„Kohelet: Gott wird jedes Tun vor das Gericht bringen“, Altes Testament – Lehrerleitfaden für das Seminar, 2026
„Kohelet: Gott wird jedes Tun vor das Gericht bringen“, Altes Testament – Lehrerleitfaden für das Seminar
Sprichwörter 1 bis 4; 15 und 16; 22; 31; Kohelet 1 bis 3; 11 und 12: Lektion 111
Kohelet
Gott wird jedes Tun vor das Gericht bringen
Es geschieht ganz leicht, dass man sich ausschließlich auf das konzentriert, was sich in diesem Leben ereignet, und dabei vergisst, sein Leben aus einem ewigen Blickwinkel zu betrachten. Im Buch Kohelet erinnert uns der Prediger an die Vergänglichkeit der Dinge dieser Welt. Er rät uns, uns auf die Zeit vorzubereiten, da Gott alle seine Kinder richten wird. Diese Lektion kann den Schülern nahebringen, dass sie klügere Entscheidungen treffen werden, wenn sie sich vor Augen halten, dass sie beim Jüngsten Gericht vor Gott stehen werden.
Vorbereitungsaufgabe: Bitten Sie die Schüler, mit einem Elternteil oder einem Führungsverantwortlichen, dem sie vertrauen, darüber zu sprechen, wie sich die Entscheidungen, die der oder die Betreffende als Jugendlicher getroffen hat, auf lange Sicht ausgewirkt haben.
Vorschläge für Lernaktivitäten
Entscheidungen treffen
Sie könnten den Schülern zu Beginn des Unterrichts vor Augen führen, wie sich ein ewiger Blickwinkel auf ihre Entscheidungen auswirken kann. Dazu könnten Sie Folgendes an die Tafel schreiben. Bitten Sie die Schüler, darüber zu sprechen, wie sich jede dieser Entscheidungen, die sie in jungen Jahren treffen, auf ihre Zukunft auswirken kann.
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Wie ich mit meinem Körper umgehe
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Wie ich meine Freizeit verbringe
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Wie ich mit meinen Mitmenschen umgehe
Lesen Sie dann die folgende Aussage vor, und bitten Sie die Schüler, einen Zusammenhang zwischen den obigen Entscheidungen und den Worten von Präsident Nelson herzustellen.
Präsident Russell M. Nelson hat über unsere Entscheidungen gesagt:
Jede rechtschaffene Entscheidung, die ihr hier trefft, bringt schon jetzt großen Gewinn. Doch welch unglaublichen Gewinn bringen rechtschaffene Entscheidungen im Erdenleben dann für die Ewigkeit! …
Natürlich will der Widersacher nicht, dass ihr überhaupt an morgen denkt – geschweige denn an das ewige Leben. („Entscheidungen für die Ewigkeit“, Andacht für junge Erwachsene in aller Welt, 15. Mai 2022, Archiv Kirchenliteratur)
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Wie kann es sich auf uns auswirken, wenn wir unsere Entscheidungen nicht aus einem ewigen Blickwinkel betrachten?
Schreibe eine Entscheidung auf, vor der du gerade stehst und die dir für die Ewigkeit „unglaublichen Gewinn bringen“ könnte.
Sie könnten den Schülern einige Anregungen zu Entscheidungen geben, die sie aufschreiben könnten, zum Beispiel:
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Ob sie weiterhin mit einer bestimmten Gruppe von Freunden Zeit verbringen möchten
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Ob sie von einer Sünde umkehren sollen, die sie gerade beschäftigt
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Was sie am Sabbat tun
Denk darüber nach, warum der Vater im Himmel wohl möchte, dass du bei dieser Entscheidung an die Zukunft denkst. Was könnte geschehen, wenn du das nicht tust?
Bemühe dich heute beim Studium von Kohelet darum, Wahrheiten zu verstehen und persönliche Offenbarung vom Herrn zu empfangen, die dir bei dieser Entscheidung helfen können.
Wenn man sich nur auf das Vergängliche konzentriert
Das Buch Kohelet wird auch als das Buch des Predigers bezeichnet; der Verfasser bezeichnet sich als Kohelet (siehe Kohelet 1:1). Der Prediger stellte die Leere eines rein auf zeitliche Belange ausgerichteten Lebens der wichtigen Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott gegenüber.
Teilen Sie die Schüler in kleine Gruppen ein und bitten Sie jede Gruppe, eine der folgenden Schriftstellen zu lesen. Um das Verständnis der Schüler zu fördern, könnten Sie die folgenden Definitionen zeigen. Bitten Sie die Schüler, beim Lesen die folgenden Wörter und Formulierungen durch ihre eigenen Definitionen zu ersetzen:
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Unter „Windhauch“ ist hier zu verstehen, dass es leer oder vergänglich ist.
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„Unter dem Himmel“ oder „unter der Sonne“ bedeutet in diesem Erdenleben.
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„Luftgespinst“ bedeutet hier, dass es nicht wahrhaftig und nicht von Dauer ist.
Lies die folgenden Schriftstellen und achte darauf, welche Entdeckungen der Prediger macht, als er manches anstrebt, was nach Meinung mancher Leute glücklich macht und Erfüllung bringt:
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Die Weisheit der Welt. Kohelet 1:13-18
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Vergängliches Vergnügen und materieller Besitz. Kohelet 2:1,4-7,9-11
Vielleicht möchten Sie hier klarstellen, dass weltliche Weisheit und materieller Besitz nicht unbedingt schlecht oder falsch sind. Aber wenn wir uns ausschließlich darauf ausrichten und uns das alles wichtiger ist, als Gott zu gefallen, ist es in geistiger Hinsicht gefährlich. Bitten Sie die Gruppen, die folgende Frage zu besprechen. Anschließend kann jeweils ein Schüler der Klasse berichten, was seine Gruppe herausgefunden hat.
