Verlier nie die Hoffnung
Wenn wir uns vor Augen führen, was der Erretter für uns getan hat, kommen wir in dem Wissen, dass er immer bei uns ist, voran und himmelwärts.
Illustration von Albert Espi
Stell dir vor, dir werden die Hände auf dem Rücken gefesselt und die Füße zusammengebunden, und dann wirst du in ein drei Meter tiefes Wasserbecken geworfen! Was würdest du tun? Würdest du dich mit aller Kraft über Wasser zu halten versuchen und dabei Kräfte verschwenden, oder würdest du ruhig bleiben und einen Weg finden, diese schwierige Situation zu meistern?
Wer in den USA zum Navy SEAL ausgebildet wird, steht vor genau dieser Herausforderung. Die Übung nennt sich „Schutz vor dem Ertrinken“. Ziel ist es, in einer Vielzahl von Situationen die Überlebensfähigkeit im Wasser zu sichern. Wenn die Auszubildenden gefesselt ins Wasser geworfen werden, lernen sie unter anderem, ohne Panik auf den Boden des Beckens zu sinken, sich mit den Füßen vom Boden abzustoßen, die Oberfläche zu erreichen und dann schnell Luft zu holen, bevor sie wieder untergehen. Dieser Vorgang wird eine Zeit lang wiederholt.
Die meisten von uns werden zwar keine Ausbildung bei den Navy SEALs absolvieren, aber vielleicht können wir einiges daraus lernen – und vielleicht wissen wir dann Jesus Christus und sein Sühnopfer mehr zu schätzen.
In allem dein Erretter
Die SEALs verlassen sich auf ihr physisches und psychologisches Training, um diesen harten Test zu bestehen – und sie sind dabei völlig auf sich selbst gestellt. Wir alle stehen im Leben vor Herausforderungen, aber im Gegensatz zu den SEALs in Ausbildung müssen wir unsere Herausforderungen nie alleine durchstehen.
Wenn Sünde, Angst, Trauer oder andere Probleme uns gefesselt halten und wir das Gefühl haben, unterzugehen, können wir uns Jesus Christus zuwenden. Meinen wir, ganz unten zu sein und nie wieder auftauchen zu können, sollten wir daran denken, dass der Erretter das alles bereits durchgemacht hat und uns die Kraft geben wird, uns nach oben zu stemmen, wieder durchzuatmen und weiterzumachen. Mit ihm an der Seite sind wir nie ohne Hoffnung.
Jesus Christus ist dein Erretter von Sünde und Tod. Jesus Christus ist dein Erlöser, wenn du Erwartungen nicht erfüllst und geistig geheilt werden musst. Jesus Christus ist dein Arzt bei seelischen, geistigen und manchmal auch körperlichen Verletzungen und Schmerzen, die nur er heilen kann. Diese und andere Bezeichnungen für Jesus Christus weisen darauf hin, dass er derjenige ist, an den man sich wenden kann, besonders wenn das Leben schwierig ist.
Ostern rückt näher, und wir feiern die Auferstehung Jesu Christi. Er lebt! Und weil er lebt, werden auch wir wieder leben und haben die Verheißung ewigen Lebens. Doch vor seiner Auferstehung litt der Erretter in Getsemani und starb für uns am Kreuz, weil er uns liebt. Er, der „hinabgefahren ist unter alles“, litt nicht nur für unsere Sünden, sondern machte auch jede Art Schmerz, Kummer, Bedrängnis und Versuchung durch, damit er weiß, wie er uns helfen kann (Lehre und Bündnisse 88:6; siehe auch Alma 7:11).
In ihm findest du Hoffnung
Als der Erretter gekreuzigt wurde, schien die Lage hoffnungslos zu sein. Seine Jünger waren am Boden zerstört. Sie waren ihm nachgefolgt und hatten an ihn geglaubt. Nun war er nicht mehr da. Als Jesus ins Grab gelegt wurde, litten sie unter der Trauer und der Ungewissheit. Aber drei Tage später, am Sonntag, war das Grab leer. Jesus Christus war auferstanden! Was zuvor verloren schien, wandelte sich nun in Hoffnung.
Wenn dir alles dunkel und entmutigend vorkommt – als wärst du mit gefesselten Händen und Füßen in ein Wasserbecken geworfen worden – und du keinen Ausweg siehst, nimm dir einen Moment Zeit, Hoffnung in Jesus Christus zu finden, und denk daran, dass du einfach noch nicht am Ende der Geschichte angekommen bist.
Der Erretter konnte diesen freudigen Ostersonntag erst erleben, nachdem er drei Tage zuvor Getsemani und das Kreuz ertragen hatte. Wenn du also gerade eine schwere Zeit durchmachst, gib nicht auf! Elder Joseph B. Wirthlin (1917–2008) vom Kollegium der Zwölf Apostel hat einmal gesagt: „So finster unser Kummer auch ist – der Sonntag kommt gewiss. … Wie sehr wir uns auch grämen – der Sonntag kommt gewiss.“
Durch sein Sühnopfer und seine Auferstehung ist Jesus Christus immer da und hilft dir, Frieden zu finden und voranzukommen, damit du mehr erreichen kannst, als du dir jemals erhofft hast.