Stimmen von Heiligen der Letzten Tage
Was wir aussenden, kommt wieder zu uns zurück
Esslingen (AM): Ihrer Aufforderung in der Juni-Ausgabe des Liahonas folgend, möchte ich gerne über nachstehendes Erlebnis berichten. Immer wieder wird mir die Aussage im Buch Mormon in Alma 41:15 bestätigt: Was wir aussenden, kommt wieder zu uns zurück. Will heißen: Alle unsere Gedanken und die aus ihnen resultierenden Gefühle, Worte und Taten kommen in der gleichen Qualität wie ein Bumerang, wie ein Echo wieder zu uns zurück. Das universelle, kosmische Gesetz von Saat und Ernte, von Ursache und Wirkung ist stets in Kraft (siehe auch in der Bibel, Galater 6:7).
Eine Bekannte erzählte mir Folgendes über ihre stressigen Erfahrungen, die sie täglich auf dem Weg zur Arbeit auf einer viel befahrenen Autobahn macht: „Ich glaube, ich krieg bald ein Burnout, nur noch Drängler und rücksichtslose Fahrer unterwegs. “Eingedenk der Tatsache von Saat und Ernte schlug ich ihr daraufhin vor, eine Woche lang einfach mal folgendes Experiment durchzuführen: „Sobald Sie auf die Autobahn kommen, wiederholen Sie bitte nur diese Gedanken und Worte: ‚Heute geht es gut, gut, gut! Wir alle hier machen es gut, wir sind lieb und rücksichtsvoll!‘“
Nach einiger Zeit, als wir uns wieder begegneten, kam sie auf mich zu und sagte voll Begeisterung: „Es wirkt! Es wirkt! Es wirkt! Ich habe es schon meiner Kollegin erzählt!“ Was war geschehen? Statt wie bisher ihre Umwelt mit negativen Gedanken und Worten zu beeinflussen, hatte sie jetzt Optimismus, Wertschätzung und Respekt ausgestrahlt und infolgedessen genau das geerntet, was ihrer nun verbesserten Einstellung, ihrer verbesserten Saat entsprach.
Fakt ist: Unsere Gedanken und Ansichten werden zu unserer Realität. Alle Menschen beeinflussen sich gegenseitig unaufhörlich. Andere behandeln uns so, wie wir über sie denken! Sie spüren unsere gedankliche Ausstrahlung und spiegeln sie uns in ihrem Verhalten wider. Die Bausteine des Lebens sind demnach unsere Gedanken, denn jedem Gefühl, jedem Wort und jeder Tat geht zunächst ein Gedanke voraus. Jede Krise – auch eine Beziehungskrise – ist eine Gedankenkrise. Innere Wandlung schafft äußeren Wandel.
Diese Zusammenhänge erklärte Präsident Boyd K. Packer folgendermaßen: Die wichtigste und schwierigste Aufgabe im Leben ist es, sein Denken zu kontrollieren und beherrschen zu lernen. Bevor wir vollkommen werden, müssen wir vollkommene Gedanken haben. Elder Uchtdorf sprach einmal in einer Ansprache sehr eindringlich diese Warnung aus: Nie jemandem etwas Schlechtes unterstellen, nie jemandem etwas Schlechtes zutrauen! Warum nicht? Diese Denkweise würde eigene, geistige Kriegsführung bedeuten, Mobbing, eigene Unglücksursache – denn, wie die Saat, so die Ernte.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Jeder ist selber seines Glückes Schmied hinsichtlich seiner zwischenmenschlichen Beziehungen, wie es ja auch ein bekanntes Sprichwort besagt. Das Problem ist immer, zu denken, der andere sei das Problem.
Für alle diese Erkenntnisse aus der heiligen Schrift bin ich sehr dankbar. Ebenso dankbar bin ich, ein Mitglied der wahren, wiederhergestellten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sein zu dürfen.