2025
Drei gute Gewohnheiten helfen mir, das Gesetz der Keuschheit zu leben
Liahona, Oktober 2025


Aus Neu für junge Erwachsene

Drei gute Gewohnheiten helfen mir, das Gesetz der Keuschheit zu leben

Die Verfasserin lebt in Formosa in Brasilien.

Ein keusches Leben schien für mich kaum machbar. Doch Jesus Christus hat mir geholfen, freudig so zu leben.

Frauen mit den heiligen Schriften im FHV-Unterricht

Nach dem Gesetz der Keuschheit zu leben war für mich nicht immer leicht gewesen.

Als ich mich im Alter von 15 Jahren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage anschloss, gab es an meiner Schule nur ganz wenige Mitglieder. Daher stießen meine Maßstäbe, was Verabredungen betraf, oft auf Unverständnis oder ernteten Spott.

Doch mit am schwierigsten fand ich es, meine sexuelle Orientierung irgendwie mit dem Gesetz der Keuschheit unter einen Hut zu bringen. Da ich bisexuell bin, rang ich bei meiner Taufe mit der Frage, wie ich nach diesem Gesetz leben könne – insbesondere weil die meisten meiner Freunde kein Interesse daran hatten, keusch zu leben.

Mit zunehmendem Alter entdeckte ich drei gute Gewohnheiten, die mir helfen, meine Bündnisse zu halten:

1. Dem Tempel einen hohen Stellenwert einräumen

Der Tempelbesuch hilft mir, am Gesetz der Keuschheit festzuhalten. Ich bemühe mich, so oft wie möglich in den Tempel zu gehen. In einer besonders schwierigen Woche kam ich einmal in den celestialen Saal und war bedrückt wegen all meiner Fehler. Doch als ich mich im Spiegel sah, spürte ich inneren Frieden und dachte daran, wie sehr mich der Erretter liebt.

Präsident Russell M. Nelson führt uns vor Augen: „Nichts wird Ihnen mehr helfen, sich an der eisernen Stange festzuhalten, als der Gottesdienst im Tempel, und zwar so regelmäßig, wie es Ihre Umstände erlauben. Nichts wird Sie mehr schützen, wenn Sie in der Welt dem Nebel von Finsternis ausgesetzt sind. Nichts wird Ihr Zeugnis vom Herrn Jesus Christus und von seinem Sühnopfer weiter verstärken oder Ihnen helfen, mehr Verständnis vom großartigen Plan Gottes zu erlangen.“

Die heiligen Bündnisse, die ich mit dem Vater im Himmel geschlossen habe, werden mir tatsächlich in Erinnerung gerufen, wenn ich dem Tempel einen hohen Stellenwert einräume – genau wie Präsident Nelson es verheißen hat. Der Besuch im Tempel bestärkt mich in dem Entschluss, die Gebote des Herrn zu befolgen, und hilft mir, seine Liebe zu spüren.

2. Sich in der Kirche engagieren

Da ich in meiner Familie als Einzige der Kirche angehörte, ging ich anfangs oft allein dorthin. Manchmal fühlte ich mich nicht so recht zugehörig, wodurch ich stärker versucht war, woanders fragwürdige Kontakte zu knüpfen. Mir wurde bewusst, dass ich dem auch dadurch entgegenwirken konnte, dass ich mich stärker in der Gemeinde engagierte. Der Herr lässt uns in Lehre und Bündnisse 58:27 ja wissen, dass wir uns „voll Eifer einer guten Sache widmen und vieles aus … eigenem, freiem Willen tun“ sollen.

Also meldete ich mich freiwillig, um beim Putzen des Gemeindehauses zu helfen. Auch nahm ich an allen Veranstaltungen der Gemeinde teil und bot an zu helfen, wo ich nur konnte. Mit der Zeit entwickelte ich eine engere Beziehung zu den Mitgliedern. Eine Familie lud mich zum Familienabend und sonntags zum Essen ein. Wir verbrachten auch einfach Zeit miteinander und spielten Spiele. Meine Familie und ich sind mit dieser Familie jetzt eng befreundet, was für uns alle sehr schön ist.

Durch mein Engagement in der Gemeinde taten sich Gelegenheiten auf, Kontakt zu Leuten zu knüpfen, die die gleichen Werte und Maßstäbe haben und auch das Gesetz der Keuschheit leben. Meine Gemeindefamilie war mir eine große Hilfe dabei, treu und stark zu bleiben.

3. Bereitwillig umkehren

Umkehr ist nichts, wovor man sich fürchten müsste. Vielmehr ist sie ein Segen, ein Geschenk vom Vater im Himmel und von Jesus Christus.

Jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, was Jesus Christus für mich getan hat, überkommt mich tiefste Dankbarkeit. Ich rufe mir in Erinnerung, dass sich das Sühnopfer Jesu Christi über alle meine Schwächen, Fehler und Sünden erstreckt und „wir durch Gnade errettet werden, nach allem, was wir tun können“ (2 Nephi 25:23).

Kristin M. Yee, Zweite Ratgeberin in der Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung der Kirche, hat erklärt: „Wenn Sie mit etwas zu ringen haben, von dem Sie glauben, Sie hätten es schon längst überwinden müssen, geben Sie nicht auf. Haben Sie mit sich selbst Geduld, halten Sie Ihre Bündnisse, üben Sie häufig Umkehr, bitten Sie bei Bedarf die für Sie zuständigen Führer und Führerinnen um Hilfe und gehen Sie so regelmäßig wie möglich in das Haus des Herrn. … Der Herr gibt die Bündnisbeziehung zu Ihnen nicht auf.“

Scheu dich nicht, mit deinem Bischof oder anderen Priestertumsführern über all das zu sprechen, was dir auf dem Herzen lastet – vor allem auch, was das Gesetz der Keuschheit angeht. Sie wollen dir helfen, umzukehren und durch das Sühnopfer Jesu Christi Heilung zu finden. Denk an die Kraft, die täglicher Umkehr innewohnt! Man braucht zwar Mut, doch es lohnt sich immer. Jedes Mal, wenn ich umkehre, spüre ich den Heiligen Geist sehr stark und werde daran erinnert, wie sehr Christus mich liebt.

Das Gesetz der Keuschheit ist eine Lebensaufgabe

Halte dir vor Augen: Wer seine Bündnisse halten will – das Gesetz der Keuschheit bildet da keine Ausnahme –, muss sein Leben lang dranbleiben. Das ist nichts, was man ein für alle Mal erledigt und dann abhakt. Selbst wenn du dir diese drei guten Gewohnheiten zu eigen machst, musst du dranbleiben und nach dem Gesetz der Keuschheit leben.

Ob wir nun vor Versuchungen stehen oder mit Gefühlen der Unzulänglichkeit ringen – der Vater im Himmel liebt jeden von uns. Das Gesetz der Keuschheit ist ein Gesetz Gottes. Es zu befolgen, zieht inneren Frieden, Freude und geistige Kraft nach sich. Ich weiß, dass wir die Heilung, den Trost und die Liebe, die wir brauchen, durch Jesus Christus finden können.

Ich bezeuge, dass es sich lohnt, das Gesetz der Keuschheit zu halten – ganz gleich, wie deine Lebensumstände aussehen.