„Warum aus Bündnissen Ruhe erwächst“, Liahona, Februar 2025
Frauen des Bundes
Warum aus Bündnissen Ruhe erwächst
Wir können im Hier und Jetzt Glück und Ruhe finden, indem wir uns mit Jesus Christus zusammentun und unsere Bündnisbeziehung zu Gott Tag für Tag weiterentwickeln.
Mit ihm wandeln, Darstellung von Eva Timothy, Vervielfältigung untersagt
Neulich besuchte ich in einer Gemeinde den FHV-Unterricht. Dort meinte eine liebe Schwester, die Formulierung, man solle sich „voll Eifer“ (siehe Lehre und Bündnisse 58:27) engagieren, mache ihr eifriges, angespanntes Herz dann noch weitaus angespannter. Sie ist eine unfassbar tolle Schwester, die bereits viel Gutes tut und sich um etliche Mitmenschen kümmert.
Viele gute Schwestern teilen diese Gefühle und fragen sich, ob sie denn überhaupt genug tun und ihr Opfer wohl annehmbar ist.
Ich glaube, dass wir uns einer Sache „voll Eifer … widmen“ sollen, bedeutet nicht, dass wir so viele Aufgaben auf unsere Liste guter Taten setzen müssen, dass sie niemals zu bewältigen sind. Ich glaube auch, es bedeutet nicht, dass wir fieberhaft bemüht sein müssen, sämtliche Probleme der Welt – ja, nicht einmal alle Probleme in unserem Einflussbereich – zu lösen.
Bei der weltweiten Andacht der Frauenhilfsvereinigung im März 2024 hat uns Präsident Russell M. Nelson gesegnet „mit der Weisheit zu erkennen, was notwendig ist, und nicht schneller zu laufen, als [wir] können“.
Als Frauen des Bundes sind wir, wenn wir unsere Bündnisse in Ehren halten, mit der Macht des Priestertums Gottes gesegnet. Die Macht Gottes kann uns zu größeren Fähigkeiten und zu größerer Weisheit verhelfen, damit wir wissen, „was notwendig ist, und nicht schneller … laufen, als [wir] können“.
Wir sind vom Herrn aufgefordert, sein Werk auf seine Weise umzusetzen – und die ist anders als das hektische Tempo, das oftmals das Lob einer überreizten, bis zum Exzess produktiven und kräftezehrenden Welt findet.
Der Herr erklärt, wie die Sammlung Israels vonstattengehen soll: „Zieht nicht aus in Hast [oder Unbesonnenheit], geht nicht fort in Eile; denn der Herr geht vor euch her und er, Israels Gott, ist eure Nachhut!“ (Jesaja 52:12.)
Nicht in Hast aufzubrechen bedeutet doch: Das Evangelium des Erretters ist dazu bestimmt, uns inneren Frieden und Gelassenheit zu bringen. Damit ist jene Ruhe gemeint, die aus Bündnissen erwächst und uns zuteilwird, wenn wir die höheren Gesetze Jesu Christi befolgen. Präsident Russell M. Nelson hat gesagt:
„Der Lohn dafür, dass wir unsere Bündnisse mit Gott halten, ist Macht vom Himmel – Macht, die uns die Kraft gibt, Prüfungen, Versuchungen und Kummer besser auszuhalten. Diese Macht ebnet uns den Weg. Wer nach den höheren Gesetzen Jesu Christi lebt, hat Zugang zu seiner höheren Macht. Wer eingegangene Bündnisse hält, hat daher ein Anrecht auf eine besondere Art der Ruhe, die ihm aufgrund seiner Bündnisbeziehung zu Gott zuteilwird. …
Trotz der Ablenkungen und Verzerrungen, die uns umbrausen, können Sie wahre Ruhe finden, nämlich Hilfe und Frieden – selbst inmitten Ihrer ärgsten Probleme.“
Ich weiß, dass sich diese besondere Art der Ruhe dann einstellt, wenn wir dieses Werk nicht allein verrichten. Sie stellt sich ein, wenn wir uns gezielt mit Jesus Christus zusammentun und uns seine Macht zunutze machen, indem wir unsere Bündnisse in Ehren halten.
Ruhe stellt sich ein, wenn wir zulassen, dass er unsere Lasten trägt, und wenn wir uns für aufrichtige Umkehr entscheiden. Ruhe stellt sich ein, wenn wir darauf vertrauen, dass er weiß, was wir brauchen und was uns beschäftigt, und wenn wir beschließen, einen höheren, heiligeren Blickwinkel einzunehmen. Ruhe stellt sich ein, wenn wir uns entscheiden, einander weniger zu verurteilen und mehr zu lieben.
Ruhe stellt sich ein, wenn wir wissen, dass Gott uns kennt und liebt. Ruhe stellt sich ein, wenn wir Freude daran haben, anderen die Hilfe des Erretters zukommen zu lassen, und wenn wir zulassen, dass andere uns seine Hilfe zukommen lassen. Ruhe stellt sich ein, wenn wir an die wunderbaren Segnungen denken, die Gott uns in seiner Barmherzigkeit jeden Tag gewährt, und über sie nachsinnen.
Ruhe stellt sich bei der Gottesverehrung im Haus des Herrn ein. Präsident Nelson hat uns aufgefordert, aus dem Tempel unseren Zufluchtsort zu machen, wo wir uns neu ausrichten können – einen Ort, wo wir Ruhe finden. Wenn wir das Haus des Herrn wieder verlassen, sind wir ausgerüstet mit seiner Macht, verfügen über seinen Blickwinkel und seine „Engel werden rings um [uns] sein, um [uns] zu stützen“ (Lehre und Bündnisse 84:88).
Von Jesus Christus stammt die Ruhe, die aus Bündnissen erwächst und die wir uns wünschen. An Sie und an mich ergeht ja seine Aufforderung:
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; … und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.“ (Matthäus 11:28,29; Hervorhebung hinzugefügt.)