2025
„Wir können Ihnen helfen“
Februar 2025


„Wir können Ihnen helfen“, Liahona, Februar 2025

Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

„Wir können Ihnen helfen“

Als Puerto Rico unter den Folgen eines Hurrikans litt, wurden wir gesegnet, weil wir zuerst anderen zu Hilfe geeilt waren.

Leute verteilen Hilfsgüter

Illustration von Katy Dockrill

Im September 2017 traf der Hurrikan Irma auf die Karibik und verwüstete mehrere Inseln. Ein Mitglied der Kirche aus den Vereinigten Staaten wollte helfen und wandte sich an meinen Mann, der damals in Puerto Rico Pfahlpräsident war.

„Ich habe ein großes Boot, das ich nach Puerto Rico überführen will, um Lebensmittel und Hilfsgüter auf die Insel Tortuga zu bringen“, meinte dieser Bruder. „Bei der Zusammenstellung der Hilfsgüter benötige ich allerdings Ihre Hilfe.“

Daraufhin sammelten wir unter den Mitgliedern und anderen in Puerto Rico Spenden – Lebensmittel, Kleidung und weitere Güter. Wir schickten zwei Bootsladungen nach Tortuga und machten alles dafür bereit, das Boot ein drittes Mal mit den Hilfsgütern zu beladen, die schon im Pfahlhaus zur Auslieferung bereitstanden. Da kündigte sich ein weiterer Sturm an. Hurrikan Maria steuerte direkt auf Puerto Rico zu!

Als er auf Land traf, verwüstete er unsere Insel. Tausende von Menschen kamen zu Tode. Mehrere Tage lang konnten wir die nähere Umgebung gar nicht verlassen. Überall waren umgestürzte Bäume, Trümmer und weitere Spuren der Verwüstung. Im Pfahlhaus gab es jedoch einen Vorrat an Lebensmitteln, Wasser, Kleidung und Artikeln des persönlichen Bedarfs – alles, was zur Bewältigung einer Naturkatastrophe gebraucht wurde. All dies hatten wir zusammengetragen, um anderen zu helfen. Stattdessen kam es jetzt uns selbst zugute.

Der Hurrikan verursachte Stromausfälle und legte Internet und Mobiltelefonnetz lahm. Die puerto-ricanischen Behörden brauchten Vorlauf, um zu reagieren; wir hingegen hatten Hilfsgüter, die vielen Leuten sofort zur Verfügung standen.

Als mein Mann endlich vor die Tür treten konnte, hatte er die Eingebung, bestimmte Mitglieder unseres Pfahls aufzusuchen. Er traf zwei Schwestern an, deren Häuser zerstört worden waren und die alles verloren hatten.

„Wir können Ihnen helfen“, versicherte er. „Wir haben, was Sie brauchen. Das Pfahlhaus ist voller Hilfsgüter.“

Als dann Mitglieder der Kirche sowie Leute aus anderen Glaubensgemeinschaften meinen Mann um Hilfe baten, trafen auch Geschenkgutscheine mit Geldwert von Mitgliedern in den Vereinigten Staaten ein, die wir an Bedürftige verteilten. Die Kirche stellte zudem humanitäre Güter wie Lebensmittel, Wasser und sonstige Bedarfsartikel für unsere Insel bereit. Mit diesen Spenden konnten wir in Puerto Rico unzählige Bedürftige monatelang unterstützen.

Als wir nach Durchzug des Hurrikans Irma unseren Nachbarn halfen, bereitete der Herr für uns einen Weg, sodass wir bei Hurrikan Maria in der Lage waren, uns selbst zu helfen. Der Erretter hat gesagt: „Gebt, dann wird auch euch gegeben werden!“ (Lukas 6:38.)