Liahona
Von österlicher Trauer zum Ostermorgen
Liahona, April 2026


„Von österlicher Trauer zum Ostermorgen“, Liahona, April 2026

Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

Von österlicher Trauer zum Ostermorgen

Dank des Sühnopfers Jesu Christi freue ich mich über die Verheißung eines herrlichen Wiedersehens mit meiner Frau.

Jesus Christus mit ausgestreckten Armen

Illustration von Elia Sampò, Vervielfältigung untersagt

Nachdem meine Frau Ruth und ich fast drei Jahre lang als Missionsleiter in Ghana tätig gewesen waren, gingen uns unsere Aufgaben endlich recht leicht von der Hand. Alles schien gut zu laufen.

Dann bekam Ruth völlig unerwartet starke Schmerzen im unteren Rückenbereich. Bei der Untersuchung stellte man fest, dass sie Nierensteine hatte, die zu groß waren, um auf natürlichem Wege abzugehen. Daraufhin wurde sie nach Johannesburg in Südafrika ausgeflogen. Nach einer gelungenen Operation erlitt sie einen Herzstillstand und verstarb im Operationssaal.

Wie konnte das geschehen? Wir waren in unserer Mission ganz und gar aufgegangen.

Ein früherer Kollege fragte mich: „Macht dich das nicht wütend auf Gott?“

„Nein, ich gebe Gott nicht die Schuld“, erwiderte ich. „Ich verstehe nicht, warum das passiert ist, aber niemand von uns bleibt vor Kummer verschont – selbst dann nicht, wenn wir uns bemühen, dem Beispiel des Erretters zu folgen, der ‚umherzog [und] Gutes tat‘ (Apostelgeschichte 10:38). Für mich ist die Hoffnung auf die Auferstehung nun persönlicher geworden – und realer. Ostern wird für mich nie wieder dasselbe sein.“

Als ich in den heiligen Schriften und den Worten der neuzeitlichen Propheten Trost und Führung suchte, erkannte ich einen Zusammenhang zwischen dem Prozess der österlichen Trauer und der Verheißung des Ostermorgens. Ich fand Worte, die von der Macht Jesu Christi und von der Verheißung unserer eigenen Auferstehung kündeten – Worte, die mich geistig nährten und etwas, was für mich zuvor weitgehend abstrakt gewesen war, mit neuer Bedeutung erfüllten.

Mir wurde vor Augen geführt: „Die wesentlichen Grundsätze unserer Religion sind das Zeugnis der Apostel und Propheten über Jesus Christus, dass er gestorben ist, begraben wurde und am dritten Tag wieder auferstanden und dann in den Himmel aufgefahren ist.“

Elder Gary E. Stevenson vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt, dass dank Jesu Christi und seines Sühnopfers

  • sich „alles verändert“ hat,

  • „alles besser“ ist,

  • „wir das Leben bewältigen [können] – vor allem die schmerzlichen Momente“

  • und „alles möglich“ ist.

Dieses Osterfest – und jedes künftige Osterfest – werde ich mich über die machtvolle Verheißung einer herrlichen Auferstehung freuen: für mich, für Ruth, für meine Angehörigen und selbst für Menschen, denen ich nie begegnet bin. Trotz des unerwarteten Verlusts meiner geliebten Frau bin ich weder allein noch einsam.

Wir werden uns wiedersehen, Geschichten und Erinnerungen austauschen, einander wissende Blicke zuwerfen und von den Erlebnissen erzählen, die wir während der Trennung hatten. Wir werden einander vieles zu erzählen haben.