Jugendlager im Melchtal: „Zweifelt nicht, fürchtet euch nicht“
Melchtal: Inmitten der imposanten Schweizer Alpen erlebten rund 250 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren ein Sommerlager, das viele von ihnen wohl ihr Leben lang nicht vergessen werden. Das Melchtal im Kanton Obwalden wurde vom 4. bis 8. August 2025 zum Zentrum von Abenteuer, Freundschaft und tiefen geistigen Erfahrungen. Drei Pfähle der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – Bern, St. Gallen und Zürich – hatten ihre Kräfte gebündelt, um den Jugendlichen ein Programm zu bieten, das Körper, Geist und Seele gleichermassen stärkte.
Monatelang hatten die Lagerleiter Elsbeth und Daniel Füglistaler gemeinsam mit einem grossen Leitungsteam geplant, organisiert und vorbereitet. Von Verpflegung und Unterkunft über Sicherheitskonzepte bis hin zu geistigen Programmpunkten wurde nichts dem Zufall überlassen. „Die Vorbereitung war gewaltig, aber wir wussten, dass es sich lohnen würde. Gemeinsam können wir den Jugendlichen ein unvergessliches Erlebnis schenken“, erklärten die beiden. Unterstützt wurden sie von zahlreichen Helferinnen und Helfern aus den drei Pfählen sowie einem erfahrenen Küchenteam, das die Gruppe mit viel Liebe und Energie versorgte.
Bereits die Eröffnung des Lagers machte deutlich, worum es in dieser Woche gehen würde: Gemeinschaft, Glauben und die Einladung des Erretters, Ängste und Zweifel hinter sich zu lassen. Das Motto „Zweifelt nicht, fürchtet euch nicht“ (LuB 6:36) zog sich wie ein roter Faden durch alle Aktivitäten und gab den Jugendlichen Orientierung und Mut.
Ein unerwarteter Gast
Für viele war der erste Abend ein Höhepunkt: Brad Wilcox, Professor an der Brigham Young University und bis Juli 2025 Mitglied der Präsidentschaft der Jungen Männer der Kirche, besuchte das Lager. Mit viel Humor, Wärme und einem offenen Ohr für persönliche Fragen sprach er direkt zu den Jugendlichen. In einer Abendandacht erklärte er anschaulich die biblische Geschichte von Jakob und Esau und stellte die Verbindung zwischen dem Erstgeburtsrecht und der heutigen Verantwortung der Jugend her.
Seine Botschaft lautete: Jeder junge Mensch hat in der Kirche einen Platz und eine Aufgabe. „Mir wurde klar, dass mein Platz in der Kirche wirklich zählt“, sagte eine Teilnehmerin bewegt. Der Besuch von Bruder Wilcox war nicht nur eine grosse Ehre, sondern auch ein geistiger Weckruf, der noch lange nachhallen wird.
Abenteuer in den Bergen
Natürlich durfte auch das Abenteuer nicht fehlen. Die Jugendlichen konnten sich in unterschiedlichsten Aktivitäten erproben: Bogenschiessen, Klettern, Aikido, Acro-Yoga, Erste Hilfe oder kreative Workshops – das Programm war so vielfältig, dass für jede und jeden etwas dabei war.
Am Mittwoch brachen die Gruppen in die umliegenden Berge auf. Fünf verschiedene Wanderungen standen zur Wahl, angepasst an Kondition und Interesse. Für viele war es ein besonderes Erlebnis, die Schönheit der Schöpfung so unmittelbar zu spüren. Rund 50 Jugendliche übernachteten unter freiem Himmel am Melchsee. In der klaren Bergluft konnten sie Sternschnuppen und die Milchstrasse beobachten – ein Erlebnis, das Herzen weit öffnete. Die anderen genossen einen geselligen Abend im Tal mit Spielen und Lagerfeuermusik.
Eine Nacht in Weiss
Der Donnerstagabend stand unter einem besonderen Zeichen: der „Nacht in Weiss“. Nach einem Candlelight-Dinner, das liebevoll von den Betreuern vorbereitet worden war, kleideten sich die Jugendlichen in Weiss. Musik, Tanz und eine feierliche Stimmung verwandelten den Abend in etwas Märchenhaftes. „Es fühlte sich an wie ein Ball im Himmel – einfach wunderbar“, schwärmte eine junge Teilnehmerin. Solche Erlebnisse stärken nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern lassen auch den Wert reiner Freude und festlicher Kultur in einem geistigen Rahmen erkennen.
Dienst am Nächsten
Ein zentrales Anliegen des Lagers war es, den Glauben in konkrete Nächstenliebe umzusetzen. Die Jugendlichen packten Hilfspakete für Frauenhäuser in der Schweiz. Jedes Paket enthielt Hygieneartikel, kleine Geschenke und persönliche Botschaften der Ermutigung. Die Aktion machte vielen bewusst, dass Christsein immer auch bedeutet, für andere da zu sein. „Ich habe gelernt, dass wir nicht nur hier sind, um Spass zu haben, sondern um etwas zurückzugeben“, fasste ein Jugendlicher zusammen.
Geistige Höhepunkte
Das Lager war nicht nur eine Aneinanderreihung von Aktivitäten – es war vor allem eine geistige Reise. Täglich standen Themen wie „Fürchte dich nicht“, „Zweifle nicht“ und „Schau auf Christus“ im Mittelpunkt der Morgenandachten. Abends reflektierten die Jugendlichen in Kleingruppen das Erlebte. Ein gemeinsames Lagerlied – „Fear Not“ – wurde mit Begeisterung gesungen und entwickelte sich schnell zum Herzschlag der Gemeinschaft.
Der Freitag krönte die Woche mit einer Zeugnis-versammlung. Viele Jugendliche erzählten offen von Zweifeln, Ängsten, aber auch von neuem Mut und gestärktem Glauben. Manche berichteten davon, wie sie in der Gemeinschaft Kraft gefunden hatten, andere, wie sie durch Gebet Antworten und Trost erhielten. Es war ein Moment der Ehrlichkeit, der Hoffnung und der tiefen Verbundenheit.
Mehr als ein Lager
Das Sommerlager 2025 im Melchtal war weit mehr als ein Ferienprogramm. Es zeigte, was entstehen kann, wenn Pfähle zusammenarbeiten, wenn viele Hände helfen und wenn Jugendliche offen sind für geistige Erfahrungen. Freundschaften wurden geknüpft, Vertrauen wuchs, und vor allem wurde das Zeugnis von Jesus Christus gestärkt.
„Ich habe gelernt, dass Gemeinschaft und Glaube zusammengehören – und dass wir hier sind, um anderen zu dienen“, sagte ein Teilnehmer zum Abschluss.
Das Lager hinterliess Spuren – in der Gemeinschaft und in den Herzen aller, die dabei waren. Es erinnerte daran, dass Christus uns einlädt, Zweifel und Furcht hinter uns zu lassen und mutig im Glauben voranzugehen. ◼