2025
Wie ein Radio
März 2025


„Wie ein Radio“, Unser Freund, März 2025, Seite 40f.

Wie ein Radio

„Weißt du, was ich heute in der PV gelernt hab?“, fragte Chim.

Eine wahre Geschichte aus den Philippinen

Illustration eines Radios

Chim öffnete die verschlafenen Augen. Endlich war Wochenende!

„Steh auf, sonst sind wir spät dran!“, rief Mama.

Chim wollte gern länger schlafen, aber heute war Markt. Er musste Mama beim Wocheneinkauf helfen. Also stand er auf und aß schnell sein Frühstück.

Mama tat sehr viel für Chim und seine beiden Brüder. Sie arbeitete viel und konnte nur wenig Zeit daheim verbringen. Chim und seine Brüder erledigten gemeinsam fast den ganzen Haushalt. Chim half aber gerne.

Als Chim und Mama vom Markt zurückkamen, musste Mama zur Arbeit. Während sie weg war, machten Chim und seine Brüder schon alles für den Sonntag bereit. Chim legte sich die Schuhe, die Hose und das Hemd zurecht, die er morgen zur Kirche anziehen wollte. Sein älterer Bruder Robin half ihm, das Hemd zu bügeln. Dann bereiteten sie das Abendessen zu.

Chim räumte gerade die Küche auf, als Mama heimkam. Sie wirkte sehr müde.

„Hier, Mama!“ Chim reichte ihr eine Schüssel mit heißem Essen.

Mama lächelte. „Danke für eure Hilfe. Das sieht aber lecker aus!“

Am nächsten Morgen stand Chim schon früh auf und machte sich für die Kirche fertig. Er freute sich darauf, in der PV seine Freunde zu sehen und mehr über Jesus Christus zu erfahren.

„Mama?“, rief er leise und klopfte an ihre Tür. „Kommst du heute mit uns zur Kirche?“

„Das geht nicht“, erwiderte Mama. „Ich muss heute Nachmittag arbeiten.“

„Na gut.“ Chim war ein wenig traurig. Es war schon fast ein Jahr her, seitdem Mama sie zur Kirche begleitet hatte. „Fahr vorsichtig und hab einen guten Tag“, sagte er.

„Können wir los?“, fragte sein kleiner Bruder Matthew.

„Ja!“ Chim zog sich die Schuhe an und machte sich mit seinen Brüdern auf den Weg zum Bus.

Chim war glücklich, als sie das Gemeindehaus betraten. Beim Abendmahl versuchte er, an Jesus Christus zu denken. Und im PV-Unterricht bemühte er sich ganz besonders, Schwester Ortega zuzuhören.

„Heute lernen wir etwas über den Heiligen Geist“, sagte Schwester Ortega. „Der Heilige Geist überbringt uns Botschaften vom Vater im Himmel. So ähnlich wie ein Radio!“

Chim schaute auf das Bild von einem Radio, das Schwester Ortega hochhielt.

„Ein Radio empfängt ein Signal und wandelt es dann in Schallwellen um, die wir hören können“, erklärte sie. „Dafür muss man aber den richtigen Kanal einstellen. Um den Heiligen Geist hören zu können, müssen wir auch Herz und Sinn richtig einstellen. Und wie geht das?“

Alle überlegten. „Wir können Jesus Christus nachfolgen und die Gebote halten“, schlug Chim dann vor.

Schwester Ortega lächelte. „Genau!“

Nach der Kirche bereitete Chim wieder das Abendessen vor. Plötzlich wurde ihm ganz warm ums Herz. Ihm wurde bewusst, dass er, wenn er seiner Familie half, sein Herz auf den richtigen Kanal einstellte, um den Heiligen Geist spüren zu können.

Illustration von einer Mutter und ihrem Sohn beim Kochen

Als Mama nach Hause kam, umarmte Chim sie ganz fest. Dann beteten sie und begannen zu essen.

„Weißt du, was ich heute in der Kirche gelernt hab?“, fragte Chim. Er erzählte Mama gern von der PV.

„Was denn?“, fragte Mama.

„Wir haben etwas über den Heiligen Geist gelernt“, erzählte Chim. „Er funktioniert wie ein Radio! Wenn wir die Gebote halten, stellen wir unser Herz auf den richtigen Kanal ein und können ihn hören.“

Mama nickte. „Das ist super. Und wie kann man zum Beispiel die Gebote halten?“

Chim lächelte. „Seiner Mama helfen!“, lachte er. „Ich hab dich lieb, Mama.“

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Illustrationen von Uran Duo