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In welcher Hinsicht könnte man sich irgendwann leer oder enttäuscht fühlen, wenn man all solche Dinge anstrebt?
Unsere spätere Begegnung mit Gott
Nachdem der Prediger weltliches Wissen und weltlichen Besitz angestrebt hatte, beendete er sein Buch mit den daraus gezogenen Lehren. Lies Kohelet 12:7,13,14 und achte auf Aussagen, die uns helfen können, einen ewigen Blickwinkel zu bewahren.
Dieser Blickwinkel ist so wichtig, dass Gott viele seiner Diener inspiriert hat, ihn zu lehren. Erstelle einen Querverweis oder eine Verknüpfung zwischen Kohelet 12:7,13,14 und Alma 34:32 sowie Mormon 3:20,22. Lies diese Schriftstellen und achte darauf, welche ähnliche Botschaft Amulek und Mormon vermittelt haben.
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Wie würdest du diese Verse in einem Satz als Wahrheit zusammenfassen?
Helfen Sie den Schülern, eine Wahrheit wie diese herauszuarbeiten: Unsere Entscheidungen in diesem Leben bestimmen, wie gut wir darauf vorbereitet sind, beim Jüngsten Gericht vor Gott zu treten. Bevor die Schüler die nächste Frage beantworten, könnten Sie sie bitten, die Augen zu schließen und sich vorzustellen, sie begegneten Gott nach ihrem jetzigen Leben. Fordern Sie sie auf, darüber nachzudenken, was sie über ihn und seine Eigenschaften wissen.
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Welche Eigenschaften Gottes qualifizieren nur ihn allein, unser Richter zu sein?
Sie können die Schüler an die Rolle erinnern, die Jesus Christus bei unserer Vorbereitung auf das Jüngste Gericht innehat, indem Sie die folgende Schriftstelle und Frage vorlesen.
Lies 3 Nephi 27:16,19 und beachte, wie wir uns darauf vorbereiten können, Jesus Christus beim Jüngsten Gericht zu begegnen.
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Warum ist es so wichtig zu verstehen, dass wir uns ohne Jesus Christus nicht auf das Jüngste Gericht vorbereiten können?
Unser celestiales Ziel
Erklären Sie den Schülern: Wenn uns bewusst ist, dass unsere Entscheidungen uns auf die Ewigkeit vorbereiten, wirkt sich das auf unsere täglichen Entscheidungen aus. Dazu könnten Sie die Schüler auch konkret üben lassen, was Präsident Nelson in der folgenden Aussage empfohlen hat.
Präsident Russell M. Nelson hat bezeugt, wie wichtig es ist, am Anfang „das Ende vor Augen“ zu haben:
In meiner ersten Botschaft als Präsident der Kirche habe ich Ihnen empfohlen, von Anfang an das Ende vor Augen zu haben. Das bedeutet, dass Sie das celestiale Reich zu Ihrem Ziel für die Ewigkeit machen und dann sorgfältig überlegen, wohin jede der Entscheidungen, die Sie hier auf Erden treffen, Sie in der nächsten Welt bringen wird. („Denken Sie celestial!“, Liahona, November 2023, Seite 117)
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Inwiefern zeigen die Lehren und das Beispiel Jesu Christi, dass er seine Entscheidungen „mit dem Ziel vor Augen“ getroffen hat?
Erklären Sie, dass die Schüler üben werden, das, was Präsident Nelson hier rät, anzuwenden. Bevor sie anfangen, könnten Sie sie bitten, an Entscheidungen zu denken, die sich im nächsten Leben auf sie auswirken werden. Fügen Sie diese Entscheidungen zur Liste der Entscheidungen an der Tafel vom Beginn des Unterrichts hinzu.
Die Schüler könnten dann Folgendes in kleinen Gruppen besprechen.
Wählt eine der Entscheidungen an der Tafel aus und beantwortet diese Fragen:
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Wie könnte sich ein Jugendlicher in dieser Sache entscheiden, und wie würde sich diese Entscheidung auf seine Vorbereitung darauf auswirken, eines Tages Gott zu begegnen?
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Was habt ihr aus dem Evangelium Jesu Christi gelernt, was einem Jugendlichen helfen könnte, in dieser Sache Entscheidungen zu treffen?
Bitten Sie die Schüler, ihre Gedanken der Klasse mitzuteilen. Sie könnten die Schüler auffordern, Schriftstellen oder Aussagen von Führern der Kirche, die ihre Aussage untermauern, zu suchen und vorzulesen.
Zum Abschluss
Bevor die Schüler die folgende Aufgabe bearbeiten, möchten Sie sie vielleicht an die Entscheidung erinnern, die sie zu Beginn des Unterrichts aufgeschrieben haben.
Stell dir vor, du trittst beim Jüngsten Gericht vor Gott und hörst, wie er zu dir sagt: „Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener.“ (Matthäus 25:23.)
Stell dir jetzt vor, du stündest vor Gott und könntest eine Botschaft in die Vergangenheit, an dein jetziges Ich, senden. Schreibe eine Nachricht, in der du dir selbst Ratschläge gibst, wie du dich auf das Jüngste Gericht vorbereiten könntest. Schreibe auch auf, was du heute gelernt und empfunden hast:
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Wie sich Entscheidungen in jungen Jahren auf die Vorbereitung, Gott zu begegnen, auswirken
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Welchen Rat du dir geben würdest, was die Entscheidungen angeht, vor denen du gerade stehst
Sie könnten hier auch selbst Zeugnis dafür geben, wie wichtig es ist, bei Entscheidungen den Tag vor Augen zu haben, an dem wir vor Gott stehen und gerichtet werden.