Du bist der Christus
Wir möchten, dass unsere Kinder an Jesus Christus glauben, durch Bündnisse zu Jesus Christus und seiner Kirche gehören und bestrebt sind, wie Jesus Christus zu werden
Als unser Sohn Eli in der 4. Klasse war, bildeten die Kinder im Unterricht eine Regierung nach, und er wurde von seinen Mitschülern zum „Klassenrichter“ gewählt. Eines Tages kam ein echter Richter aus dem Zweiten Bezirksgericht von Utah zu Besuch. Er legte Eli seine Robe um und zeigte dann der Klasse, wie ein Amtseid abgelegt wird. Das beeindruckte den jungen Eli zutiefst, und in der Folge befasste er sich leidenschaftlich gern mit Rechtswissenschaft sowie mit dem Gesetzgeber selbst – Jesus Christus.
Nach jahrelangem Fleiß erhielt Eli von einer seiner bevorzugten juristischen Fakultäten eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Er berichtete: „Mama, mir wurden zehn Fragen gestellt. Die letzte Frage war: ‚Woher rührt Ihr moralischer Kompass?‘ Ich erklärte, dass die Menschheit im Laufe der Geschichte diverse Moralsysteme entwickelt habe; dabei richte man sein Leben an bestimmten Archetypen aus. Der Archetyp für Moral, an dem ich mein Leben ausrichten möchte, sei Jesus Christus. Ich erklärte: Würde sich die ganze Menschheit nur an die Lehren Jesu Christi in der Bergpredigt halten, dann wäre die Welt ein besserer, friedlicherer Ort.“ Dann war das Gespräch zu Ende, und Eli dachte bei sich: „Das warʼs mit meinen Kindheitsträumen. Niemand an einer nichtkirchlichen Hochschule will etwas von Jesus Christus hören.“
Zwei Wochen später erhielt Eli eine Zusage samt Stipendium. Bevor er sich endgültig entschied, besichtigten wir den Campus. Die Universität sah aus wie ein Schloss. Sie lag hoch oben auf einem Hügel mit Blick auf einen wunderschönen See. Erstaunlicherweise sahen wir, als wir durch die prächtige Bibliothek und die imposanten Flure gingen, Teile der Bergpredigt auf Bannern verewigt und in Stein gemeißelt.
Die Bergpredigt ist ohne Frage die bemerkenswerteste Rede, die je gehalten wurde. Die darin enthaltenen Lehren sind bahnbrechend. Keine andere Predigt zeigt uns klarer auf, welche Wesenszüge und göttlichen Eigenschaften Jesus Christus hat und dass unser Lebenszweck letztlich darin besteht, wie er zu werden.
Jesus Christus ein Leben lang nachzufolgen beginnt in unserem Zuhause – und in der Primarvereinigung bereits ab 18 Monaten. Wir möchten, dass unsere Kinder an Jesus Christus glauben, durch Bündnisse zu Jesus Christus und seiner Kirche gehören und bestrebt sind, wie Jesus Christus zu werden.
An Jesus Christus glauben
Erstens: An Jesus Christus glauben
Nach der Predigt über das Brot des Lebens taten sich viele Jünger des Herrn schwer damit, einzelne Lehren sowie seine Glaubenslehre insgesamt anzunehmen. Sie „zogen sich … zurück und gingen nicht mehr mit ihm umher“. Da wandte sich Jesus an die Zwölf und stellte die herzzerreißende Frage: „Wollt auch ihr weggehen?“
Petrus antwortete:
„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.
Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“
Wie Petrus gezeigt hat, bedeutet Glaube, an jemanden zu glauben oder etwas als wahr anzuerkennen. Und damit unser Glaube zur Errettung führt, muss er auf den Herrn Jesus Christus gegründet sein. Glauben an Jesus Christus üben wir dann aus, wenn wir die Zuversicht haben, dass er lebt, wenn wir sein wahres Wesen und seine Wesenszüge verstehen und wenn uns bewusst ist, dass wir uns bemühen, gemäß seinem Willen zu leben.
Unser Prophet, Präsident Russell M. Nelson, hat erklärt: „Glaube an Jesus Christus ist die Grundlage aller Überzeugung und der Kanal, über den göttliche Macht an uns ergeht.“
Wie können wir Kindern dabei helfen, ihren Glauben an Jesus Christus zu stärken und seine göttliche Macht in Anspruch zu nehmen? Da müssen wir nur auf den Erretter selbst blicken.
„[Der Herr] sprach zum Volk, nämlich:
Siehe, ich bin Jesus Christus …
Erhebt euch, und kommt her zu mir …
Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie alle[,] bis sie [einer nach dem anderen] hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Bestimmtheit wussten und Zeugnis gaben, dass er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen.“
Bitte denken Sie darüber nach, wie das im Alltag kleiner Kinder aussehen kann. Hören sie Zeugnisse für Jesus Christus und sein Evangelium? Sehen sie Bilder, auf denen sein Wirken und seine Göttlichkeit ehrfürchtig dargestellt werden? Fühlen und erkennen sie, wenn der Heilige Geist für die Existenz und Göttlichkeit Jesu Christi Zeugnis gibt? Wissen sie von Jesu Botschaft und seiner Mission?
