser Handeln negativ beeinflussen. Da der Vater im Himmel und Jesus Christus unsere Gedanken kennen und verstehen (Psalm 139:1,2), können wir uns, wenn wir unsere Gedanken auf sie richten, gesunde Denkmuster aneignen. Diese Lektion kann den Schülern helfen, auf den Erretter zu blicken und sich gesunde Denkmuster anzueignen.

Vorbereitungsaufgabe: Bitten Sie die Schüler, auf die Gedanken zu achten, die sie im Laufe des Tages haben. Sie könnten auch darüber nachdenken, welche Gefühle diese Gedanken bei ihnen auslösen.

Vorschläge für Lernaktivitäten

Die Wirkung unserer Gedanken

Geben Sie den Schülern zu Beginn des Unterrichts 30 Sekunden Zeit, einige Gedanken aufzuschreiben, die sie gestern oder heute hatten.

Sie könnten das folgende Bild an der Tafel zeigen. Erklären Sie, dass dieses Schaubild die Auswirkungen unserer Denkmuster auf unser Handeln und unseren Fortschritt darstellt. Wenn wir nicht auf gesunde Weise mit unseren Gedanken umgehen, kann es sein, dass uns wenig hilfreiche Denkmuster blockieren. Manchmal meinen wir vielleicht, dass wir nur begrenzt in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen. Wenn wir uns auf solche Gedanken konzentrieren, kann das dazu führen, dass wir uns selbst und auch anderen gegenüber schlechte Gefühle entwickeln. Hilfreiche Denkmuster bringen uns voran. Sie helfen uns, zu erkennen, dass wir imstande sind, im Glauben an Jesus Christus zu handeln.

Thoughts
  • Welche Gedanken könnten dazu führen, dass wir uns blockiert fühlen (die Grube)? Welche Gedanken helfen uns, voranzukommen (der Weg)?

    Die Schüler erwähnen vielleicht, dass Gedanken wie „Du hast mich wütend gemacht“ dazu führen können, dass sie sich blockiert fühlen. Der Gedanke „Ich kann es noch einmal versuchen“ kann ihnen helfen, weiter vorwärtszugehen.

  • Welche Entscheidungen könnte jemand aufgrund von falschen oder weniger hilfreichen Gedanken treffen?

Nimm dir einen Moment Zeit und bitte darum, der Heilige Geist möge dir helfen, zu erkennen, wie sich deine Gedanken schon auf dein Handeln ausgewirkt haben. Bemühe dich beim Studium um Inspiration, um zu erkennen, wie du solche negativen Denkmuster überwinden kannst.

Unseren Sinn auf Jesus Christus richten

Bei unserem Bemühen, mit weniger hilfreichen oder falschen Denkmustern umzugehen, kann es von Vorteil sein, unsere Gedanken erneut auf den Vater im Himmel und Jesus Christus zu richten. Um den Schülern zu verdeutlichen, welche Segnungen der Herr uns verheißt, wenn wir den Blick auf ihn richten, können Sie die folgenden Schriftstellen zeigen. Sie könnten die Schüler in Dreiergruppen einteilen, wobei jeder Schüler eine Schriftstelle liest und dann den anderen sagt, was er herausgefunden hat.

Jesaja 26:3,4

Jakob 3:1,2

Lehre und Bündnisse 6:23,36,37

  • Welche Segnungen können wir empfangen, wenn wir unseren Sinn (unsere Gedanken) auf Jesus Christus richten?

    Sie könnten diesen Grundsatz an die Tafel schreiben: Wenn wir unseren Sinn auf Jesus Christus richten, schenkt er uns Frieden und Kraft.

    Um das Vertrauen der Schüler zu stärken, dass der Erretter ihnen helfen wird, ihre Gedanken auf ihn zu richten, könnten Sie anstelle der Aussage von Elder Andersen das Video „Filling Our Minds with the Power of Jesus Christ“ (2:07; in englischer Sprache) zeigen.

    2:7
  • Was meinst du, in welcher Weise es uns Frieden und Kraft schenken kann, wenn wir unseren Sinn auf Jesus Christus richten?

Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel hat darüber gesprochen, wie wir unseren Sinn auf Jesus Christus richten können.

