2025
5 auf dem Evangelium basierende Tipps für berufliches Weiterkommen
Liahona, Oktober 2025


Fertigkeiten fürs Leben

5 auf dem Evangelium basierende Tipps für berufliches Weiterkommen

Die Lehren Christi gelten nicht nur für unser geistiges Leben

Illustration eines Bewerbungsgesprächs

Als junger Vater betete ich auf der Suche nach einem Job oft um Hilfe. Oft lag ich nachts wach im Bett und fragte mich, wie ich bloß all die Rechnungen bezahlen sollte. Einerseits hatte ich gelernt, alles aus ewiger Perspektive zu betrachten, und wusste daher, dass sich Erfolg im Leben nicht an der Höhe meines Einkommens bemisst. Andererseits wollte ich gern für meine Familie sorgen und einen Beruf haben, der mich erfüllt.

Auch wenn ich die ideale Berufslaufbahn für mich erst erkunde, habe ich in meiner Studienzeit doch genug gearbeitet, um zu wissen, dass die Lehren Christi nicht nur für das Privatleben gelten. Diese fünf Evangeliumsgrundsätze helfen mir, beruflich voranzukommen:

1. Kommuniziere, kommuniziere, kommuniziere!

Der Austausch mit Kollegen, Telefongespräche oder sogar E-Mails machen mich nervös. Es zeigt sich jedoch, dass eine gute Kommunikation im Arbeitsumfeld von größter Bedeutung ist. Man muss sich also äußern, Fragen stellen und – kommunizieren.

Genauso wichtig ist, dass die Kommunikation etwas bewirkt. Präsident Russell M. Nelson hat gesagt: „[Der] Vater im Himmel … verständigt sich einfach, leise und mit derart verblüffender Klarheit, dass wir ihn nicht missverstehen können.“ Im beruflichen Umfeld habe ich die besten Erfahrungen mit unumwundener, respektvoller und ehrlicher Kommunikation gemacht.

Zögere nicht, dich auch mit dem Vater im Himmel im Gebet über deine Berufskarriere auszutauschen. Diese Aufforderung in Jakobus 1:5 hat einst Joseph Smith angesprochen: „Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten.“ Das Beten hat sich seit jeher in jedem Bereich meines Lebens als segensreich erwiesen – auch im Berufsleben.

2. Arbeite eifrig (leg dich also ins Zeug)!

Arbeit ist nun mal Arbeit. Sie macht nicht immer Spaß und ist selten leicht. Du kannst dir vielleicht denken, dass das Putzen von Toiletten nicht zu meinen Lieblingsaufgaben gehört. (Alle Reinigungskräfte, die das lesen, mögen es mir nachsehen: Wir finden Sie toll und brauchen Sie!) Rückblickend bin ich aber dankbar, es gemacht zu haben – und nicht nur deswegen, weil es mir Geld eingebracht hat.

Gott hat den Heiligen in Nauvoo verheißen: „Wenn ihr mit all eurer Macht arbeitet, will ich jenen Platz weihen, sodass er geheiligt wird.“ (Lehre und Bündnisse 124:44.) Das bezieht sich zwar auf den Bau eines Tempels, kann aber auch Arbeit andernorts betreffen.

Ich bin mir sicher: Wenn etwas wirklich lohnend ist, erfordert es auch Anstrengung. Auf Mission zu gehen, hat mich viel Mühe gekostet. Doch ich bin für diese Erfahrung sehr dankbar. Eine Liebesbeziehung erfordert großen Einsatz, kann dafür aber auch viel Freude bringen. Im Berufsleben gilt das Gleiche. Manchmal muss man einfach die Ärmel hochkrempeln und sich an die Arbeit machen.

3. Hab Geduld!

Geduld (auch Langmut genannt) zählt der Apostel Paulus zur Frucht des Geistes (siehe Galater 5:22). Ganz gleich, wo ich bisher tätig war – überall gab es Momente der Frustration, etwa im Umgang mit schwierigen Kollegen, wenn Rückschläge zu verdauen waren oder Ziele nicht auf Anhieb erreicht wurden. Wie man Tiefschläge wegsteckt und darauf vertraut, dass sich alles fügen wird, und wie man das langfristige Ziel im Auge behält – solche Lernerfahrungen sind für mich im Beruf unverzichtbar.

4. Nimm Feedback an!

Feedback annehmen zu lernen, ist zwar schwierig, aber erforderlich. Wer kritisiert wird, ist nicht etwa gescheitert; Kritik bedeutet lediglich, dass es noch Luft nach oben gibt. Die heiligen Schriften sind gespickt mit Beispielen von Leuten, die gelernt haben, besser zu handeln und besser zu werden: Denk nur an die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste oder an Alma den Jüngeren. Sie und andere großartige Männer und Frauen wurden vom Herrn gezüchtigt – eben weil sie von ihm geliebt wurden.

Alma beschreibt den Schmerz, den er aufgrund seiner Sünden empfand, als ewige Qual (siehe Alma 36:12). Dennoch schildert er seine Umkehr – seine Herzenswandlung – mit den Worten: „Nichts [kann] so außerordentlich und so süß sein, wie meine Freude es war.“ (Alma 36:21.)

Jahrelang habe ich als Teil eines Autorenteams Skripte für Podcasts erstellt. Die meiste Zeit habe ich damit verbracht, meine Entwürfe zu präsentieren und Verbesserungsvorschläge entgegenzunehmen und zu diskutieren. Manchmal kam es mir so vor, als würden alle nur über das herziehen, was ich falsch gemacht hatte. Mit der Zeit lernte ich das Feedback durch andere jedoch schätzen, denn dadurch habe ich mich nicht nur als Autor, sondern wohl auch als Mensch sehr verbessert.

5. Setz dir Ziele und sei bestrebt, sie zu erreichen!

Sei nicht beunruhigt, wenn es dir so vorkommt, als kämst du beruflich nur langsam voran. Nur wenige werden über Nacht erfolgreich. Nephis Worten entnehmen wir, dass der Herr uns „Zeile um Zeile …, Weisung um Weisung“ gibt (2 Nephi 28:30). Alma zufolge wird „durch Kleines und Einfaches … Großes zustande gebracht“ (Alma 37:6).

Sich lohnende Ziele zu setzen und sie zu verfolgen, ist eine großartige Möglichkeit, nach und nach voranzukommen. Das Gute daran ist, dass ein erstrebenswertes Ziel nicht unbedingt groß sein muss. Wichtig ist nur, dass wir uns konsequent bemühen. Elder Michael A. Dunn von den Siebzigern hat festgestellt, „dass sich kleine Verbesserungen nur dann ansammeln, wenn man sich Tag für Tag konsequent bemüht“.

Oft mache ich mir Gedanken darüber, ob ich privat und beruflich genug vorankomme. Blicke ich jedoch zurück, erkenne ich einen klaren Weg, der von einem Punkt zum nächsten führt – auch wenn er zum damaligen Zeitpunkt für mich nicht erkennbar war.

Ich weiß, dass Gott uns in beruflichen Belangen führt, wenn wir auf ihn vertrauen.