Zu Jesus Christus und seiner Kirche gehören
Zweitens: Zu Jesus Christus und seiner Kirche gehören
König Benjamins Volk erlebte eine mächtige Wandlung im Herzen, und sie alle gingen den Bund ein, ihr Leben lang Gottes Willen zu tun. Wegen des Bundes, den sie mit Gott und Jesus Christus schlossen, wurden sie „die Kinder Christi genannt …, seine Söhne und seine Töchter“. Als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage haben wir die Bündnispflicht, das Gottesreich aufzubauen und Jesu Rückkehr vorzubereiten.
Wie können wir Kindern dabei helfen, heilige Bündnisse einzugehen und zu halten? Im Leitfaden Komm und folge mir nach! gibt es in Anhang A und B Anregungen für Gespräche und Lektionen, die die Familie sowie Lehrkräfte und Führungsverantwortliche bei der heiligen Aufgabe stärken und stützen, die Kinder darauf vorzubereiten, ihr Leben lang Gottes Weg der Bündnisse zu gehen.
Wie Jesus Christus werden
Drittens: Wie Jesus Christus werden
Im Buch Mormon ermahnte der Erretter seine neu berufenen Jünger, ihm so gut es geht nachzueifern: „Was für Männer sollt ihr sein? Wahrlich, ich sage euch: So, wie ich bin.“
Wie können wir Kindern, die getauft und konfirmiert sind, dabei helfen, ihre Bündnispflicht zu erfüllen und sich selbst und andere bei Jesus Christus zu sammeln? Unser Leben lang Jünger Christi zu sein erfordert, dass wir „Täter des Wortes und nicht nur Hörer“ sind.
Wenn Sie die kleinsten Jünger des Herrn zu etwas Gutem ermuntern, dann nutzen Sie bitte jede Gelegenheit, sie zu führen, zu leiten und zu begleiten, sodass sie den Weg finden. Sprechen Sie mit diesen kostbaren Kindern, wenn diese sich darauf vorbereiten, zu lehren, Zeugnis zu geben, zu beten oder anderen zu dienen, damit sie ihre Aufgaben voller Zuversicht und Freude erfüllen. Bemühen Sie sich um Inspiration, wie Sie ihnen zu der Erkenntnis verhelfen können, dass dies ihre Kirche ist und dass sie bei der Vorbereitung auf die Rückkehr des Erretters eine wichtige Rolle spielen.
Wenn Jesus Christus der Mittelpunkt unseres Lebens wird, verändert sich das, was wir uns wünschen und wie wir es uns wünschen, für immer. Bekehrung verändert alles! Sie verändert unser Wesen, „sodass wir keine Neigung mehr haben, Böses zu tun, sondern ständig Gutes zu tun“. Sie verändert, wie wir unsere Zeit verbringen, unsere Mittel verwenden, was wir lesen, anschauen, anhören und weitergeben. Sie verändert sogar, wie wir an der Uni bei einem weichenstellenden Vorstellungsgespräch antworten.
Lassen wir das Licht Jesu Christi jeden Winkel unseres Lebens durchdringen! Wenn wir nicht zuhause und in jeder Versammlung der Kirche Zeugnis geben für sein wahrhaftiges Gottsein im vorirdischen Dasein, seine göttliche Mission und seine Auferstehung, dank der die Gefängnistüren aufgestoßen wurden, dann könnte aus unseren Botschaften über Liebe, Dienen, Ehrlichkeit, Demut, Dankbarkeit und Mitgefühl womöglich nicht mehr werden als eine aufmunternde Anregung für ein achtsames Leben. Ohne Jesus Christus haben wir nicht die Kraft, uns zu ändern, kein Ziel, das wir anstreben, und blicken unversöhnlich auf die Mühen des Lebens. Wenn wir in der Nachfolge Jesu Christi sorglos werden, kann das für unsere Kinder verhängnisvoll sein.
Wenn wir unseren Kindern sagen, dass wir sie liebhaben, sagen wir ihnen dann auch, dass der Vater im Himmel und der Erretter Jesus Christus sie liebhaben? Unsere Liebe kann trösten und inspirieren, aber ihre Liebe kann heiligen, erhöhen und heilen.
Dieser Jesus soll kein fiktiver Jesus, kein grob vereinfachter Jesus, kein körperloser Jesus, kein nebensächlicher Jesus und kein unbekannter Jesus sein, sondern der verherrlichte, allmächtige, auferstandene, erhöhte, verehrungswürdige, machtvolle, einziggezeugte Sohn Gottes, der mächtig ist zu erretten. Genau dafür hat mir ein kleines Kind in den Philippinen einmal eindrucksvoll Zeugnis gegeben: „Wir sind es wert, gerettet zu werden!“ Im hochheiligen Namen dessen, den „Gott aufgerichtet [hat] als [überragendes] Sühnemal“ – Jesus Christus. Amen.