„Welche Aufgabe habe ich bei der Ernte?“, Liahona, Februar 2025
Komm und folge mir nach!
Lehre und Bündnisse 4; 6; 11; 12; 14
Welche Aufgabe habe ich bei der Ernte?
„Siehe, das Feld ist schon weiß, zur Ernte bereit.“ (Lehre und Bündnisse 6:3; 11:3; 12:3; 14:3)
Schlag deine Sichel ein, Darstellung von Greg Newbold
Im Jahr 1829 gab der Herr in mehreren unterschiedlichen Offenbarungen wiederholt die Anweisung, sich an der Erntearbeit zu beteiligen (siehe Lehre und Bündnisse 4; 6; 11; 12; 14). Einige Verse kommen in jeder dieser Offenbarungen vor. Daher können wir davon ausgehen, dass der Herr uns hier eine wesentliche Botschaft vermitteln möchte.
Ein näherer Blick auf die Symbole in diesen Abschnitten kann ihre Bedeutung erhellen.
Das Feld ist weiß
Wenn ein Getreidefeld weiß aussieht, ist das ein Zeichen dafür, dass das Wachstum der Körner abgeschlossen ist und das Feld nun abgeerntet werden kann. Die Ernte kann für die Aufnahme von Gottes Kindern in sein Reich stehen.
Eine Sichel
Eine Sichel ist ein Werkzeug für die Ernte von Feldfrüchten. Sie hat eine scharfe, gekrümmte Klinge, mit der sich große Büschel leicht abschneiden lassen. Sie ist ein einfaches Werkzeug, das jeder benutzen kann. Die Sichel könnte für die Hilfsmittel stehen, die wir zur Verfügung haben: den Tempel, die heiligen Schriften, unsere Talente, unser Zeugnis und vieles mehr.
Schlagt eure Sichel mit aller Macht ein
Das Wort einschlagen geht weit über müheloses, lässiges Bewegen hinaus; es vermittelt vielmehr den Eindruck fest entschlossener, zielgerichteter Anstrengung. Menschen dabei zu helfen, zu Christus zu kommen, erfordert Glauben, Anstrengung, Ausdauer und Hingabe.
Ernten
Bei der Ernte geht der Landwirt aufs Feld und sammelt reife Körner, Gemüse, Kräuter oder Früchte ein. Im Sinne des Evangeliums bringen wir uns jedes Mal bei der Ernte mit ein, wenn wir etwas tun, was dazu beiträgt, Gottes Kinder in sein Reich zu bringen. Dazu kann gehören, dass wir über das Evangelium sprechen, für unsere Vorfahren Tempelarbeit leisten oder den Armen und Bedürftigen beistehen.
Solange es noch Tag ist
Diese Formulierung verleiht der Erntearbeit den Eindruck von Dringlichkeit. Wer die Ernte einholen will, muss dann an die Arbeit gehen, wenn die Feldfrüchte reif sind. Andernfalls geht ihm der Ernteertrag verloren. Der Herr hat uns ja nahegelegt: „Es ist die elfte Stunde und das letzte Mal, dass ich Arbeiter in meinen Weingarten berufe.“ (Lehre und Bündnisse 33:3.)
Wie einen Schatz aufhäufen beziehungsweise einlagern
Die Ernte ist abgeschlossen, wenn alle guten Feldfrüchte geerntet sind. Sie sind dann geschützt und bleiben bewahrt. Wenn wir jemandem helfen, mit Gott Bündnisse zu schließen und diese zu halten, wird der Betreffende geschützt und bleibt bewahrt – für die Ewigkeit. Der Herr hat dazu verheißen: „Wie groß wird eure Freude mit [ihm] im Reich meines Vaters sein!“ (Lehre und Bündnisse 18:15.)
In diesen Abschnitten wird immer wieder das Bild des Sammelns verwendet, allerdings werden keine Anweisungen wiederholt, wo genau oder wie zu ernten ist. Die Zeit für die Ernte ist jetzt, aber Bekehrung ist bei jedem Einzelnen ein individueller Prozess. Wenn Sie sich fragen, wie Sie beim Sammeln der Ernte helfen können, denken Sie an diese Worte von Präsident Russell M. Nelson: „Jedes Mal, wenn ihr irgendetwas tut, was irgendjemandem auf einer der beiden Seiten des Schleiers hilft, dem Ziel einen Schritt näher zu kommen, Bündnisse mit Gott zu schließen und die Taufe und die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen, die er braucht, helft ihr mit, Israel zu sammeln. So einfach ist das.“