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Aus Scham entfernte ich mich. Gottes Liebe brachte mich zurück.
Liahona, März 2026


Ich glaube

Aus Scham entfernte ich mich. Gottes Liebe brachte mich zurück.

Mit der Zeit hielt meine Scham aufgrund schlechter Entscheidungen mich davon ab, Gottes Liebe zu spüren. Trotzdem rettete mich seine Liebe.

Jesus Christus hält eine Laterne und schaut auf ein Lamm

Retten, was verloren ist, Darstellung von Michael Malm

Ich war 14, als sich meine Eltern scheiden ließen, und es war herzzerreißend, wie meine Familie dadurch auseinanderbrach. Ich zog zu meinem Vater, und obwohl er sein Bestes gab, sich um mich zu kümmern, fiel es mir wirklich schwer, mich daran zu gewöhnen. Ich bekam schwere Depressionen und Angstzustände und fühlte mich ehrlich gesagt alleingelassen.

Eines Tages fragte ich mich, ob die Welt nicht besser ohne mich wäre. Aber dann hörte ich eine Stimme in meinem Kopf, die sagte: „Du bist mir wichtig. Ich hab dich lieb!“

Heute weiß ich, dass der Heilige Geist mir diese Botschaft übermittelt hatte und dass sie vom Vater im Himmel kam. Seine unendliche Liebe hat mich aus meiner dunkelsten Höhle befreit und mir Hoffnung gegeben.

Einen Monat später klopften Missionare an unsere Tür. Als sie mich und meinen Vater unterwiesen, verstand ich endlich, dass mein Leben einen Sinn hat.

Ich erkannte, dass die wunderbaren Geschenke in meinem Leben von Gottes Liebe zu mir stammen, und ich wollte zeigen, dass ich ihn ebenfalls liebe. Also ließen mein Vater und ich uns taufen.

Ich dachte, dass nichts mich davon abhalten könnte, Gottes Liebe zu spüren, aber da lag ich falsch.

Vom Kurs abkommen

Als das Leben später in meinem Leben schwierig wurde, traf ich einige schlechte Entscheidungen. Ich hielt mich nicht an das Wort der Weisheit und war Einflüssen ausgesetzt, die nicht gut für mich waren. Ich schämte mich und konnte Gottes Liebe zu mir nicht mehr spüren, und so distanzierte ich mich von der Kirche. Auch mein Vater hörte auf, nach dem Evangelium zu leben.

Manchmal dachte ich über den Glauben nach, aber ich hatte solche Angst davor, was die Menschen – und Gott – wohl denken würden, wenn ich jemals wieder in die Kirche zurückkommen würde. Also ging ich den Weg weiter, auf dem ich mich gerade befand.

Irgendwann zogen mein Vater und ich in ein anderes Land. Wir hatten keine Familie oder Freunde in der Nähe, keine Arbeit, kein Geld und kein Auto. Aber zum Glück lernten wir dort Mitglieder kennen, die sich um uns kümmerten. Sie liebten uns genau so, wie Jesus Christus uns geliebt hätte. Durch sie erkannte ich, dass der Vater im Himmel mich immer noch liebte und dass er wollte, dass ich zurückkehrte.

Als diese Freunde uns fragten, ob wir wieder zur Kirche kommen wollten, sagten wir zu.

Der verlorene Sohn kehrt zurück

Ich hatte schreckliche Angst, dass andere mich wegen meiner Entscheidungen verurteilen würden. Aber als ich das erste Mal wieder in die Kirche ging, waren alle so freundlich.

Ich fühlte mich wie der verlorene Sohn, der zu seinem Vater zurückkehrt und seine Sünden bekennt (siehe Lukas 15:18-21). Und wie der verlorene Sohn spürte auch ich die Liebe meines Vaters, der mich wieder bei sich willkommen hieß und meine Rückkehr feierte (siehe Lukas 15:20-24). Ich bin zurückgekommen, weil ich Gott liebe; und Gott hat mich wieder aufgenommen, weil er mich liebt.

Ich war bereit, mein Leben grundlegend zu ändern.

Nachdem ich umgekehrt war und im Evangelium wieder Fuß gefasst hatte, bereitete ich mich auf eine Mission vor. Einige meiner Freunde konnten meine Entscheidungen nicht nachvollziehen, aber ich war entschlossen, auf diesem neuen Weg zu bleiben.

In der Missionarsschule erfuhr ich, dass zwei meiner Freunde gemeinsam auf eine Party gegangen waren und bei einem Autounfall auf tragische Weise ums Leben gekommen waren. Es brach mir das Herz, aber dann wurde mir bewusst, dass mein Leben hätte enden können, wenn ich meine Lebensweise nicht geändert hätte. Ich wurde erneut gerettet, weil ich mich an Gottes Liebe erinnert hatte.

Gottes Liebe annehmen

Im Laufe meines Lebens habe ich viel erlebt, aber das Wichtigste, was ich gelernt habe, ist, dass es mich an jedem entscheidenden Wendepunkt meines Lebens vor so viel Leid bewahrt hat, dass ich Gottes vollkommene Liebe zu mir erkannt habe.

Wenn man in den Spiegel schaut, passiert es manchmal, dass man sich selbst betrachtet und meint, man sei nicht gut genug – man sei nichts weiter als ein ganz schlimmer Fehler. Aber so sieht Gott dich nicht!

Präsident D. Todd Christofferson, Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, hat gesagt: „Weil [der Vater im Himmel und Jesus Christus] uns lieben, möchten sie uns nicht so belassen, ,wie wir eben sind‘. Gerade weil sie uns lieben, möchten sie, dass wir Freude und Erfolg haben. Gerade weil sie uns lieben, möchten sie, dass wir umkehren, weil das der Weg zum Glücklichsein ist. Wir haben jedoch die Wahl – sie respektieren unsere Entscheidungsfreiheit. Wir müssen uns dazu entschließen, sie zu lieben, ihnen zu dienen, ihre Gebote zu halten. Dann können sie uns in noch reicherem Maß segnen und lieben.“

Sei dir bewusst, dass der Vater im Himmel dich so sehr liebt, dass er seinen Sohn Jesus Christus gesandt hat, um für deine Sünden zu sühnen und es dir damit zu ermöglichen, zu ihm zurückzukehren. Er möchte nicht, dass du dich vor ihm versteckst. Er möchte, dass du zu ihm zurückkehrst.

Wenn du vom Weg abgekommen bist, ist es noch nicht zu spät, die Liebe anzunehmen, die er für dich empfindet. Es ist nicht zu spät, zurückzukehren, und wenn du es tust, werden sie sich freuen wie der liebevolle Hirte und ausrufen: „Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war!“ (Lukas 15:6.)