Speziell für Jungvermählte
Hält Stolz dich davon ab, ein liebevoller Ehepartner zu sein?
Stolz kann sich in deine Ehe auf ganz subtile Weise einschleichen. Du kannst jedoch mit einfachen Schritten verhindern, dass er deiner Beziehung schadet.
„Ich bin als Ehefrau einzigartig und liebe meinen Mann bedingungslos.“
Diesen Satz schreibe ich fast jeden Tag. So jemand möchte ich gern werden.
Als mein Mann am Fastsonntag nach unserem ersten Hochzeitstag Zeugnis gab und liebevoll sagte: „Eine Ehe ist nicht eben leicht“, war mir das peinlich.
Dass eine Ehe nicht immer leicht ist, liegt ja wohl auf der Hand. In einem wunderschönen und ewigen Bund bringt sie zwei unvollkommene Eheleute zusammen, die nun plötzlich mit den Eigenheiten und Gewohnheiten des jeweiligen Gegenübers konfrontiert sind.
Mein Mann und ich sind noch nicht lange verheiratet. Doch gerade in dieser Anfangszeit, in der wir lernen, unser Leben gemeinsam zu gestalten, werde ich oft an Gottes Rat an Emma Smith erinnert: „Verbleibe im Geist der Sanftmut, und hüte dich vor Stolz. Lass deine Seele sich an deinem Mann erfreuen und an der Herrlichkeit, die auf ihn kommen wird.“ (Lehre und Bündnisse 25:14.)
Lass nicht zu, dass Stolz zwischen euch tritt
Präsident Ezra Taft Benson (1899–1994) hat erklärt, Stolz könne sich als „Selbstsucht, Eitelkeit, Prahlerei, Arroganz oder Hochnäsigkeit“ äußern. Das zentrale Merkmal des Stolzes sei jedoch „Feindseligkeit gegenüber Gott und gegenüber den Mitmenschen. Feindseligkeit bedeutet Hass oder Widerstand.“
Diese Definition von Stolz hat mir – so ungern ich es auch zugebe – bewusstgemacht, dass ich stolz bin, nämlich insofern, als ich mich oft gegen meinen Mann stelle. Selbst kleine Entscheidungen können in hitzige Diskussionen münden, die damit enden, dass wir beide verletzt sind.
So habe ich mich zum Beispiel schon bei dem Gedanken ertappt: „Ich bin müde, also soll er doch heute das Abendessen zubereiten“, ohne zu bedenken, dass mein Mann vielleicht genauso müde wie ich – oder sogar noch müder als ich – sein könnte. Gedanken wie diese führen meist zu einem „Wer-ist-müder?“-Wettstreit, der uns beide verärgert – und obendrein hungrig – zurücklässt.
Ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen, doch wir beide sind nun einmal Menschen und als solche nicht vollkommen. Zwar geben wir beide unser Bestes, doch es gibt auch Momente, in denen wir immer noch zulassen, dass Stolz sich zwischen uns stellt.
Verbleibe im Geist der Sanftmut
Wie überwinden wir nun also Stolz?
In seinem Rat an Emma Smith erklärt Gott, gegen Stolz helfe der „Geist der Sanftmut“.
Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel hat festgestellt: „Sanftmut ist eine Eigenschaft, die sich aus einem Wunsch entwickelt, aus rechtschaffener Wahrnehmung der sittlichen Selbständigkeit und aus dem Streben, stets Vergebung für seine Sünden zu erlangen.“
In der Ehe zeigt sich Sanftmut beispielsweise darin, ruhig die Sichtweise des anderen anzuhören, eigenes Fehlverhalten einzugestehen und sich rasch zu entschuldigen, nicht schnell zornig zu werden und bereitwillig zu verzeihen.
In hitzigen Gesprächen hilft es meinem Mann und mir, wenn wir uns Zeit nehmen, um uns zu beruhigen und den Heiligen Geist bei uns zu haben. Es ist ein Riesenunterschied, wenn wir uns in Demut üben und unser Bestes tun, um miteinander – statt gegeneinander – zu arbeiten.
Lass deine Seele sich an deinem Ehepartner erfreuen
An einem Sonntag sprachen ein Mitglied unserer Pfahlpräsidentschaft und seine Frau über „Schädlingsbekämpfung“ in der Ehe. Unter anderem legten sie uns ans Herz, einander jeden Tag unsere Liebe zu zeigen.
Ebenso hat uns Präsident Russell M. Nelson (1924–2025) geraten: „‚Wenn es etwas Tugendhaftes oder Liebenswertes gibt, wenn etwas guten Klang hat oder lobenswert ist‘ [13. Glaubensartikel], was wir über jemanden sagen können – sei es ins Gesicht oder hinter dem Rücken –, dann sollte das unser Maßstab für Kommunikation sein.“
Das gilt insbesondere für die Beziehung in der Ehe.
Achte darauf, was deinen Ehepartner beschäftigt, und sei sein größter Unterstützer. Freue dich an ihm und über seine Erfolge. Sprich gut über ihn – sowohl ihm gegenüber als auch vor anderen. Dann stellst du vielleicht fest, dass diese kleinen Taten zu größerer Liebe führen.
Inzwischen vergeht kein Tag, an dem ich meinem Mann nicht sage, dass ich ihn liebe, und er sagt mir dasselbe. Je mehr wir unserer Liebe zueinander Ausdruck verleihen, desto weniger Raum bleibt in unserer Beziehung für Streit und Stolz.
Baue auf Jesus Christus
Um Stolz zu überwinden und ein möglichst guter Ehepartner zu werden, solltest du dich auf Jesus Christus stützen. Kehre um, nutze dabei das Geschenk seines Sühnopfers und bemühe dich, in deiner Ehe der Liebe mehr Raum zu geben.
Mormon hat festgestellt: „Sündenvergebung bringt Sanftmut und Herzensdemut; und auf Sanftmut und Herzensdemut hin kommt der Besuch des Heiligen Geistes, und dieser Tröster erfüllt mit Hoffnung und vollkommener Liebe.“ (Moroni 8:26.)
Weil ich mich auf Christus stütze, gelingt es mir, mit meinem Mann freundlicher umzugehen, ihm rascher zu verzeihen und ihm vermehrt meine Liebe zu zeigen.
Eine dauerhafte und liebevolle Ehe erfordert Anstrengung und Zeit. Ich habe noch viel zu lernen. Aber ich weiß, dass ich mit Christus die liebevolle Ehefrau werden kann, die ich sein möchte!