Für eine starke Jugend
Freude und der Weg der Bündnisse
Für eine starke Jugend, Februar 2026


Freude und der Weg der Bündnisse

Der Weg der Bündnisse ist wahrlich ein Weg erlösender Liebe.

Jesus Christus

Licht und Leben, Darstellung von Mandy Williams

Als Israel und Elizabeth Haven Barlow 1848 von Nauvoo in Illinois aufbrachen und sich auf den Weg ins Salzseetal machten, mussten sie ihren kleinen Sohn zurücklassen, der auf einem bescheidenen Friedhof in Nauvoo begraben lag. Der kleine James Nathaniel Barlow – ihr erstes Kind – war im Mai 1841 kurz nach der Geburt verstorben.

Israel und Elisabeth rechneten wahrscheinlich nicht damit, das Grab ihres Sohnes jemals wiedersehen zu können. Doch als Israel einige Jahre später nach England auf Mission berufen worden war, führte ihn sein Weg auch durch Nauvoo. Auf Elizabeths Bitte hin machte er dort Halt, um das Grab ihres Sohnes ausfindig zu machen und seine sterblichen Überreste auf den Hauptfriedhof zu überführen.

Die Grabstätte, die Israel vorfand, war heruntergekommen und zerfallen. In einem Brief schrieb Israel seiner Frau, dass er eigentlich beschlossen hatte, das Grab vorerst so zu belassen und erst später zurückzukehren.

Doch er war kaum weiter als ein paar Meter vom Grab entfernt, als er in Gedanken eine Stimme sagen hörte: „Papa, lass mich nicht hier zurück.“ Israel kehrte mit dem Vorsatz zum Grab zurück, seinen kleinen Sohn doch zum anderen Friedhof zu überstellen.

Aus einem Brief Israels an Elizabeth geht hervor, was er dort am Grab empfand: „Ich verspürte den Wunsch, mich und alles, was auch immer ich mein Eigen nenne, in die Hand des Herrn zu legen, damit ich für würdig erachtet werde, am Morgen der ersten Auferstehung mit [James] hervorzukommen.“

Israel hatte sich dem Evangelium Jesu Christi verschrieben und hielt seine heiligen Bündnisse. Das macht für ihn das ewige Leben möglich, die größte aller Segnungen – und ist ein Segen für seine Familie, und zwar für Vorfahren und Nachkommen.

Dies gilt auch für uns alle.

Heilige Verheißungen

Der Vater im Himmel und sein Sohn Jesus Christus lieben euch mehr, als ihr euch vorstellen könnt. Sie möchten euch zu sich ziehen und euch helfen, zu lernen und mehr Glauben und Erkenntnis zu erlangen. In einer Welt, in der solche Segnungen mitunter schwer zu finden sind, wollen sie euch mit Macht, Heilung und Frieden vom Himmel segnen. Sie möchten, dass ihr hier und im Jenseits Freude habt.

Aus ihrer vollkommenen Liebe heraus bieten sie jedem Menschen die Möglichkeit, bei der Taufe sowie im Haus des Herrn mit ihnen eine Bündnisbeziehung einzugehen. Wir sind gesegnet, dass wir uns allwöchentlich in der Abendmahlsversammlung diesen Bündnissen erneut verpflichten können.

Eine Jugendliche nimmt vom Abendmahl

Beim Abendmahl nehmen wir den Namen Jesu Christi auf uns. Wir denken an ihn und seine Liebe zu uns, die er uns durch das Geschenk seines Sühnopfers bewiesen hat. Außerdem zeigen wir beim Abendmahl, dass wir willens sind, seine Gebote zu halten (siehe Lehre und Bündnisse 20:77,79).

