2025
Affen und missionarische Wunder
Für eine starke Jugend, Oktober 2025


Affen und missionarische Wunder

Alles fing klein an.

Eine Jugendliche

Illustration von Dominico Russo

Zu meiner Gemeinde gehört eine 89-jährige Schwester. Sie ist so etwas wie die Oma der Gemeinde, könnte man sagen, und deshalb wird sie von allen Granny (Oma) genannt.

Eines Tages erzählte sie mir, Affen kämen in ihren Garten und würden ihr leckeres Obst vom Baum wegfressen, weil das schützende Netz heruntergefallen war. In unserer Gegend in Südafrika wimmelt es nur so von Affen, und man muss sie immer im Auge behalten.

Eine einfache Lösung

Ich sagte: „Granny, ich komme gern vorbei und helfe dir. Ich habe diesen Samstag nichts vor. Ich kann zu dir kommen und helfe dir, das Netz wieder aufzuspannen.“

Ältere Frau mit einem jungen Mann

Granny und Neo

Als ich am Samstag ankam, saß sie bereits geduldig auf ihrem Stuhl und wartete auf mich. Wir gingen in den Garten, und ich half ihr, das Netz aufzuspannen. Ich weiß wirklich nicht, wie ich das gemacht habe, denn es ist echt kompliziert – aber bis heute steht das Netz.

Junger Mann mit Affennetz

Neo mit Grannys Affennetz

Für mich war das keine große Sache, Granny zu helfen. Ich hatte ja sowieso an diesem Tag nichts vor. Doch für sie war es etwas Großes. Ich habe daraus gelernt, dass ein Dienstprojekt für mich vielleicht nur eine Kleinigkeit ist, aber dem Betreffenden kann es richtig viel bedeuten.

Sohn und Mutter

Neo und seine Mutter Nelly

Eine kleine Einladung

Klein hat es damals auch angefangen, als ich vom Evangelium erzählt habe. Zuerst war ich sehr nervös – furchtbar nervös – beim Gedanken daran, meinen Freunden vom Evangelium zu erzählen. Ich ging davon aus, dass sie sich sowieso nicht für die Kirche interessieren. Ich wollte sie auch keinesfalls irgendwie enttäuschen oder etwas tun, was unangenehm wirkt.

Junge Männer

Neo und sein Freund Mangaliso

Um mir den Einstieg zu erleichtern, gab mir meine Mutter eine Karte der Missionare mit der Adresse des Gemeindehauses. Ich gab sie meinem Freund und sagte: „Komm doch mal zu einer Jugendaktivität mit. Ist echt super dort.“ Und er kam tatsächlich. Auf der Heimfahrt war er die ganze Zeit still. Aber in der darauffolgenden Woche fragte er: „Gehen wir wieder hin?“ Ich fragte verblüfft: „Willst du denn tatsächlich wieder hin?“ Von da an kam er immer wieder zu den Aktivitäten mit und besuchte schließlich auch die Kirche.

Als mir mein Freund eines Tages erzählte, er wolle sich taufen lassen, entgegnete ich total baff: „Lass mich das erst mal verarbeiten!“ Dann lud er einen weiteren gemeinsamen Freund in die Kirche ein, und wir waren ja jetzt zu zweit da, um ihn zu unterstützen. Und zack – urplötzlich sind schon zwei meiner Freunde getauft! Und nun wollen wir zu dritt einem weiteren Freund helfen, in die Kirche zu kommen und sich ebenfalls taufen zu lassen.

Junge Männer

Neo und seine Freunde Lucky und Mangaliso

Ich habe miterlebt, wie der Glaube meiner Freunde an Jesus Christus unglaublich gewachsen ist. Ich denke, sie haben manchmal sogar größeren Glauben als ich. Wenn ich sehe, wie wir gemeinsam das Abendmahl austeilen, denke ich mir: „Das ist so toll. Das ist das beste Geschenk, das ich bekommen konnte.“ Alles begann mit einer kleinen Karte und führte schließlich dazu, dass sich zwei Menschen taufen ließen.

Will man etwas bewirken, so fängt man klein an. Jemandem behilflich zu sein oder jemanden auch nur anzulächeln, das kann schon viel bedeuten. Wenn du merkst, was das für den Betreffenden bedeutet, willst du immer weiter dienen. „Durch Kleines und Einfaches wird Großes zustande gebracht.“ (Alma 37:6.)

Der Verfasser lebt in KwaZulu-Natal in Südafrika.