13:26
Former Official portrait of Elder Neil L. Andersen of the Quorum of the Twelve Apostles, 2010, August.   Replaced September 2019.

Unseren Sinn mit der Macht Jesu Christi zu füllen, bedeutet nicht, dass wir an nichts anderes denken. Aber es bedeutet, dass all unsere Gedanken umrahmt sind von seiner Liebe, seinem Leben und seinen Lehren sowie seinem Sühnopfer und seiner herrlichen Auferstehung. Jesus ist nie in einem vergessenen Winkel, weil unsere Gedanken an ihn immer gegenwärtig sind und alles, was in uns ist, seinen Namen lobt. Wir beten und gehen in Gedanken Erlebnisse durch, die uns ihm nähergebracht haben. Wir nehmen gern erbauliche Bilder, heilige Schriften und inspirierte Kirchenlieder in unseren Sinn auf, um die zahllosen Gedanken, die täglich durch unser geschäftiges Leben schwirren, sanft im Zaum zu halten. Unsere Liebe zu Christus bewahrt uns nicht vor Trauer und Kummer in diesem Erdenleben, aber sie lässt uns Schwierigkeiten mit einer Kraft durchstehen, die weit über unsere eigene hinausgeht. („Mein Sinn erfasste diesen Gedanken an Jesus Christus“, Liahona, Mai 2023, Seite 92 [Minute 3:50 bis 5:02])

  • Welche Empfehlungen von Elder Andersen fallen dir besonders auf?

  • Wie haben Bilder, Schriftstellen oder geistliche Musik dir oder jemandem, den du kennst, geholfen, den Blick auf Jesus Christus zu richten?

Üben, mit wenig hilfreichen Gedanken umzugehen

Die folgenden Schritte können uns helfen, negative Denkmuster zu überwinden. Vielleicht möchten Sie die Schritte an die Tafel schreiben.

Wenn wir weniger hilfreiche Gedanken haben, können wir Folgendes tun:

  1. Gedanken erkennen, wenn sie auftreten, und entsprechend auch die Gefühle, die daraus entstehen

  2. unsere Gedanken umformulieren

  3. im Glauben an Jesus Christus vorwärtsgehen

1. Erkennen. Das folgende Fallbeispiel kann den Schülern helfen, verschiedene negative Gedanken zu erkennen, die jemand im Laufe des Tages haben könnte. Passen Sie das Fallbeispiel an, sodass es etwas wiedergibt, was Ihre Schüler erleben könnten.

Im Matheunterricht fällt es Toni schwer, Konzepte zu verstehen, die den anderen Schülern einleuchten.

Als Toni von der Schule nach Hause kommt, drohen ihm seine Eltern, ihm das Smartphone wegzunehmen, wenn er sein Zimmer nicht aufräumt.

Am Abend erfährt Toni, dass die meisten seiner Freunde zu einer Party gehen, zu der er nicht eingeladen wurde.

  • Welche Gedanken könnte Toni im Laufe des Tages haben?

    Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für Antworten der Schüler. In Klammern stehen jeweils typische falsche Denkmuster. Mehr dazu finden Sie unter Im Herrn Kraft finden: Emotionale Widerstandskraft, „Gesunde Denkmuster: Lernen“.

    • „Ich bin nicht gut in Mathe. Alle anderen sind schlauer als ich.“ (Falsche Schlüsse ziehen)

    • „Meine Eltern sagen mir nie, was ich richtig mache. Sie sagen mir immer nur, was ich besser machen muss.“ (Alles oder nichts)

    • „Meine Freunde mögen mich nicht.“ (Vorschnelle Schlüsse ziehen)

    • „Heute ist nichts Gutes passiert. Nur ein Misserfolg nach dem anderen.“ (Mentaler Negativfilter; Positives abwerten)

  • Wie könnte sich Toni bei solchen Gedanken fühlen?

  • Welche wenig hilfreichen Handlungen könnten aus diesen Gefühlen resultieren?

