Der Plan des himmlischen Vaters für die Familie
Die Lehren, heiligen Handlungen und Bündnisse des Tempels sind allen Familien auf der Erde ein Segen
Illustrationen von Shawna Tenney
Vor einiger Zeit waren meine Frau und ich bei der Taufe eines unserer Urenkel. Angesichts dessen, wie mehrere Generationen dieses freudige Ereignis feierten, empfanden wir tiefe Dankbarkeit für den Erlösungsplan unseres himmlischen Vaters für seine Kinder. Wir konnten spüren, wie wichtig ihm die Familie und heilige Bündnisse seit jeher sind.
Das zeigt auch die Geschichte von Jakob im Alten Testament. Jakob war Gott treu und nahm eine lange, beschwerliche Reise auf sich, um eine Frau zu finden, im Bund zu heiraten und eine Familie zu gründen.
Als Jakob eines Abends Halt machte und sich schlafen legte, musste er sich mit Steinen als Kissen begnügen. Er war wohl sehr müde, denn er schaffte es, trotzdem einzuschlafen – und hatte einen Traum.
Jakob träumte: „Eine Treppe stand auf der Erde, ihre Spitze reichte bis zum Himmel. Und siehe: Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder.
Und siehe, der Herr stand vor ihm und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks.“ (Genesis 28:12,13.)
Der Herr sprach dann einige wichtige, mit Bündnissen verbundene Verheißungen aus, die er Jakobs Vater (Isaak) und Großvater (Abraham) auch schon gegeben hatte, etwa:
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die Verheißung, dass Jakob der Vater einer „Schar von Völkern“ werden solle (Genesis 28:3,14)
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die Verheißung eines Landes für Jakobs Nachkommen (siehe Genesis 28:4,13)
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die Verheißung, dass durch Jakob und seine Nachkommen „alle Familien der Erde gesegnet sein“ sollten (Abraham 2:11; Hervorhebung hinzugefügt; siehe auch Genesis 28:14)
Dieses Erlebnis war so heilig, dass Jakob ausrief: „Wirklich, der Herr ist an diesem Ort. … Er ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.“ (Genesis 28:16,17.) Deshalb nannte Jakob die Gegend Bet-El, was „Haus Gottes“ bedeutet (Genesis 28:19).
Der Tempel ist der Treppe oder Leiter ähnlich, die Jakob gesehen hat. Die Lehren, Verordnungen und Bündnisse im Haus des Herrn verbinden Himmel und Erde miteinander. Die Bündnisse lassen sich mit den Sprossen einer Leiter vergleichen – sie bringen uns dem Herrn näher. Und durch unseren Dienst im heiligen Tempel „werden alle Familien der Erde gesegnet“ – vergangene, gegenwärtige und zukünftige.
Eine schönere Vorstellung vom Himmel
Elder Bruce C. Hafen, emeritiertes Mitglied der Siebziger, erhielt einmal einen Anruf vom Redakteur einer landesweiten amerikanischen Zeitschrift. Dieser wollte mit ihm über ein Buch sprechen, in dem es darum ging, wie sich verschiedene Religionen im Laufe der Zeit den Himmel vorgestellt hatten.
Elder Hafen erklärte: „Die Verfasser stellten fest, dass sich die breite Öffentlichkeit nach einem Himmel – und Familien im Himmel – sehnt.“ Doch „die meisten christlichen Kirchen haben nur wenig zu bieten, was diese Sehnsucht stillen könnte“ – mit einer Ausnahme: der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.
In der wiederhergestellten Kirche des Erretters gibt es heilige Tempel. Es gibt die ewige Ehe und die Siegelungsvollmacht, deren Segnungen über den Tod hinaus Bestand haben. Uns ist – mit unseren Angehörigen – eine ewige Zukunft in der Gegenwart des Vaters und des Sohnes verheißen. Vor diesem Hintergrund kamen die Verfasser zu dem Schluss, dass die Heiligen der Letzten Tage die umfassendste Vorstellung vom Himmel haben – und, wie ich hinzufügen möchte, auch die freudigste!
Präsident Russell M. Nelson hat erläutert: „[Der Herr] hat die Erde erschaffen, damit wir einen irdischen Körper haben und eine Familie gründen können. Er hat seine Kirche gegründet, um die Familie zu erhöhen. Er hat uns den Tempel gegeben, damit die Familie für immer zusammen sein kann.“
Eifrige Verfechter der Familie
Es sollte uns nicht überraschen, dass etwas, was für Gottes Plan so bedeutsam ist, auf Widerstand stößt. Präsident M. Russell Ballard (1928–2023) hat festgestellt: „Der Satan weiß, dass der sicherste und wirksamste Weg, das Werk des Herrn zu zerrütten, darin besteht, dass er den familiären Zusammenhalt und die Heiligkeit des Zuhauses schwächt.“
Mit unserem Kenntnisstand sollten wir in aller Welt daher die eifrigsten Verfechter der Familie sein.
Wie gehen wir das an?
Wir können „Kleines und Einfaches“ (Alma 37:6) tun, um innerhalb der Familie die Beziehungen zu stärken. Dazu zählt unter anderem, dass wir die in der Proklamation zur Familie genannten Prinzipien beachten: „Glaube, Gebet, Umkehr, Vergebungsbereitschaft, gegenseitige Achtung, Liebe, Mitgefühl, Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung.“ Unabhängig von euren derzeitigen familiären Umständen könnt ihr durch euer Handeln zeigen, dass die Beziehungen innerhalb der Familie für euch einen ewigen Stellenwert haben.
Wenn wir nach den ewigen Wahrheiten in Bezug auf die Familie leben, für sie eintreten und sie weitergeben, führen wir anderen vor Augen, dass „im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder die Familie im Mittelpunkt steht“ und dass heilige Tempel „dem Einzelnen [ermöglichen], in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, und der Familie, auf ewig vereint zu sein“.
Der Auserwählte, Darstellung von Dan Wilson
„Ich bin mit dir“
Wenn meine Frau und ich sehen, wie unsere Angehörigen mit unserem liebevollen, ewigen Vater im Himmel heilige Bündnisse schließen, ist unser Herz von Freude und Dankbarkeit erfüllt. Wir freuen uns nicht nur über unsere Kinder und deren Kinder, sondern auch über unsere Eltern und deren Eltern. Voller Liebe sinnen wir darüber nach, wie die Bündnisse des Evangeliums uns über Generationen hinweg vereinen.
Die Segnungen, die der Herr Abraham, Isaak und auch Jakob in seinem Traum verheißen hat, haben allesamt mit der Familie zu tun. Sie erstrecken sich auf alle Bundeskinder Gottes – auch auf euch und mich. „Siehe“, sprach der Herr, „ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, … ich verlasse dich nicht.“ (Genesis 28:15.)
Ich verheiße euch: Wenn ihr den Plan des himmlischen Vaters für die Familie befolgt und auch anderen von diesem Plan erzählt, ist der Herr an eurer Seite – besonders wenn sich vor euch oder vor Menschen, die ihr liebhabt, ein Tal der Prüfungen auftut. Er trägt euch, richtet euch auf und führt euch hin zu einer Fülle der Freude mit ihm, seinem Sohn Jesus Christus und eurer Familie – und das auf ewig.