Präsident Russell M. Nelson hat erklärt: „Sehr oft höre ich die Formulierung, dass wir vom Abendmahl nehmen, um unseren Taufbund zu erneuern. Das stimmt zwar, aber das Abendmahl umfasst noch viel mehr.“ Laut Präsident Nelson gehen wir jedes Mal, wenn wir vom Abendmahl nehmen, einen neuen Bund ein, „und im Gegenzug verheißt der Herr uns, dass sein Geist immer mit uns sein wird. Was für ein Segen!“

Wenn wir umkehren und mit lauterem Herzen vom Abendmahl nehmen, empfangen wir den Heiligen Geist und werden „von Sünde gereinigt … – so, als ob wir wieder getauft würden. Jesus schenkt somit jedem von uns Hoffnung und Barmherzigkeit.“

Welch eine Freude ist es doch, umzukehren und durch die erlösende Liebe Christi Vergebung zu erlangen!

Sein Haus der Freude

In seiner Amtszeit als Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hat Präsident Nelson oft über den Weg der Bündnisse gesprochen. Wir betreten diesen Weg durch „Umkehr und Taufe im Wasser“ (2 Nephi 31:17), und „im Tempel begeben wir uns noch vollständiger auf diesen Weg“.

Eine Familie am Tempel

Unser Erdenleben ist nur ein kleiner Augenblick unseres Daseins, aber dieser Augenblick – auch wenn er manchmal sehr schwierig sein mag – ist von ewiger Bedeutung. Damit unser Leben schön und voller Hoffnung ist, hat der Vater im Himmel einen Erretter vorgesehen. Dank seiner Liebe und seines Sühnopfers hat Christus alles, was uns im Leben widerfahren mag, durchgestanden und heil gemacht. Und durch sein heiliges Haus – sein Haus der Freude – wird trotz Widrigkeiten alles gut werden.

San-Pedro-Sula-Tempel in Honduras

San-Pedro-Sula-Tempel in Honduras

Der Weg der Bündnisse ist wahrlich ein Weg erlösender Liebe. Wenn ihr im Tempel Bündnisse schließt und diese dann haltet, empfangt ihr Segnungen – ihr werdet mit mehr Macht, Liebe, Barmherzigkeit, Verständnis und Hoffnung ausgestattet.

Unsere Lieben heimbringen

Die Geschichte von Israel und Elizabeth Barlow berührt mich und meine Frau ganz besonders und wir empfinden großes Mitgefühl mit den beiden. Unser erstes Kind, ein Junge namens Sean, starb während einer Herzoperation, als er gerade einmal drei Wochen alt war. Mit diesem Verlust brach für uns eine Welt zusammen. Wir fragten uns, wie wir das jemals überstehen sollten. Sein Grab in England war so bedrückend klein. Fünfzehn Jahre später wurde unsere Familie gebeten, unser Zuhause in Großbritannien zu verlassen, um eine Vollzeit-Berufung in der Kirche anzunehmen, und das kleine Grab blieb zurück.

Wir können ansatzweise nachvollziehen, was die Barlows durchgemacht haben. Das Grab unseres kleinen Sohnes ist sehr weit weg von unserem neuen Zuhause, doch wie die Barlows haben auch wir festen Glauben an die Auferstehung Jesu Christi und daran, dass unsere Familie dank des heiligen Bundes der Siegelung für immer zusammen sein kann.

Wir alle haben Vorfahren und sonstige Angehörige, die verstorben sind und uns bitten: „Lass mich nicht hier zurück.“ Dank der Tempelbündnisse muss auch niemand zurückbleiben. Wir sind aufgerufen, sie alle zu lieben, ihnen zu dienen und dazu beizutragen, sie heimzubringen.

Deshalb gibt es heilige Handlungen. Deshalb schließen wir Bündnisse. Deshalb bauen wir Tempel. Deshalb hat der Vater im Himmel seinen Sohn gesandt, der die Bande des Todes zerreißen sollte, damit wir eines Tages Freudentränen vergießen können – wenn uns nämlich in der Gegenwart des Vaters und des Sohnes das ewige Wiedersehen mit unseren Lieben erwartet.

Unser Vater im Himmel liebt uns – er liebt euch und er liebt mich. Mögen wir Freude und Frieden finden, wenn wir unsere Bündnisse halten und uns dem Herrn in seinem herrlichen Werk der Errettung anschließen.