2. Unsere Gedanken umformulieren. Sie könnten Jesaja 55:8,9 lesen und besprechen, inwiefern die Gedanken des Herrn unseren überlegen sind. Wenn wir unsere Gedanken aus einer anderen Perspektive betrachten, können sie auf eine höhere Ebene kommen und mehr wie die des Herrn sein. Sie könnten den Schülern Folgendes zeigen:

Erläuterung

Unsere Gedanken umzuformulieren bedeutet, einen nicht hilfreichen Gedanken zu erkennen und aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das erreichen wir, indem wir Fragen stellen wie:

  • Stimmt dieser Gedanke?

  • Hilft er mir?

  • Wie kann es mir helfen, wenn ich an den Vater im Himmel und Jesus Christus und an ihre Lehren denke? Welchen Einfluss hat das auf diesen Gedanken?

Vielleicht möchten Sie diese Fragen auch an die Tafel schreiben, damit die Schüler sie verwenden können, um Toni zu helfen.

Beispiel

Stell dir vor, du wärst Toni, und dir kommt der Gedanke: „Ich bin nicht gut in Mathe.“

Hilf Toni, diesen Gedanken umzuformulieren, indem du die folgenden Fragen beantwortest:

  • Stimmt dieser Gedanke?

  • Hilft er mir?

  • Wie kann es mir helfen, wenn ich an den Vater im Himmel und Jesus Christus und an ihre Lehren denke? Welchen Einfluss hat das auf diesen Gedanken?

Du könntest Tonis Gedanken so umformulieren: „Dieser Gedanke ist nicht hilfreich (auch wenn er im Moment richtig ist). Ich weiß, dass der Vater im Himmel verheißen hat, meine Gebete zu erhören. Ich kann Gott im Gebet um Hilfe bitten. Mein Lehrer wird mir helfen, und ich kann mich noch ein bisschen mehr anstrengen.“

  • Wie könnte Toni seine Gedanken noch ändern? Was könnte er tun, um im Glauben an Christus vorwärtszugehen?

Üben

Wähle einen von Tonis Gedanken aus, um die Fertigkeit des Perspektivenwechsels oder Umformulierens von Gedanken zu üben, indem du die Fragen beantwortest.

Gesunde Denkmuster einüben

Zeigen Sie das folgende Bild. Die Schüler könnten es auch in ihr Studientagebuch zeichnen. Erklären Sie, dass die Leiter für Möglichkeiten steht, die der Erretter uns an die Hand gibt, damit wir den Blick auf ihn richten, unsere Denkmuster ändern und vorankommen.

Healthy Thinking Patterns
  1. Erkennen. Schreibe einen negativen oder nicht hilfreichen Gedanken, den du schon einmal hattest oder in Zukunft haben könntest, in die Gedankenblase in der Grube. Überlege, welche Gefühle diesen Gedanken begleiten könnten.

  2. Deinen Gedanken umformulieren. Stelle dir die folgenden Fragen, um diesen Gedanken umzuformulieren. Du kannst die Antworten neben die Leiter schreiben.

    • Stimmt dieser Gedanke? Hilft er mir?

    • Wie kann es mir bei diesem Gedanken helfen, an den Vater im Himmel, an Jesus Christus und an ihre Lehren zu denken?

  3. Im Glauben an Jesus Christus vorwärtsgehen. Schreibe in die Gedankenblase außerhalb der Grube einen neuen Gedanken, der dir hilft, im Glauben an Jesus Christus vorwärtszugehen. Schreibe eine Schriftstelle oder ein Kirchenlied auf, suche ein Bild oder liste eine andere Möglichkeit auf, wie du den Blick auf Christus richten kannst (Jesaja 26:3,4; Lehre und Bündnisse 6:36), um mit diesem Gedanken umzugehen.

Wenn die Schüler genügend Zeit hatten, lassen Sie einige Freiwillige erzählen, was sie an der Lektion beeindruckt hat.

Erinnern Sie die Schüler daran, dass es oft wiederholter Anstrengung bedarf, sich gesunde Denkmuster anzueignen, und dass der Erretter ihnen dabei helfen wird. Sie könnten zum Abschluss des Unterrichts Jesaja 26:3,4 vorlesen, um die Segnungen hervorzuheben, die Jesus Christus in unser Leben bringt, wenn wir uns bemühen, unseren Sinn auf ihn zu richten.