2025
Savannah ist traurig
März 2025


„Savannah ist traurig“, Unser Freund, März 2025, Seite 36f.

Savannah ist traurig

Warum kann ich nicht glücklich sein wie alle anderen?

Eine wahre Geschichte aus den USA

Savannah zog sich die Decke über den Kopf. Heute war ein richtig blöder Tag gewesen.

In der Schule hatte sich Savannah überhaupt nicht konzentrieren können. Sie war müde, frustriert und traurig gewesen. Sie hatte ein flaues Gefühl im Magen, das einfach nicht verschwinden wollte. Nun, am Abend, wollte sie am liebsten unter den Schreibtisch kriechen und sich dort verstecken.

In letzter Zeit war Savannah fast immer niedergeschlagen. Ihre Freundinnen versuchten dann, sie aufzumuntern, aber manchmal wollte Savannah gar keine Zeit mit ihnen verbringen. Sie waren immer so fröhlich! Manchmal dachte Savannah, dass ihre Freundinnen ohne sie bestimmt mehr Spaß hatten.

Was stimmt bloß mit mir nicht?, wunderte sich Savannah. Warum kann ich nicht glücklich sein wie alle anderen?

Sie fühlte sich so kalt und einsam wie die grauen Wolken draußen. Am liebsten wollte sie einfach nur schlafen.

Savannah hörte, dass ihre Zimmertür aufging.

„Savannah“, sagte Mama und setzte sich auf die Bettkante. „Was ist denn los?“

Eine Mutter und ein trauriges Mädchen auf einem Bett

„Nichts“, erwiderte Savannah. „Ich bin einfach müde.“

„Bist du sicher?“, fragte Mama. „Ich mache mir Sorgen um dich!“

„Ist alles okay mit mir“, meinte Savannah.

„Na gut.“ Mama stand auf. „Aber vergiss nicht, dass du mit mir über alles reden kannst. Ich hab dich lieb!“

Bis zum Abendessen blieb Savannah im Bett. Später konnte sie nicht einschlafen. Ihr Gehirn konnte einfach nicht abschalten!

Am nächsten Tag war sie immer noch erschöpft. Wieder nahm der Tag kein Ende. Nach der Schule setzte sich Savannah an den Küchentisch. Sie seufzte und schaute aus dem Fenster. Es schneite wieder.

„Savannah?“

Savannah drehte sich um und sah überrascht, dass Oma hereinkam.

„Oma!“, rief Savannah. „Was machst du denn hier?“

Oma setzte sich. „Mama hat gefragt, ob ich vorbeikommen kann“, sagte sie. „Sie macht sich Sorgen um dich.“

„Ich bin im Moment einfach immer müde“, meinte Savannah. „Aber sonst geht es mir gut.“

Oma lächelte sanft. „Hab ich dir schon mal von dem Sommer erzählt, als Opa und ich umgezogen sind?“

„Ich glaube nicht“, sagte Savannah.

„Ich war ständig bedrückt“, erzählte Oma. „Ich wollte mich zwar freuen, aber mir war alles egal. Ich fühlte mich so einsam.“

„Aber du hattest doch Opa und Mama!“ Savannah starrte zu Boden. „Warum hast du dich trotzdem einsam gefühlt?“

„Ich wusste selbst nicht, was los ist“, meinte Oma. „So hatte ich mich noch nie gefühlt. Also bin ich zum Arzt gegangen.“

„Und was ist dann geschehen?“

Oma legte den Arm um Savannah. „Ich habe erfahren, dass ich an Depressionen leide.“

„Das heißt, dass du traurig warst?“, fragte Savannah.

„Nein, Depressionen sind mehr als Traurigkeit“, erklärte Oma. „Meine Traurigkeit wollte einfach nicht weggehen. Es fiel mir schwer, das zu tun, was ich normalerweise tat. Und es war schwer, zu anderen Menschen Nähe zu spüren, sogar zu meiner eigenen Familie! Ich brauchte wirklich Hilfe.“

Savannah schaute auf. „Und was für Hilfe?“

„Der Arzt hat erklärt, was mir fehlte, und gemeinsam haben wir einen Plan aufgestellt, wie es mir besser gehen konnte“, sagte Oma. „Manchmal war ich trotzdem niedergeschlagen. Ich habe viel gebetet. Wenn ich einsam war, habe ich mir vorstellt, dass Jesus neben mir sitzt. Wenn ich an ihn gedacht habe, ging es mir besser.“

Savannah blickte durchs Fenster auf den Schnee. Ein Zittern lief durch ihren Körper. „Ich bin auch oft traurig. Ich möchte ja glücklich sein, aber manchmal geht das nicht. Dann bin ich wütend auf mich, weil ich mich so fühle.“

„Ich weiß, mein Schatz.“ Oma nahm Savannah in die Arme. „So geht es mir auch manchmal. Aber du bist nicht allein. Ich hab dich lieb, deine Eltern haben dich lieb, und der Vater im Himmel und Jesus Christus haben dich lieb. Sie verstehen deinen Schmerz und lassen dich nie allein.“

Vielleicht hat Oma recht, dachte Savannah. Ich bin nicht allein. Das flaue Gefühl im Magen verschwand ein wenig.

„Ich rede mal mit Mama“, beschloss Savannah. „Sie will mir ja auch helfen.“

„Das ist eine gute Idee!“ Oma nahm Savannahs Hand.

Savannah lächelte und lehnte sich an Omas Schulter. Nun war ihr nicht mehr ganz so kalt und einsam zumute.

Ein Mädchen und seine Großmutter umarmen einander
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Illustrationen von Marina Pessarrodona