2025
Motivationsfunken
August 2025


Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

Motivationsfunken

Wie in den letzten Jahren fand auch 2022 das eintägige Radrennen „Tour des Stations“ in den Walliser Alpen in der Schweiz statt. Unter den mehr als 2600 Teilnehmern befand sich auch einer meiner Söhne. Von den Teilnehmern konnte jeder eine von vier Routen wählen. Mein Sohn entschied sich für die schwierigste: 242 Streckenkilometer und 8848 Höhenmeter in 15/16 Stunden.

Um sich darauf vorzubereiten, trainierte er ein Jahr lang fast jeden Tag – oft in seinem Arbeitszimmer, wo er sein Rennrad auf einen Rollentrainer gestellt hatte. Unterstützt wurde er dabei von einem Fahrradsimulator. Dieser war von ihm mit den topografischen Daten der eigentlichen Rennstrecke gespeist worden und liess ihn jedes Mal spüren, wenn er einen simulierten Berg hinauf oder hinunter fuhr. Auf einem Bildschirm wurde wiedergegeben, wo auf der Rennstrecke er sich gerade befand.

Am Tag vor dem Rennen schrieb ich ihm: „Joshua, du – ich wünsche dir für morgen viel Kraft, noch mehr aber Gottes Schutz und Segen.“ Er: „Das freut mich sehr, dass du an mich denkst, Papa!“ Ich: „Stell dir morgen vor, dass ich über dir schwebe und dich anfeuere: Go! Go! Go!“ Er: „Das werde ich tun. Wenn du mir morgen einen Funken Motivation spenden willst, kannst du mir zwischen 4 und 20 Uhr eine kurze Textnachricht schreiben. Diese wird dann auf meinem Navigationsgerät angezeigt.“

Gleich danach setzte ich mich hin und entwarf ein paar Sätze. Diese schickte ich ihm dann am nächsten Tag im Abstand von zwei bis drei Stunden. Einer davon lautete sinngemäss: „Lass in dir ständig folgendes Bild wirken: Deine Frau und dein zweijähriger Sohn stehen am Ziel. Sie sind überglücklich, dich siegen zu sehen. Aus Liebe zu ihnen gibst du alles.“ Ein anderer Motivationsfunke enthielt: „Durch dieses Rennen wirst du ein Vorbild sein – im Kämpfen, in der Freude am Kämpfen, an Ausdauer und Zielstrebigkeit.“

Zwischendurch wendete ich mich an Freunde und Familienangehörige. Auch sie sollten ihm ein paar aufmunternde Worte senden. Eine von ihnen entgegnete: „Das habe ich schon gemacht.“ Ich erwiderte: „Das ist gut. Eine zweite Ermutigung schadet aber nicht. Im Gegenteil, wenn bei der letzten Etappe die Kraft nachlässt, ist sie besonders wichtig.“

Als Letztes tippte ich in mein Mobiltelefon: „Dieses Radrennen könnte für dich zu einem spirituellen Erlebnis werden. Wenn du auf den Herrn vertraust, wirst du radeln, radeln, radeln und nicht müde werden.“

Um etwa 20:30 Uhr hatte mein Sohn sein Ziel erreicht. Wenig später meldete er sich: „Vielen herzlichen Dank für deine ausgeklügelte Unterstützung, Papa! Ich betete oft und weinte manchmal vor Freude, dass ich dieses Rennen fahren konnte. Ich dankte Jesus, dass er mich beschützt hat und dass mich meine Familie und meine Freunde gestärkt haben. Gleich nach der Ziellinie kniete ich mich hin und sprach ein Dankgebet. Das war der schönste Moment der Tour.“