Zeitreisende, aufgepasst!
Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen, wenn du könntest?
Illustrationen von Dave Murray
Stell dir vor, plötzlich taucht eine Zeitmaschine auf. Aber bevor du dich jetzt allzu sehr darauf freust, auf einem Wollmammut zu reiten – die Sache hat einen Haken: Du kannst nur in der Zeit zurückreisen, um dein früheres Ich aufzusuchen.
Steig ein, schnall dich an, und los geht’s! Plötzlich siehst du dich selbst, als du noch klein warst. Was würdest du zu dir sagen? Vielleicht hast du als dein jüngeres Ich gerade einen tollen Tag, und du sagst dir, du sollst einfach jede Minute genießen. Oder vielleicht hast du einen schweren Tag und du nimmst dich mitfühlend in den Arm.
Wenn ich selber das wäre, wäre mein jüngeres Ich wahrscheinlich wegen irgendetwas gestresst. Ich habe mir immer Sorgen gemacht, weil ich keine Fehler machen wollte. Mit Veränderungen wie dem Wechsel in die nächste Klassenstufe oder an eine andere Schule kam ich nicht gut zurecht. Und es gab viele Momente, in denen ich das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören.
Seitdem habe ich gelernt, wie ich mit solchen Gedanken und Gefühlen umgehen kann.
Wenn ich in der Zeit zurückreisen könnte, würde ich folgende Tipps aus meinem Erfahrungsschatz meinem jüngeren Ich auf den Weg mitgeben:
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Ganz besonders, wenn etwas noch neu für dich ist, machst du garantiert etwas falsch dabei, und das ist völlig in Ordnung! Übe dich darin, mitfühlend zu sein und dir Mut zu machen. Präsident Jeffrey R. Holland hat einmal gesagt: „Gott [hat] seit Anbeginn der Zeit immer mit unvollkommenen Menschen arbeiten müssen. Das ist bestimmt furchtbar frustrierend für ihn, aber er kommt damit zurecht, und das sollten wir auch. … Seien Sie geduldig und freundlich und nachsichtig.“ Wenn ich heutzutage etwas Neues ausprobiere, spreche ich mir selbst Mut zu und sage: „Das wird wahrscheinlich chaotisch werden. Aber genau dafür sind ja die ersten paar Versuche da! So kann ich üben und mich verbessern.“
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Es ist in Ordnung, traurig zu sein, wenn sich die Umstände oder besonders auch Freundschaften ändern. Vertrau darauf, dass Beziehungen besser werden, je älter du wirst. Dein soziales Umfeld wird größer. Du lernst, Grenzen zu setzen, und bist weniger an Menschen gebunden, die dich herunterziehen oder dich emotional und geistig auslaugen. Mit der Zeit entstehen wahre Freundschaften. Wenn du dem Vater im Himmel und dem Erretter – sie sind immer deine wichtigsten Bezugspersonen – nahe bleibst, führen sie dich in eine zutiefst erfüllende Zukunft, in der du auch gute, gefestigte Beziehungen haben wirst.
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In manchen Phasen bist du einsam, aber das geht vorüber. Der Erretter versteht den Schmerz der Einsamkeit und geht diesen Weg mit dir. Irgendwann lernst du Menschen kennen, denen du wichtig bist und die deine Interessen teilen. Und weißt du was? Deine Erfahrungen helfen dir ja auch, eine Superkraft zu entwickeln: Mitgefühl! Weil du weißt, wie es ist, wenn man ausgegrenzt wird, wirst du dann besonders gut darin, andere wahrzunehmen und so miteinzubeziehen, wie der Erretter es tun würde.
Und was heißt das jetzt? Das Leben wird immer besser! Präsident Russell M. Nelson hat uns versichert: „Wir haben so viel, worauf wir uns freuen können! …
Ich sage nicht, dass die vor uns liegenden Tage leicht sein werden, aber ich verheiße Ihnen, dass die Zukunft für diejenigen, die vorbereitet sind und sich weiterhin darauf vorbereiten, ein Werkzeug in den Händen des Herrn zu sein, herrlich sein wird.“
Das bedeutet nicht, dass jeder Tag ohne Umwege aufwärts führt. Ich stelle mir das Leben eher wie eine dreidimensionale Spirale vor, in der es mir manchmal so vorkommt, als stünde ich immer wieder vor Problemen, die ich schon mal gehabt habe. Aber wenn ich Jesus Christus weiterhin nachfolge, bewege ich mich geistig auf eine höhere Ebene als zuvor – es geht also vorwärts und gleichzeitig auch aufwärts.
Nun bist du an der Reihe. Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen? Und um noch einen Schritt weiter zu gehen: Was würde dein künftiges Ich jetzt wohl dir sagen wollen?
Mann! Das ist eine Menge, worüber man nachdenken kann. Wir sollten wohl besser aufhören, bevor sich jemand darüber buchstäblich den Kopf zerbricht. Viel Spaß also bei deiner Zeitreise!