Missionarserlebnisse
Als Pionierin nonstop nach Südkorea auf Mission
Sie ist eine Pionierin. Anna Marie Toney (68) aus der Gemeinde Hagen ist die erste Senior-Missionarin aus dem Pfahl Dortmund, die in ein nicht-europäisches Land berufen wurde. Sie dient in der Korea-Mission Seoul Süd. Dort unterstützt sie als Bürokraft das Sekretariat der Missionspräsidentschaft in Suji. Ihre Missionszeit dauert 23 Monate.
Einige Wochen Online-Schulung und ein kurzer Aufenthalt in der Missionarsschule in Preston, England, haben Sister Toney geholfen, ihre Aufgaben im Missionsbüro sowie die Sprache mit ihren Besonderheiten kennenzulernen. Eine Sprach-App ist fortan ihr ständiger Begleiter.
Am 9. August 2024 ging es mit einem elfeinhalbstündigen Nonstop-Flug von Frankfurt am Main nach Seoul. Am selben Tag landete auch ihre Mitstreiterin, eine gleichaltrige Senior-Missionarin aus Kalifornien, USA. Die beiden hatten schon zuhause Kontakt miteinander aufgenommen. Sie teilen sich nun nicht nur das Apartment in einem Hochhaus in Suji, sie arbeiten auch zusammen im Missionsbüro, das nur sieben Gehminuten entfernt ist. Gearbeitet wird montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. So bleibt genügend Zeit, auch Land und Leute kennenzulernen.
Der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gehört Sister Toney seit 2015 an. Über ihre Liebe zum Basteln hatte sie seinerzeit einen Kontakt zu einer Frau in den USA, von der sie zu einem persönlichen Kennenlernen bei einem mehrwöchigen Urlaub in die USA eingeladen wurde. Am ersten Wochenende sagte die Familie, dass sie am Sonntag zur Kirche gehen würde, ob Anna mitkäme oder etwas anderes unternehmen wolle. Für sie war es selbstverständlich mitzugehen. Dann erfuhr sie, dass sie sich auf drei Stunden einrichten müsse. Das hielt sie allerdings nicht ab. In der Gemeinschaft der Heiligen fühlte sie sich sofort wohl und angenommen. Und alles nahm seinen Lauf. Nun ist sie Missionarin. In ihren bisherigen Berufungen war sie Lehrerin in der Primarvereinigung, Sekretärin in der Frauenhilfsvereinigung und Beauftragte für Alleinstehende.
Anlässlich der Herbst-Generalkonferenz 2023 ermunterte Elder Ronald A. Rasband in seiner Ansprache „Wie groß wird eure Freude sein!“ die älteren Mitglieder, eine Mission zu erfüllen: „Heute spreche ich zu den vielen erfahrenen Senioren in der Kirche, die als Missionare dienen könnten. Der Herr braucht Sie. Wir brauchen Sie in New York und Chicago, in Australien und Afrika, in Thailand und Mexiko und überall sonst.“ Diese Worte berührten Anna Toney so sehr, dass sie am Abend keinen Schlaf fand. Die Worte gingen ihr nicht mehr aus dem Sinn. Sie bewundert die jungen Missionare und zollt ihnen großen Respekt. Anna Toney sagt: „Persönlich würde ich mich nicht als erfahren bezeichnen, aber ich habe Zeit und eine große Liebe für unsere Missionare. Sie stehen am Anfang ihres Lebens und geben 18 bis 24 Monate ihrer Zeit dem Herrn, das möchte ich gern unterstützen.“ In ihr reifte der Entschluss, als Senior-Missionarin in einem Missionsbüro den jungen Missionaren zur Seite zu stehen. Sie möchte gern Ansprechpartner für sie sein, sie unterstützen und ihnen helfen, eine gute Missionszeit zu haben. Somit bewarb sie sich für die Bürotätigkeit.
Sister Toney wurde in Schottland geboren. Da ihre Eltern aus Deutschland und Schottland stammten, wuchs sie zweisprachig auf. Den größten Teil ihres Lebens hat sie in Deutschland verbracht. Ihr Ehemann gehörte dem englischen Militär an, sodass sie, durch Versetzungen bedingt, auch in England und Nord-Irland lebten.
Die Mutter von zwei Kindern hat eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin absolviert. Während der Kinderpause hat sie von zuhause aus und später in einem Unternehmen für Anlagenbau als technische Übersetzerin gearbeitet. Ebenso war sie als Office-Managerin in einem Softwarehaus tätig. Ihr Diplom in Computing erhielt Sister Toney in Irland. Viele Jahre hat sie als Englisch-Trainerin in Kindergärten gearbeitet sowie Englisch-Kurse und Nachhilfeunterricht in der englischen Sprache erteilt.