„Das Beste, was wir unserer Familie geben können“, Liahona, Februar 2026
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Das Beste, was wir unserer Familie geben können
Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um unseren Kindern und anderen die Kenntnis vom Evangelium und die damit verbundenen Segnungen zugänglich zu machen
Illustration von Casey Nelson
Als ich klein war, hatten meine Eltern Eheprobleme, die sich negativ auf unser Familienleben auswirkten. Als eine Freundin meiner Mutter dies mitbekam, schlug sie ihr vor: „Möchtet ihr nicht einmal mit mir in die Kirche kommen und mehr über meine Kirche erfahren?“ Meine Mutter entgegnete, sie und mein Vater wären dazu noch nicht bereit. Daraufhin meinte ihre Freundin: „Und was hältst du davon, wenn ich deine Kinder in die Kirche mitnehme?“ Ich war damals fünf Jahre, meine Schwester acht Jahre alt.
Die Freundin meiner Mutter nahm meine Schwester und mich mehrere Jahre lang in die Kirche mit. Ich weiß bis heute, dass ich dort die Freude des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi verspürte. Mein Zeugnis wuchs und ich begann, mir zu wünschen und darum zu beten, dass meine Eltern irgendwann das Evangelium kennenlernen würden. Als sich meine Schwester taufen lassen wollte, hatten meine Eltern das Gefühl, es sei an der Zeit, ein wenig mehr über die Kirche zu erfahren.
Während sich meine Eltern mit den Evangeliumswahrheiten befassten, nahm ich wahr, wie sich ihr Herz wandelte. Sie demütigten sich und nahmen Schritt für Schritt das Evangelium an. Ein Jahr nachdem sie sich der Kirche angeschlossen hatten, wurde ich acht Jahre alt, und mein Vater taufte mich. Der himmlische Vater hatte meine Gebete gehört und erhört.
Drei Jahre später wurde der Mexiko-Stadt-Tempel geweiht. Mit meiner Familie war ich dort. Wir knieten an einem wunderschönen Altar, um für alle Ewigkeit aneinander gesiegelt zu werden, und freuten uns an den Verheißungen und der Hoffnung, die dank Jesus Christus und seinem Evangelium möglich sind. Viele Jahre später wurden meine Frau und ich im selben Haus des Herrn aneinander gesiegelt.
Ich erinnere mich noch an die Geburt unseres ersten Kindes. In diesem bewegenden Moment, als ich meine kleine Tochter in den Armen hielt, war ich überwältigt von ihrer Reinheit, von Liebe und dem väterlichen Wunsch, sie zu beschützen, für sie zu sorgen und ihr nur das Beste mit auf den Weg zu geben. Angesichts der Zustände in dieser gefallenen Welt, in die meine Tochter gerade erst gekommen war, empfand ich infolge der Bündnisse, die meine Frau und ich im Tempel mit dem Herrn geschlossen hatten, viel Hoffnung und Verantwortungsbewusstsein. Mir wurde klar, dass das Evangelium Jesu Christi das Beste war, was ich meiner Tochter – und später all unseren Kindern – mitgeben konnte. Genau so verfährt der Herr nämlich seit Anbeginn mit uns.
Eine heilige Aufgabe
Der Herr wies Adam an, er solle seine Kinder lehren, „dass alle Menschen, wo auch immer, umkehren müssen, sonst können sie keinesfalls das Reich Gottes ererben. …
Darum gebe ich dir das Gebot, dies alles deine Kinder frei und offen zu lehren, nämlich:
[Ihr] müsst … von neuem in das Himmelreich geboren werden, nämlich aus Wasser und aus dem Geist, und müsst durch Blut gesäubert werden, nämlich das Blut meines Einziggezeugten, damit ihr von aller Sünde geheiligt werdet und euch erfreuen könnt an den Worten des ewigen Lebens in dieser Welt und an ewigem Leben in der künftigen Welt. …
Und nun siehe, ich sage dir: Das ist der Plan der Errettung für alle Menschen.“ (Mose 6:57-59,62.)
