Du musst kein Experte sein
Ob „talentiert“ oder nicht, jedem kann ein guter Gedanke kommen!
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Fast jeder von uns ist schon einmal auf ein großartiges Kunstwerk oder Unterhaltungsprogramm gestoßen und hat sich gedacht: „Ich wünschte, ich könnte das, aber ich bin nicht talentiert genug.“
Klar, vieles, was du toll findest, wurde tatsächlich von Menschen geschaffen, die von Natur aus über viel Talent verfügen. Aber überraschenderweise haben häufig auch ganz normale Menschen eine inspirierte Idee.
„Das Osterlied erschall!“, eines der neuen Lieder, welche die Kirche vor kurzem herausgebracht hat, wurde von Larry A. Hiller geschrieben, einem Mitglied der Kirche. Er war von Beruf Schriftsteller und Lektor (und ist jetzt im Ruhestand), aber kein Songwriter. Er ist auch kein großartiger Sänger oder Musiker.
Er ist einfach jemand, der Musik liebt und eine inspirierte Idee hatte.
Als Bruder Hiller vor Jahren in seiner Gemeinde Chorleiter war, versuchte er, für ein altes Lied, auf das er gestoßen war, einen neuen Text zu schreiben. Er hatte Freude daran und fragte eine Bekannte, die für die Kirche arbeitete, ob sie noch andere Lieder kenne, für die sich ein neuer Text eignen könnte. Sie wies ihn auf ein Kirchenlied hin, das im 19. Jahrhundert komponiert worden war.
Bruder Hiller erzählt: „Ich hörte mir die Melodie an, und sofort kamen mir die Worte in den Sinn: ‚Heilige, jubiliert!‘ Von diesem Moment an erfühlte ich den Text und wusste, wovon er handeln musste – es sollte ein Lobpreis auf den Erretter sein.“
Das Lied wurde dann 2012 im Ensign veröffentlicht. Es bestand aus vier Versen und handelte vom Sühnopfer Jesu Christi. „Das Lied konzentrierte sich stark auf die Botschaft: ‚Du wirst deine Liebsten wiedersehen, denn es gibt die Auferstehung‘“, berichtet Bruder Hiller. Als die Kirche nach neuen Kirchenliedern suchte, wurde Bruder Hiller gebeten, seinen Text speziell auf Ostern umzuformulieren.
Nach vielen Änderungen – wobei die Anfangszeile „Heilige, jubiliert!“ bestehen blieb –, hatte Bruder Hiller nun ein dreistrophiges Lied mit dem Titel „Das Osterlied erschall!“ geschaffen. Vielleicht wirst du es ja zur Osterzeit in der Abendmahlsversammlung singen!
Fühlte sich Bruder Hiller inspiriert, als er den Text schrieb?
„Es stimmt mich demütig, das zu erzählen“, sagt er. „Aber ja, so war es. Es gab Zeiten, da strömten mir die Worte nur so in den Sinn. Das ist befriedigend und bringt stille Freude. Oft spüre ich das Echo dieser Freude, wenn ich noch einmal eine Stelle durchlese, die mich beim Texten besonders bewegt hat. Das schon alleine lässt mich wieder dieses tiefe Zeugnis spüren. Es ist fast so, als würde ich den Schaffensprozess noch einmal durchleben.“
Die Mitglieder der Kirche werden das Lied bestimmt gerne singen – aber es scheint, einer hatte am meisten davon (Trommelwirbel): Der Autor! Wenn wir unsere Talente und inspirierten Ideen nutzen, ist das nicht nur für andere ein Segen, sondern auch für uns selbst.