Aus Neu für junge Erwachsene
Die erste Verabredung – doch der Funke springt nicht über
Manchmal sind wir so auf bestimmte Aspekte einer Beziehung fixiert, dass wir uns selbst im Weg stehen
Als ich die erste Verabredung mit dem Mann hatte, der später mein Ehemann wurde, sprang zunächst kein Funke über.
Wie du dir wahrscheinlich schon denken kannst: Ich nahm daher an, wir würden nicht zusammenpassen, und sah mich weiter um.
Jahre später – nach einer Reihe von Ereignissen, die ich nur als göttliches Eingreifen bezeichnen kann – kamen wir wieder zusammen. Und diesmal verliebten wir uns und heirateten schließlich.
Wie das? Alle meine verheirateten Freunde und Verwandten hatten betont, dass ich „es einfach wissen werde“, wenn der Richtige vor mir steht. Bei unserem ersten Treffen war das aber eindeutig nicht der Fall.
Keine echte Verbindung
Als Hintergrundinformation für dich: Mein zukünftiger Mann und ich lernten uns kennen, als er Missionar in meiner Gemeinde war. Jahre später kontaktierte er mich über die sozialen Medien. Wir kommunizierten über Textnachrichten und Videoanrufe. Aber er lebte auf einer anderen Insel als ich, was ein Treffen erschwerte.
Nach fast einem Jahr trafen wir uns endlich zu einer echten Verabredung. Dementsprechend hoch war unsere Erwartungshaltung.
Aber wir hatten uns seit Jahren nicht mehr persönlich gesehen. Ehrlich gesagt, wir fühlten uns beide total unbehaglich.
Irgendwie war es nicht so toll oder spannend, wie wir erwartet hatten. Das Resultat war, dass unsere Kommunikation einfach versandete. Ich hatte einen neuen Job, und er war mit seinem Medizinstudium ausgelastet. Was soll‘s also? Es war eben keine magische Verbindung entstanden!
Drei Jahre vergingen. Er machte seine Facharztausbildung in einer Stadt, die nur wenige Stunden von meinem Wohnort entfernt lag. Und so waren wir im selben Einzugsgebiet der JAE-Tagungen.
Ich weiß, das klingt verrückt, aber als ich bei einer Veranstaltung hinten im Saal saß, ließ ich meinen Blick über die Teilnehmer schweifen – und sah ihn! Plötzlich war mein Blick von ihm gefesselt, und der Geist gab mir ein:
„Er ist der Richtige.“
Was?
Da saß ich nun, total verblüfft. Wieso erfuhr ich das erst jetzt – nach all den Jahren? Und wie sollte ich nun mit dieser Erkenntnis umgehen?
Es stellte sich heraus, dass wir uns trotz einer so klaren und wundersamen Antwort erst einmal kennenlernen mussten. Er fragte mich erneut, ob ich mit ihm ausgehen wolle. Ich sagte Ja. Danach hatten wir weitere Dates. Diesmal ließen wir uns Zeit, einander richtig kennenzulernen, anstatt auf einen magischen Funken zu setzen. So entwickelten wir eine tiefe, echte Beziehung.
Lohnende Fragen
Was hat es mit diesem undefinierbaren Funken auf sich?
Warum sprang er nicht schon beim ersten Mal über?
Ist jede potenziell romantische Beziehung zum Scheitern verurteilt, wenn man bei der ersten Verabredung nicht sofort von Amors Pfeil getroffen wird?
Dann sind alles gute Fragen, und leider habe auch ich nicht auf alle eine Antwort. Aber wenn du an jemandem interessiert bist, ohne sofort eine Verbindung zu spüren, kannst du dir vielleicht folgende Fragen stellen:
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Motiviert und inspiriert mich dieser Mensch, das Beste aus mir zu machen?
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Ist mir klar, was ich wirklich von einem Ehepartner erwarte?
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Kenne ich meinen wahren Wert als Kind Gottes? Erkennt der andere meinen Wert?
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Habe ich mich um eine Bestätigung durch den Geist bemüht, dass der Betreffende jemand ist, der mir guttut und mit dem auszugehen es sich lohnt?
Elder Gerrit W. Gong vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt: „Werde zu dem, was du suchst. Halte Ausschau nach jemandem, mit dem du gemeinsam wachsen kannst. Gemeinsam wachsen bedeutet, dass ihr euch beide individuell in geistiger, intellektueller und sozialer Hinsicht weiterentwickelt. Gemeinsam wachsen heißt aber auch, dass ihr euer volles Potenzial entwickelt, während ihr als Paar und als Familie zusammenwachst.“
Liebe ist mehr als ein Funke
Anziehungskraft und Zueinander-Passen sind Aspekte, die ich nicht kleinreden möchte. Natürlich solltest du nach jemandem suchen, den du interessant, nett, anziehend und humorvoll findest – was immer du dir eben wünschst, sodass euer Leben auf dem Weg der Bündnisse schöner und glücklicher wird.
Aber wenn du dich dabei ertappst, dass du das erste Treffen ängstlich analysierst und dich fragst, ob du die „richtigen“ Gefühle hattest und was sie bedeuten, dann denk daran: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Timotheus 1:7.) Wenn du auf deinen gesunden Menschenverstand vertraust und weißt, dass du persönliche Offenbarung empfangen kannst, kannst du durchatmen. Versuche, deine Gefühle voll und ganz zu verstehen, und nimm dir die nötige Zeit, um zu entscheiden, ob eure Beziehung eine Zukunft hat.
Wahre, echte Liebe ist mehr als ein Funke.