2025
Segnungen im Nachhinein: Wie sich eine Blinddarmentzündung für meine Familie als Wunder erwiesen hat
Februar 2025


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Segnungen im Nachhinein: Wie sich eine Blinddarmentzündung für meine Familie als Wunder erwiesen hat

Wenn wir uns über Vergangenes Gedanken machen, entpuppt sich unter Umständen etwas, was wie eine Prüfung gewirkt hat, in Wirklichkeit als liebevolle Barmherzigkeit.

Ein Mann in einem Krankenhausbett

Vor einigen Jahren hatte mein Vater einen Blinddarmdurchbruch, was sich im Nachhinein als Zeichen liebevoller Barmherzigkeit herausstellte.

Die meisten Menschen würden eine Blinddarmentzündung samt Notoperation wohl kaum als Wunder betrachten, doch bei meinem Vater war das so.

Als der Wurmfortsatz entfernt wurde, stellten die Ärzte darin Krebszellen fest.

Glücklicherweise ergaben weitere Untersuchungen, dass der Krebs noch nicht gestreut hatte. Nach der Operation war mein Vater somit auch vom Krebs befreit.

Als wir endlich Zeit hatten, die Ereignisse zu verarbeiten, war meine Familie für den Blinddarmdurchbruch dankbar.

Der Krebs war ja noch so unauffällig gewesen, dass er ohne Notoperation wahrscheinlich erst viel zu spät bemerkt worden wäre.

Man kann diese Geschichte natürlich auch als glücklichen Zufall betrachten, doch meine Familie und ich, wir wissen, dass es ein von Gott bewirktes Wunder war.

Elder Ronald A. Rasband vom Kollegium der Zwölf Apostel hat festgestellt: „Was wie Zufall erscheinen mag, hat in Wahrheit ein liebender Vater im Himmel stets im Blick, der bei jedem Menschen sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt hat.“

Gottes Hand wird vielleicht erst offenkundig, wenn wir uns über Vergangenes Gedanken machen. In dem Moment, als es passierte, empfand meine Familie die Blinddarmentzündung nicht gerade als Segen. Wie wichtig die Notoperation meines Vaters gewesen war, wurde uns erst bewusst, nachdem Krebs festgestellt worden war.

Dass der Mensch Gottes Absichten nicht auf Anhieb versteht, ist ein weit verbreitetes Phänomen. Nephi etwa befolgte Gottes Geheiß, zwei ähnliche Berichte zu führen, ohne über die Absicht dahinter Bescheid zu wissen (siehe 1 Nephi 9:2-6). Mormon nahm später beide Aufzeichnungen Nephis in seinen eigenen Bericht auf, ohne den Grund hierfür zu kennen (siehe Worte Mormons 1:6,7).

Erst nachdem Nephi und Mormon ihre Berichte bereits auf Metallplatten graviert und zusammengestellt hatten, gingen – mehr als tausend Jahre danach – 116 Seiten des von Joseph Smith übersetzten Teils dieser Berichte verloren. Zum Glück konnte Joseph Smith trotz alledem einen Bericht vom Volk Nephi in das Buch Mormon aufnehmen, und das nur, weil zwei Propheten aus alter Zeit damals Gottes Geheiß befolgt hatten, ohne zu wissen, weshalb.

Präsident Henry B. Eyring, Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, fing an, Tagebuch zu führen, weil er die Hand des Herrn in seinem Leben erkennen wollte. Am Ende eines jeden Tages stellte er sich die Frage: „Habe ich heute bemerkt, dass Gott seine Hand ausgestreckt hat, um auf uns oder unsere Kinder oder unsere Familie einzuwirken?“ Daraufhin erinnerte ihn der Heilige Geist dann an Vorkommnisse, durch die ihn Gott tagsüber gesegnet hatte.

Gibt es Zeichen liebevoller Barmherzigkeit, denen Sie bislang kaum Beachtung geschenkt haben? Inwiefern trägt das Nachsinnen über Vergangenes dazu bei, dass Sie „die Größe Gottes“ im Gedächtnis bewahren? (Mosia 4:11.) Weil ich mir Zeit genommen habe, zurückzublicken und nach Gottes Hand Ausschau zu halten, habe ich ein Zeugnis davon erlangt, dass der Vater im Himmel viel mehr sieht als wir und dass er für jeden von uns einen vollkommenen Plan hat (siehe 2 Nephi 2:24).