Die Familie ist der beste Ort, das Evangelium Jesu Christi umfassend kennenzulernen. Präsident Dallin H. Oaks, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, hat gesagt: „Im Idealfall stehen uns beide [Vater und Mutter] mit verschiedenen Gaben zur Seite, um uns bei unserem Fortschritt anzuleiten.“ Doch selbst wenn die Umstände nicht ideal sind, können wir unseren Kindern die Lehre Christi vermitteln und ihnen zeigen, wie wichtig es ist, das Sühnopfer Jesu Christi anzunehmen und anzuwenden. Und hoffentlich fängt das Evangelium dann an, in ihrem Herzen zu sprießen.
Das Evangelium hilft uns, unseren Kindern den Unterschied zwischen Gut und Böse beizubringen. Bisweilen müssen sie „das Bittere [schmecken], damit sie das Gute zu würdigen wissen“ (Mose 6:55). Unsere Kinder lernen dazu und können schließlich „für sich selbst handeln“ (Mose 6:56). Sie können sich entscheiden, das zu befolgen, was wir ihnen vermitteln, oder sich dagegen entscheiden; doch dieser heiligen Verantwortung kommen wir nicht ganz alleine nach.
Die Gabe des Heiligen Geistes
Wenn wir an Jesus Christus glauben, umkehren und uns taufen lassen, verheißt uns der Herr, dass wir „die Gabe des Heiligen Geistes empfangen“ (Mose 6:52). Dies ist eine der größten Gaben, die wir erhalten können. Es gibt keinen besseren Begleiter, um uns zu reinigen, zu heiligen und unser Wesen zum Besseren zu wandeln – uns „heiliger, vollständiger und mehr wie Gott (siehe 3 Nephi 27:20)“ zu machen.
Wir sollten alles in unserer Macht Stehende tun, um unseren Kindern und anderen die Kenntnis zu vermitteln, dass der Heilige Geist wahrhaftig ein Segen und eine kostbare Gabe Gottes ist. Der Heilige Geist ist „gegeben, dass [er] in [uns] verbleibe: das Zeugnis des Himmels, der Tröster, das Friedfertige der unsterblichen Herrlichkeit, die Wahrheit aller Dinge, das, was alles belebt, was alles lebendig macht, das, was alles weiß“ (Mose 6:61).
Mit das Beste, was wir für unsere Angehörigen tun können, ist, sie zu lehren, wie sie sich ihr Leben lang auf Gott stützen und den Heiligen Geist als ständigen Begleiter bei sich haben können.
Es ist jede Mühe wert
Ich bin dankbar für meine Kenntnis vom Evangelium Jesu Christi. Ich bin dankbar, dass meine Frau und ich die Aufgabe und den Vorzug haben, dieses Wissen und die Segnungen des Evangeliums an unsere Kinder und andere weiterzugeben.
Es ist ein fortlaufender Prozess. Meine Frau und ich sind immer noch dabei, unsere Kinder zu unterweisen, und diese treffen ihre eigenen Entscheidungen aufgrund der Entscheidungsfreiheit, die Gott ihnen gewährt. Das Beste, was wir für unsere Kinder tun können, ist, dass wir ihnen dies alles weiterhin frei und offen vermitteln, und das ist jede Mühe wert. Das weiß ich aus Erfahrung. Ich erlebe, wie der Erretter und sein Evangelium mich und meine natürlichen Neigungen läutern. Ich kann mir kaum vorstellen, was für ein Mensch ich sonst wäre. Was wäre aus meiner Familie in dem kleinen Städtchen mitten in Mexiko geworden, wenn wir nicht das wiederhergestellte Evangelium gefunden hätten? Ich kann es mir, ehrlich gesagt, gar nicht ausmalen.
Es ist jede Mühe wert, der Aufforderung des Erretters nachzukommen und danach zu streben, so vollkommen zu werden, wie er und der Vater im Himmel es sind (siehe 3 Nephi 12:48), und unsere Angehörigen zu ermutigen, dasselbe zu tun. Dann werden wir schließlich heilig wie der Erretter und wie unser Vater im Himmel. Auch wenn wir auf Widerstand stoßen und Widrigkeiten und Ungerechtigkeiten erleben, gibt es dank des Sühnopfers Jesu Christi Hoffnung (siehe Moroni 7:41). Die heiligen Handlungen und Bündnisse seines Evangeliums binden uns und unsere Familie an ihn und an den Vater im Himmel, die für unsere ewige Freude alles tun.
Mögen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um unseren Kindern und unseren Lieben zu helfen, das Evangelium Jesu Christi zu leben. Das ist das Beste, was wir ihnen jetzt und immerdar mitgeben können.