100 Jahre Gemeinde Cottbus
Cottbus (AM): In diesem Jahr feierte die Gemeinde Cottbus ihr 100jähriges Bestehen. Am 8.1.1925 fand in Cottbus der erste Predigtgottesdienst und damit die Gründung der Gemeinde Cottbus statt. Das Protokoll spricht von zwölf anwesenden Personen. Die Gemeinde wuchs schnell. 1928 nahmen an einer Gemeindekonferenz bereits 115 Mitglieder teil.
Zu Beginn wurden Räume in Schulen für die Gottesdienste angemietet, bis die Kirche 1937 ein mehrstöckiges Haus für die Gemeinde anmietete. Dieses Haus war insbesondere in der Nachkriegszeit eine Zuflucht für viele geflohene Mitglieder, die aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten vertrieben worden waren. Insbesondere Bruder Fritz Lehnig sorgte mit sehr viel geistlichem und körperlichem Einsatz dafür, dass alle diejenigen, die keine Bleibe finden konnten, Verpflegung und Unterkunft bekamen. Auch schützte er insbesondere die Schwestern vor Übergriffen durch die sowjetischen Soldaten, indem er u. a. eine amerikanische Fahne auf dem Grundstück hisste und das Gelände kurzerhand als „amerikanisches Hoheitsgebiet“ erklärte, was deutlich Respekt und Achtung einflößte.
In dieser Zeit wuchs die Mitgliederzahl stark an. Da aber viele Familien – insbesondere noch vor dem Mauerbau - Cottbus Richtung USA verließen, reduzierte sich die Mitgliederzahl regelmäßig wieder.
Während der Zeit der DDR war es für die Mitglieder nur sehr eingeschränkt möglich, zu missionieren, um weitere Mitglieder zu gewinnen. Geprägt wurde das Gemeindeleben in dieser Zeit insbesondere dadurch, dass viele unterschiedliche Veranstaltungen, wie Konzerte, Theaterstücke, Tanzabende und andere Aktivitäten durchgeführt wurden. Darüber hinaus gab es in der Gemeinde Cottbus sehr viele Mitglieder, die musikalische Talente hatten und diese auch pflegten.
1997 bezog die Gemeinde ihr neues Ge-
meindeheim in der Madlower Hauptstraße 60 in Cottbus. Aktuell zählt die Gemeinde ca. 140 ein-
getragene Mitglieder.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens plante die Gemeinde einige Aktivitäten, wie einen Bunten Abend und einen Festgottesdienst. Als Höhepunkt dieser Feierlichkeiten sollte es ein besonderes Benefizkonzert geben. Dafür wurde mit Mitgliedern des Kammerchores Vocalis bereits im vorigen Jahr Kontakt aufgenommen, damit diese einen Termin für das Konzert frühzeitig in ihrer Terminplanung berücksichtigen konnten. So wurde für das Benefizkonzert der 13.9.2025 festgelegt.
Der Gemeinderat der Gemeinde Cottbus entschied, dass die Spendeneinnahmen aus diesem Konzert dem Hospiz der Stadt Cottbus zur Verfügung gestellt werden sollten. Die Geschäftsführung des Hospizes war sehr angetan von dem Vorschlag, den Spendenerlös zu erhalten.
Am Benefizkonzert waren 115 Personen anwesend. Alle Anwesenden waren sehr beeindruckt von der hohen Qualität des Chores, der Stimmengewalt der Sänger, des Arrangements der Lieder durch den Orchesterdirigenten William Sonel Ajhuacho und die Begleitung am Klavier und an der Orgel durch Levi Fuchs. Der Kammerchor berührte die Herzen der Anwesenden. Es wurden insgesamt 1.750 Euro eingenommen.
Dieser Betrag wurde am 15.9.2025 durch den Bischof Sören Koschnicke und den Ersten Ratgeber Michael Hadzik an Frau Hussock, Geschäftsführerin des Hospiz Cottbus und Schwester Kathleen, Mitarbeiterin im Hospiz, übergeben. Frau Hussock, die auch beim Konzert anwesend gewesen war und sich sehr über die Höhe der Spende freute, erklärte, dass sie überrascht war, so ein bunt gemischtes Publikum vorzufinden. Sie war davon ausgegangen, dass sie überwiegend nur ältere Leute antreffen würde.
Die Gemeinde Cottbus ist froh und dankbar darüber, dass sie durch die Spendeneinnahmen aufgrund des Benefizkonzerts einen doch ansehnlichen Beitrag zur Finanzierung des Hospizes der Stadt Cottbus leisten konnte. Über das 100-jährige Bestehen der Gemeinde Cottbus, das Benefizkonzert und die Übergabe der Spende in Höhe von 1.750 Euro an das Hospiz der Stadt Cottbus wurde am 18.9.2025 ein Artikel im Märkischen Boten veröffentlicht. Der Märkische Bote hat eine Druckauflage von 75.000. Insgesamt werden die Aktivitäten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Gemeinde Cottbus den Mitgliedern noch lange in positiver Erinnerung bleiben.
Ein weiterer Höhepunkt fand im Rahmen unseres diesjährigen Erntedankgottesdienstes statt. Alle Geschwister wurden dazu aufgerufen, Lebensmittel für die Cottbuser Tafel zu spenden. Es war ein bewegendes Bild, als am Sonntag zahlreiche Geschwister mit vollgepackten Taschen und Körben in die Gemeinde kamen. Sie folgten dem Aufruf der Bischofschaft und leisteten ihren Beitrag zur geplanten Spendenaktion.
Nach geistiger Stärkung durch die Botschaften und die Teilnahme am Abendmahl durften wir ein gemeinsames Mittagessen genießen und dabei unsere Gedanken austauschen.
Viele fleißige Helferinnen und Helfer gestalteten den Saal liebevoll für das gemeinsame Mittagessen.
Die Übergabe der zahlreichen Gaben an die Cottbuser Tafel konnte zeitnah erfolgen. Lebensmittel im Wert von fast 1.000 Euro stehen nun zur Weitergabe an bedürftige Menschen in unserer Stadt bereit. Die Mitarbeiter der Tafel haben sich sehr gefreut und danken unserer Kirche herzlich für die langjährige Unterstützung.
Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ ist seit 20 Jahren ein fester Bestandteil unserer Gemeinde. In den all den Jahren haben wir schon fast 1.000 Schuhkartons gefüllt und somit Kinderaugen zum Lächeln verholfen.
Durch diese drei verschiedenen Aktionen im Rahmen unserer 100-Jahrfeier konnte unsere Gemeinde in unserer Umgebung ihr Licht leuchten lassen und tatkräftig anderen Menschen eine Stütze sein.