Neu für junge Erwachsene
Kommt dir die FHV manchmal befremdlich vor? Du bist dort trotzdem richtig!
Liahona, März 2026


Aus Neu für junge Erwachsene

Kommt dir die FHV manchmal befremdlich vor? Du bist dort trotzdem richtig!

Der Übergang in die Frauenhilfsvereinigung kann zunächst beängstigend sein. Doch wenn du dich dieser Gemeinschaft von Schwestern anschließt, die ihre Bündnisse halten, kann der Erretter durch dich wirken und dir echte Hilfe schenken.

Lächelnde Schwestern in der Frauenhilfsvereinigung

Als ich zum ersten Mal in die FHV ging, wollte ich am liebsten sofort wieder umdrehen und weglaufen. Ich kannte niemanden. Niemand war in meinem Alter. Und ich fühlte mich ganz und gar nicht zugehörig.

Nur wenige Monate zuvor war ich mit meinem Mann Johnny in einer Gemeinde für verheiratete Studenten in Hawaii gewesen. Die meisten von uns waren frisch verheiratet, mitten im Studium und dachten darüber nach, eine Familie zu gründen. Davor war ich in einer JAE-Gemeinde für Studenten, was mir wie eine Verlängerung der JD-Zeit vorkam. Wir waren alle unverheiratet und kinderlos, was es leicht machte, andere kennenzulernen, Freundschaften zu schließen und einander zu dienen.

Doch diese Zeit der Vertrautheit und Gemeinsamkeiten war nicht von ewiger Dauer.

Was die Frauenhilfsvereinigung eigentlich sein soll

Nach unserem Abschluss zogen Johnny und ich zurück aufs Festland und besuchten von nun an eine Gemeinde für Familien. Aber das war ein echter Kulturschock! Plötzlich war ich von Schwestern im Alter von 18 bis 98 Jahren umgeben: ledig, verheiratet, geschieden, verwitwet; mit Kindern oder ohne; einige arbeiteten oder studierten, andere waren zuhause bei den Kindern oder schon in Rente – und wieder andere waren irgendwas dazwischen.

Ich wusste nicht so recht, wo ich hingehörte.

Nach ein paar Wochen erhielt ich einen Betreuungsauftrag, hatte aber das Gefühl, dass es nicht viele Gemeinsamkeiten gab zwischen mir und den Schwestern, um die ich mich kümmern oder mit denen ich gemeinsam dienen sollte.

Trotzdem versuchte ich, immer da zu sein. Zuerst schickte ich ihnen kurze Nachrichten oder wechselte nach der Kirche ein paar Worte mit ihnen – hauptsächlich, um berichten zu können, dass ich Kontakt aufgenommen hatte. Meine Betreuungspartnerin hingegen nahm den Auftrag sehr ernst und sie war sehr herzlich dabei. Eines Tages schlug sie vor, dass wir jede unserer Schwestern zum Eisessen einladen sollten. Ich zögerte. Ich bin introvertiert und neige dazu, in Gegenwart von Menschen, die ich nicht gut kenne, sehr still zu sein. Aber Eiscreme liebe ich, also stimmte ich zu.

An jenem Wochenende ging mein Auto kaputt. Die Reparatur sollte mehr kosten, als das Fahrzeug noch wert war. Also beschlossen wir, ein neues Auto zu kaufen. Johnny und ich hatten gespart und waren vorbereitet, doch es war trotzdem eine ordentliche Belastung für uns. Nach einem zehnstündigen Arbeitstag und einem anstrengenden Abend voller Probefahrten hatte ich gar keine Lust mehr, mich mit jemandem zu treffen – nicht einmal auf ein Eis.

Doch ich ging trotzdem hin, auch wenn ich zu spät kam und erschöpft war.

Zu meiner Überraschung freuten sich die Schwestern sehr, mich zu sehen. Wir unterhielten uns stundenlang. Zwar konnte ich bei den Geschichten über das Töpfchentraining nicht mitreden, doch mir wurde klar, dass wir mehr gemeinsam hatten als gedacht. Eine Schwester hatte auch Probleme mit ihrem Auto und wir waren sofort auf einer Wellenlänge.

An diesem Abend ging es um mehr als nur um Betreuung. Ich habe gelernt, was die FHV wirklich ist: eine geistige Vereinigung, in der Frauen des Bundes einander als Jüngerinnen Christi aufrichten, stärken und lieben.

Julie B. Beck, ehemalige FHV-Präsidentin der Kirche, hat beschrieben, dass der Herrn mehr als nur eine Versammlung am Sonntag im Sinn hatte: „Seine Absicht war, dass die FHV dazu beiträgt, sein Volk aufzubauen und … seine Töchter in sein Werk einzubeziehen."

Eine Gemeinschaft von Schwestern für jede Lebensphase

In der Frauenhilfsvereinigung kommt es nicht auf Familienstand, Alter oder Mutterschaft an. Sie ist eine göttliche Organisation für alle erwachsenen Frauen: Studentinnen, Mütter, alleinstehende Schwestern, zurückgekehrte Missionarinnen, Berufstätige – alle vereint durch ihre Bündnisse und ihre Nachfolge.

Eine solche Einigkeit und Schwesternschaft wird dringend benötigt. Schwester J. Annette Dennis, Erste Ratgeberin in der FHV-Präsidentschaft der Kirche, hat erklärt: „Wenn wir andere aufrichtig in den Arm nehmen und sie unsere Liebe spüren lassen, spüren sie oft nach und nach auch die Liebe des Erretters.“

Genau das macht die FHV aus: Es ist eine Vereinigung bündnistreuer Frauen, die sich bemühen, einander so zu sehen und zu dienen, wie der Erretter es tun würde.

Als junge Erwachsene ist die Frauenhilfsvereinigung wirklich für dich da – egal ob du gerade erst von Mission zurückgekehrt, frisch verheiratet, mitten im Erwachsenwerden oder noch auf der Suche nach deinem Platz bist. Du bist dort trotzdem richtig! Manchmal reicht es, einfach nur da zu sein – wenn auch müde, unsicher oder sogar zögerlich – und dem Erretter die Tür zu öffnen, damit er durch dich wirken kann und du eine schöne Verbindung zu deinen Schwestern herstellen kannst.

Falls du es noch nicht getan hast: Melde dich diese Woche bei einer deiner FHV-Schwestern. Mit Glauben können schon kleine Taten bewirken, dass jemand anders – und du selbst – der Hilfe des Erretters ein Stückchen näher kommt.